Ein heiliges Leben

Wir bitten darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
Benutzeravatar
Hoger
Beiträge: 4166
Registriert: Fr 28. Feb 2025, 15:34

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Hoger »

Bist du getauft - lebst du mit dem Vater
Bist du gefirmt - hast du den Heiligen Geist
Bist du in der Komunion - lebst du mit Christus

Gewiss gibt es immer wieder Zeiten, wo das - für andere - ganz anders ausschaut. Aber letztendlich stimmt das
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
Benutzeravatar
Magdalena61
Administrator
Beiträge: 28647
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 20:44
Kontaktdaten:

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Magdalena61 »

Und wo in der Aufzählung bringst du dann Hebr. 12,14 unter?
Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird,
LG
God bless you all for what you all have done for me.
Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 19844
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51
Wohnort: Wien

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: ↑Di 22. Sep 2026, 00:42 Und wo in der Aufzählung bringst du dann Hebr. 12,14 unter?
Du hast es mit einem Satz gesagt. Ein heiliges Leben und die Heiligung sind sozusagen dem Sinn nach idente Worte. Sie beginnt im Inneren, nicht im äußeren Befolgen von Geboten, sonst ist es nur ein Werk des Gesetzes und kein Werk des Glaubens.

Ein wichtiger Weg dorthin ist der innere Friede, der uns beherrschen soll. Dieses Nachjagen, wie Paulus schreibt, interpretiere ich als eine gewisse Gelassenheit und innere Ruhe sich den Provokationen anderer zu stellen.

Ich brauche keinem Frieden nachjagen, wenn sich der andere auch friedlich verhält. Dann ist es keine Jagd, sondern die Pfelge eines friedlichen Austauschs. Dazu meint Jesus, das ist leicht, weil Seinesgleichen untereinander auch Frieden halten, also auch Gottlose unter sich halten Frieden, wenn es ihren eigenen Absichten dient.

Schwieriger wird es, wenn man uns nun nicht friedlich, sondern mit Boshaftigkeit begegnet. Dann wird es eine Jagd, auf die man sich begibt. Kann ich meine innere Ruhe beibehalten oder wühlt mich der andere so auf, dass ich selbst zu boshalften Mitteln greife?

Darin versage ich zeitweise. Danach habe ich ein weiteres Problem. Nachdem ich mich selbst versündigt habe, muss ich mich, der an sich sonst friedliebend ist, nun demütigen und den an sich Boshaften sogar um Vergebung bitten, der selbst aber keine Anstalten zeigt sich seine Bosheiten einzugestehen.

So wird es mitunter ein Canossagang, aber wer den Frieden wirklich liebt, weil er den Herrn kennt, der wird auch den Weg gehen. Oft erweicht diese Demut das Herz des anderen, aber meine Erfahrung lehrt mich, dass es nur kurze Zeit anhält. Nur geht es dabei um mich, dass ich meine Heiligung wiederhergestellt habe, auch wenn ich im nächsten Moment schon wieder boshaft provoziert werde.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Benutzeravatar
Hoger
Beiträge: 4166
Registriert: Fr 28. Feb 2025, 15:34

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Hoger »

Magdalena61 hat geschrieben: ↑Di 22. Sep 2026, 00:42 Und wo in der Aufzählung bringst du dann Hebr. 12,14 unter?
Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird,
LG
Heilig - bin ich durch die Taufe, die Firmung und die regelmäßige Eucharistie.
Natürlich muß ich immer wieder darum kämpfen dass dies betehen bleibt - aber warum seid ihr so planlos und ohne Frieden und Heiligung?
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
Benutzeravatar
Galahad
Beiträge: 159
Registriert: Mi 12. Feb 2020, 20:00
Wohnort: Camelot
Kontaktdaten:

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Galahad »

Magdalena61 hat geschrieben: ↑Mo 21. Sep 2026, 15:44 Die Bereitschaft, "Nächstenliebe" zu praktizieren, also, aus freien Stücken Fürsorge zu üben und anderen zu dienen, wird immer wieder ausgenützt. Und irgendwann ist man in der Situation, dass man zu einer pervertierten Form von "Nächstenliebe" gedrängt wird, und dass man damit überfordert ist und spürt: Hier läuft etwas falsch.
Aber aus solchen Situationen kommt man kaum noch heraus. Der oder die Nutznießer der Leistung reagieren u.U. mit Ärger und emotionaler Bestrafung oder anderen Rüpeleien, weil es für ihn oder sie sehr bequem war, die Zuwendung/ das Engagement zu genießen.
Unter Zwang eine Dienstleistung zu erbringen ist keine Nächstenliebe sondern:
  • wenn man sich nicht wehren kann: schlichtweg Überlebenskampf
  • wenn man genug Kräfte hat ein Gegenpol zu sein: Unterstützung der Sucht.
Dem Alkoholiker den Bierkasten hinzustellen ist halt genau eben nicht Nächstenliebe.

Wer hat den Erziehungsauftrag? In der Welt ist soziale Verelendung ein Rechenergebnis. In der Christenheit sollte die Gemeinde für dich da sein. Wo war die?


Magdalena61 hat geschrieben: Irgendwann fällt einem auf: Vieles in meinem Leben ist aufgedrückt, künstlich... ich versuche, mich den Erwartungen anderer anzupassen, aber in Wirklichkeit kann ich mich innerlich nicht damit identifizieren, bin also nicht überzeugt davon, dass Gott dieses von mir verlangt.
Erwartungen anderer sind ja auch nicht dazu da erfüllt zu werden, sondern sie sollen in Frage gestellt werden!

Ob eine andere Person jetzt meint ich solle etwas tun - warum? Weil die das so will? Oder weil die denkt, Gott will das so? Das sind zwei unterschiedliche Themen.

Das eine ist Gruppendynamik das andere ob wir überhaupt das gleiche glauben.


Magdalena61 hat geschrieben:
Aber andere Vorgaben/ Empfehlungen, die in evangelikalen Kreisen üblich sind, sind eventuell auch nur "äußerlich" und "frommes Ritual" und haben wenig bis keinen Einfluß auf den geistlichen Status. Dazu zählen teilweise sogar ganze "Gottesdienste".
Sicher, die evangelikalen Gemeinden sind genauso wie die Altkirchler in einem Ritualsdienstwesen erstarrt. Bei den einen ist es eher Mittelalter-Larping und bei den anderen eher Muppet Show, aber das Grundproblem ist das gleiche.


Magdalena61 hat geschrieben:
Also: Sündenfrei werden wir mit Sicherheit nicht werden in diesem Leben.
Jesus sagt, wir sollen vollkommen sein.
Deshalb muss man sich Gedanken machen, was man noch verbessern kann.
Wir sollen vollkommen sein, aber werden nie frei von Sünde sein? Das ist in sich widersprüchlich.

Die Christen zur Zeit der Apostel hatten diese Widersprüche noch nicht. Die sind erst später dazu gekommen.

Jetzt hast du das Problem, du willst irgendwas erreichen, wovon du glaubst, daß du das nicht erreichen kannst. Versuchst es aber trotzdem.

Das ist meines Erachtens ein (bekannter) Irrweg.


Magdalena61 hat geschrieben:
Jetzt sind wir beim Thema.
Ja, ich nehme jetzt als erstes den ersten Deiner Verse vor, let's see…
Magdalena61 hat geschrieben:
1. Thess.4,3; 7 (NLB): Gott möchte, dass ihr heilig seid; deshalb sollt ihr nicht unzüchtig leben.
Gott hat uns dazu berufen, heilig zu leben, und nicht, ein unreines Leben zu führen.
Bei Bibelversen habe ich immer gerne: ich verstehe sie auch.
Deswegen bemühe ich immer den guten Herrn Kontext, dessen Dienste sind super.
Hier ist das ab Kapitel 4 das fängt dann an mit:
Weiter, liebe Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem HERRN Jesus (nach dem ihr von uns empfangen habt, wie ihr solltet wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer völliger werdet.
Okay, also der Apostel fängt einen neuen Abschnitt an und bittet um den guten Lebenswandel, das ist da jetzt Thema.
Wie genau das da steht, dazu muss man natürlich in den Urtext schauen, der uns Gott sei Dank erhalten geblieben ist, aber später.

Dann geht das also so weiter…
…ich würde sagen, der Abschnitt geht bis Vers 5.
1 Weiter nun, ihr Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, daß ihr in dem, was ihr von uns gelernt habt, nämlich wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt, noch mehr zunehmet. 2 Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. 3 Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr euch der Unzucht enthaltet; 4 daß jeder von euch wisse, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehre zu besitzen, 5 nicht mit leidenschaftlicher Gier wie die Heiden, die Gott nicht kennen;
Das Wort "Heiligung" wird hier zweimal übersetzt, Ver 3-4.

In Vers 1 ist gleich das Problem, Paulus spricht darüber, was er mit den Thessalonichern besprochen hatte: "in dem, was ihr von uns gelernt habt, nämlich wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt"
- was hatte er denen gesagt?
Uns fehlt dieser Kontext, wir waren nicht dabei.

Aber des Rest des Verses "noch mehr zunehmet." scheint davon zu sprechen, was du auch meintest mit dem "vollkommen werden".
Spice
Beiträge: 15065
Registriert: Di 22. Mai 2018, 15:38

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Spice »

Man findet kaum Menschen, die mit der Heiligung Erfahrung haben. Anders ist es bei Reichelt, den ich hier immer wieder als tiefgründigsten und umfassend gebildeten Christen zitiert habe: Wie werden ich heil ?, zur Erkenntnis der Wahrheit: https://manfredreichelt.wordpress.com/2 ... -erfreuen/
Spice
Beiträge: 15065
Registriert: Di 22. Mai 2018, 15:38

Re: Ein heiliges Leben

Beitrag von Spice »

Magdalena61 hat geschrieben: ↑Do 30. Apr 2026, 15:35 frage ich mich, ob es "heilig genug" ist für Gott.
Das ist eine falsche Fragestellung. Richtig wird es, wenn wir fragen: "Bin ich vollkommen?" Dann wird die Antwort sein, "gar nicht". Es geht doch um uns Menschen. Nicht um Gott. Heilwerden, bedeutet gesund werden, im Denken, Fühlen, Handeln, ins Glücklichsein kommen, in das Wohlfühlen kommen, auch allmählich körperlich gesunder werden. Da ja alle Krankheit aus unserem falschen Denken kommt.
Antworten