Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen

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Helmuth
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Re: Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen

Beitrag von Helmuth »

Johncom hat geschrieben: Do 30. Jul 2026, 01:17 Für mich ist die Bergpredigt die zentrale Botschaft Jesu, sie steht in keinem Kontext. Ich vermische nichts sondern hebe hervor. Das stört dich ja nicht, oder?
Es stört insofern, weil damit das Thema nicht zum Zug kommt. Klarerweise steht über allem die Liebe Gottes. Glaubst du aber, dass Jesus auch Richter ist? Oder stünde das im Widerspruch zur Liebe Gottes? Das wäre eine humanistische Sichtweise und ich hielte sie überdies für antichristlich, denn damit predigte man einen anderen Jesus.

Ich habe schon Stellen ins Spiel gebracht, wo Jesus in der Bergpredigt das Gericht anspricht. Beschäftigt man sich mit der Bergpredigt, so ist auch das Gericht Bestandteil dieser Lehre.
Johncom hat geschrieben: Mi 29. Jul 2026, 01:39
Helmuth hat geschrieben: Mi 29. Jul 2026, 07:24 Nebenbei wäre es besser man hätte die Todesstrafe nie abgeschafft.
Vielleicht lebendig verbrennen oder "rädern"? Wie wärs mit kreuzigen oder steinigen?
Etwas Intelligenteres fällt dir nicht ein? Ich sagte, es ist Gott selbst, der Todesurteile fällt und er tut das heute noch. Ich würde mich hüten, Gottes Gesetz zu verhöhnen, denn das trifft auch den Gesetzgeber.

Die Menschen und der Zeitgeist sind es, die es besser zu wissen meinen, nicht erkennend, dass man derart noch ungerechter urteilt. Es steht das hier aber gar nicht zur Disposition, sondern wie ein man zu einem gerechten Urteil Urteil kommen soll,

Im Falle bestimmter Vergehen steht die Strafe bereits fest, entweder weil Gott das so festgelegt hat oder auch, weil ein Staat es gesetzlich regelt. Das ist dann nicht der Verhandlungs- bzw. hier Diskussionsgegenstand. Die Aufgabe des Gerichts besteht darin feststellen, ob ein entsprechendes Tatvergehen de facto vorliegt.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Richter mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Strafe nicht einverstanden ist, aber er muss sie verhängen, denn er steht auch als Richter nicht über dem Gesetz. Oder er legt den Fall bzw. sogar sein Amt zurück. Jesus wird das aber sicher nicht tun, wenn er einmal über jeden zu richten hat. Er kann sich dessen nicht entziehen.

Unser Hauptthema ist das Ansehen, welches für die vor Gericht Stehenden nicht ins Spiel gebracht werden darf. Es darf im Falle eines Schuldspruches keine Rolle spielen, wer ein Vergehen begangen hat, und wenn es der eigene Sohn oder Vater ist. Das fordert Gottes Gerechtigkeit.

Und wenn es nur darum geht den Streit eigener Kinder zu schlichten, so gehört das auch dazu und ist sogar für viele ein praktischer Anwendungsfall. Es darf keine Rolle spielen, ob du eines deiner Kinder lieber magst, oder ob du zwischen deinen und anderen Kindern bei dir zu Hause etwas regeln musst.

Schon den Kindern fällt eine etwaige Ungleichbehandlung auf und sie äußern das ungeniert. Das trägt oft zum Unfrieden bei. Man kann von den Prinzipien Gottes nur lernen und schult seine eigene Gerechtigkeit.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Johncom
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Re: Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen

Beitrag von Johncom »

Helmuth hat geschrieben: Do 30. Jul 2026, 06:56
Johncom hat geschrieben: Do 30. Jul 2026, 01:17 Für mich ist die Bergpredigt die zentrale Botschaft Jesu, sie steht in keinem Kontext. Ich vermische nichts sondern hebe hervor. Das stört dich ja nicht, oder?
Es stört insofern, weil damit das Thema nicht zum Zug kommt. Klarerweise steht über allem die Liebe Gottes. Glaubst du aber, dass Jesus auch Richter ist? Oder stünde das im Widerspruch zur Liebe Gottes? Das wäre eine humanistische Sichtweise und ich hielte sie überdies für antichristlich, denn damit predigte man einen anderen Jesus.
Das Bezichtigen anderer, sie lehren einen anderen, also falschen Jesus, hat ja Tradition. Auch das ist bereits Gericht über andere halten. Wenn Leute mit Macht ausgestattet sind, sind sie bald verführt, diese auch auszuüben. Die ganzen Glaubenskriege in der Geschichte zeigen das auf, die Verfolgung und schreckliche Vernichtung von Andersgläubigen.

Gott ist gerecht kann man sagen. Gott lebt in uns .. das verstehen viele wieder nicht. Dass Gott uns in unserem Gewissen Weisung gibt, müsste erfahren werden. Also eine Vertrautheit, die man im Gebet lernt, die Eingebungen ermöglicht.

Richtet Jesus? Anscheinend hier: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Für engherzige Christen können Brüder nur Gleichgläubige sein. Heute wird der Bruderbegriff ausgeweitet auf Bedürftige, auch "Sünder", sogar Verbrecher.

Jeder ist eigentlich Gottes Kind, jeder ist potentiell zu Verbrechen fähig. Im weltlichen Gericht wird man verurteilt für eine Tat, die getan wurde, also in der Vergangenheit liegt, die Gesellschaft straft eher aus einem Rachegefühl. Die vergangen Tat gehört zur Person. Paragraph XY bestimmt das Strafmaß. Es kann kaum ermittelt werden, ob der Straftäter das gleiche nochmal tun würde.

Im Vordergrund steht die Befreiung vom Sündhaften, nicht in der Revanche. In der weltlichen Gerichtsbarkeit geht es auch um Abschreckung: alle sollen sehen, was passiert wenn man nicht gehorcht. Schwarze Pädagogik wird das heute genannt, und in Europa ist so viel ich weiß, auch die Kinder-Züchtigung inzwischen verboten.

Ist Jesus eher der strafende Richter oder der Erlöser (Heiland)? Je nachdem wie man drauf ist, projiziert man den einen oder den anderen. Und entsprechend sagen einem bestimmte Bibel-Zitate zu. Andere verweist man ins relative Verständnis.
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