Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

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Helmuth
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:27 Ich denke da zunächst einmal daran, dass man nicht vorschnell urteilen soll. Man kann sich irren und falsch urteilen.
Oder man unterlässt es überhaupt, und das ordnet Jesus an, denn was gibt es denn zu richten? Hier z.B. im Forum sollte man nur Sachen erörtern. Was bitte sollte es zu richten geben, wenn wir nur etwas besprechen?

Da meint A dies und B das. Und wenn man sich nicht einig wird, lässt man es stehen. Aber leider machen das viele nicht, sondern wechseln von der Sach- auf die Persönlichkeitsebene und damit beginnt das Richten.

Es gibt ja nicht einmal den Auftrag eine Meinung duchzusetzen. Wo denn? Das sehe ich bereits als Missbrauch des Forums. Klar gebe ich meine Meinung kund, aber es sollte unbeschadet einer anderen erfolgen. Und wir sollen auch predigen bzw. die Konsequenzen der Ablehung des Evangeliums aufzeigen. Aber richten können wird das eben nicht.

Rechenschaft über den Glauben sind wir nur Gott verpflichtet und keinem Menschen, das gilt für jeden, ob er glaubt oder nicht. Und dennoch, es passiert leider überall, dass wir zu richten beginnen, vielleicht deshalb, weil man sich selbst zu wichtig nimmt. Arroganz führt meist dazu andere zu richten.
oTp hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:27 Und wichtig ist mir gleich, dass ich Andere nicht verurteile, nur weil sie Sünder sind, weil ich das nämlich auch bin.
Eine gute Selbsterkenntis, aber ich sage nochmals: Leicht gesagt, schwer getan.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Helmuth
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Helmuth »

Aslan hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:56 Ich würde hier aber etwas differenzieren. Man sollte das sogenannte "Richten" nicht mit Kritik verwechseln.
Darum heißt es auch "richten" und nicht Kritik üben. Ich denke durch den Splitter-Balken-Vergleich macht Jesus klar, dass man sich so selbst versündigt. Da kommt einer, der gehörig Dreck am Stecken hat und meint einen Bruder korrigieren zu können. Schon dessen Motiviation ist fraglich.
Aslan hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:56 Es ist nicht selten vorgekommen, dass Kirchen und Gemeinden sich hinter dem Vorwand des Richtens verschanzt haben und berechtigte oder sogar konstruktive Kritik von sich gewiesen haben, mit dem Argument, man solle ja nicht richten.
Ja leider, Missbrauch geht in beide Richtungen. Richten anstatt sich selbst zu richten um wirklich helfen zu können und Uneinsichigkeit, die jede mögliche Hilfe ablehnt. Wir sehen das schon hier im Forum, doch darf ein Missbrauch nicht einen anderen zusätzlich noch begünstigen und schon gar nicht rechtfertigen.
Aslan hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 16:56 Es gibt Dinge, die müssen ganz klar beim Namen genannt werden, insbesondere wenn es um Fehlverhalten oder Sünde geht.
Ja, das gibt es, ist hier aber nicht Diskussionsgegenstand. Hier geht es um das Unterlassen, weil Jesus klar sagt: Richtet nicht! Dann liegt ein anderer Fall vor, und zwar dass man füs erste mal seinen Mund hält und nachdenkt: Autsch, was habe ich getan?

In der Hinsicht bedarf es der Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, der dir durch das Gewissen Warnsignale sendet. Auf die sollte man achten. Dann findet man schon seine Hölzchen im Auge.
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Aslan »

Helmuth hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 07:24 In der Hinsicht bedarf es der Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, der dir durch das Gewissen Warnsignale sendet. Auf die sollte man achten. Dann findet man schon seine Hölzchen im Auge.
Absolut. Aber das ist natürlicher Weise auch eine Frage des jeweiligen individuellen Charakters.
In meinem Umfeld kenne ich viele Choleriker, die einfach einen raushauen, und erst später darüber nachdenken.
Die haben es nicht immer leicht, sich zurückzunehmen und erstmal ihr Gewissen zu befragen...
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Helmuth
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Helmuth »

Abischai hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 23:22 Ich resümiere, daß wir bei der Erörterung jenes Wortes Jesu noch ganz am Anfang stehen und derzeit keineswegs schlüssige, anwendbare Antworten haben (das sind Dogmen, und die wären, wenn es sie denn gäbe, sehr nützlich!)
Wir können eine sprachliche Exegese der hebräischen und griechischen Begriffe vornehmen (privat bin ich übrigens schon dabei), aber im Kontext von Matthäus 7:1-5 sollte geklärt sein, dass Jesu die völlig unberechtigte Form des Richtens anspricht und diese mit einem Satz untersagt:
Metthäus 7:1 hat geschrieben: Richtet nicht (!) damit ihr nicht gerichtet werdet.
Das ist mein Hauptthema. Wir können an anderer Stelle darüber reden, und ich mache solche Dinge sogar mit Hingabe, dass es auch die legitime Form des Richtens gibt. Diese ist Thema des anderen Threads. Wir können es dort vornehmen.

Ich habe eingangs erklärt, dass ich in der Sache keinen theologischen, sondern selbstkritischen Kurs fahren möchte, daher Bereich Gesellschaft. Es soll sich jeder bei der Nase nehmen und nach seinen Splittern selbst nachsehen, oder vielleicht entdeckt er dabei einen ganzen Balken. ;)

Er muss hier gar nichts dazu schreiben. Er kann, aber muss nicht. Wenn es den Effekt hat, dass jemand Jesu Wort schlicht tut, dann brauche ich keine Worte, sondern habe das eigentliche Ziel in Hinkunft andere weniger zu richten erreicht. Dem Forum täte es jedenfalls gut.

Die erste positive Bilanz, die man an sich selbst ziehen könnte, wäre dass man damit auch von anderen nicht mehr so sehr gerichtet wird, mit Ausnahme natürlich der Ewig-Besserchristen, die immer an dir was finden werden, aber nichts an sich selbst. Für die schreibe ich aber nicht. Ich nehme mir persönlich folgendes Wort immer wieder zu Herzen:
Metthäus 7:1 hat geschrieben: Denn mit welchem Urteil ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Starke Worte, die mich schon oft zum Einlenken gerbacht haben. Wenn ich dies oder das tue, also richte, dann fällt es nur auch mich zurück. Darum bin ich mehr der Mensch der Vergebung, denn es gilt dafür dasselbe göttliche Prinzip, und das ebenso in beiden Richtungen:
Metthäus 6:14-15 hat geschrieben: Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben.
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Zippo
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 06:51
oTp hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 11:27 Ich denke da zunächst einmal daran, dass man nicht vorschnell urteilen soll. Man kann sich irren und falsch urteilen.
Oder man unterlässt es überhaupt, und das ordnet Jesus an, denn was gibt es denn zu richten? Hier z.B. im Forum sollte man nur Sachen erörtern. Was bitte sollte es zu richten geben, wenn wir nur etwas besprechen?
Ich finde diese Aussage otp's auch nicht schlecht, aber das richten ganz unterlassen, das kriegt wohl keiner hin. Überlege mal, wieviele Urteile du jeden Tag fällst.
Wenn nur irgendetwas in dein Bewußtsein vordringt, wirst du es beurteilen und auch manchmal verurteilen, was dem richten ja folgt. Dann fängst du an zu schimpfen und kennst vielleicht nicht einmal die genaueren Hintergründe.
Du siehst ein Bild oder ein Video und schon geht es los. Dann ist es gut, wenn du nicht vorschnell urteilst, erst mal drüber nachdenkst und dich bei Bedarf noch einmal richtig informierst.

Es gibt bei dem Herrn Jesus des öfteren das Problem, daß er sich ungerecht beurteilt fühlt. Er sah Barmherzigkeit höher, als das Einhalten des Sabbats Ist das Heilen Jesu überhaupt als Arbeit zu bezeichnen ?
[Joh 7,23-24] Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfängt, damit das Gesetz Moses nicht gebrochen werde, zürnt ihr mir, dass ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbat? Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht
Warum sagt er: Richtet nicht nach dem Schein ?

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Abischai
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Abischai »

Helmuth hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 09:41 Wir können eine sprachliche Exegese der hebräischen und griechischen Begriffe vornehmen (privat bin ich übrigens schon dabei), aber im Kontext von Matthäus 7:1-5 sollte geklärt sein, dass Jesu die völlig unberechtigte Form des Richtens anspricht und diese mit einem Satz untersagt:
Haaalloo, Erde an Raumschiff, bitte kommen ! : welche ist denn die völlig unberechtigte Form des Richtens ??? Mit "sollte klar sein" ist niemandem irgendetwas klar.

Wenn der Herr sagt, "tu's nicht !", sagt er auch, was er meint, und wenn der Übersetzer der Jesuworte vergessen hat zu übersetzen, was gemeint ist, müssen wir es selbst tun. Die amplified bible vonne Amis ist da schon eine echte Hilfe, denn da stehet immer genau drin, was alles gemeint sein kann und was wahrscheinlich gemeint IST.

Wenn jemand sagt.: "give me five!", dann weiß so ziemlich jeder, was gemeint ist, obwohl da nur ein Zahlwort benannt ist: "five". Wenn ich sage: "give me four!", dann ist da gar nichts mehr klar.

Wenn du nicht weißt was richten ist, müssen wir uns über eine bestimmte Nuance dazu gar nicht weiter unterhalten.

Also erkläre mir erst mal, was Du selbstverständlich unter "richten" verstehst, und was Deiner Auffassung nach der Herr in jenem Wort damit gemeint hatte, erst dann ist es möglich, mit Dir von der gleichen Sache zu reden, vorher nicht.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Helmuth
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

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Zippo hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 16:24 Ich finde diese Aussage otp's auch nicht schlecht, aber das richten ganz unterlassen, das kriegt wohl keiner hin. Überlege mal, wieviele Urteile du jeden Tag fällst.
Treffer, aber wenn man sich das bewusst macht, dann kann man daran arbeiten. Unter bewusst machen verstehe ich, dass wir uns vom Heilige Geist dazu leiten lassen. Ich denke, dass viele den ganzen Tag bedenkenlos Dinge sagen und gar nicht merken, dass sie in einem Richtgeist unterwegs sind.

Hin und wieder falle ich dem Geist auch zum Opfer, aber an sich möchte ich dieses Richten komplett ablegen. Klarerweise meine ich nicht die notwendige Beurteilung. Beurteilt muss vieles werden, gerichtet aber nicht. Man kann sich auch diese Frage stellen: Muss ich in diesem oder jenem Fall überhaupt etwas beurteilen? Was geht mich die Sache an?

Ich erlebe es am deutlichsten in poltischen Diskussionen. Da wird über Menschen hergezogen, die zig 1.000 km weiter weg leben und uns gar nichts angehen. Wozu muss ich mir darüber überhaupt Urteile bilden? Nur weil die Masse es tut? Ist sie denn maßgeblich? Das habe ich in der Tat abgelegt, an anderem arbeite ich noch.

Ich denke, es gibt dazu auch einen Weg, und zwar dass man sich ebenfalls bewusst macht, dass wir anderen vergeben sollen. Wer etwas vergeben hat, der richtet denjenigen nicht mehr, denn es gibt danach nichts mehr zu richten. Es ist dann Gottes Sache, und die soll es auch bleiben.
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Helmuth
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Helmuth »

Abischai hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 20:59 Also erkläre mir erst mal, was Du selbstverständlich unter "richten" verstehst, und was Deiner Auffassung nach der Herr in jenem Wort damit gemeint hatte, erst dann ist es möglich, mit Dir von der gleichen Sache zu reden, vorher nicht.
Fragst du ernsthaft oder provozierst du? So recht schlau werde ich nicht. Ich drehe den Spieß um und sage: Erkläre bitte von deiner Seite, was "Richtet nicht" bedeutet bzw. welche Art des Richtens gemeint ist.

Dann sehen wir, ob du es verstehst. Ich setze die Tatsache der Ungerechtfertigkeit voraus, weil es sonst nicht so ein striktes Verbot wäre. Strikter als "Richtet nicht!" geht es kaum.

Aber ich kann dir zuvorkommen und mache ein Beispiel. In einer Firma wetteifern zwei um eine freie höhere Stelle. Der eine will durch Leistung zeigen, dass er geeignet ist, der andere tratscht in der Firma überall herum, welche Fehlleistungen sein Kollege schon erbracht hat, dass er der Firma mehr schadet als nützt.

Wenn das Beispiel nicht passt, dann bringe ein besseres. Dieses passt aber recht gut ins Muster, dass der Richtende seine eigenen Fehlleistungen in der Firma vielleicht gar nicht kennt. Es hat dann den Balken im Auge und redet über den Splitter seines Kollegen.

Mir geht es in dem Thread darum, wie wir durch Gottes Gnade lernen andere nicht zu richten, wie man es sein lässt über andere zu reden, was dich nichts angeht. Es ist aber hier kein Ziel 1.000 Beispiele zu anzuführen, bis auch Herr Abischai vertsteht, was "Richtet nicht" bedeutet. Bruder, du weißt es, also tu nicht so. :mrgreen:
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Zippo
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Mi 5. Aug 2026, 06:11
Zippo hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 16:24 Ich finde diese Aussage otp's auch nicht schlecht, aber das richten ganz unterlassen, das kriegt wohl keiner hin. Überlege mal, wieviele Urteile du jeden Tag fällst.
Treffer, aber wenn man sich das bewusst macht, dann kann man daran arbeiten. Unter bewusst machen verstehe ich, dass wir uns vom Heilige Geist dazu leiten lassen. Ich denke, dass viele den ganzen Tag bedenkenlos Dinge sagen und gar nicht merken, dass sie in einem Richtgeist unterwegs sind.
Den ganzen Tag treffe ich Urteile über Dinge, die ich gesehen habe. Das geht ganz automatisch, es ist gewissermaßen die Reflektion dessen, was ich wahrnehme.
Ob ich dabei gerecht bin, ist wieder die andere Frage, ich fälle mein Urteil nach alldem, was ich weiss.
Da brauche ich nur einen Menschen zu sehen, dann habe ich mir ein Urteil gebildet und manchmal auch gerichtet.

Für die Israeliten waren es vielleicht die Huren und Zöllner, die sie verurteilt haben, obwohl sie in der Nachfolge Jesu später zum Teil ganz wertvolle Menschen wurden.

Die Pharisäer haben oft Urteile gefällt:
[Lk 18,11-14] Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe. Und der Zöllner, von fern stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Jetzt kam aber auch eine Zeit, wo Gott dem Sünder eine Chance geben wollte, da war das richten nicht gefragt. Sonst hätte man die Zeit nicht erkannt, in der Israel heimgesucht worden war und der Herr Jesus mit dem gnädigen Jahr bezeichnet hat. Lk 4,16 Gott wollte dem Volk Israel gnädig sein.
[Joh 12,46-47] Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; und wenn jemand meine Worte hört und nicht bewahrt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, damit ich die Welt richte, sondern damit ich die Welt errette.
Helmuth

Hin und wieder falle ich dem Geist auch zum Opfer, aber an sich möchte ich dieses Richten komplett ablegen. Klarerweise meine ich nicht die notwendige Beurteilung. Beurteilt muss vieles werden, gerichtet aber nicht. Man kann sich auch diese Frage stellen: Muss ich in diesem oder jenem Fall überhaupt etwas beurteilen? Was geht mich die Sache an?
Vielleicht kann man mal seine eigenen Sünde denken und wo man selbst gestanden hat, um wieder ein milderes Urteil über seine Umgebung zu haben. Haben wir nicht alle Gnade nötig ?
Aber ganz abstellen wird schwierig und der Richterspruch kommt doch auch wie von selbst. Natürlich sollen wir für alle Menschen ein Herz haben und nicht vorschnell urteilen, denn Gott liebt alle Menschen und sie sind in Satans Fänge geraten. Wir sollen also niemand vorschnell runterputzen.
Gebet wird aber oft das einzige sein, was du da noch fertig kriegst, es sei denn du bist in besonderer Weise von Gott begabt.

Ich erlebe es am deutlichsten in poltischen Diskussionen. Da wird über Menschen hergezogen, die zig 1.000 km weiter weg leben und uns gar nichts angehen. Wozu muss ich mir darüber überhaupt Urteile bilden? Nur weil die Masse es tut? Ist sie denn maßgeblich? Das habe ich in der Tat abgelegt, an anderem arbeite ich noch.
Ganz in unserer Nähe wird viel verurteilt und gerichtet, verleumdet. Das ist ein sehr häßliches Geschäft. Da fange ich auch immer an zu schimpfen, wenn ich so etwas mitbekomme. Ich verurteile, die so etwas tun, manchmal bete ich auch, daß ihnen aufällt, was sie da machen bzw. sagen.
Helmuth

Ich denke, es gibt dazu auch einen Weg, und zwar dass man sich ebenfalls bewusst macht, dass wir anderen vergeben sollen. Wer etwas vergeben hat, der richtet denjenigen nicht mehr, denn es gibt danach nichts mehr zu richten. Es ist dann Gottes Sache, und die soll es auch bleiben.
Es geht beim richten nicht immer um Vergebung, es ist eher ein Prozeß, der sich im Inneren abspielt, wo man lernen muß, dagegenzuhalten.

Gruß Thomas
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Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mi 5. Aug 2026, 12:02 Es geht beim richten nicht immer um Vergebung, es ist eher ein Prozeß, der sich im Inneren abspielt, wo man lernen muß, dagegenzuhalten.
Das stimmt und betrifft vor allem die Fälle, wo gar keine Beziehung besteht. Dann kann es zu keiner Versündigung kommen und somit gibt es nichts zu vergeben. So gäbe es auch nichts zu richten und viele tun es trotzdem. Man manipuliert damit die Meinung anderer und das kann zu einem Übel werden.

Warum kann man nicht sagen: „Ich kann zu Herrn/Frau XY nichts sagen, da mir nähere Umstände nicht bekannt sind.“ Ich muss nicht alles kommentieren. Warum muss man immer wieder ins Bockshorn einer boshaften Mehrheit stoßen a la: „Die sind doch alle verdammte Lügner.“?

Jesus will m.E. auch dann nicht, dass wir richten, wenn es um persönliche Beziehungen geht. Darin versagt man zeitweilig, sprich man sündigt, und so ziemlich alles ließe sich im Guten ohne weitere Forderungen bereinigen. Wer hingegen meint, es bestehe ein Rechtsanspruch auf sein persönliches Gericht, der will nicht den Weg der Liebe gehen.

Diese Realität ist oft leider unter Brüdern nicht anders und zwar auch auf diese Weise: Einer weist den anderen auf ein Fehlverhalten hin und der andere hält wiederum dem einen seines entgegen und keiner gibt dabei nach. Jeder will also den anderen richten, keiner jedoch sich selbst. So werden Brüder unnötig einander Feind und ganze Gemeinschaften spalten sich.

Man richtet sich demnach sogar gegenseitig. In dem Fall streiten nicht Brüder mit einem Splitter im Auge miteinander, sondern beide Parteien nehmen ihren eigenen Balken im Auge nicht nicht wahr.

Kommt euch das bekannt vor, oder rede ich von grauer Theorie?
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