Es stört insofern, weil damit das Thema nicht zum Zug kommt. Klarerweise steht über allem die Liebe Gottes. Glaubst du aber, dass Jesus auch Richter ist? Oder stünde das im Widerspruch zur Liebe Gottes? Das wäre eine humanistische Sichtweise und ich hielte sie überdies für antichristlich, denn damit predigte man einen anderen Jesus.
Ich habe schon Stellen ins Spiel gebracht, wo Jesus in der Bergpredigt das Gericht anspricht. Beschäftigt man sich mit der Bergpredigt, so ist auch das Gericht Bestandteil dieser Lehre.
Etwas Intelligenteres fällt dir nicht ein? Ich sagte, es ist Gott selbst, der Todesurteile fällt und er tut das heute noch. Ich würde mich hüten, Gottes Gesetz zu verhöhnen, denn das trifft auch den Gesetzgeber.
Die Menschen und der Zeitgeist sind es, die es besser zu wissen meinen, nicht erkennend, dass man derart noch ungerechter urteilt. Es steht das hier aber gar nicht zur Disposition, sondern wie ein man zu einem gerechten Urteil Urteil kommen soll,
Im Falle bestimmter Vergehen steht die Strafe bereits fest, entweder weil Gott das so festgelegt hat oder auch, weil ein Staat es gesetzlich regelt. Das ist dann nicht der Verhandlungs- bzw. hier Diskussionsgegenstand. Die Aufgabe des Gerichts besteht darin feststellen, ob ein entsprechendes Tatvergehen de facto vorliegt.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Richter mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Strafe nicht einverstanden ist, aber er muss sie verhängen, denn er steht auch als Richter nicht über dem Gesetz. Oder er legt den Fall bzw. sogar sein Amt zurück. Jesus wird das aber sicher nicht tun, wenn er einmal über jeden zu richten hat. Er kann sich dessen nicht entziehen.
Unser Hauptthema ist das Ansehen, welches für die vor Gericht Stehenden nicht ins Spiel gebracht werden darf. Es darf im Falle eines Schuldspruches keine Rolle spielen, wer ein Vergehen begangen hat, und wenn es der eigene Sohn oder Vater ist. Das fordert Gottes Gerechtigkeit.
Und wenn es nur darum geht den Streit eigener Kinder zu schlichten, so gehört das auch dazu und ist sogar für viele ein praktischer Anwendungsfall. Es darf keine Rolle spielen, ob du eines deiner Kinder lieber magst, oder ob du zwischen deinen und anderen Kindern bei dir zu Hause etwas regeln musst.
Schon den Kindern fällt eine etwaige Ungleichbehandlung auf und sie äußern das ungeniert. Das trägt oft zum Unfrieden bei. Man kann von den Prinzipien Gottes nur lernen und schult seine eigene Gerechtigkeit.