Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

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Johncom
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von Johncom »

Magdalena61 hat geschrieben: So 22. Mär 2026, 02:20 Ein Land ohne Glauben


Ja, Peter Hahne ist ein begnadeter Erkenner und in Rede begabt.
Wenn schon junge Muslime "sehen", dass Europa seine Werte aufgegeben hat, dann muss man sich nicht wundern, wenn sie mit einer siegessicheren Haltung kommen. Wenn ihnen gepredigt wurde, ihr seid die Zukunft, die Europa zurückführen soll zum wahren Glauben.
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Lena
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von Lena »

Der Besucherrekord liegt bei 2309 Besuchern, die am Mi 25. Mär 2026, 01:47 gleichzeitig online waren.
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Lea
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von Lea »

Die letzte Zeit wird wieder mehr hier wirklich diskutiert. Und so habe ich gerade mal eine längere Zeit neue Beiträge in den verschiedenen Threads gelesen.

Es fasziniert mich, wie viele verschiedene Meinungen/Auslegungen zu verschiedenen Bibel-Abschnitten von den verschiedenen Menschen es gibt. Fast alle kann ich irgendwie nachvollziehen, wenn ich von unterschiedlichen Lebens-Hintergründen der User ausgehe. Und trotzdem scheint es, als wenn die Spanne zwischen den Glaubenden oft sehr weit geht und sogar widersprüchlich klingt.

Und während ich so lese und drüber nachdenke, fällt mir wieder eine Episode aus vergangenen Zeiten ein - als ich in einer Bibelschule studierte, während ein Vortrags-Reihe von Prof.Dr.Wilder-Smith über "die Schöpfung" und der "Evolutionstheorie" stattfand.

An einem Tag las er zu Beginn den Text aus 1.Kor.42-49 vor.
Danach stellte er ganz allgemein die Frage: "Habt ihr das alle Alle verstanden"?
Ganz brav nickten wir alle. Er fragte: "Wirklich"? - Da wurde es schon etwas zögerlicher. Aber wir waren ja in einer Bibelschule. Und wenn wir aufgepasst haben, dann gab es ja für fast alles irgendeine Erklärung.

Der Professor meinte dann ganz trocken: "Dann kann ich euch ja nichts Neues mehr erzählen - denn ich verstehe es nicht wirklich".

Ich habe in diesem Moment verstanden, dass es mit dem Verstehen von den Texten der Bibel so eine Sache ist ... was bei den jeweiligen Zuhörern und Beobachtern an Erfahrungen aus dem eigenen Leben mit eingeflochten wird. Und nicht zuletzt auch genau das, was man an Auslegungen der Bibeltexte schon verinnerlicht hat.

Für mich persönlich ist es (m-)ein Lebenswerk, verbunden mit unaufhörlichem Lernen, Bibeltexte zu lesen, unter Ausschluss der Lehren, welche ich anfangs für die einzige Wahrheit hielt. Denn ich bin praktisch mit der Bibel aufgewachsen, und habe von Kindheit an die menschliche Auslegung aufgenommen. So war es immer auch wieder auch "Arbeit", das ganze Drumherum in den Hintergrund zu stellen und das Vordergründige versuchen zu verstehen.

Für mich hat sich inzwischen heraus kristallisiert, dass es nicht darauf ankommt, dass man die Texte "richtig" versteht, als die Wahrheit. Sondern nur darauf, dass ich (der einzelne Mensch) den Weg zu Gott finde. Und dazu ist Jesus als Mensch in die Welt gekommen: dass Menschen den Weg zu Gott finden - jeder auf seinem Weg. Und dass man dran bleibt an IHM. Das ist das Leben, was wirklich Sinn macht: dran bleiben am Schöpfer, weil ER die einzige Wahrheit IST.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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Abischai
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von Abischai »

Lea hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 14:52 Für mich persönlich ist es (m-)ein Lebenswerk, verbunden mit unaufhörlichem Lernen, Bibeltexte zu lesen, unter Ausschluss der Lehren, welche ich anfangs für die einzige Wahrheit hielt.
Wow !!!
Ich habe dieses nur auszugsweise zitiert, Dein gesamter Beitrag ist erstaunlich, er spricht mir aus dem Herzen.
Der Herr Jesus hatte mal eine Unterredung mit einem reichen Jüngling, und als der ihm alles bestätigte, was der Herr ihn fragte, steht dann der seltsame Satz: "und Jesus gewann ihn lieb". So ungefähr fühlt sich das für mich an, wenn ich sowas lese wie diese Deine Worte hier eben.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Lea
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von Lea »

Abischai hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 18:49 Dein gesamter Beitrag ist erstaunlich, er spricht mir aus dem Herzen.
Danke für deine Rückmeldung. :Herz2:
Das freut mich jetzt wirklich dass mein Text für dich ermunternd wirkt.
Hatte zuerst gezögert mit schreiben, ob das überhaupt Sinn macht, meine Gedanken so mitzuteilen.
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von oTp »

Lea hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 14:52 Für mich hat sich inzwischen heraus kristallisiert, dass es nicht darauf ankommt, dass man die Texte "richtig" versteht, als die Wahrheit. Sondern nur darauf, dass ich (der einzelne Mensch) den Weg zu Gott finde. Und dazu ist Jesus als Mensch in die Welt gekommen: dass Menschen den Weg zu Gott finden - jeder auf seinem Weg. Und dass man dran bleibt an IHM. Das ist das Leben, was wirklich Sinn macht: dran bleiben am Schöpfer, weil ER die einzige Wahrheit IST.
Prima, das kann ich voll und ganz bejahen.

Mich bewegt noch diese Frage:
Ich habe so einige Bücher von christlichen "Überfliegern" gelesen. Sie wollen lehren, wie man selber so ein völlig erfülltes christliches Leben lebt. Ich denke, das geht nicht, das funktioniert nicht. Auch hier gilt für mich: Jeder hat seinen eigenen Weg, da nützt die Gebrauchsanweisung eines hochgeistigen Christen nicht viel dazu. Man fragt sich auch zu schnell, warum man selber anscheinend Defizite dabei hat, sowas nicht in dieser Fülle erlebt. Man sollte erst gar nicht probieren, eine-billige-Kopie des Überfliegers zu werden. Aber man sollte sich durchaus ermutigen lassen.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Lea
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Re: Was mich bewegt (was denkst du gerade?)

Beitrag von Lea »

oTp hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 07:53 Mich bewegt noch diese Frage:
Ich habe so einige Bücher von christlichen "Überfliegern" gelesen. Sie wollen lehren, wie man selber so ein völlig erfülltes christliches Leben lebt. Ich denke, das geht nicht, das funktioniert nicht
Damals (als ich noch jung war) wurden "Überflieger" so genannt, weil sie quasi am "Höhepunkt" des Glaubens angefangen haben - aber deshalb gefährdet waren, schneller stolpern und tiefer in den "Abgrund" zu fallen. Weil sie nicht kämpfen mussten, sondern ohne Anlauf zum Fliegen gestartet sind, kennen sie keine Kämpfe des Glaubens. Darum stellten sie auch ihre Erfahrung als "Gebrauchsanweisung" vor, wie Glauben funktioniert - ohne die Erwartung von Hindernissen. Entstanden sind sie oft aus Evangelisationen, in denen am Ende dazu aufgefordert wurde, nach vorne zu gehen - was scharenweise geschah. Diese "Bekehrung" basierte hauptsächlich auf Dogmen und Rituale.
oTp hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 07:53 Man fragt sich auch zu schnell, warum man selber anscheinend Defizite dabei hat, sowas nicht in dieser Fülle erlebt.
Ja - und das ist das Negative daran. Weil das nicht auf die Beziehung zu Gott gegründet ist, sondern auf "Regelkataloge". Somit sind Vergleiche immer negativ besetzt, weil Glauben eben nicht auf Gebrauchsanweisung funktioniert.

Mir fällt da auch wieder ein Lied von "Albert Frey" ein, welches sehr gut dazu passt:

Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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