SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36
Und jetzt frag dich mal selbst, wer dich gerade davon abgehalten hat, etwas zur Datierung zu sagen.
Ich wollte es zunächst bei Andeutungen belassen.
Gerschrieben hatte ich darüber schon hier:
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viewtopic.php?p=425911#p425911
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viewtopic.php?p=515172#p515172
Im fraglichen Zeitraum gab es mehrere Mondfinsternisse, die von Judäa aus sichtbar gewesen sein müssten, was natürlich auch vom Wetter abhängig ist.
1. 13. März im Jahre 2 v.Chr. - ca. 04:30
2. 10. Januar im Jahre 1 n.Chr. - ca 02:30
2. 29. Dezember Im Jahre 1 n.Chr. - ca. 18:00
SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36
Ich habe dir hier einen Link herausgesucht, bei dem klar eine Diskrepanz in den biblischen "Geburtsangaben" angesprochen wird:
https://www.forschung-und-wissen.de/mag ... -133710766
Politischer Rahmen: Herodes, Augustus und die Volkszählung
Historische Datierung beginnt bei der Frage, welche Angaben aus den Evangelien mit unabhängigen Quellen verknüpft werden können. Der Name Herodes der Große ist dabei zentral: Der jüdische König, den Rom als Klientelherrscher eingesetzt hatte, starb nach übereinstimmenden antiken Berichten im Frühjahr 4 v. Chr. Wer der Darstellung des Matthäusevangeliums folgt, muss die Geburt Jesu also vor diesem Zeitpunkt ansetzen. Typischerweise wird der Zeitraum zwischen 7 und 4 v. Chr. diskutiert, weil sich hier auch einige astronomisch auffällige Jahre finden, auf die spätere Deutungen des Stern von Bethlehem Bezug nehmen. In Überblicksdarstellungen zur Chronologie der Geburt Jesu, etwa im Projekt Geburt Jesu, wird daher meist von einer Geburt einige Jahre vor unserer Zeitrechnung ausgegangen.
Ganz anders wirkt die Angabe bei Lukas, der die Geburt Jesu mit der Volkszählung des Quirinius verbindet. Diese Steueraufnahme ist aus römischen Quellen als Verwaltungsmaßnahme im Jahr 6 oder 7 n. Chr. in Judäa belegt und war politisch brisant, weil sie die direkte Eingliederung des Gebietes in die römische Provinzverwaltung markierte. Damit verschiebt sich die Szene im Lukasevangelium theoretisch um rund ein Jahrzehnt nach vorn und lässt sich kaum mit der Herodes-Erzählung bei Matthäus vereinbaren. Fachbeiträge zur historischen Einordnung dieser Passage, etwa die Analyse der Universität Iowa zur Volkszählung des Quirinius, kommen daher zu dem Schluss, dass diese Angabe historisch mindestens stark vereinfacht ist. Ob Lukas eine andere, heute unbekannte Steueraktion im Blick hatte oder die Volkszählung bewusst als literarisches Mittel verwendet, bleibt umstritten; für die Datierung des Geburtsjahr Jesu ist diese Diskrepanz jedoch zentral.
Fragliche Aussagen :
Der jüdische König, den Rom als Klientelherrscher eingesetzt hatte, starb nach übereinstimmenden antiken Berichten im Frühjahr 4 v. Chr. Wer der Darstellung des Matthäusevangeliums folgt, muss die Geburt Jesu also vor diesem Zeitpunkt ansetzen.
Welche übereinstimmenden antiken Berichte ? Außer Josephus gibt es nichts, und der nennt nicht mal ein Datum, sondern setzt den Tod des Herodes nur in einen zeitlichen Zusammenhang mit (irgend)einer Mondfinsternis. Er war selber nicht mal Zeitgenosse des Herodes.
Typischerweise wird der Zeitraum zwischen 7 und 4 v. Chr. diskutiert, weil sich hier auch einige astronomisch auffällige Jahre finden, auf die spätere Deutungen des Stern von Bethlehem Bezug nehmen.
Wenn man den Stern von Bethlehem als berechenbares astronomisches Ereignis unterstellt. Das funktioniert aber vorne und hinten nicht, wenn man die Beschreibungen in den Evangelien genau liest.
Ganz anders wirkt die Angabe bei Lukas, der die Geburt Jesu mit der Volkszählung des Quirinius verbindet. Diese Steueraufnahme ist aus römischen Quellen als Verwaltungsmaßnahme im Jahr 6 oder 7 n. Chr. in Judäa belegt und war politisch brisant, weil sie die direkte Eingliederung des Gebietes in die römische Provinzverwaltung markierte.
Hier wird Lukas verkürzt wiedergegeben. Lukas schreibt von einem "Dogma" das vom Kaiser Augustus ausging, die ganze Oikomene einzuschreiben. Weiter schreibt Lukas aber, dass die Einschreibung selber erst zu der Zeit geschah, als Kyrenius Hegemon von Syrien war. Also, kaiserliches Dogma und tatsächliche Einschreibung sind zeitlich getrennt zu denken. Als der Kaiser das Dogma ausrief, musste man den Bewohnern der Oikomene natürlich erst mal Zeit lassen, in ihre Herkunftsorte zurückzukehren. Dabei musste nicht nur der zeitliche Aufwand der Reise berücksichtigt werden, sondern auch, dass die Leute nicht umgehend alles stehen und liegen lassen und sich auf den Weg machen konnten. So können vom Zeitpunkt der Ausrufung des Dogmas bis hin zur tatsächlichen Einschreibung schon einige Jahre vergangen sein. Die Geburt Jesu fand noch statt, als Herodes der Große noch lebte. Sie waren im Vergleich zu manch anderen Familien vielleicht früh dran mit ihrem Sonderuralub. Andere könnten länger gebraucht haben. Und erst dann fand die Einschreibung statt. In der Zwischenzeit ist Herodes verstorben und Joseph ist mit seiner Famiie schon nach Ägypten geflohen. Vielleicht hat er sich so der Einschreibung entzogen, was dann später zu wirtschaftlichen Nachteilen für seine Familie führte.
SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36Dir ist schlicht die Bedeutung der römischen Steuererhebung für die Messias-Thematik unklar.
Vielleicht ist mir nicht klar, was du mit Steuererhebung meinst. Ich bleibe bei den biblischen Termini von Lukas. Das kaiserliche Dogma zum Zweck der Einschreibung hatte heilsgeschichtlich den Zweck, dass der Messias in Bethlehem geboren werden wird und Joseph als Davide und rechtlicher Vater Jesu nach Juda zurück musste und dabei natürlich seine schon schwangere Verlobte mitnahm. Die gehörte ja auch rechtlich zu ihm und war so Teil seiner Familie geworden.
SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36
2. Auf welcher Basis erfolgt deine Einstufung als "zu billig"? Du lieferst rein gar nichts, ausser dass du der christlichen Lesart „entgegenkommen“ möchtest - so kommst du aber niemals zu einer historischen Person "Jesus" (zu „Maria“ und „Josef“ genauso wenig).
Ich setze die Historizität der Person voraus. Das kann man für fragwürdig halten. Aber du bekennst doch, dass für dich die Geschichte symoblisch ist. Über das Symbolische erschließt sich dir irgendwas, was dann als Historizität über bleibt ? Was soll denn das noch sein ?
SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36
Ich habe dich mehrmals gefragt, wieso du von einer historischen Person "Jesus" ausgehst.
Du hast nicht geantwortet - ich kenne somit deine Basis nicht, von der aus du die "komisch"-Einstufung vornehmen können möchtest.
Musst du nicht antworten und darfst Leute für komisch halten, die diese Frage stellen?
Es ist bei mir einfach so, da ich keinen Grund sehe, von etwas anderm auszugehen.
Wenn jemand das anders sieht, nehme ich das auch erst mal so hin. Üblicherweise kommen solche Leute aber mit scheinbaren Gegenbeweisen daher.
Ich kenn mich damit schon aus. Deswegen versuche ich diese vermeintlichen Gegenbeweise und ihre Prämissen zu dekonstruieren.
SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36
Obwohl ich dich darauf hingewiesen habe, hast du jetzt kein einziges Mal die Bedeutung der römischen Steuererhebung berücksichtigt.
Doch, hatte ich vorher schon und jetzt eben noch mal.
SilverBullet hat geschrieben: ↑Sa 14. Mär 2026, 18:36
Ich frage dich:
welche Bedeutung hat die römische Steuererhebung für die Messias-Thematik im Judentum des 1. Jhd.?
Tipp: es geht hier nicht um den Aufenthaltsort von Einzelpersonen, sondern um epochale Vorgänge.
Heilsgeschichtlich und sozialpolitisch hatte die Politik der Besatzungsmächte eine sehr große Bedeutung für das Judentum.
Das könnte man in einem gesonderten Thema behandeln. Hier geht es aber um den oder die Nachkommen Evas, die in Feindschaft mit der Schlange sind und ob Jesus der jenige ist, mit dem sich diese prophetische Aussage Gottes erfüllt. Die Lebensgeschichte Jesu in den Evangelien symbolisch zu lesen, löst die Problemstellung nicht.