Helmuth hat geschrieben: ↑So 5. Apr 2026, 09:34
JHWH zeigte kein Interesse mehr Saul zu antworten und nun soll er ihm auf einmal durch eine Totengeist-Beschwörerin antworten? Also gerade durch eine Person, für die er anordnet, dass man solche Frauen für ihre satanischen Praktiken töten soll? Das ist eine gewagte Auslegung Gott derart wankelmütig hinzustellen und noch dazu, dass er es mittels Zauberei zulässt.
Die Unlogik besteht vor allem darin, dass Saul angeblich angeordnet hätte, alle "Totenbeschwörer" ausrotten zu lassen und dann selber zu einer hingeht, die übergeblieben ist, die seine Beauftragten wohl verschont oder nicht gefunden haben. Laut 3. Mose 20,27 sollen "Totenbeschwörer" gesteinigt werden und laut 3. Mose 19,31 und 20,6 sollen "Totenbeschwörer" nicht befragt werden und wer das tut, soll aus der Mitte des Volkes "abgeschnitten" werden.
Die Frau sagt in 1. Samuel 28,21 sie hätte ihr Leben in die Hand gelegt. Was immer sie damit meint. In Vers 9 ging sie noch davon aus, dass sie wegen Saul in Gefahr wäre, da sie noch nicht wusste, dass Saul selbst vor ihr stand. Sie hätte also nicht wirklich ihr Leben riskiert, auch wenn sie das vielleicht gemeint hätte.
Nach der üblichen Lesart trieft die ganze Erzählungen von Widersprüchen. Ich hatte bereits früher eine alternative Lesart dargelegt, die 1. Samuel 28,3 mit 1. Samuel 22,11 ff in Verbindung bringt, da hier Saul den Priester Ahimelech und das Haus seines Vaters töten ließ. Das in 1. Samuel 28,3 mit "Tötenbeschwörer" übersetzte Wort ist nämlich in den überwiegenden Fällen das Wort für Väter. Mit meiner alternativen Lesart wäre 1. Samuel 28,3 eine Rückschau, die am Text selber nachvollziehbar ist. Ansonsten bliebe es einfach ein unerklärter Einwurf, den der Text an keiner Stelle genauer darstellt.