Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 08:58 Ich habe vesucht darzulegen, dass es nicht das Gewissen ist, das urteilt, sondern du. An sich ist der Begriff Gewissenentscheidung theologisch nicht korrekt, das es ja ein nonverbaler Prozess ist. Es ist immer das Herz, das Dinge entscheidet, also du bist es mit deinem Geist.
Ja ich denke da liegt der Grund unserer unterschiedlichen Ansichten, wir definieren das Gewissen unterschiedlich. Für dich ist es ein nonverbaler Prozess (ein Gefühl/ein Signal), mich ein Urteil unserer praktischen Vernunft.
Ich stimme dir schon zu, dass nicht das Gewissen an meiner Stelle entscheidet. Aber der Mensch entscheidet im Licht eines Gewissensurteils, dh ein Urteil, das vom eigenen Gewissen geformt wird. Da unsere Vorstellungen des Gewissens voneinander abweichen, klingt die jeweilig andere Position falsch bzw. fehlerhaft. Kann ich schon nachvollziehen.
Helmuth hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 08:58 Ich bitte nun um diesen Gedankenschritt, sonst schreiten wir im Thema ncht voran. Im Falle forwährend bösartiger Entscheidungen tötest du das Gewissen allmählich ab. Insofern is es auch ein Gradmesser. Dazu bleibt die Schlüsselstelle --> Jesaja 6:9-10.
Ich stimme dir hier grundsätzlich zu, fortwährend böse Entscheidungen verhärten das Herz. Aber gerade deswegen kann das Gewissen kein unfehlbarer Maßstab sein.
Helmuth hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 08:58 Wenn ich an der Stelle bei dir nicht weiterkomme, dann muss ich auch diesen Punkt so stehen lassen.
Ich kann dir schon folgen, aber unsere Auffassungen unterscheiden sich gewaltig. Ich kann da intellektuell mit dir mitgehen, aber ich sehe die Dinge eben anders.
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Fr 10. Jul 2026, 06:55 Ja ich denke da liegt der Grund unserer unterschiedlichen Ansichten, wir definieren das Gewissen unterschiedlich. Für dich ist es ein nonverbaler Prozess (ein Gefühl/ein Signal), mich ein Urteil unserer praktischen Vernunft.
Beides führt zu einer einseitigen und unzulänglichen Definition. Ich vertrete nicht A und du B, wie du meinst, sondern A + B. Die Rechnung geht für A und B alleine nicht auf, wie man für zwei Variablen z.B. zwei Gleichungen braucht. Eine reicht nicht. Was ist der Fehler?

Es sind zwei Prozesse (eben A und B) am Prozess zu unserer Gewissensbildung beteiligt, denn Gott ist ja mit im Spiel. Der Begrff ist aber m.E. auch etwas diffus, daher suche ich die differenziertere Betrachtung, die sich am Wort Gottes möglichst orientiert.

So lassen sich zwei daran beteiligte Prozesse erkennen und sollte sie auch unterscheiden. Damit will ich aufzeigen, was Gottes Anteil und was des Menschen Anteil ist. Der Unterschied wird bei umgangssprachlicher Auffassung des Gewisses nicht klar, wie er ohne biblische Betrachtung Usus ist.

Die übliche und säkulare Betrachtung bezieht den Druck, den Gott auf den Menschen ausübt, nicht ein, wie üblicherweise die Kinder dieser Welt Gott nicht in ihrer Gleichung berücksichtigen. So meint man auch, jeder habe sein eigenes Gewissen. Das alles sind Kurzschlüsse, weil man das Ganze nicht sieht. Das können wir uns bei Bedarf noch ansehen.

Weiters verstehen Atheisten nicht, dass es Gott ist, der uns korrigieren möchte, d.h. zur Umkehr veranlassen, was nur eine andere Ausdrucksweise ist. Wäre das Gewissen nun rein individuell, mit anderen Worten nicht von Gott auch vorgegeben, wie käme man so zur Umkehr zu dem einem Gott? Dann wäre es auch kein Korrektiv. Wir wissen aber, dass es schon Gott ist, der alles von oben auch lenkt.

Die grundlegende Differenzierung der Prozesse kommt schon beim Spruch 16:9 zum Ausdruck. Daher mein analytischer Ansatz die Vorgänge für sich zu betrachten, da ja zwei Wesen an dem Prozess beteilgt sind. Wir treffen die Entscheidungen, aber Gott lenkt uns. Wie erfolgt nun diese Lenkung? Du kannst ja auch versuchen es zu erklären, wenn du meinst, deine Auffassung wäre zielführender.
Rilke hat geschrieben: Fr 10. Jul 2026, 06:55 Ich stimme dir hier grundsätzlich zu, fortwährend böse Entscheidungen verhärten das Herz. Aber gerade deswegen kann das Gewissen kein unfehlbarer Maßstab sein.
Für mich wieder ein Kurzschluss. Ich denke den Fehler gemacht zu haben, das zu früh in die Diskussion eingebracht zu haben. Wir können uns das später ansehen, jetzt ist es zu viel auf einmal. Betrachten wir einen normalen Menschen, dessen Gewissen noch nicht kaputt ist, der also noch eines hat, das ihn auch entsprechend belasten kann.

Gehen wir wieder Schritt für Schritt voran. Dieser ist das Missverständnis A versus B zu klären, sondern es als A + B zu verstehen, wie ich es verstehe, dass es auch nur so zu korrigieren imstande ist.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 15:26 Aber ich nehme kein Reißaus, versprochen. :D
Zur gefälligen Erinnerung. :mrgreen:
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit? - Analyse

Beitrag von Helmuth »

Nun, Rilke antwortet nicht mehr, warum auch immer und mehr als ihn erinnern kann ich nicht. Urspünglich wollten wir das unter uns besprechen, aber ich meinte, wir machen es im Forum, damit wir auch die Sichtweise anderer Brüder hören.

Aber blieben wir zuletzt die einzigen zwei, die sich für das Thema interessiert haben? Es waren schon einige User dabei, die hier mitgemischt haben. Ich erinnere daran, die zentrale Frage war, was uns Glaubensicherheit bringt. Dazu hatte ich drei Dinge erwähnt, die dazu beitragen:

1) Der Heilige Geist, der denen gegeben wird, die Jesus nachfolgen.
2) Die Schrift, welche die Worte Gottes und seines Sohnes enthalten.
3) Das Gewissen, dass uns warnt und zur Selbstkontrolle gegeben ist.

Alle drei zusammen sind wie eine dreifache Schnur, die sich dabei gegenseitig unterstützen und damit reißfest sind. Auf der Basis erhalten wir unsere Glaubensgewissheit.

Wer sich nur auf eine der drei Schnüre verlässt, bei dem kann sein Glaubensleben auch, bildhaft gesprochen, reißen, oder Schiffbruch erleiden, wie die Schrift sagt, weil diese im Grunde einander bedingen und man nicht einseitig handhaben kann.

Ich kenne Charismatiker, die zu sehr auf den Heiligen Geist setzen und das mit ganzem Herzen praktizieren. Wir sollen ja Gott von ganzem Herzen lieben, aber wir müssen vorsichtig sein, was wir so in unser Herz reinlassen. So wird vieles leider auch ein Trug des eigenen Herzens, weil die Schrift dazu gar nichts aussagt, oder es sogar anders meint.

Eine andere Gruppe riskanter Seiltänzer sind "bibeltreue" Evangelikale, wenn sie mehr fanatisch als bibeltreu sind. Für sie ist einzig und allein die Schrift bindend, auf die setzen sie alles. So kommt der Heilige Geist zu kurz, weil sie zu verstandeslastig denken. Das Herz ist dann nicht dabei, bzw. wird übertüncht durch ein vorgegebenes dogmatisches Denken.

Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei unser Gewissen, vielleicht entspricht das sogar dem Heiligen Geist in seinem Wirken. Das müsste ich noch untersuchen.

Aber so wird einer Einseitigkeit Abhilfe geschaffen. Das Gewissen fungiert wie eine Schnittstelle zwischen Gott und Mensch, über das Gott Warnsignale sendet. Diese Warnungen dienen gemeinsam mit dem Heiligen Geist und der Schrift zur Selbstkontrolle sich neu auszurichten. In der Folge wirkt es so, dass wir uns unseres Glaubens felsenfest sicher sein können.

Man könnte das Gewissen sogar als Schlüsselinstrument sehen. Dem Gewissen zu folgen schafft den Frieden, den Gott verspricht bzw. lässt er uns alle anderen Verheißungen zuteil werden. Das überzeugt dann noch mehr, weil Gott an uns höchstpersönlich wahr macht, was er durch sein Wort zusagt.

Eine Prämisse, die ich dabei setze ist, dass kein Mensch mit einem schlechten Gewissen geboren wird. Vielmehr wird es z.B. durch falsche Erziehung verletzt, aber Gott übt Geduld und Nachsicht und geht jedem verlorenen Schaf nach, um es zur Umkehr zu bewegen. Im Gegensatz zum Schaf müssen wir das aber von uns aus aktiv tun. Gott zwingt uns nicht, nur zeigt sich das darin, ob man seinem Gewissen folgen will oder nicht.

Es dauerhaft zu übergehen macht das Herz dick und fett, und man kommt mit der Zeit in einen Zustand, dass dir weder Herz noch Verstand noch nützen. In Extremfall wird man sogar wahnsinnig und Dämonen quälen dich. Gott lässt von dir ab und gibt dich dem Verderben preis. Dazu wiederhole ich die Weissgaung Jesajas, die ich für eine Schlüsselstelle halte:
Jesaja 6:9-10 hat geschrieben: Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Hörend hört, und versteht nicht; und sehend seht, und erkennt nicht! Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und sein Herz nicht versteht und es nicht umkehrt und geheilt wird.
Will jemand dazu noch etwas sagen? Falls nicht, dann wäre das auch kein Problem. Dann sähe ich diesen Beitrag als eine Analyse und gleichzeitig auch Zusammefassung zum Thema, wobei die Beiträge Rilkes durchaus dazu beigetragen haben meine eigene Sichtweise zu schärfen, wofür ich ihm danke.
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von oTp »

1) Der Heilige Geist, der denen gegeben wird, die Jesus nachfolgen.
2) Die Schrift, welche die Worte Gottes und seines Sohnes enthalten.
3) Das Gewissen, dass uns warnt und zur Selbstkontrolle gegeben ist.
All das ist keine 100% -ige Glaubensgewissheit.
Wenn man nur glaubt, man habe die absolute Gewissheit durch den Heiligen Geist.
- Man verstehe die Heilige Schrift genauestens
- Und wenn das Gewissen schläfrig und vernebelt ist, kann man sich auch viel einbilden.

Allgemein gesehen ist deine Aussage ja richtig.
Durch die Schrift schärfen wir auch unser Gewissen. Aber Vorsicht, welcher inneren "Stimme" man glaubt, das ist ja nicht immer der Heilige Geist.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: Fr 31. Jul 2026, 18:20 Wenn man nur glaubt, man habe die absolute Gewissheit durch den Heiligen Geist.
- Man verstehe die Heilige Schrift genauestens
- Und wenn das Gewissen schläfrig und vernebelt ist, kann man sich auch viel einbilden.
Das spricht aber für mich, denn ich sage nichts anderes. Man darf sich nicht einbilden der Heiligen Geist schaffe mir Gewissheit, aber die Schrift spricht dagegen und auch das Gewissen schlägt Alarm. Das wäre sogar fatal.

Gleichermaßen darf man nicht der Schrift alleine vertrauen, weil so wieder hinzukommt, dass du nicht alles korrekt verstehst oder durch dogmatische Leitung die Dinge anders auslegst als es der Autor bzw. sogar Gott selbst im Sinn hatte.

Dann leitet dich bei der weiteren Handlungsweise der Heilige Geist durch das Gewissen. Es kommt dir z.B. was nicht ganz kosher vor. Das sind Dinge, auf die man sensibel reagieren sollte, denn vielleicht ist gerade so der lebendige Gott am Werk, der dir diese Unsicherheit verschafft, um genauer darüber nachzudenken.

Ich schlage vor, dass wir das mit einem Beispiel konkretisieren sollten. Wenn du willst, lasse ich mir eines einfallen, oder du hast eines auf Lager, das besseren Durchblick verschafft.
oTp hat geschrieben: Fr 31. Jul 2026, 18:20 Durch die Schrift schärfen wir auch unser Gewissen. Aber Vorsicht, welcher inneren "Stimme" man glaubt, das ist ja nicht immer der Heilige Geist.
Die innere Stimme ist so und so nicht der Heilige Geist. Doch das möchte ich hier nicht weiter ausführen. Ich habe dazu einen Thread. Was immer du "innere Stimme" nennst, sind die eigenen Gedanken, die sich im Widerstreit befinden können. Und ich betone: Es sind die eigenen Gedanken!

Und so kommt es auch zum Trug des Herzens, wenn man auf die anderen Korrektive, das sind die Schrift und das Gewissen, nicht genügend achthat. Klar ist es dann Einbildung, dass man mit geschwellter Brust vor allen behauptet: "Ich bin mir dessen gewiss!" Doch es holt einen jeden eines Tages die Wahrheit ein. Besser man stellt sich ihr rechtzeitig, meinst nicht auch?
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von oTp »

Helmuth hat geschrieben: Fr 31. Jul 2026, 18:51 Ich habe dazu einen Thread. Was immer du "innere Stimme" nennst, sind die eigenen Gedanken, die sich im Widerstreit befinden können. Und ich betone: Es sind die eigenen Gedanken!
Mit innerer Stimme meint man aber auch die Stimme des Gewissens, die Inspiration auch. Ja sind meist eigene Gedanken, es sei denn man habe eine wichtige Eingebung vom Heiligen Geist. Echte innere oder gar äußere Stimmen sind natürlich viel seltener.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: Fr 31. Jul 2026, 19:00 Mit innerer Stimme meint man aber auch die Stimme des Gewissens, die Inspiration auch.
An Inspiration glaube ich nicht und über das Gewissen habe ich meine Sichtweise dargelegt. Das solltest du zuerst lesen. Ich will nicht alles nochmals aufrollen. Tatsächlich glaube ich, dass das Gewissen sogar die stärkste Lenkungsart Gottes ist, weil sie auch dann agiert, wenn man das Wort Gottes gar nicht kennt.

Nehmen wir Abraham, den die Schrift als gerecht bezeugt. Es redete zwar Gott mit ihm, aber nicht über Gebote. Und es waren ja auch nur einzelne Momente, wo Gott überhaupt geredet hatte. Woher wusste er dann, dass man Menschen nicht übervorteilen soll, dass man seiner Frau treu sein soll, dass man nicht um Vieh und Land streiten soll, etc. Wer sagte ihm das?
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von oTp »

Das solltest du zuerst lesen. Ich will nicht alles nochmals aufrollen.


:) Dann spul mal deine Überzeugung weiterhin ab. - Ich halte dagegen.

Die persönliche Meinung und Überzeugung kann sich irren.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: Fr 31. Jul 2026, 19:46 :) Dann spul mal deine Überzeugung weiterhin ab. - Ich halte dagegen.
Warum dagegenhalten? Es ist nicht meine Art eine Sache mit bereits voreingenommener Haltung zu diskutieren. Nun, wir werden sehen, wohin es führt. Ich habe Abraham erwähnt und gefragt, woher er wusste was richtig und gerecht ist? Dazu sagt Paulus:
Römer 2:14-16 hat geschrieben: Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur die Dinge des Gesetzes ausüben, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz, solche, die das Werk des Gesetzes geschrieben zeigen in ihren Herzen, wobei ihr Gewissen mitzeugt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen richten wird nach meinem Evangelium durch Jesus Christus.
Jetzt ist Abraham kein Kind der Nationen, womit Paulus sämtliche Heiden anspricht, sondern ein bezeugter Mann Gottes, den Gott gerecht spricht. Wenn schon für Heiden gilt, die noch nie das Gesetz kennengelernt haben, ihnen die Werke des Gesetzes ins Herz geschrieben sein können, dann wohl Abraham erst Recht. So folgte auch er seinem guten Gewissen.

Das Gewissen ist ein Instrumentarium Gottes, dass er jedermann gegeben hat. Wer es nicht verletzt und bewahrt, der hält es damit rein. Predigst du solchen das Gesetz, würden sie zustimmen und auch Christus annehmen. Gott jedenfalls kann das wohl beurteilen. Die Reinhaltung des Gewissens ist eine grundlegende Anforderung:
1. Timotheus 1:5 hat geschrieben: Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
Ein ungeheuchelter Glaube ohne reines Herz und ohne gutes Gewissen ist m.E. nicht möglich. Das Gewissen hat in dem Sinn seine zentrale Aufgabe zur Rechtleitung durch den Heiligen Geist. Wenn heute jemand, der noch unbekehrt sind, dem folgt, dann nimmt er eines Tages auch Christus an, weil Gott ihn durch sein gutes Gewissen zu seinem Sohn hinzieht.

Zu Abrahams Zeiten gab es Jesus noch nicht, ja es gab auch noch kein geschriebenes Gesetz und dennoch bezeugt Jesus, dass er ihn aufgrund seines Glaubens schon im Geiste gesehen hat, da er die Gesinnung in sich trug, die Gott gefällt. Jesus bestätigt es so:
Johannes 8:56 hat geschrieben: Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.
Zuvor bestätigt Jesus, dass Abraham keine bösen Werke im Sinn hatte, womit er die Juden seinezeit anklagte:
Johannes 8:39-40 hat geschrieben: Sie antworteten und sprachen zu ihm: "Abraham ist unser Vater." Jesus spricht zu ihnen: "Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, würdet ihr die Werke Abrahams tun; jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der die Wahrheit zu euch geredet hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan."
Summa summarum schließe ich daraus, dass Abraham, da er noch kein offiziell geltendes Gesetz als niedergeschriebene Gebote Gottes kannte, wie wir heute die Bibel dazu haben, seinem Gewissen gefolgt ist und es auch rein bewahrte. Darum erwählte Gott ihn auch, der ins Herz sehen kann.
Zuletzt geändert von Helmuth am Sa 1. Aug 2026, 11:30, insgesamt 2-mal geändert.
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