Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

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Helmuth
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Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Do 4. Jun 2026, 14:06 Ich weiß dein Interesse zu schätzen, aber ich habe in der Vergangenheit schon meine Ansicht zu der Rechtsvorstellung im mosaischen Gesetz dargelegt.
Ich würde nun dein Rechtsverständnis angewandt auf die beiden Talionsregelungen nach 2 Mose bzw. 3. Mose praktisch sehen, wie deine konkreten Regelungen aussehen würden, jenachdem welches Gesetz zur Anwendung käme.

Ich kann nicht ganz verstehen warum man sich so dagegen sträubt. Der Fall ist in meinen Augen watscheinfach. So vermute ich, dass man nicht willens ist. Wovor aber hat man Angst? Es ist nur ein fiktiver Fall, gedacht daran zu messen ob die Talionsregeln tatsächlich gleich sind oder nicht.

Läge der Fall einem Richter zur Behandlung vor, stünde er in der Pflicht ein Urtel zu fällen. Er kann sich dabei nicht auf das Herunterlesen der Rechtsvorstellung Christi beschränken, sondern muss auch ein konkretes Urteil fällen. Das wäre er um der Gerechtigkeit willen ja schuldig.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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ProfDrVonUndZu
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Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Do 4. Jun 2026, 18:17 Ich würde nun dein Rechtsverständnis angewandt auf die beiden Talionsregelungen nach 2 Mose bzw. 3. Mose praktisch sehen, wie deine konkreten Regelungen aussehen würden, jenachdem welches Gesetz zur Anwendung käme.
Du fragst mich nach meinem Rechtsverständnis. Das bewegt sich nicht im Rahmen von Talionsregelungen.

Aber wenn zwei mosaische Bundesgenossen, die sich durch diese Rechtsordnung identifizieren, einen Streitfall haben, müssen sie das auch konsequent anwenden. Ich gehe nicht davon aus, dass Israel vor dem Exodus ein Kollektiv ohne jede Rechtsvorstellung war und ihr Gott dann durch Überstülpen von Talionsregelungen bisherige Rechtsvorstellungen ausgetrieben hat. Nein, die haben genau das schon mitgebracht und sie sahen auch keine Notwendigkeit, davon abzuweichen. Gott geht hier nur nach dem Prinzip der Goldenen Regel vor und nach der Haltung, wie man richtet, so wird man gerichtet.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Helmuth
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Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Helmuth »

Gut, es reicht mir jetzt. Ich insistiere nicht weiter, Ich müsste nun aber meinen, es fehlt der nötige IQ eine aus meiner Sicht klare Frage auch entsprechend zu beantworten. Oder ich verfüge nicht über den nötigen IQ mich klar auszudrücken. Nun, wie auch immer, ich versuche ein Resümee.

Gleich mehrere Befragte konnten (oder wollten) mir keine klare Antwort geben über einen aus meiner Sicht nicht allzu schwer zu erfassenden Stellenvergleich innerhalb der Bibel. Sie wollen sich aber für kompetent über die stellenweise Widersprüchlichkeit in der Bibel insgesamt ausgeben, sich darüber ein klares Urteil bilden zu können.

Leute, wie ich soll das noch ernst nehmen? Nun, ich nehm's mit Humor. :lol:
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Philippus
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Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von Philippus »

Apropos Bibelkritik und Kritiksucht...eben bin ich auf was Interessantes auf " TikTok " gestoßen.
Ich weiß Tiktok hat einen schlechten Ruf, will seine Betrachter bildersüchtig machen mit immer neuen Kurzgeschichten und Witzen und Kalauern.
Aber es ist auch nicht alles schlecht auf Tiktok, es gibt dort auch gute Ratschläge und auch gute Missionierung zum Christentum (leider zum Islamismus auch) .

Zum Bespiel der Ratschlag, dass man keine Energydrinks trinken sollte. Wie oft habe ich schon junge Leute -auch junge Mädchen- aus dem Supermarkt kommen gesehen, die Tasche voll gepackt mit Coca Cola und Red Bull und so nen Zeugs, denen würde ich am liebsten immer rechts und links auf die Backe hauen...........wie kann man nur so dumm sein und so ein Zeugs kaufen, später landen die Leute dann alle im Krankenhaus mit Nierenschäden.
Genau das wurde nämlich im Tiktok auch gesagt, Energydrinks machen die Nieren kaputt und verursachen Diabetes.

Jetzt meckerte ein anderer (wohl Mitglied in einem Atheistenverein, da gibt es heute immer mehr davon) an dem Gott der Bibel herum: der würde sich benehmen wie ein dreijähriges Kind, erst Türmchen bauen und dann im Wut-Trotzanfall wieder alles kaputt machen wenn der Turm nicht so perfekt geworden ist wie er wollte (Schöpfung und Sintflut).

Was kann man solch einem denn antworten?
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ProfDrVonUndZu
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Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Do 4. Jun 2026, 18:58 Ich müsste nun aber meinen, es fehlt der nötige IQ eine aus meiner Sicht klare Frage auch entsprechend zu beantworten.
Ob mein IQ hoch genug ist, kann ich nicht beantworten. Entweder aus Dummheit oder weil das anmaßend wäre. Aber Gedanken lesen kann ich auf jeden Fall nicht.

Ich habe die Diskussion in den letzten Tagen, die über mehrere Seiten geht, nicht mitverfolgt. Auch am dem ursprünglichen Thread, den du verlinkt hattest, war ich nicht beteiligt. Ich habe nur die konkrete Frage an mich beantwortet.

Nun ist es sehr mühsam, dein Anliegen hier rückzuverfolgen. Ich bin aber so nett und habe das mal versucht.

Also dein Problem scheint zu sein ein vermeintlicher Widerspruch zwischen Beinbruch gegen Beinbruch (2. Mose 21,23-25) einerseits und Beinbruch gegen Erstattung des Verdienstausfalls (2. Mose 21,18-21) andererseits. Aus Sicht Gottes ist der dauerhafte Schaden wesentlich. Ein Beinbruch heilt für gewöhnlich und man wird damals schon der Lage gewesen zu sein, das zu behandeln. Implizit scheinst du vorauszusetzen : Beinbruch = Bein ab und zerstört. Interessanterweise ist der Anspruch an Verheilung in 2. Mose 21,18-21 ziemlich niedrig. Es reicht, wenn der Geschädigte wieder aufstehen und an einem Stab gehen kann.

Ausgestochene Augen wachsen nicht nach. Ausgeschlagene Zähne lassen sich nicht wieder einsetzen. Das war damals nicht rekonstruierbar. Abgehackte Hände und Füße wachsen nicht nach und waren damals nicht replantierbar. Brandmale, Wunden und Striemen verheilen zwar, hinterlassen aber mehr oder weniger Spuren. Hier sind wohl Wunden auf der Haut gemeint, die sichtbar blieben und als Entstellung galten.

Den Widerspruch, den du hier vernimmst, den sehe ich nicht unbedingt als zwingend an. Viellecht steht es den Betroffenen bzw. den Richtern frei, sich zwischen dieser oder jener Anwendung zu entscheiden. Aber ich glaube, dass das eigentliche Problem bei der strikten Anwendung der Talionsregel viel tiefliegender ist. Sollte auf gleiche Weise ein Schaden vergolten werden, so könnte der zuerst entstandene Schaden am Opfer nie vollständig identisch ausgeführt werden am Täter. Man weiß nie, welche Folgen das bei einem anderen Menschen haben könnte. Das hängt nicht nur von der Verfassung des Menschen ab, sondern auch von seiner sozialen Einbindung. Die gleiche Art von Schaden hat nicht die gleiche Art von Folgen.

Ich halte die Talionsregel für kein göttliches Gesetz, sondern für ziemlich unmenschlich. Mit der Kodifizierung dieser (schon vorhandenen) Rechtsvorstellung wollte Gott den Israeliten sicher nur vorführen, wohin diese Art von Denken führt und so zu einer grundlegenden Verhaltensänderung bewegen.
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