Nun, Rilke antwortet nicht mehr, warum auch immer und mehr als ihn erinnern kann ich nicht. Urspünglich wollten wir das unter uns besprechen, aber ich meinte, wir machen es im Forum, damit wir auch die Sichtweise anderer Brüder hören.
Aber blieben wir zuletzt die einzigen zwei, die sich für das Thema interessiert haben? Es waren schon einige User dabei, die hier mitgemischt haben. Ich erinnere daran, die zentrale Frage war, was uns Glaubensicherheit bringt. Dazu hatte ich drei Dinge erwähnt, die dazu beitragen:
1) Der Heilige Geist, der denen gegeben wird, die Jesus nachfolgen.
2) Die Schrift, welche die Worte Gottes und seines Sohnes enthalten.
3) Das Gewissen, dass uns warnt und zur Selbstkontrolle gegeben ist.
Alle drei zusammen sind wie eine dreifache Schnur, die sich dabei gegenseitig unterstützen und damit reißfest sind. Auf der Basis erhalten wir unsere Glaubensgewissheit.
Wer sich nur auf eine der drei Schnüre verlässt, bei dem kann sein Glaubensleben auch, bildhaft gesprochen, reißen, oder Schiffbruch erleiden, wie die Schrift sagt, weil diese im Grunde einander bedingen und man nicht einseitig handhaben kann.
Ich kenne Charismatiker, die zu sehr auf den Heiligen Geist setzen und das mit ganzem Herzen praktizieren. Wir sollen ja Gott von ganzem Herzen lieben, aber wir müssen vorsichtig sein, was wir so in unser Herz reinlassen. So wird vieles leider auch ein Trug des eigenen Herzens, weil die Schrift dazu gar nichts aussagt, oder es sogar anders meint.
Eine andere Gruppe riskanter Seiltänzer sind "bibeltreue" Evangelikale, wenn sie mehr fanatisch als bibeltreu sind. Für sie ist einzig und allein die Schrift bindend, auf die setzen sie alles. So kommt der Heilige Geist zu kurz, weil sie zu verstandeslastig denken. Das Herz ist dann nicht dabei, bzw. wird übertüncht durch ein vorgegebenes dogmatisches Denken.
Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei unser Gewissen, vielleicht entspricht das sogar dem Heiligen Geist in seinem Wirken. Das müsste ich noch untersuchen.
Aber so wird einer Einseitigkeit Abhilfe geschaffen. Das Gewissen fungiert wie eine Schnittstelle zwischen Gott und Mensch, über das Gott Warnsignale sendet. Diese Warnungen dienen gemeinsam mit dem Heiligen Geist und der Schrift zur Selbstkontrolle sich neu auszurichten. In der Folge wirkt es so, dass wir uns unseres Glaubens felsenfest sicher sein können.
Man könnte das Gewissen sogar als Schlüsselinstrument sehen. Dem Gewissen zu folgen schafft den Frieden, den Gott verspricht bzw. lässt er uns alle anderen Verheißungen zuteil werden. Das überzeugt dann noch mehr, weil Gott an uns höchstpersönlich wahr macht, was er durch sein Wort zusagt.
Eine Prämisse, die ich dabei setze ist, dass kein Mensch mit einem schlechten Gewissen geboren wird. Vielmehr wird es z.B. durch falsche Erziehung verletzt, aber Gott übt Geduld und Nachsicht und geht jedem verlorenen Schaf nach, um es zur Umkehr zu bewegen. Im Gegensatz zum Schaf müssen wir das aber von uns aus aktiv tun. Gott zwingt uns nicht, nur zeigt sich das darin, ob man seinem Gewissen folgen will oder nicht.
Es dauerhaft zu übergehen macht das Herz dick und fett, und man kommt mit der Zeit in einen Zustand, dass dir weder Herz noch Verstand noch nützen. In Extremfall wird man sogar wahnsinnig und Dämonen quälen dich. Gott lässt von dir ab und gibt dich dem Verderben preis. Dazu wiederhole ich die Weissgaung Jesajas, die ich für eine Schlüsselstelle halte:
Jesaja 6:9-10 hat geschrieben: Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Hörend hört, und versteht nicht; und sehend seht, und erkennt nicht! Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und sein Herz nicht versteht und es nicht umkehrt und geheilt wird.
Will jemand dazu noch etwas sagen? Falls nicht, dann wäre das auch kein Problem. Dann sähe ich diesen Beitrag als eine Analyse und gleichzeitig auch Zusammefassung zum Thema, wobei die Beiträge Rilkes durchaus dazu beigetragen haben meine eigene Sichtweise zu schärfen, wofür ich ihm danke.