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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 06:51
von Helmuth
oTp hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:27 Ich denke da zunächst einmal daran, dass man nicht vorschnell urteilen soll. Man kann sich irren und falsch urteilen.
Oder man unterlässt es überhaupt, und das ordnet Jesus an, denn was gibt es denn zu richten? Hier z.B. im Forum sollte man nur Sachen erörtern. Was bitte sollte es zu richten geben, wenn wir nur etwas besprechen?

Da meint A dies und B das. Und wenn man sich nicht einig wird, lässt man es stehen. Aber leider machen das viele nicht, sondern wechseln von der Sach- auf die Persönlichkeitsebene und damit beginnt das Richten.

Es gibt ja nicht einmal den Auftrag eine Meinung duchzusetzen. Wo denn? Das sehe ich bereits als Missbrauch des Forums. Klar gebe ich meine Meinung kund, aber es sollte unbeschadet einer anderen erfolgen. Und wir sollen auch predigen bzw. die Konsequenzen der Ablehung des Evangeliums aufzeigen. Aber richten können wird das eben nicht.

Rechenschaft über den Glauben sind wir nur Gott verpflichtet und keinem Menschen, das gilt für jeden, ob er glaubt oder nicht. Und dennoch, es passiert leider überall, dass wir zu richten beginnen, vielleicht deshalb, weil man sich selbst zu wichtig nimmt. Arroganz führt meist dazu andere zu richten.
oTp hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:27 Und wichtig ist mir gleich, dass ich Andere nicht verurteile, nur weil sie Sünder sind, weil ich das nämlich auch bin.
Eine gute Selbsterkenntis, aber ich sage nochmals: Leicht gesagt, schwer getan.

Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 07:24
von Helmuth
Aslan hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:56 Ich würde hier aber etwas differenzieren. Man sollte das sogenannte "Richten" nicht mit Kritik verwechseln.
Darum heißt es auch "richten" und nicht Kritik üben. Ich denke durch den Splitter-Balken-Vergleich macht Jesus klar, dass man sich so selbst versündigt. Da kommt einer, der gehörig Dreck am Stecken hat und meint einen Bruder korrigieren zu können. Schon dessen Motiviation ist fraglich.
Aslan hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:56 Es ist nicht selten vorgekommen, dass Kirchen und Gemeinden sich hinter dem Vorwand des Richtens verschanzt haben und berechtigte oder sogar konstruktive Kritik von sich gewiesen haben, mit dem Argument, man solle ja nicht richten.
Ja leider, Missbrauch geht in beide Richtungen. Richten anstatt sich selbst zu richten um wirklich helfen zu können und Uneinsichigkeit, die jede mögliche Hilfe ablehnt. Wir sehen das schon hier im Forum, doch darf ein Missbrauch nicht einen anderen zusätzlich noch begünstigen und schon gar nicht rechtfertigen.
Aslan hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:56 Es gibt Dinge, die müssen ganz klar beim Namen genannt werden, insbesondere wenn es um Fehlverhalten oder Sünde geht.
Ja, das gibt es, ist hier aber nicht Diskussionsgegenstand. Hier geht es um das Unterlassen, weil Jesus klar sagt: Richtet nicht! Dann liegt ein anderer Fall vor, und zwar dass man füs erste mal seinen Mund hält und nachdenkt: Autsch, was habe ich getan?

In der Hinsicht bedarf es der Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, der dir durch das Gewissen Warnsignale sendet. Auf die sollte man achten. Dann findet man schon seine Hölzchen im Auge.

Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 09:25
von Aslan
Helmuth hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 07:24 In der Hinsicht bedarf es der Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, der dir durch das Gewissen Warnsignale sendet. Auf die sollte man achten. Dann findet man schon seine Hölzchen im Auge.
Absolut. Aber das ist natürlicher Weise auch eine Frage des jeweiligen individuellen Charakters.
In meinem Umfeld kenne ich viele Choleriker, die einfach einen raushauen, und erst später darüber nachdenken.
Die haben es nicht immer leicht, sich zurückzunehmen und erstmal ihr Gewissen zu befragen...

Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 09:41
von Helmuth
Abischai hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 23:22 Ich resümiere, daß wir bei der Erörterung jenes Wortes Jesu noch ganz am Anfang stehen und derzeit keineswegs schlüssige, anwendbare Antworten haben (das sind Dogmen, und die wären, wenn es sie denn gäbe, sehr nützlich!)
Wir können eine sprachliche Exegese der hebräischen und griechischen Begriffe vornehmen (privat bin ich übrigens schon dabei), aber im Kontext von Matthäus 7:1-5 sollte geklärt sein, dass Jesu die völlig unberechtigte Form des Richtens anspricht und diese mit einem Satz untersagt:
Metthäus 7:1 hat geschrieben: Richtet nicht (!) damit ihr nicht gerichtet werdet.
Das ist mein Hauptthema. Wir können an anderer Stelle darüber reden, und ich mache solche Dinge sogar mit Hingabe, dass es auch die legitime Form des Richtens gibt. Diese ist Thema des anderen Threads. Wir können es dort vornehmen.

Ich habe eingangs erklärt, dass ich in der Sache keinen theologischen, sondern selbstkritischen Kurs fahren möchte, daher Bereich Gesellschaft. Es soll sich jeder bei der Nase nehmen und nach seinen Splittern selbst nachsehen, oder vielleicht entdeckt er dabei einen ganzen Balken. ;)

Er muss hier gar nichts dazu schreiben. Er kann, aber muss nicht. Wenn es den Effekt hat, dass jemand Jesu Wort schlicht tut, dann brauche ich keine Worte, sondern habe das eigentliche Ziel in Hinkunft andere weniger zu richten erreicht. Dem Forum täte es jedenfalls gut.

Die erste positive Bilanz, die man an sich selbst ziehen könnte, wäre dass man damit auch von anderen nicht mehr so sehr gerichtet wird, mit Ausnahme natürlich der Ewig-Besserchristen, die immer an dir was finden werden, aber nichts an sich selbst. Für die schreibe ich aber nicht. Ich nehme mir persönlich folgendes Wort immer wieder zu Herzen:
Metthäus 7:1 hat geschrieben: Denn mit welchem Urteil ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Starke Worte, die mich schon oft zum Einlenken gerbacht haben. Wenn ich dies oder das tue, also richte, dann fällt es nur auch mich zurück. Darum bin ich mehr der Mensch der Vergebung, denn es gilt dafür dasselbe göttliche Prinzip, und das ebenso in beiden Richtungen:
Metthäus 6:14-15 hat geschrieben: Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben.

Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: Di 4. Aug 2026, 16:24
von Zippo
Helmuth hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 06:51
oTp hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:27 Ich denke da zunächst einmal daran, dass man nicht vorschnell urteilen soll. Man kann sich irren und falsch urteilen.
Oder man unterlässt es überhaupt, und das ordnet Jesus an, denn was gibt es denn zu richten? Hier z.B. im Forum sollte man nur Sachen erörtern. Was bitte sollte es zu richten geben, wenn wir nur etwas besprechen?
Ich finde diese Aussage otp's auch nicht schlecht, aber das richten ganz unterlassen, das kriegt wohl keiner hin. Überlege mal, wieviele Urteile du jeden Tag fällst.
Wenn nur irgendetwas in dein Bewußtsein vordringt, wirst du es beurteilen und auch manchmal verurteilen, was dem richten ja folgt. Dann fängst du an zu schimpfen und kennst vielleicht nicht einmal die genaueren Hintergründe.
Du siehst ein Bild oder ein Video und schon geht es los. Dann ist es gut, wenn du nicht vorschnell urteilst, erst mal drüber nachdenkst und dich bei Bedarf noch einmal richtig informierst.

Es gibt bei dem Herrn Jesus des öfteren das Problem, daß er sich ungerecht beurteilt fühlt. Er sah Barmherzigkeit höher, als das Einhalten des Sabbats Ist das Heilen Jesu überhaupt als Arbeit zu bezeichnen ?
[Joh 7,23-24] Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfängt, damit das Gesetz Moses nicht gebrochen werde, zürnt ihr mir, dass ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbat? Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht
Warum sagt er: Richtet nicht nach dem Schein ?

Gruß Thomas