Zippo hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 13:12
Mit dem Öl ist der Heilige Geist gemeint, der mit dem Wort arbeitet, das er inspiriert hat.
….
Der Heilige Geist erklärt auch die tiefere Bedeutung seiner Worte, während andere Leser nur das Buchstäbliche sehen.
Dass mit dem Öl der Gottesgeist gemeint sein soll, ist sinnlos. Jesus sprach da nicht zu charismatischen Christen, welche in allem den Gottesgeist sehen wollen, sondern zum jüdischen Volk in ihrer Sprache und ihrem Verständnis und zwar:
Mt 24,1 beginnt mit
„Dann wird das Reich der Himmel sein…“
also da muss vorerst ein Thema gewesen sein: das Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht, also um Knechtschaft, um Treue gegenüber Gott.
Wie auch sonst Gleichnisse vom „Schätze sammeln im Himmel“ und andere, es ist das Tun des Menschen in dieser Treue und Ergebenheit zu Gott.
„Denn wo euer Schatz ist, ist auch euer Herz“ (Lk 12,34)
Das Gleichnis gibt kein realistisches Bild einer Dorfhochzeit wieder. Dass Jungfrauen bei einer Hochzeit ausgeschlossen würden trifft im wirklichen Leben kaum zu. Die beiden Gruppen vollführen genau die gleichen Handlungen. Die eine Gruppe stellt das kluge, die andere das törichte Handeln dar.
Durch die zwei kontrastierenden, gleich handelnden und gleich behandelten Fünfergruppen wird der polare Gegensatz zwischen den Klugen und den Törichten eindrucksvoll hervorgehoben. Eine pseudoreale Darstellung.
Es geht auch nicht um den Bräutigam (denn wo und wer ist denn die Braut? Wohl kaum diese 10 Jungfrauen), sondern ums „Bereit sein“.
Das Gleichnis leiten dann auch über zu den Knechten mit den anvertrauen Talenten (Vers 14), wo es ebenso darum geht, was wir mit unseren Gaben machen (nicht zu verwechseln etwa die Gabe des heiligen Geistes), sondern jeder Mensch im seinen individuellen Sein, Fähigkeiten, Umfeld usw.
Beide zielen darauf hin, dass man auf den „Ruf“ vorbereitet sein soll, die Gelegenheit nicht zu verpassen, ansonsten ist es zu spät. Und die Gelegenheit ist verloren. Das ist nichts neues, was vorauf Jesus hinweist, und so verstand es ach das Volk. Mi 7,11; Sach 7,13 würde zusätzlich noch zu den 5 törichten Jungfrauen passen.
Ebenso ähnlich auch Lk 12, 34ff, gegürtet sein und wachend vorfindend, wenn der Hausherr kommt.
Nun aber „schlafen“ diese Jungfrauen. Äusserlich kein Unterschied, ausser, dass 5 von ihnen zusätzliches Öl hatten.
Das Einschlafen bedeutet für die Klugen kein Unglück. Als der Ruf mitten in der Nacht erschallte und sie erwachten, konnten sie ihre Fackeln mit Öl nachfüllen. Für die Törichten hätte auch das Wachbleiben wenig gebracht. Das Öl reicht nur für sich selbst, ansonsten hätten beide zu wenig.
Die Bereitschaft wird hier nun nicht mit dem „Wachen“ ausgedrückt, sondern mit dem Vorrat an Öl. Das Einschlafen ist (vielleicht) eine nötige Komponente im Gleichnis. Ansonsten hätten die Törichten vielleicht sich einen Vorrat holen können.
Das Öl, die guten Taten, musste vorher bereit sein, man soll sogar mehr tun, als für die Sicherung des künftigen Heils für nötig erachtet wird (so könnte der Schlaf auch der Tod sein, das Aufwachen die Auferweckung).
Mt 25,13 So wacht nun, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Historisch:
Öl: Das Öl bedeutet bei Hilarius gute Werke, bei Chrysostomos Nächstenliebe, Almosen und jede Hilfe, die Notleidenden gegeben wird, bei Origenes das Wort der Lehre, mit dem die Gefäße der Seele gefüllt sind.
Ps 74,4 Als Deine Dränger haben sie da getobt im Innersten Deines Vereinigungsstiftes, haben ihre (eigenes) Zeichen als Zeichen aufgestellt
(über das von Gott gegebenen "Zeichen" an Israel)