Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 14:34 Ein einfaches Beispiel: Ein Muslim könnte sagen, dass sein Gehorsam gegenüber Allah Wissen hervorgebracht hat und dieses Wissen wiederum Gewissheit.
Du willst ernsthaft sagen, dass Gott einem Moslem, der nach gottlosen Maßstäben lebt, die Lehre Gottes vermittelt? Er tut also den Willen Gottes, sodass der Heilige Geist ihm seinen Glauben an JHWH auch bezeugt, wiewohl er zu Allah betet?

Anm.: Wärst du Otto, käme jetzt ein kleiner humoristischer Seitenhieb als Anspielung auf deine Intelligenz. Unter uns haben wir diese Gewohnheit nicht. Du könntest es falsch verstehen.
Rilke hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 14:34 Selbiges lässt sich auch mit allen Christen spielen: Evangelikale, Baptisten, Katholiken, Freikirchler, sogar die Mormonen. Und diese Christen berufen sich alle auf den Heiligen Geist und Johannes 7,17.
Berufen kann sich jeder, das hatten wir schon, aber die innere Gewissheit hat man damit nicht. Das hatten wir auch schon. Sie wird aber verheißen durch Jesu Wort nach Johannes 7:17. Glauben wir das nun?

Damit lautet meine Frage: Tun sie auch alle den Willen Gottes? Tust du ihn? Das kann dir zwar provokant gefragt erscheinen, aber das ist m.E. der springende Punkt für das Verständnis.
Rilke hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 14:34 Deshalb würde ich einwenden, dass Gehorsam durchaus innere Gewissheit hervorbringen kann, aber ob diese Gewissheit objektiv wahr ist, ist damit nicht beantwortet.
Frage dich selbst. Bist du dir gewiss, dass Gott dein Vater ist? Lehrt dich das Schrift oder wer anders? Oder ging es an dir vorbei, dass ich versucht habe die Lehre von Menschen von der Lehre Gottes zu entkoppeln? Was sagst du dazu?

Vielleicht brauchen wir auch einen Exkurs über den Begriff „Lehre“, da ich denke, dass auch dieses Wort von dogmatisch denkenden Menschen anders aufgefasst werden kann, als es Jesus meint.
Rilke hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 14:34 Um das ein wenig praktischer zu gestalten: Ich bin mir gewiss, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist ein Gott sind. Das kann ich dir aus der Schrift ableiten, ganz ohne Dogma. Beruht diese Gewissheit auf objektiver Wahrheit / Wissen?
Nun, das ist nicht praktisch, sondern völlig dogmatisch und wohin das führt, wissen wir. Du hast dich dazu bereiterklärt, Dogmatik mal beiseite zu lassen. Ich nehme dich beim Wort. Praktisch ist aber ein gutes Stichwort, dazu überlege ich mir etwas.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 18:59 Du willst ernsthaft sagen, dass Gott einem Moslem, der nach gottlosen Maßstäben lebt, die Lehre Gottes vermittelt? Er tut also den Willen Gottes, sodass der Heilige Geist ihm seinen Glauben an JHWH auch bezeugt, wiewohl zu Allah betet?
Nein, nicht falsch verstehen. Ich sage nicht, dass der Moslem den Willen Gottes tut und vom Heiligen Geist geleitet ist. Aber er behauptet, Gottes Willen zu tun, und empfindet dabei dieselbe Art von Gewissheit, auf die du dich berufst.
Und das ist relevant, denn du berufst dich auf Joh 7,17 und sagst, dass Gehorsam Wissen und Gewissheit hervorbringt.
Vielleicht ist der Moslem aber tatsächlich ein schlechtes Beispiel. Nimm doch mal einen Katholiken, einen Pfingstler und einen Adventisten.
Mein ganzes Argument lässt sich in einer Frage ausdrücken: Woran erkennen wir objektiv, dass deren Gewissheit falsch und unsere richtig ist? Die Gewissheit wird bei jedem gleich stark empfunden.
Helmuth hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 18:59 Damit lautet meine Frage: Tun sie auch alle den Willen Gottes? Tust du ihn? Das kann dir zwar provokant gefragt erscheinen, aber das ist m.E. der springende Punkt für das Verständnis zu Johannes 7:17.
Im Hinblick auf seine Lehre? Ich bemühe mich darum, und auch wenn ich oftmals stolpere, so bin ich mir doch gewiss, dass ich am richtigen Weg bin.
Helmuth hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 18:59 Frage dich selbst. Bist du dir gewiss, dass Gott dein Vater ist? Lehrt dich das Schrift oder wer anders? Oder ging es an dir vorbei, dass ich versucht habe die Lehre von Menschen von der Lehre Gottes zu entkoppeln? Was sagst dazu?
Ich bin mir gewiss, ja. Aber die Frage ist ja nicht, ob ich die Gewissheit habe, sondern worauf sie beruht. Sie ist auf die Schrift gestützt, die die Offenbarung Gottes enthält. Sonst könnte mir alles Mögliche gewiss sein und ich hätte keinen Weg zu erkennen, ob diese Gewissheit wahr oder falsch ist.
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
- Hl. Thomas v. Aquin
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