Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 5. Aug 2026, 06:11
Zippo hat geschrieben: ↑Di 4. Aug 2026, 16:24
Ich finde diese Aussage otp's auch nicht schlecht, aber das richten ganz unterlassen, das kriegt wohl keiner hin. Überlege mal, wieviele Urteile du jeden Tag fällst.
Treffer, aber wenn man sich das bewusst macht, dann kann man daran arbeiten. Unter bewusst machen verstehe ich, dass wir uns vom Heilige Geist dazu leiten lassen. Ich denke, dass viele den ganzen Tag bedenkenlos Dinge sagen und gar nicht merken, dass sie in einem Richtgeist unterwegs sind.
Den ganzen Tag treffe ich Urteile über Dinge, die ich gesehen habe. Das geht ganz automatisch, es ist gewissermaßen die Reflektion dessen, was ich wahrnehme.
Ob ich dabei gerecht bin, ist wieder die andere Frage, ich fälle mein Urteil nach alldem, was ich weiss.
Da brauche ich nur einen Menschen zu sehen, dann habe ich mir ein Urteil gebildet und manchmal auch gerichtet.
Für die Israeliten waren es vielleicht die Huren und Zöllner, die sie verurteilt haben, obwohl sie in der Nachfolge Jesu später zum Teil ganz wertvolle Menschen wurden.
Die Pharisäer haben oft Urteile gefällt:
[Lk 18,11-14] Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe. Und der Zöllner, von fern stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Jetzt kam aber auch eine Zeit, wo Gott dem Sünder eine Chance geben wollte, da war das richten nicht gefragt. Sonst hätte man die Zeit nicht erkannt, in der Israel heimgesucht worden war und der Herr Jesus mit dem gnädigen Jahr bezeichnet hat. Lk 4,16 Gott wollte dem Volk Israel gnädig sein.
[Joh 12,46-47] Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; und wenn jemand meine Worte hört und nicht bewahrt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, damit ich die Welt richte, sondern damit ich die Welt errette.
Helmuth
Hin und wieder falle ich dem Geist auch zum Opfer, aber an sich möchte ich dieses Richten komplett ablegen. Klarerweise meine ich nicht die notwendige Beurteilung. Beurteilt muss vieles werden, gerichtet aber nicht. Man kann sich auch diese Frage stellen: Muss ich in diesem oder jenem Fall überhaupt etwas beurteilen? Was geht mich die Sache an?
Vielleicht kann man mal seine eigenen Sünde denken und wo man selbst gestanden hat, um wieder ein milderes Urteil über seine Umgebung zu haben. Haben wir nicht alle Gnade nötig ?
Aber ganz abstellen wird schwierig und der Richterspruch kommt doch auch wie von selbst. Natürlich sollen wir für alle Menschen ein Herz haben und nicht vorschnell urteilen, denn Gott liebt alle Menschen und sie sind in Satans Fänge geraten. Wir sollen also niemand vorschnell runterputzen.
Gebet wird aber oft das einzige sein, was du da noch fertig kriegst, es sei denn du bist in besonderer Weise von Gott begabt.
Ich erlebe es am deutlichsten in poltischen Diskussionen. Da wird über Menschen hergezogen, die zig 1.000 km weiter weg leben und uns gar nichts angehen. Wozu muss ich mir darüber überhaupt Urteile bilden? Nur weil die Masse es tut? Ist sie denn maßgeblich? Das habe ich in der Tat abgelegt, an anderem arbeite ich noch.
Ganz in unserer Nähe wird viel verurteilt und gerichtet, verleumdet. Das ist ein sehr häßliches Geschäft. Da fange ich auch immer an zu schimpfen, wenn ich so etwas mitbekomme. Ich verurteile, die so etwas tun, manchmal bete ich auch, daß ihnen aufällt, was sie da machen bzw. sagen.
Helmuth
Ich denke, es gibt dazu auch einen Weg, und zwar dass man sich ebenfalls bewusst macht, dass wir anderen vergeben sollen. Wer etwas vergeben hat, der richtet denjenigen nicht mehr, denn es gibt danach nichts mehr zu richten. Es ist dann Gottes Sache, und die soll es auch bleiben.
Es geht beim richten nicht immer um Vergebung, es ist eher ein Prozeß, der sich im Inneren abspielt, wo man lernen muß, dagegenzuhalten.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.