Zippo hat geschrieben: ↑Fr 9. Okt 2026, 12:46
Die 69 Wochen laßen sich rechnerisch genau auf das Erscheinen des Messias Jesus beziehen. Von dem Zeitpunkt der göttlichen Botschaft an das Volk Israel, daß Jerusalem wieder aufgebaut Esra 1,1... werden soll bis zum Erscheinen des Messias sind 62 + 7 = 69 Jahrwochen = 69 x7 = 483 Jahre.
Also du machst eine Start-Stopp Uhr, die 70. Woche ist total losgelöst den übrigen.
Um die 70 Jahrwochen (70×7=490 Jahre / oder 69 Jahrwochen 483) mathematisch auf das Jahr der Kreuzigung (ca. 30/33 n. Chr.) fallen zu lassen, müssen christliche Ausleger zu extremen Kunstgriffen greifen:
Der falsche Startpunkt: Die 70 Jahrwochen beginnen laut Vers 25 „vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederaufzubauen“. Das historische Dekret von Kyrus erging ca. 538 v. Chr. Rechnet man von 538 v. Chr. genau 490 Jahre hinzu, landet man im Jahr 48 v. Chr. – also lange vor der Geburt Jesu!
(Oder man nimmt dann Mondjahre, angebliche prophetische Jahre oder ähnliches)
Weil nun 538 v. Chr. nicht passt, verlegen christliche Apologeten den Startpunkt willkürlich auf spätere Erlasse (z. B. an Nehemia im 20. Jahr des Artaxerxes, ca. 445 v. Chr.).
Selbst wenn man 445 v. Chr. als Startpunkt nimmt, landet man nach 490 Jahren im Jahr 45 n. Chr. (oder 7 Jahre weniger) – was immer noch nicht mit dem Tod Jesu (ca. 30/33 n. Chr.) oder der Tempelzerstörung (70 n. Chr.) übereinstimmt.
So wurde daher die sogenannte Dispensations-Lücke erfunden: Sie behaupten, Gottes „prophetische Stoppuhr“ sei nach der 69. Jahrwoche stehengeblieben und die 70. Jahrwoche werde erst in der fernen Zukunft (beim Antichristen) abgehakt. Das ist eine reine Schutzbehauptung ohne jeden Anhaltspunkt im Text von Daniel.
Die christliche Deutung von Daniel 9 ist weder exakt noch texttreu. Sie ist ein klassisches Beispiel für Eisegese (das Hineinlesen eigener Dogmen in einen fremden Text):
Sie ignoriert die hebräische Grammatik (Maschiach ohne Artikel).
Sie verdreht die hebräische Wortbedeutung (יִכָּרֵ֥ת (jikāret) = Abwertung/Strafe, nicht stellvertretendes Sühnopfer). Die christliche These zu Vers 26 („wird ein Gesalbter ausgerottet“) weissage den stellvertretenden Kreuzestod Jesu für die Menschheit.
Sie scheitert an der historischen Chronologie und muss zu künstlichen „Stoppuhren“ greifen.
Aufschlüsselung der Phasen (Daniel 9,25–27)
Der hebräische Text unterteilt die 70 Jahrwochen in drei Abschnitte: 7 Jahrwochen (49 Jahre), 62 Jahrwochen (434 Jahre) und 1 Jahrwoche (7 Jahre).
Zerstörung des 1. Tempel, danach:
7 Jahrwochen (49 Jahre) -> Kyrus-Edikt / Bauunterbrechung -> gesalbter Fürst
62 Jahrwochen (434 Jahre) -> Epoche des Zweiten Tempels
1 Jahrwoche (7 Jahre) -> Belagerung & Zerstörung (66-73 n. Chr.)
Dreieinhalb Jahre vor der endgültigen Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. wurde die tägliche Opferpraxis (Tamid) im Tempel aufgrund der römischen Belagerung und der internen Kämpfe in Jerusalem eingestellt („lässt Schlachtopfer aufhören“).
Ein Gesalbter (nicht „der“ Gesalbte), wohl König Agrippa, und der "kommende Fürst" dann Titus.
Sünde aufhören lassen: Die Wendung in Vers 24 („um der Übertretung ein Ende zu machen“) bedeutet nach Abravanel, dass das Maß der Sünden Israels im Exil voll wird und die Strafe (die Zerstörung des Tempels und das lange Exil) vollzogen wird.
Noch was anderes dazu: Wenn in Daniel angeblich den so genauen Zeitpunkt für Jesus verheissen haben sollte, warum wird dies nirgends im NT erwähnt und die Schreiber doch wirklich nach „Beweisen“ suchten?
Ganz einfach, weil solche Berechnungen und der Kontext nicht auf Jesus hin nicht stimmen.
Mal etwas salopp gesagt:
Die 490 Jahre waren eine "Gnadenfrist und Bewährungszeit". Der Zweite Tempel besaß von Anfang an nicht mehr die volle Manifestation der göttlichen Gegenwart (Schechina), das Bundeslicht oder die Bundeslade aus dem Ersten Tempel. Er war ein Probelauf, in dem das Volk zeigen sollte, ob es die Lektionen des ersten Exils verinnerlicht hatte.
Weil Israel es nicht geschafft hatte, kam die Zerstörung des 2. Tempels, wegen des inneren Zerfalls und dem Galut / Exil.
Und nun wird Israel wider gesammelt, findet wieder zum alleinen einzigen Gott Israel zurück.
Der ganze Abschnitt in Daniel hat nichts mit der christlichen Theologie zu tun….
Usw….
5.Mo 12,30 so hüte dich, dass du nicht verstrickt wirst ihnen nach, nachdem sie vor dir vertilgt sind, und dass du nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie dienten diese Nationen ihren Göttern? So will auch ich ebenso tun.
Und deshalb soll Israel es nicht tun wie die Nationen, welche da einem anderen Gott dienen, und meinen, Israel ihren, der Nationen, der Christenheit Gott anbeten.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.