Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 19904
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51
Wohnort: Wien

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: ↑Mi 14. Okt 2026, 10:49 :) Das zeigt doch jedenfalls, dass man die Bibel mit Verstand durchlesen muß. Damit man nicht auf dumme Gedanken kommt.
Korrekt, aber durch vorgegebene Dogmatik wird der Verstand manipuliert und auf eine andere Logik getrimmt. Wenn man glaubt, dass alle Schrift inspiriert ist, dann setzt man sie auf eine neue Prämisse, eine die wie ich denke Gott aber nicht gelegt hat, sondern die Theologie durch Menschen, die also Menschenweisheit ist.

Es gibt dann keine Widersprüche, weil es keine Widersprüche geben darf. Wer das dennoch behauptet wird nicht selten zum Lügner oder Ungläubigen erklärt, oft unterschwellig, aber erkennbar durch den Geist. Das fördert leider nicht die Liebe, sondern das Sektierertum.

Eins ist dann auch zwei oder drei, unterschiedliche Namen sind dann ein und dasselbe, was ein Mensch sagt, wird zum Wort Gottes, weil sein Wort ja "inspiriert" wurde, oder wie gerade gezeigt wird Götzendienst zum göttlichen Wirken. Und das alles, weil sich ja nichts widersprechen darf. Die Tatsache eines Widerspruch wird durch das Dogma zu einer Harmonie erklärt, die man dann dazu erfinden muss.

Komplexer wird es, da manches tatsächlich nur ein scheinbarer Widerspruch ist, der sich durch korrekte Exegese auch auflöst. Aber das funktioniert für viele andere Dinge nicht. D.h. das Dogma wird deswegen nicht richtig, nur weil man einige Vorwürfe entkräften kann.

Der Rest verschwindet damit ja nicht. Und so denkt man in einer anderen Logik, quasi als hätte man einen anderen Verstand, womit Diskussion für die Vetti-Tant werden, weil das Dogma wie eine Festung in dir sitzt und dich beherrscht.

Man nennt es in der Wissenschaft Paradigmen. Festgefahrene Denkmuster, die nicht mehr aufgelöst werden können. Nicht mehr ist zwar falsch, denn der Heilge Geist kann das sehr wohl, nur folgt man dem nicht, weil das Dogma die Kontrolle über dein Denken übernommen hat. Im Volksmund nennt man es Gehirnwäsche. Paulus hat dazu auch etwas gesagt:
2. Korinther 10:4-6 hat geschrieben: Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen, indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus und bereitstehen, allen Ungehorsam zu strafen, wenn euer Gehorsam erfüllt sein wird.
Seit Jahren kämpfe ich diesen üblichen Trick des Teufel aufzuzeigen und ihn sich bewusst zu machen, aber so hat er hat viele Christen in der Hand. Gott sei Dank sind die meisten Ungereimtheiten Nebensächlichkeiten, aber einiges hat Macht genug dich auch zum Antichristen umzuformen, der dann als Sektierer seine Werke für den Teufel ausübt und sie als "im Namen Jesu" tituliert.

Du könntest also hergehen und durch Sterndeutung das Kommen des Messias vorhersagen, wie es die magoi auch getan hatten und du erklärst es zum rechten Handeln als im Herrn. Du denkst also dogmatisch, dass Gott auch die Magier dazu "inspiriert" hatte nach Jerusalem zu reisen.

So könne man die Sterne erforschen, denn es hatte auch die Sternenkonstellation zur Zeit der Geburt Jesu ihre göttliche Bedeutung gehabt das Kommen des neuen Königs anzuzeigen. All das wird durch das Dogma damit als biblisch erklärt. Für mich aber nicht!
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
oTp
Beiträge: 13489
Registriert: Mo 24. Mai 2021, 10:33

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von oTp »

Jedenfalls hat Maria die 3 Weisen nicht rausgeschmissen wegen Esoterik.

Ja, eigentlich bedeutet ihre Erwähnung in der Bibel nicht die Anerkennung dafür, dass sie die Geburt in den Sternen lasen.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 19904
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51
Wohnort: Wien

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: ↑Mi 14. Okt 2026, 12:25 Jedenfalls hat Maria die 3 Weisen nicht rausgeschmissen wegen Esoterik.
Woher weiß du, dass es 3 waren? Ich weiß nicht, wie viele es waren, Mehr als einer zumindest, da ein Plural steht. Siehst, hier fängt es an, dass man oft den Text gar nicht wirklich kennt. Man zitiert aus Hörensagen und andere meinen auch die Namen, welche ihnen die RKK verpasst hatte, gehöre zum biblischen Befund.

Das soll keine Anklage sein, wirklich nicht, ist aber symptomatisch, wie Halbwissen um sich greift und man erst mal diese Hürde überwinden muss. Alles gut, werter oTp. ;)

Und zum Punkt Esoterik:

Ich gehe sogar weiter und denke, es handle sich nicht einmal um ein historisches Ereignis, aber das kann ich nicht zu 100% belegen. Es klingt das ganze Kapitel bloß wie eine nachträglich ergänzte Legende, um dem Kind so eine göttliche Bedeutung zu geben. Die gibt es auch, nur muss ich nicht anerkennen, was Götzendiener huldigen.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
oTp
Beiträge: 13489
Registriert: Mo 24. Mai 2021, 10:33

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von oTp »

Du denkst also, nicht alles in der Bibel seien wahre Begebenheiten ? Das wundert mich.
Denk an die Arche Noah.

Bei den Heiligen drei Königen kann es mir ja ziemlich egal sein, wieviele es waren. Dazu muß ich jedenfalls keine intensive Bibelforschung machen.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 19904
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51
Wohnort: Wien

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: ↑Mi 14. Okt 2026, 13:46 Du denkst also, nicht alles in der Bibel seien wahre Begebenheiten ? Das wundert mich.
Denk an die Arche Noah.
Nun, dann bleibe verwundert, aber so ist es. An der Arche Noah anerkenne ich das klare Reden Gottes an Noah, mit dem Gott auch die historische Menschheitsgeschichte geschrieben hat. Darin sehe ich das lebendige Wort Gottes in seiner Wirkung. Ohne Noah gäbe es dich und mich nicht, denn wir sind seine Nachfahren.

Hingegen was bitte tun die Magier zur Heilsgeschichte? Das allein bildet aber nicht das Kriterium. Der für mich maßgebliche Faktor ist die völlig andere historische Berichterstattung durch das Lk-Ev. Man meint, da werde nicht über ein Kind, sondern über verschiedene berichtet.

So muss man abwägen, welcher Berichterstattung man die höhere Glaubwürdigkeit zumisst. Also anstelle eine Harmonisierung zu versuchen, die wie imnmer du sie anstellst, zum Scheitern verurteilt ist, gehe ich nicht dogmatisch heran, sondern wie polizeiliche Ermittler.

Sie folgen dabei demselben göttlichen Prinzip für Wahrheitfindung wie ich. Es spielt dabei kein Rolle, ob sie an Gottes Wahrheit glauben, sie tun es schlicht, weil es ihr Job ist die Wahrheit herauszufinden. Und das funktionert, weil es ein göttliches Prinzip ist Zeugen zu befragen.

Man muss dabei glaubhafte und unglaubhafte Zeugen auseinderhalten, sonst käme man nie zum wahren Tathergang. Unser Tathergang ist die Geburtsgeschichte Jesu. Ich denke, Lukas hat die weit höhere historische Kompetenz. Darauf stützt sich meine These einer Mt-Legende. Und es wäre diese nicht die einzige im Mt-Ev.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Benutzeravatar
Hoger
Beiträge: 4198
Registriert: Fr 28. Feb 2025, 15:34

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 14. Okt 2026, 14:08 Und das funktionert, weil es ein göttliches Prinzip ist Zeugen zu befragen.
Siehe
1 Als nun Jesus zu Bethlehem in Judäa in den Tagen des Königs Herodes geboren war, da kamen Weise aus dem Osten nach Jerusalem
2 und fragten: »Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben nämlich seinen Stern im Aufgehen gesehen und sind hergekommen, um ihm unsere Huldigung darzubringen.« Matth 2,1-2)
da reden welche miteinander, wie viele wurde später festgestellt - und wo willst du dich jetzt wie ein Polizist aufführen und wen willst du befragen?
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
Antworten