Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Rund um Bibel und Glaube
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Helmuth
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 13:29 Es geht nicht darum irgendwas zu glauben, sondern was geschrieben steht.
Das ist keine Frage, als wüsste ich das nicht, dabei aber kontextlose Bezüge herzustellen sehe ich nicht als meine Stärke bzw. Schwäche, je nachdem, wie man es nimmt. ;)

Diese Spezialdisziplin üben andere aus und ihnen kann man oft nicht erklären, dass sie Kraut und Rüben durcheinander werfen. Dazu gehört auch die mangelnde Differenzierung zwischen Allmacht und Vollmacht.
Zippo hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 13:29 Und auch an dich mal die Frage: Wie definierst du Allmacht ?
Vom hebräischen Begriff her zunächst recht schwer, denn "shadaj" ist ein Wort aus dem Alt-Hebräischen, das nur im Kontext mit Gott steht und wie ein Titel gebraucht, aber an keiner Stelle näher erklärt wird. Eine Etymologie von "shadaj" kennt man nicht und Vermutungen verbreite ich nicht.

Wir haben das Zeugnis, dass Paulus und Johannes zumindest den Koine-Begriff "pantokrator" gebrauchen, womit ein Bezug zum Allmächtigen theologisch hergestellt wird. Zu 1 Mose 17:1 dem hebr "shadaj" besteht aber eine Lücke. So kann ich dir hier nur meine persönliche Auffassung geben auf Basis meiner Erkenntinis

Allmacht umfasst "alle" Macht, d.h. ohne Ausnahme. Gott exklusiv wird diese Eigenschaft zugeschrieben. Ein Mensch kann von seiner Macht delegiert bekommen, was Gott für jeden auch vorsieht, aber niemals etwas zu 100% und schon gar nicht für alle Bereiche.

Der Sinn dahinter ist einfach: Gäbe Gott einen Bereich völlig ab, entzöge er sich der Kontrolle und auf einmal hätte der Mensch in einer Sache die ganze Macht und nicht mehr Gott. Dann wäre es unmöglich etwas zu korrigieren, und jeder Mensch ist fehlerhaft, auch wenn er dabei nicht sündigt. Doch so bewahrt er ihn ja schließlich auch.

Also die reine Logik sagt, dass Gott nie die Gesamtkontrolle aus der Hand geben darf, sonst wäre ein Machtbereich dahin. Er behält die Allmacht. Sprachlich ausgedrückt hat er das letzte Wort und wir wissen, dass sein Wort kein leeres Wort ist, sondern ausrichtet, wozu er es sendet.

Unsere Beobachtung bestätigt auch praktisch diesen Sachverhalt. Am klarsten dann, wenn Gott jemand in sein Unglück laufen lässt, weil er jede Warnung in den Wind schlägt, sodass Gott ihn erst durch seinen Tod stoppen kann. Es ist so nicht Gottes Wille, aber wer meint seine Titanik wäre unsinkbar, dem kann Gott auch zeigen, dass er keine Macht dazu hat, sie über Wasser zu halten, wenn Gott es nicht zulässt.
Zuletzt geändert von Helmuth am Di 21. Apr 2026, 04:01, insgesamt 1-mal geändert.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Johncom
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Johncom »

Zippo hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 17:15 Gott kann man nicht definieren, aber man könnte das Wort definieren. Wer darf sich alles so bezeichnen ?
Gott bezeichnet sich gegenüber Mose: Ich bin der Ich bin. Das ist eine sehr geheimnisvolle Offenbarung. Aber keine Definition. Der menschliche Verstand will definieren. Im menschlichen Denken kommt dann heraus: Ich bin Gott, der Herr, ich habe Macht.
Und wenn es z. Bsp. um den Gott geht, der alle Dinge erschaffen hat, dann könnte man ihn beschreiben: Gott ist Geist, er schafft alle Dinge, und er schafft alle Lebewesen, sowohl in der Himmelswelt, als auch auf Erden. ..
So stimmt es für jeden. und richtig: er schafft, nicht nur: er "hat" erschaffen. Gott als gegenwärtigen Schöpfer zu sehen, ich glaube das ist richtig.
Man sagt, es wäre die Liebe, die Gott dazu bewogen hat, jedem Geschöpf seine Freiheit zu lassen. Liebe darf nicht erzwungen sein.
Es ist aber auch die Frage, welche Gewalt Gott über seine Geschöpfe hat ? Er hat sich gewaltige Engel geschaffen, inwieweit beherrscht er die eigentlich ?
Also Freiheit lassen, aber Gewalt über Geschöpfe erwarten, das könnte ein Widerspruch sein. Es könnte so sein: Gott lässt und Zeit, das wir uns zur Liebe und Einsicht entwickeln.
Ja, es ist die Natur der Welt, wenn dieses Wort im biblischen Sinne gebraucht. Und da wird es für alles gebraucht, wo Satan seine Finger im Spiel hat, der ist ja bekanntlich der Gott dieser Welt.
Manche sagen, alles ist satanisch, sogar die Kirchen ordnen sich unter das "von Satan beherrschte System", aber es sollte keine Angst machen, Angst lähmt die seelischen Kräfte, und die können frei bleiben vom System.
Wer unter seinem Einfluß lebt, sollte etwas merken, weil sich die Seele verfinstert. Das wird zur Selbsterkenntnis hilfreich sein, obwohl es viele Menschen trotzdem nicht merken. Satan geht ja auch zuweilen sehr geschickt vor, er verführt in der Weise, daß es den Bedürfnissen der Menschen nahekommt und er wirkt auch manchmal so, daß der Mensch denkt, es wäre Gott, der an ihm arbeitet.
Ja, man kann aufmerksam beobachten: Wo und wann verfinstert sich meine Seele. Dann die Reißleine ziehen, ein Stopp-Signal. Sich zurückziehen aus dem Strudel, reflektieren bis man sich wieder neu ausgerichtet hat auf die ewige Wahrheit.
Du triffst jedenfalls deine Entscheidungen. Und wenn du sie getroffen hast, wer wollte dich daran hindern, deine Vorhaben umzusetzen ?
Meistens die Bequemlichkeiten der Vergangenheit. Die alten Komfortzonen. Dann gibt es aber auch den Impuls, jetzt mache ich es anders.
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Zippo
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Zippo »

Rilke hat geschrieben: Sa 18. Apr 2026, 14:08 Alles ist dem Willen Gottes unterworfen, in dem Sinne, dass es keine zweite derartige Macht gibt, die Gott echte Konkurrenz machen könnte. Selbst der Widersacher ist ein Geschöpf und handelt nicht vollkommen unabhängig von Gottes Macht.
Aber daraus dürfe man nicht folgern, dass Sünde und dämonisches Wirken in derselben Weise Gottes Willen entsprechen wie das Gute. Die Sünde ist letztendlich ein Missbrauch der von Gott gegebenen Freiheit - aber auch diese Freiheit entzieht sich nicht dem Willen Gottes.

So sehe ich das. :)
Jetzt müßtest du nur noch sagen, wo du diese Einsichten herhast ?

Ich glaube nicht, daß es so ist, wie du sagst und ich habe meine Einsicht auch biblisch begründet. Und die Realität sieht nämlich ganz anders aus !

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Zippo
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Sa 18. Apr 2026, 18:27
Zippo hat geschrieben: Sa 18. Apr 2026, 15:38 Ich kann nirgendwo lesen, daß Gott gegen Satan und die Mächte und Gewalten , die ihm folgen, etwas tut, ohne seine ihm treuen Engel dafür einzusetzen.
Du magst es vielleicht nicht sehen, aber er wacht über sein Volj. Bei seinen Feinden agiert er sicher anders. Aber es geht gar nicht darum, was wir sehen oder nicht sehen, sondern dass er alle Macht hat. Uns ermahnt der Heilige Geist auszuharren.
Gott wacht über sein Volk, das wird er wohl tun. Aber es ist doch auffällig, wieviel Kampf und Streit es schon in den ersten Tagen der Christenheit gegeben hat. Da haben sich Satan und seine Heerscharen mit Hilfe der jüdischen Oberen und den Römern über die Christen hergemacht. Menschen wurden eingesperrt, verfolgt und umgebracht.
Und so ist es dann in den nächsten Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden auch weitergegangen.

Gott wacht mit seinen Engeln über sein Volk, aber Satan versucht zu hindern und zu schaden, das ist doch ein viel besserer Ansatz die Kirchen- bzw. Weltgeschichte zu verstehen. Anstatt sich vorzustellen, daß Gott mit seinem Geist immer alles verhindern könnte, was ihm nicht gefällt !
Helmuth

Du übst dich in der Klage Habakuks. Lies, was er ihm gesagt hat. Immerhin war er einer seiner Propheten. Ihn zitiert auch Paulus. In deinem Fall muss man noch etwas ausholen.
Hab 2,1-3 hat geschrieben: 1 Auf meine Warte will ich treten und auf den Turm mich stellen und will spähen, um zu sehen, was er mit mir reden wird und was ich erwidern soll auf meine Klage. Da antwortete mir JHWH und sprach: Schreibe das Gesicht auf, und grabe es in Tafeln ein, damit man es geläufig lesen könne; denn das Gesicht geht noch auf die bestimmte Zeit, und es strebt zum Ende hin und lügt nicht. Wenn es sich verzögert, so harre darauf; denn kommen wird es, es wird nicht ausbleiben.
Danach kommt der Teil, den auch Paulus zitiert:
Hab 2,4 hat geschrieben: Siehe, aufgeblasen, nicht aufrichtig ist in ihm seine Seele. Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.
Da mußt du aber auch das erste Kapitel lesen:
[Hab 1,1-4] Dies ist die Last, welche der Prophet Habakuk gesehen hat. HERR, wie lange soll ich schreien, und du willst nicht hören? Wie lange soll ich zu dir rufen über Frevel, und du willst nicht helfen? Warum lässest du mich Mühsal sehen und siehest dem Jammer zu? Raub und Frevel sind vor mir. Es geht Gewalt über Recht. Darum ist das Gesetz ohnmächtig, und keine rechte Sache kann gewinnen. Denn der Gottlose übervorteilt den Gerechten; darum ergehen verkehrte Urteile.
Das klingt nicht so, als ob Gott die letzte Entscheidung hat, was geschieht. Denn dann würde er ja lauter Unrecht gutheißen.
In Israel waren schlimme Verhältnisse, Habakuk lebte in der Endzeit des Volkes Israel, bevor sie in die Gefangenschaft nach Babylon verschleppt wurden. Die Chaldäer wollte Gott erwecken, um Israel zu besiegen und nach Babylon zu holen.
[Hab 1,6-7] Denn siehe, ich will die Chaldäer erwecken, ein bitteres und schnelles Volk, welches ziehen wird, soweit die Erde ist, Wohnungen einzunehmen, die nicht sein sind, und wird grausam und schrecklich sein; das da gebeut und zwingt, wie es will.
Das hat dann Nebukadnezar getan und Gott brauchte im weiteren nur auf einzelne Menschen zu achten, die dem Willen Gottes gehorsam waren, dann erhielten sie eine bessere Behandlung.

Dann kommen im nächsten Kapitel die Zeilen, die du zitierst. Es wundert mich immer, warum diese Worte in diesem Zusammenhang gesagt werden. Das Volk Israel drohte zu scheitern und glauben war nötig, um diese Zeit einigermaßen zu überleben. Wer verschont werden wollte, mußte sich den Chaldäern ergeben und ausliefern, davor hatten sie aber große Angst.
[Jer 21,8-10] Und sage diesem Volk: So spricht der HERR: Siehe, ich lege euch vor den Weg zum Leben und den Weg zum Tode. Wer in dieser Stadt bleibt, der wird sterben müssen durch Schwert, Hunger und Pestilenz; wer aber sich hinausbegibt zu den Chaldäern, die euch belagern, der soll lebendig bleiben und soll sein Leben als eine Ausbeute behalten. Denn ich habe mein Angesicht über diese Stadt gerichtet zum Unglück und zu keinem Guten, spricht der HERR. Sie soll dem König zu Babel übergeben werden, dass er sie mit Feuer verbrenne.
Als Paulus diese Worte schreibt und Habakuk zitiert, da war Israel auch wieder im Begriff zu scheitern, sie haben dem Herrn Jesus nicht geglaubt und manche Israeliten haben die Stadt nicht verlassen, bevor sie von den Römern angegriffen wurde.
[Lk 19,41-44] Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt an und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient! Aber nun ist’s vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, dass deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem anderen lassen, darum dass du nicht erkannt hast die Zeit, darin du heimgesucht bist.
Was wird in der Himmelswelt passieren, um den Willen Gottes umzusetzen ? Da werden sich Heerscharen von Engeln darum bemühen und dabei auch auf Widerstände bei den Engeln Satans stoßen, die versuchen, die Pläne Gottes zu vereiteln. In Dan 10 kriegt man ja einen kleinen Eindruck, was da passiert.

Dabei werden wesentliche Dinge überwacht, aber im Einzelnen ist da nicht alles dem Willen unterworfen.

Gruß Thomas
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Zippo
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 18:37
Zippo hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 13:29 Es geht nicht darum irgendwas zu glauben, sondern was geschrieben steht.
Das ist keine Frage, als wüsste ich das nicht, dabei aber kontextlose Bezüge herzustellen sehe ich nicht als meine Stärke bzw. Schwäche, je nachdem, wie man es nimmt. ;)
Das machst du doch immer, ich dagegen bemühe mich um die Zusammenhänge.
Helmuth
Zippo hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 13:29 Und auch an dich mal die Frage: Wie definierst du Allmacht ?
Allmacht umfasst "alle" Macht, d.h. ohne Ausnahme. Gott exklusiv wird diese Eigenschaft zugeschrieben. Ein Mensch kann von seiner Macht delegiert bekommen, was Gott für jeden auch vorsieht, aber niemals etwas zu 100% und schon gar nicht für alle Bereiche.
Das ist aber eine sehr persönliche Definition von Allmacht. Hast du nicht mal KI befragt, in ein Lexikon geschaut oder gar eine Aussage der Bibel, um deine Vorstellung zu bekräftigen ?
Helmuth

Der Sinn dahinter ist einfach: Gäbe Gott einen Bereich völlig ab, entzöge er sich der Kontrolle und auf einmal hätte der Mensch in einer Sache die ganze Macht und nicht mehr Gott. Dann wäre es unmöglich etwas zu korrigieren, und jeder Mensch ist fehlerhaft, auch wenn er dabei nicht sündigt. Doch so bewahrt er ihn ja schließlich auch.
Wo steht denn so etwas in der Bibel ?
Helmuth

Also die reine Logik sagt, dass Gott nie die Gesamtkontrolle aus der Hand geben darf, sonst wäre ein Machtbereich dahin. Er behält die Allmacht. Sprachlich ausgedrückt hat er das letzte Wort und wir wissen, dass sein Wort kein leeres Wort ist, sondern ausrichtet, wozu er es sendet.
Gottes Wort kommt nicht leer zurück, das steht geschrieben:
[Jes 55,10-11] Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahinkommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, dass sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen: also soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, was mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich’s sende.
Muß jetzt deswegen alles dem Willen Gottes unterworfen sein ? Das ist ja wohl damit nicht gemeint. Gott wird seine Vorhaben in der Welt umsetzen, aber für alle seine Geschöpfe gibt es viel Freiheit.
Helmuth

Unsere Beobachtung bestätigt auch praktisch diesen Sachverhalt. Am klarsten dann, wenn Gott jemand in sein Unglück laufen lässt, weil er jede Warnung in den Wind schlägt, sodass Gott ihn erst durch seinen Tod stoppen kann. Es ist so nicht Gottes Wille, aber wer meint seine Titanik wäre unsinkbar, dem kann Gott auch zeigen, dass er keine Macht dazu hat, sie über Wasser zu halten, wenn Gott es nicht zulässt.
Es kann passieren, daß Gott Menschen in ihr Unglück laufen läßt, das werden sogar eine ganze Menge sein.
[Mt 7,13-14] Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.
Daß Gott Menschen durch den Tod stoppt, das kann ich leider in der Welt nicht beobachten. Wieviele Machthaber und Diktatoren haben grausamstes Unrecht verbreitet und niemand hat sie gestoppt.
Unglücke passieren und kein Gott schreitet ein, außer daß er sich der Seele der Toten bemächtigt, die er gerne haben will. Manchmal tröstet er noch die Angehörigen.
[Mt 10,28-29] Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater.
Meine Erkenntnis ist, daß Gott nicht jedes Ereignis überwacht. Gott hat seine Engel in die Welt entsandt, die Einen helfen, die anderen schaden und die guten Engel werden die Bösen von den Gerechten scheiden. Das passiert aber meiner Ansicht nach schon seit die Schöpfung existiert, es wird nicht erst am Ende der Welt sein. Aber irgendwann wird ja das Weltgericht sein und dann wird die Auswahl abgeschlossen.
[Mt 13,47-51] Abermals ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, womit man allerlei Gattung fängt. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäß zusammen; aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein. Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden?
Bis dahin kann aber jeder Mensch leben, wie er will. Gute und böse Engel beeinflussen das Weltgeschehen, viel mehr ist da nicht zu erwarten.

Gruß Thomas
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Rilke
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Rilke »

Zippo hat geschrieben: Di 21. Apr 2026, 12:33 Jetzt müßtest du nur noch sagen, wo du diese Einsichten herhast ?

Ich glaube nicht, daß es so ist, wie du sagst und ich habe meine Einsicht auch biblisch begründet. Und die Realität sieht nämlich ganz anders aus !

Gruß Thomas
Hallo Thomas!

Diese Einsichten habe ich aus der Heiligen Schrift und wie sie seit frühester Zeit ausgelegt wird.

Dass Gott souverän ist und keine Macht ihm Konkurrenz machen kann, sieht man zum Beispiel an Stellen wie Psalm 115:3: "Unser Gott, er ist im Himmel, alles, was ihm gefällt, vollbringt er", oder Daniel 4:32, wo geschrieben steht, dass niemand seiner Hand wehren kann.
Der Teufel als Widersacher ist selbst nur ein Geschöpf des Herrn und kann ihm deswegen kein gegenüberstehendes Prinzip mit gleicher Gewalt sein. Er handelt als Geschöpf unter Grenzen, die ihm der Herr selbst gesetzt hat.
"Der HERR sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus!" - Hiob 1:12
Oder auch
"Da sprach der HERR zum Satan: Gut, er ist in deiner Hand. Nur schone sein Leben!" - Hiob 2:6
Hier wird klar, dass der Teufel nicht unabhängig handeln kann, sondern nur innerhalb der Grenzen, die der allmächtige Gott gesetzt hat.

Dass Gott nicht der Urheber der Sünde ist, ist glasklare biblische Lehre.
"Denn Gott lässt sich nicht zum Bösen versuchen, er führt aber auch selbst niemanden in Versuchung." - Jakobus 1:13b
"Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt" - Psalm 5:5a

Deswegen unterscheide ich zwischen der Allmacht Gottes, die real und unbegrenzt ist, und seiner Billigung des Schlechten, das dem freien Willen entspringt. Wenn Gott etwas zulässt, bedeutet das nicht, dass Sünde oder dämonische Kräfte genauso seinem Sinn und Willen entsprechen wie die Wahrheit und Gerechtigkeit.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Aussage Josephs in 1. Mose 50:20: "Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht"
Selbst in der Apostelgeschichte (2:23) wird erklärt, dass der Tod Jesu eine Sünde der Menschen war aber nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen geschehen ist.

Ich hoffe das ist so begründet wie du das wolltest.
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
- Hl. Thomas v. Aquin
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Larson »

Zippo hat geschrieben: Fr 17. Apr 2026, 16:18 Ich hatte schon gesagt, der Herr Jesus muß mit seinen Engeln immer dagegen halten, wenn Satan etwas tun will, was ihm nicht gefällt. Es passieren trotzdem viele seiner Schandtaten und so manchen gottgefälligen Menschen hat Gott nur durch den Tod aus seiner mißlichen Lage befreit.
Also das nenne ich dann "Kapitulation eine Theologie". Aber es wird verzweifelt daran festgehalten.
Mt 6,10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.
Muss Gott um seinen „Willen“ kämpfen? Er, der da spricht und es wird, oder es vergeht…
Tja, wo beginnt der Unglaube?
Jes 44, 24 So spricht JHWH, dein Erlöser und der von Mutterleib an dich gebildet hat: Ich, JHWH, bin es, der alles wirkt, der die Himmel ausspannte, ich allein, die Erde ausbreitete durch mich selbst (also auch nicht durch einen "Sohn");
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mi 22. Apr 2026, 10:47 Das ist aber eine sehr persönliche Definition von Allmacht.
Vielleicht, aber zuerst gehe ich vom Begriff selbst aus. Allmacht bedeutet alle Macht zu haben. Wer außer Gott könnte denn noch alle Macht haben? Dann würden sich sozusagen zwei Mächteblöcke konkurrenzieren. Das ist unter Menschen oft der Fall, aber bei Gott eine hypothetische Frage fern jeder Realität.

Meine Referenz, dass bei Gott alle Dinge möglich sind, hast du nicht anerkannt, aber das erklärt es, wenn auch auf indirekte Weise. Es impliziert, dass beim Menschen nicht alle Dinge möglich sind, sondern nur die, welche Gott ihm ermöglicht. Das geht einher mit Machtzuteilung, die wiederum nur von Gott ausgeht.

Ich habe noch eine zweite Referenz:
Joh 3:27 hat geschrieben: Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann gar nichts empfangen, wenn es ihm nicht aus dem Himmel gegeben ist.
Dies drückt auch aus, dass des Menschen Macht immer davon abhängt, welche Macht ihm gegeben wird. Damit muss erstens die Macht des Machzuteilers höher stehen und zweitens dieser auch über mehr Macht verfügen. Eine höhere als Gott gibt es aber nicht, so hat er immer alle Macht.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Johncom »

Helmuth hat geschrieben: Mi 22. Apr 2026, 19:45 Ich habe noch eine zweite Referenz:
Joh 3:27 hat geschrieben: Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann gar nichts empfangen, wenn es ihm nicht aus dem Himmel gegeben ist.
Dies drückt auch aus, dass des Menschen Macht immer davon abhängt, welche Macht ihm gegeben wird. Damit muss erstens die Macht des Machzuteilers höher stehen und zweitens dieser auch über mehr Macht verfügen. Eine höhere als Gott gibt es aber nicht, so hat er immer alle Macht.
Nur was mir auffällt beim Querlesen hier: In ursprünglich 3 Zeilen gleich 6 mal das Wort "Macht".
Und vielleicht ein Hinweis darauf, warum das (zumindest) westliche Christentum geistig an Macht verliert. An Einfluss auf Gottsuchende. Weil Gott überhaupt nichts mit Macht zu tun hat? Könnte daran liegen?

Gott ist Geist, Gott ist die Liebe. Na klar, Geist und Liebe geben unendlich viel Macht. Aber wer zuerst Macht sucht, ohne Geist und Liebe, der scheitert.
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Re: Ist alles dem Willen Gottes unterworfen ?

Beitrag von Zippo »

Johncom hat geschrieben: Di 21. Apr 2026, 03:04
Zippo hat geschrieben: Mo 20. Apr 2026, 17:15 Gott kann man nicht definieren, aber man könnte das Wort definieren. Wer darf sich alles so bezeichnen ?
Gott bezeichnet sich gegenüber Mose: Ich bin der Ich bin. Das ist eine sehr geheimnisvolle Offenbarung. Aber keine Definition. Der menschliche Verstand will definieren. Im menschlichen Denken kommt dann heraus: Ich bin Gott, der Herr, ich habe Macht.
Und wenn es z. Bsp. um den Gott geht, der alle Dinge erschaffen hat, dann könnte man ihn beschreiben: Gott ist Geist, er schafft alle Dinge, und er schafft alle Lebewesen, sowohl in der Himmelswelt, als auch auf Erden. ..

So stimmt es für jeden. und richtig: er schafft, nicht nur: er "hat" erschaffen. Gott als gegenwärtigen Schöpfer zu sehen, ich glaube das ist richtig
Als der Gott Israels sich den Israeliten mit dem Namen Jahwe vorstellt, der "Ich bin", da litt Israel schon längere Zeit unter der Sklaverei in Ägypten und waren nicht mehr sicher, ob der Gott ihrer Väter noch existiert oder sie vielleicht vergessen hat. Denn ein Gott sollte doch Macht haben und seinem Volk helfen.
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Gott bezeichnet ein übernatürliches, oft als Schöpfer verehrtes höchstes Wesen, das in monotheistischen Religionen (Christentum, Judentum, Islam) als einzigartig, allmächtig und gütig gilt. Es ist eine transzendente Macht, die über der Natur steht. Im Polytheismus existieren mehrere Gottheiten. Sprachlich leitet sich das Wort von germanisch *guða- („angerufen“) ab.
Viele Völker haben damals ihre Götter angerufen.

Jetzt gehen wir davon aus, daß sich dem Volk Israel der wahre Gott offenbart hat, der alle Dinge geschaffen hat. Wo wird er sich hauptsächlich aufhalten ? Die Bibel spricht von einem Himmel, wo Gott wohnt. Psalm 115,3

In der Offenbarung steht folgender interessanter Satz:
Off 12,12
Darum freuet euch, ihr Himmel und die darin wohnen! Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, dass er wenig Zeit hat.
Der Himmel, wo Gott wohnt, ist also räumlich getrennt von der irdischen Welt.Und da ist doch ein ständiger Verkehr von Engeln, die den Himmel bevölkern und der Erde.
Joh 1,51
Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn.
Der Teufel ist ein Fürst unter ihnen und wird nach der Auferstehung aus dem Himmel entlassen.
Die Menschheit bleibt nicht ohne Schutz, aber 1/3 der Mächte und Gewalten des Himmels werden von Satan mitgerissen und entfalten ihre Macht auf Erden. Off 12,4
Johncom
Man sagt, es wäre die Liebe, die Gott dazu bewogen hat, jedem Geschöpf seine Freiheit zu lassen. Liebe darf nicht erzwungen sein.
Es ist aber auch die Frage, welche Gewalt Gott über seine Geschöpfe hat ? Er hat sich gewaltige Engel geschaffen, inwieweit beherrscht er die eigentlich ?
Also Freiheit lassen, aber Gewalt über Geschöpfe erwarten, das könnte ein Widerspruch sein. Es könnte so sein: Gott lässt und Zeit, das wir uns zur Liebe und Einsicht entwickeln.
Es ist z. Bsp. in Off 12 auch zu lesen, daß es da Kämpfe in der Himmelswelt gibt, Gott selbst beherrscht da niemand im Himmel, seine Engel machen das. Sie kämpfen im Himmel gegeneinander und auf Erden wird es wohl auch nicht anders sein.
[Off 12,7-9] Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen.
Mit diesem Kräfteverhältnis kann doch nicht alles Gott unterworfen sein. Es erklärt doch vielmehr, warum die Christen schon in den ersten Jahrhunderten große Probleme hatten und sich zu Zeiten der Herrschaft römischer Kaiser in den Katakomben verstecken mußten.

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