Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Helmuth
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Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 06:39 Warum ist dir ausgerechnet dieses Jesuswort sicher genug, um deine Glaubenssicherheit zu begründen, während andere Jesusworte oder Schriftstellen durch Koine und Autorentheologie unsicher gemacht werden können?
Glaubensgewissheit sehe ich als anderes Thema als Inspiration. Ich habe es für uns neu aufgesetzt. Ich bitte dich diesmal nicht nach kurzer Zeit Reißaus zu nehmen wie sonst, sondern machen wir das präziser durch. Dann wird es Gott auch segnen, denke ich und es stärkt auch unsere heilige Bruderschaft.

Sonst geht es wieder so aus, dass du dogmatisch bei deiner Position bleibst und mich damit quasi im Regen stehen lässt. Oder du beteiligst dich erst gar nicht. Dann sage es. Aber du warst es, der mich kontaktiert hat, ich bin also dieses Mal nicht der Auslöser. ;)

Ich lade alle anderen auch dazu ein sich zu beteiligen, ersuche aber die für das Bibelforum gesetzten Vorgaben einzuhalten. Es kann sein, dass Rilke und ich intimere Glaubeninhalte preisgeben, daher sind diese zu respktieren und kein Anlass sie unstatthaft zu kritisieren, nur weil sie mancher für Nonsens hält.

Ich und ich denke auch Rilke halten uns ebenso an diese Vorgabe. Man darf ja denken, dass christliche Lehren und Auffassungen oder unser Glaube an Jesus Christus selbst Nonsens sei, aber das möge hier bitte außen vor bleiben. Für konstruktive Kritik sind wir offen. Was dabei statthafte Kritik ist und was nicht, behalte ich mir als TE vor.

Das sei der Vortrag. Im Folgebeitrag gehe ich thematisch auf weitere Fragen ein.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 06:39 Du zitierst deine Sicherheit also aus dem Wort Jesu, aber das Wort Jesu kennen wir nur durch das schriftliche Zeugnis der Apostel. Wenn dieses Zeugnis an entscheidenden Stellen nicht zuverlässig ist, wie du behauptest, dann kannst du dich auch nicht zuverlässig auf Johannes 10 berufen.
Das ist eine mathematische Denkweise. Finde ich einen Fehler, so ist die gesamte Rechnung fehlerhaft. In dieser Hinsicht hättest du auch völlig Recht. Aber ist das Wort Gottes mathematisch behandelbar?
Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 06:39 Diese Stelle findet sich schließlich in keinem anderen Evangelium wieder und könnte daher auf einem Irrtum oder einer Fehlinterpretation beruhen.
Es könnte, korrekt. Du umgehst das Problem durch dogmatische Fixierung. Das sei deine Sicherheit. Meine ist anders, und ich sage besser. Ich gebe einer Einzel-Aussage tatsächlich nicht das volle Gewicht. Ich arbeite nach einer durch Mose gegebenen und durch Jesus bestätigen Regel, dass man zur Wahrheitsfindung zwei Zeugen benötigt, nicht nur einen. Das erhöht damit die Sicherheit.

Dies findet darum auch in jedem Gerichtssaal seine Anwendung, um die Wahrheit herauszufinden. Falls ein Zeuge nicht zuverlässig genug ist, braucht man weitere. Diese Mehr-Zeugen-Regel ist wohl pragmatisch, aber von Gott und darum funktioniert sie auch.
Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 06:39 Wenn die Schrift aber zuverlässig genug ist, um Johannes 10 als feste Zusage Christi anzunehmen, dann hat Gott sein Wort offenbar doch bewahrt. Ein logisches Dilemma, findest du nicht? Wie erklärst du dir das?
Du lässt den Heiligen Geist außen vor. Der spielt auch mit. Und er ist es, der uns leitet und lehrt, sodass ich dem einen Wort volles Gewicht gebe und einem anderen weniger. Du weißt, ich folge keiner dogmatischen Kirchenlehre. Diese Entwicklung hat versagt.

Daher meine ich müssen wir andere Prämisse setzen. Ich denke daran, dass wir Textsicherheit und Glaubensgewissheit getrennt betrachten müssen. Die Textpflege sehe ich als unsere Aufgabe, die Gott uns überantwortet hat.

Die Glaubensgewissheit hingegen gibt er allein. Ich kann sie dir nicht geben und du mir nicht, sondern Gott gibt sie jedem für sich. Klar das führt nun für dich zu weiteren Fragen, aber zunächst meine:

Sind das für uns brauchbare Ansätze?
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 10:00
Glaubensgewissheit sehe ich als anderes Thema als Inspiration. Ich habe es für uns neu aufgesetzt. Ich bitte dich diesmal nicht nach kurzer Zeit Reißaus zu nehmen wie sonst, sondern machen wir das präziser durch. Dann wird es Gott auch segnen, denke ich und es stärkt auch unsere heilige Bruderschaft.
Interessantes Thema, Helmuth!
Ich beteilige mich gerne. Manchmal werde ich aber nicht über einen Beitrag am Tag kommen, habe privat viel zu tun. Aber ich nehme kein Reißaus, versprochen. :D
Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 12:10 Das ist eine mathematische Denkweise. Finde ich einen Fehler, so ist die gesamte Rechnung fehlerhaft. In dieser Hinsicht hättest du auch völlig Recht. Aber ist das Wort Gottes mathematisch behandelbar?
Ich würde das nicht eine mathematische Denkweise nennen, sondern eher eine Frage nach der Verlässlichkeit der Grundlage. Ich behaupte nicht, dass wir bei jeder kleinen Unschärfe die ganze Schrift wertlos nennen dürfen.
Aber was ich behaupte ist, dass wenn du sagst, dass nicht alle Jesusworte korrekt niedergeschrieben wurden, du ein klares Kriterium brauchst, das uns zeigt, warum gerade Johannes 10 zuverlässig genug ist, um eine Glaubensgewissheit darauf zu gründen.
Die Frage, die wir uns also stellen müssen, ist: Welche Aussagen der Schrift tragen verbindliche Glaubensgewissheit und warum tun sie das?
Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 10:00 Es könnte, korrekt. Du umgehst das Problem durch dogmatische Fixierung. Das sei deine Sicherheit. Meine ist anders, und ich sage besser. Ich gebe einer Einzel-Aussage tatsächlich nicht das volle Gewicht. Ich arbeite nach einer durch Mose gegebenen und durch Jesus bestätigen Regel, dass man zur Wahrheitsfindung zwei Zeugen benötigt, nicht nur einen. Das erhöht damit die Sicherheit.
Deine Zwei-Zeugen Regel gefällt mir grundsätzlich, aber das löst unser Problem hier nicht. Du beziehst dich ja wieder auf eine Regel aus der Schrift, und musst dabei voraussetzen, dass Moses und Jesus an diesen Stellen zuverlässig überliefert wurden. Ohne die Inspiration der Schrift finden wir hier keine objektive Glaubensgewissheit. Wenn du aber sagst, dass Jesus und Moses deine zwei Zeugen hierfür sind, dann nutzt du eine schriftlich überlieferten Aussage um eine andere schriftlich überlieferte Aussage zu bewerten. Nur liegen zwischen den beiden Aussagen etwa 1400 Jahre, somit greift das Zwei-Zeugen Prinzip nicht, schließlich können wir mit deinen Parametern nicht mit Sicherheit sagen, ob Moses' oder Jesu Worte von anderen Quellen hinzugefügt wurden.
Deshalb kann die Zwei-Zeugen Regel die Zuverlässigkeit der Schrift nicht feststellen, weil sie selbst nur durch die Zuverlässigkeit der Schrift realisiert wird. Sie wäre innerhalb einer objektiv verlässlichen (inspirierten) Schrift hilfreich, aber sie ist kein Ausweg aus der Frage, ob die Schrift selbst objektiv verlässlich ist.
Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 10:00 Du lässt den Heiligen Geist außen vor. Der spielt auch mit. Und er ist es, der uns leitet und lehrt, sodass ich dem einen Wort volles Gewicht gebe und einem anderen weniger.
Wir sind bei vielem einer Meinung. Ich stimme dir zu, dass den Heiligen Geist benötigen, um echte Glaubensgewissheit zu erlangen. Und ich stimme dir auch zu, dass der Geist uns leitet. Aber: Woran prüfen wir, dass eine behauptete Leitung wirklich vom Heiligen Geist kommt?
Wenn du nun sagst, du gibst einem Wort volles Gewicht und dem anderen weniger, dann brauchst du einen objektiv vertrauenswürdigen Maßstab, sonst wird eine Gewichtung schnell subjektiv. Eine niedergeshriebene Dokumentation, die die Worte Jesu (und aller anderen Personen darin) bestenfalls zweifelhaft, schlimmstenfalls fehlerhaft wiedergibt, kann keinen solchen Maßstab setzen.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 15:26 Die Frage, die wir uns also stellen müssen, ist: Welche Aussagen der Schrift tragen verbindliche Glaubensgewissheit und warum tun sie das?
Ich erinnere nochmals daran, das wir zwischen Textsicherheit und Glaubensgewissheit unterscheiden sollten. Eine 100% Textsicherheit gibt es nicht. Bitte, das muss man doch gar nicht diskutieren, oder?

Welcher Text wäre denn für dich das Ultimo? Darum balgt man sich doch schon seit dem 2.Jh. Es beginnt aber mit Übersetzungsfehlern und hinzu kommen die Überlieferungsfehler. Wer das anzweifelt, redet m.E. schon hier wider die Wahrheit und man könnte das Thema damit beenden.

Der Text ist aber verlässlich genug, sodass er die Glaubenssicherheit keinesfalls gefähren kann, da er auch mehrfach abgesichert ist. Das ist meine Herangehensweise auf Basis der Mehr-Zeugen-Regel. Und dass Gott auch darüber wacht, ist für mich kein leeres Wort.
Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 15:26 Deine Zwei-Zeugen Regel gefällt mir grundsätzlich, aber das löst unser Problem hier nicht.
Meines schon, deines nicht, weil du die dogmatische Festlegung getroffen hast, dass die Aussagen der Schrift zu 100% wahr sind. Stimmt diese Prämisse aber nicht, was dann? Für dich nun quasi wie ein tödliches Dilemma, für mich eine Kleinigkeit, denn ich habe auch den Heiligen Geist zu aller Korrektur. Du hast den auch, nutzt ihn aber dazu nicht.

Als dein Problem sehe ich, dass du weiter wie mathmatisch denkst und so doch das Kinde mit dem Bade ausschüttest. Die Bibel wird nicht wenger Wert, nur weil darin Fehler sind. Es ist also kein Dilemma tödlichen Ausmaßen, sondern behebbar. Das Kinde bleibt dabei schon noch drin und wird von mir schon nicht ausgeschüttet. Es trägt den Namen Jesus Christus! :mrgreen:
Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 15:26 Nur liegen zwischen den beiden Aussagen etwa 1400 Jahre, somit greift das Zwei-Zeugen Prinzip nicht, ...
Ein Prinzip Gottes verliert seine Gültigkeit nicht. Es gilt heute auch noch die Schwerkraft, die Gott vor 6.000 Jahren in Kraft gesetzt hat. So sind m.E. auch geistliche Prinzipen zeitlos.
Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 15:26 Wenn du nun sagst, du gibst einem Wort volles Gewicht und dem anderen weniger, dann brauchst du einen objektiv vertrauenswürdigen Maßstab, sonst wird eine Gewichtung schnell subjektiv.
Das ist nun mal für mich die öminose Mehr-Zeugen-Regel, für dich nicht glaubensrelevant, für mich verbindlich und auch praktisch erprobt. Ich arbeite damit schon seit Jahren und sehe keinen Glaubensschaden an mir. Andere mögen so denken, dafür bin ich nicht zuständig.
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 19:58 Der Text ist aber verlässlich genug, sodass er die Glaubenssicherheit keinesfalls gefähren kann, da er auch mehrfach abgesichert ist. Das ist meine Herangehensweise auf Basis der Mehr-Zeugen-Regel. Und dass Gott auch darüber wacht, ist für mich kein leeres Wort.
Der Gedanke ist interessant und möglicherweise können wir hier einen Konsens erreichen. Denkst du, dass Genesis wörtlich zu verstehen ist - und wenn ja, inwiefern? Geschah hier eine Inspiration vom Herrn? Ich persönlich bejahe beide Fragen.
Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 19:58 Für dich nun quasi wie ein tödliches Dilemma, für mich eine Kleinigkeit, denn ich habe auch den Heiligen Geist zu aller Korrektur. Du hast den auch, nutzt ihn aber dazu nicht.
Das glaube ich nicht, Helmuth. Du sagst, du hättest den Heiligen Geist zu aller Korrektur, aber diese Rechnung geht nicht auf. Dein Argument können wir auf wirklich jede Auslegungsform anwenden: Der Katholik behauptet, dass ihn der Heilige Geist in die RKK führt, der Charismatiker sagt, dass ihn der Geist ihm Offenbarungen bietet, der Liberale Christ behauptet, dass der Heilige Geist ihm zeigt, dass diese und jene Stelle zeitbedingt ist... der Antitrinitarier, der Calvinist, der Baptist, der Adventist, der Orthodoxe, alle können sich auf den Heiligen Geist berufen. Die bloße Berufung auf den Geist entscheidet gar nichts.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 15:44 Denkst du, dass Genesis wörtlich zu verstehen ist - und wenn ja, inwiefern? Geschah hier eine Inspiration vom Herrn? Ich persönlich bejahe beide Fragen.
Ich erkenne den Text der Genesis als historische Tatsache an. Wie die Kapitel 1-9 entstanden sind, weiß ich klarerweise nicht, weil das keiner weiß. Du hast dazu eine für mich, gestatte mir zu sagen, "billige" Lösung durch dogmatische Festlegung angenommen. Billig deshalb, weil man so nicht weiter nachdenken muss.

Man kennt keinen Autor, aber da auch Jesus den Text anerkennt, da er ja daraus auch zitert, so hinterfrage ich seine Athentizität nicht weiter. Ab Kapitel 12 mit der Geschichte Abrahams ist er sicher anders zu beurteilen, wo ich Abraham selbst als einen der Autoren für denkbar halte, jedenfalls sehe ich ihn als eine Schlüsselfigur der Überlieferung.

Zuvor kann es Noah gewesen sein. Wenn du die Lebensalter studierst, dann kannte Noah noch den zweiten Nachkommen Adams Enos, also Adams Enkel und er kannte auch auch Abraham. Sie waren damit wie eine Familie. Das machen die langen Lebensalter der vor der Sintflut Geborenen möglich.

So erfolgte von Adam bis Abraham keine lange Kette, bloß die Zeitspanne ist lange. Damit ist auch Noah für mich eine Schlüsselfigur. Wer hätte sonst Kenntnis über die Details der Sintflut?

Man braucht m.E. keine zwingende Inspirations-These, die ich schon aus schöpfungstechnischen Gründen für gar nicht möglich halte, sondern die mündliche Überlieferung funktioniert, wenn die Informationsträger auch den Geist der Wahheit in sich tragen indem sie ihre Erlebnisse mit Gott nicht zu Legenden ausarten ließen.
Rilke hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 15:44 Das glaube ich nicht, Helmuth. Du sagst, du hättest den Heiligen Geist zu aller Korrektur, aber diese Rechnung geht nicht auf.
Einen anderen habe ich aber nicht und du auch nicht. Das Problem sehe ich weiter in deiner Denkweise, die dich daran hindert den Heiligen Geist als obersten Lehrer anzuerkennen. Für dich ist es damit der Text. Den stellst du über alles und fixierst ihn. Damit bist nicht weiter korrigierbar und das blockert die weitere Erkenntnis.

Dazu bringe ich wieder mein polemisches Beispiel, das sich vielleicht witzig anhört, auf ich denke es trifft den Nagel auf den Kopf. Stelle dir vor, Jesus selbst steht vor dir, also der lebendige und historische Jesus, wie er Saul begegnet ist, und er teilt dir mit, dass du in einer Sache im Irrtum bist. Dann würdest du darauf sagen:

"Aber Herr, wie kannst du so etwas sagen? Es steht doch geschrieben, dass ..." und zitierst deinen Bibeltext, der es anders bezeugt. Ich denke, Jesus würde lächeln und dich in seine Arme nehmen. Wir sind halt Menschen, aber der Glaube ist es, worauf es ankommt, nicht die theologische Erkenntnis.
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Zippo
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 12:10
Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 06:39 Du zitierst deine Sicherheit also aus dem Wort Jesu, aber das Wort Jesu kennen wir nur durch das schriftliche Zeugnis der Apostel. Wenn dieses Zeugnis an entscheidenden Stellen nicht zuverlässig ist, wie du behauptest, dann kannst du dich auch nicht zuverlässig auf Johannes 10 berufen.
Das ist eine mathematische Denkweise. Finde ich einen Fehler, so ist die gesamte Rechnung fehlerhaft. In dieser Hinsicht hättest du auch völlig Recht. Aber ist das Wort Gottes mathematisch behandelbar?
Wer Glaubensgewissheit haben will, der darf zunächst einmal nicht zweifeln, ob eine Aussage in der Bibel richtig oder falsch ist. Den Glauben vorausgesetzt, nimmt man erst mal den Text, wie er geschrieben steht und versucht nicht daran herumzudeuteln. Wenn er sich mit anderen Aussagen deckt, umso besser,
Die Zusammenhänge zwischen AT und NT sorgen für weitere Glaubensgewissheit. Ich denke an die zahlreichen Begebenheiten, die man unter der Bezeichnung Heilsgeschichte führt, die zum Ausdruck bringen, wie sorgfältig Gott sein Heilswerk vorbereitet hat.

Hat Glaubensgewissheit etwas mit Heilsgewissheit zu tun ?

Es ist tatsächlich Sache des Heiligen Geistes, den Glauben und die Gewissheit zu wirken, daß ein Christ sich als von Gott angenommen betrachten kann.
[Röm 8,14-16] Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbe Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 18:19 Wer Glaubensgewissheit haben will, der darf zunächst einmal nicht zweifeln, ob eine Aussage in der Bibel richtig oder falsch ist.
Es wird nicht grundlos gezweifelt, sondern begründet. Wenn ich meine Einschätzung geben darf, dann sind ca. 99,5% des AT-Textes zuverlässig und ca. 98% des NT-Textes. Da das AT der weit größere Anteil ist, wir haben insgesamt einen zu 99% zuverlässigen Text. Warum die Werte unterschiedlich sind, liegt an ihrer jeweils anderen Entstehungsgeschichte, was hier den Rahmen sprengt.

Das ist schon gewaltig meine ich, an das kein anderes historisches Dokument in solchem Umfang je herankäme. Man kann auf jeden Fall sagen, die Bibel ist einzigartig. Aber, und das sage ich betont, sie ist nicht mein Gott! Das ist JHWH!

Insofern werte ich die Bücher auch unterschiedlich. Nicht jedes Buch hat dieselbe Priorität. So taten es die Juden für das AT und das denke ich ist auch korrekt.

Die entscheidenden und relevanten Glaubenswahrheiten, wie Gottes Sendung seiner Propheten und zuletzt seines Sohnes, der uns die Erlösung aus der Sünde in seinem Blut ermöglicht hatte, sind ohne jeden Zweifel insgesamt übereinstimmend überliefert und somit jeder Annahme wert. Da haben wir dann die 100%.

Es geht in vielen Fällen um Ungereimheiten geringerer Prirität, die nicht in den Gesamt-Kontext passen, oder sich mit anderen Stellen nicht decken. Und nicht immer ist es ein Fall von konsequent richtig oder falsch. Man muss in gewissen Fällen aber eine Entscheidung treffen, welchem Text man folgt. So lege ich heute unter den Evangelien z.B. das Lk-Ev als Referenz (für mich) fest.
Zippo hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 18:19 Den Glauben vorausgesetzt, nimmt man erst mal den Text, wie er geschrieben steht und versucht nicht daran herumzudeuteln. Wenn er sich mit anderen Aussagen deckt, umso besser.
Meine Zustimmung. Ich gehe kritisch heran, das ist nicht dasselbe wie voreingenommen.
Zippo hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 18:19 Die Zusammenhänge zwischen AT und NT sorgen für weitere Glaubensgewissheit. Ich denke an die zahlreichen Begebenheiten, die man unter der Bezeichnung Heilsgeschichte führt, die zum Ausdruck bringen, wie sorgfältig Gott sein Heilswerk vorbereitet hat.
Dazu kann ich nur Amen sagen!
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 16:52
Rilke hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 15:44 Denkst du, dass Genesis wörtlich zu verstehen ist - und wenn ja, inwiefern? Geschah hier eine Inspiration vom Herrn? Ich persönlich bejahe beide Fragen.
Ich erkenne den Text der Genesis als historische Tatsache an. Wie die Kapitel 1-9 entstanden sind, weiß ich klarerweise nicht, weil das keiner weiß. Du hast dazu eine für mich, gestatte mir zu sagen, "billige" Lösung durch dogmatische Festlegung angenommen. Billig deshalb, weil man so nicht weiter nachdenken muss.
Ja danke dir für die übereilige Beurteilung meiner Lösung. :lol:
Jetzt erklär mir aber wie du deine Lösung siehst.
Also, wie ist das? Genesis 1&2, vor allem die Verse vor der Erschaffung von Adam und Eva, woher wusste der Verfasser, ganz egal wer es war, wie Gott gehandelt hatte, wenn nicht durch eine Inspiration?
Helmuth hat geschrieben: So 31. Mai 2026, 16:52 Einen anderen habe ich aber nicht und du auch nicht. Das Problem sehe ich weiter in deiner Denkweise, die dich daran hindert den Heiligen Geist als obersten Lehrer anzuerkennen. Für dich ist es damit der Text. Den stellst du über alles und fixierst ihn. Damit bist nicht weiter korrigierbar und das blockert die weitere Erkenntnis.

Dazu bringe ich wieder mein polemisches Beispiel, das sich vielleicht witzig anhört, auf ich denke es trifft den Nagel auf den Kopf. Stelle dir vor, Jesus selbst steht vor dir, also der lebendige und historische Jesus, wie er Saul begegnet ist, und er teilt dir mit, dass du in einer Sache im Irrtum bist. Dann würdest du darauf sagen:

"Aber Herr, wie kannst du so etwas sagen? Es steht doch geschrieben, dass ..." und zitierst deinen Bibeltext, der es anders bezeugt. Ich denke, Jesus würde lächeln und dich in seine Arme nehmen. Wir sind halt Menschen, aber der Glaube ist es, worauf es ankommt, nicht die theologische Erkenntnis.
Gut, lass uns vielleicht mehr an dem Thema Glaubensgewissheit arbeiten. Vielleicht finden wir da einen Konsens.
Du meinst, dass der Heilige Geist dich in deiner Wahrheitssuche leitet und dir die Glaubensgewissheit schenkt, richtig? Da du in sehr vielen Fällen -sogar im charismatischen Lager- eine sogenannte "Sondermeinung" vertrittst, würdest du sagen, dass der Heilige Geist die meisten Christen in diesen Fragen nicht geleitet hat? Oder wurden sie von vorgesetzten Dogmen so blockiert, dass der Heilige Geist sie in dieser Frage nicht zur Wahrheit führen konnte?
Wenn du das bejahst, dann frage ich dich, woran du objektiv erkennst, dass gerade deine nicht-dogmatische Position vom Heiligen Geist geleitet ist und nicht ebenfalls eine persönliche Prägung, ein "persönliches Dogma" sozusagen?
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Mo 1. Jun 2026, 11:17 Also, wie ist das? Genesis 1&2, vor allem die Verse vor der Erschaffung von Adam und Eva, woher wusste der Verfasser, ganz egal wer es war, wie Gott gehandelt hatte, wenn nicht durch eine Inspiration?
Als Hauptzeugen des Textes sehe keinen Autor, sondern Adam. Er war anfangs in intimer Gemeinschaft mit Gott und Gott brachte ihm alles bei. So ist denkbar, dass sie weit mehr geredet haben als dokumentiert worden ist.

Ich halte es daher auch für denkbar, dass Gott so die 6-Tage-Erschaffung bzw seine eigene mitgeteilt hat. Adam gab dies dann mündlich weiter. Miteinander reden ist kein Inspirationsvorgang, man nennt es schlicht "sprechen". Und so wurden wir erschaffen. Im Kap. 2 war Adam dann auch schon Augenzeuge des Geschehens.

Ab wann der Mensch schreiben gelernt hat, weiß ich nicht, aber dass es bis zu Abraham keine lange Kette gibt, habe ich schon dargelegt, sodass die mündliche Überlieferung keinen Stille-Post Charakter haben muss. Ab Zeitpunkt der Schrift ist es wie heute eine Digital-Kopie, die man verlustfrei und ohne Veränderung tradieren kann, vorausgesetzt man will es korrekt weitergeben, wovon ich bei Männern Gottes ausgehe.

Das ist meine These, wie deine Annahme einer Inspration. Sie ist sowohl von mir als auch von dir subjektiv. Warum gebe ich meiner den Vorzug? Ich halte deine These schon rein schöpfungsbedingt für objektiv nicht möglich, so bleibt sie immer nur subjektiv.

Meine ist jedoch objektiv möglich. Das macht den Kardinalunterschied. Sie bleibt immer noch eine subjektive These, da ich den Beleg wie du auch nicht erbringen kann, da wir eben keine Aufzeichnungen von Noah oder Abraham haben, aber sie ist denkbar und widerspricht keinem Wort Gottes, und Gott kann es so tradiert haben lassen.

Was man auch als objektiv vorbringen kann ist, dass sich Gott ja laufend miteingeschaltet hat. Wir sind nicht auf uns allein gestellt. So hat er Adam direkt angesprochen, nach ihm Noah und dann wieder Abraham. Diese Worte sind schrifltich niedergelegt und bilden damit die objektive Grundlage des Eingreifens Gottes in die Heilsgeschichte.
Rilke hat geschrieben: Mo 1. Jun 2026, 11:17 Du meinst, dass der Heilige Geist dich in deiner Wahrheitssuche leitet und dir die Glaubensgewissheit schenkt, richtig?
Ja, das tut er, und er leitet dich nicht anders als mich. Du bist dir bislang deines Glaubens ja auch gewiss, oder?
Rilke hat geschrieben: Mo 1. Jun 2026, 11:17 Da du in sehr vielen Fällen -sogar im charismatischen Lager- eine sogenannte "Sondermeinung" vertrittst, würdest du sagen, dass der Heilige Geist die meisten Christen in diesen Fragen nicht geleitet hat?
Nein, doch ich fürchte, dazu müssten wir auch wieder Grundlagen erarbeiten, was Leitung durch den Geist ist und was nicht und was sie bewirkt und was nicht. Das ist ein weiteres Themen. Wir können nicht alles in einem abwicklen.

Da verlangst du zuviel von mir auf einmal. Es kostete mich auch das Jahre bis zu meiner heutigen Auffassung und ich bin damit sicher nicht am Ende, Korrektur dabei auch nicht ausgeschlossen. Aber eines freut mich: Dein (fast schon persönliches) Interesse. :Herz2:

Soweit ich es zur Glaubensgewissheit für relevant sehe, gebe ich Antwort. Ich wiederhole eines, weil ich denke, das wurde noch nicht richtig erfasst und du forscht so in eine andere Richtung, die uns nicht die Antwort gibt: Wir müssen Glaubensgewissheit von Textsicherheit trennen. Feilen wir daran weiter, denn in die Richtung führt der Weg zum Ziel, zumindest denke ich das.
Zuletzt geändert von Helmuth am Mo 1. Jun 2026, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.
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