Tja, wieder die ELB-CSV, aus der ich bevorzugt meine Texte zitiere, die übersetzt mit „wissen“. Nun, was hatte dann Jesus konkret gesagt? Koine redete er ja nicht, so muss man m.E. nicht dahingehend die Exegese betreiben, sondern den adäquaten hebräischen Begriff suchen.
Man kommt auf das Wort „jada“, ein gängiges Verb der Pa‘al Gruppe und dieses wird auch sehr mehrschichtig verwendet und kann wissen, kennen, sehen, einsehen, erkennen oder auch wahrnehmen bedeuten.
Das reine Wissen steht dabei m.E. nicht im Kontext, denn über Gottes Lehre weiß so gut wie jeder Heide auch Bescheid, ohne deswegen Gottes Willen zu tun. Deswegen kennt er Gott bzw. Gott ihn nich lange nicht. Dazu weiter im anderen Thread.
So meine ich besteht hier kein wirkliches Sprachenproblem, es ist eher eine Sache der Auslegung.
Otto hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 15:26
Rilke hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 15:10
γνώσεται ist das Singular in der dritten Person, Futur, Aktiv, Indikativ von
γιγνώσκω und das wiederum kann man unterschiedlich übersetzen: wahrnehmen; bemerken; erkennen; wissen; erfahren; lernen; verstehen.
Wer einen spät-neutestamentlichen Text der hellenistischen Koine mit antiker Poesie auslegt, statt mit dem spezifischen Sprachgebrauch des Autors Johannes selbst, betreibt keine seriöse Exegese.
Da stehe ich auch auf Ottos Seite. Auch wenn es für diesen Fall für mich keine Rolle spielt, aber man kann keinen Text in einem attischen Griechisch mit strenger Grammatik für einen späteren Text in Koine mit aufgeweichter Grammatik zur Textdeutung heranziehen. Das halte ich für eine falsche Exegese biblischer Texte.