ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 10. Mär 2026, 19:02
Ich sehe das ähnlich wie du, bezüglich Jesaja 9,5 und "starker Gott. Aber eigentlich halte ich das gar nicht für wesentlich mit der Grammatik, weil als Name kann das auch ein Hinweis auf Jahwe sein und muss nicht den benamten selber als Gott markieren.
Fein, dann können wir uns auch mit der zweiten Hürde befassen, dem "Ewig-Vater". Wie interpretierst du das? Aber einen Einwand habe ich: Wenn damit das Kind beschrieben wird, dann können seine Titel nicht "Gott" bzw. "Vater" sein.
"El" heißt auch nicht nur Gott. Wir wissen, dass es auch ein Titel ist. Das schicke ich voraus. Bei der Smichut ist das beschreibende Element das Wort im Genitiv. Das erste Nomen muss damit nicht die Beschreibung selbst sein. Das als Gedankenstütze.
Rilke hat geschrieben: ↑Di 10. Mär 2026, 20:06
Der Grund für meine Zurückhaltung ist, dass wir lange Lücken haben. Die wichtigsten masoretischen Handschriften sind mittelalterlich (etwa 11. Jhd.).
Ich denke da besteht eine Lücke (eine andere wieder als bei mir). Lass sie füllen. Du gingest damit davon aus, dass der masoretische Text aus der LXX stammt, zumindest einige Teile. Solches ist für orthodoxe Juden denkunmöglich. Sie würden dich eher steinigen als zuzulassen, dass wer von einem griechischen Text abschreibt. Das setze ich als Prämisse, weil alles andere wider ihre Kultur wäre.
So denke ich liefen zwei Entwicklungen lange parallel, die der Christen, die lange Zeit die LXX gepflegt haben und parallel dazu, aber wie in einer kompletten Parallelwelt, die der jüdischen Tradition in der Diaspora, die sich aber strikt an die Torah hielt.
Darin schon wird das Vermischen mit Heiden verboten. Diese absolute Striktheit am Buchstaben zu kleben, hatte Gott gar nicht so gemeint, und Jesus auch korrigiert, aber schon unter Esra kannst du sehen, wie ernst ihnen damit war.
Erst mit der ersten Veröffentlichung der masoretischen Texte erhielten Christen Zugang zu deren Codizes. Deshalb ist es meine Auffassung, dass der protomasoretische Text die Grundlage für den masoretischen ist. Und eigentlich sagt das schon der Begriff "protomasoretisch".
Dass man in Qumran keine vollständigen Text findet ist ja nicht ungewöhnlich, das ist mit den Funden zum NT nicht anders. Man hat nur Fragmante, es gibt kein einziges vollständiges Werk. Aber Gott bewirkt auch Wunder und erhielt uns eine vollständige Jesaja-Rolle, weil es diese im 2. Jh vor Chr. auch gegeben hat. Gott hat sie nicht hergezaubert, sondern erhalten. Die Abweichungen sind minimal.
D.h. das Untersuchen der (anderen als 1QJes) Textinhalte ist hier ineffizient. So gingest du auch mit dem NT einen Irrweg. Es belegt nur, dass jene Texte authentisch sind, die auch erhalten wurden. D.h. das, was man gefunden hat, entspricht weiterhin dem Urtext.
Wir dürfen aber aber auch annehmen, dass Christen es damit nicht so genau genommen haben, also ist auch die LXX nicht aus einem Guss. Für Juden hingegen wäre jede Form Textfälschung eine Todsünde. Die LXX hingegen wich schon von Anfang an vom Grundtext ab, und warum habe ich schon erklärt, wegen der Hellenisten.
luett-matten hat geschrieben: ↑Di 10. Mär 2026, 20:47
Wenn man eine Evolution von Grunzlauten hin zu ersten einfachen Worten und einer Urform von Sprache annimmt, dann hat die Sprache ansich keine weitere Bedeutung, sie ist dann ein schlichtes Produkt des Zufalls, der Evolution.
Zuerst gehst du von der Evolution aus um sie dann zu relativieren? Das ist unlogisch. Gott spach von Anfang an mit Adam. Oder meist du, sie "grunzten" sich an? Man kann Adams Sprachfortschritt, so denke ich, mit jeder normalen Kindesentwicklung vergleichen. Ein Kind durchläuft keine Evolution durch, sondern kann in ca. 4-5 Jahren vollständig sprechen.
Also schon Adam und Eva beherrschten ganz normal ihre Sprache. Welche wissen wir nicht, aber was wir wissen ist, dass sie später auch verwirrt wurde (Genesis 11), sodass wir heute unzählige Sprachen haben. Darum auch der Thread Wirrnisse in Christus zu lösen.