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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 01:27
von Johncom
Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 11:58 Das Gebot Jesu war vor allem auch, daß seine Nachfolger an ihn glauben sollen.
Vielleicht erkennst du einen feinen Widerspruch in diesem Satz?

Man kann Jesus glauben, aber man kann nicht "an ihn" glauben. Man kann glauben, auch verstehen und akzeptieren, was Jesus lehrt, ist richtig und führt ins Heil. Man kann Jesus in vollem Vertrauen nachfolgen.
Aber "an ihn" zu glauben, das wäre ja Personenkult.
Natürlich geht das auch, und ein Blick in die heutige Welt der Religionen zeigt, wie Statuen bei Prozessionen getragen werden, auch Marien und Heilige, und das sind keine bösen Menschen, die das machen.

Aber Jesus wollte Nachfolger! Und sicher auch Heiler, die vollbringen was er seinem inneren Kreis lehrte. Glauben geht nicht ohne Überzeugung. Man weiß als Nachfolger aus eigener Erfahrung, so geht's, so ist es richtig. Glauben ist kein Glücksspiel, wo ich nur hoffe, dass meine Farbe gewinnt.

Sind Christen zum Leiden berufen ?
Natürlich nicht. Die Seele kommt ins Heil weil wir lernen, diese Erde wird überwunden werden. Das ganze ach und weh des Körpers, die ganzen Wunschträume von Ruhm und Anerkennung. Nichts bleibt. In der Ewigkeit wird der große Frieden geschenkt. Und manche finden ihn schon hier.

Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 08:10
von Helmuth
Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 01:27
Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 11:58 Das Gebot Jesu war vor allem auch, daß seine Nachfolger an ihn glauben sollen.
Vielleicht erkennst du einen feinen Widerspruch in diesem Satz?
Zippo spricht hier schriftkonform, denn Jesus selbst sagt das:
Joh 14,1 hat geschrieben: Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich!
Er sagt nicht "an mein Wort", sondern "an mich". Und mit Gott verhält es sich desgleichen. An Jesus zu glauben ist kein Personenkult, sondern es geht um das Intimste, das möglich ist. Sein persönlichen Werk war, dass er sein Leben für mich und dich gegeben hat.

So glaube ich an sein Wort als auch "an ihn", weil er nicht nur die Wahrheit kennt, sondern für mich auch gestorben ist. Dieses Leid ist eine zutiefst persönliche Sache, dass er leiden musste, was eigenltich um der Gerechtigkeit willen mir oder dir zustünde.

Wenn du mir ein wahres Wort gibst, dann kann ich daran glauben, aber ich kann nicht "an dich" glauben, weil du wie ich nur ein Mensch bist, aber nicht der Gesandte Gottes für die Wahrheit. Wenn du das anders siehst, dann hast du vielleicht nur einen intelellektuellen Glauben aber keinen, der durch den Heiligen Geist in dir und mit dir fest verwoben und verankert ist, sodass es Körper, Seele und Geist völlig durchdringt.

Wie Jesus gelitten hat, leidet auch mein Herz mit, denn nun weiß ich, dass ich ihm mit angetan habe, was er am Kreuz leiden musste. Er erwartet sich, dass ich unabhängig davon auch zum Leid bereit bin, weil es bezeugt, wer unser Herr ist, wenn uns ein anderer aus Neid oder Hass Leid zufügt. Und so unabhängig ist das gar nicht, da wir sein Leib sind.

Ich denke, das hast du möglicherweise noch nicht verinnerlich, dass deine Hand auch Jesu Hand ist. Gott hat sie sie dir nur verliehen, damit du im Namen seines Sohnes handelst. Nimm es an, und du wirst einen anderen Glauben bekommen, der erstens lebendig ist und dich auch errettet.

Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 12:03
von Zippo
Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 00:58
Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 13:16
renato23 hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 12:30 Für Christen gelten seit 2000 Jahren keine mosaischen Gesetze mehr, die mit gelebter Liebe zu Gott den Nächsten und sich unvereinbar sind.
Abgesehen davon, daß die Liebesgebote schon Bestandteil des AT sind, wird wohl auch niemand was gegen die 10 Gebote einzuwenden haben.
Die Frage wäre, ob das AT eine universelle Lehre darstellen will oder sich ausdrücklich an das Volk Israel wendet. Das zweitere scheint wahrscheinlicher.
Es ging ja zunächst einmal bis Abraham, dessen Erbe die Christen in aller Welt geworden sind, weil er bereit war seinen eigenen Sohn zu opfern.
[1. Mo. 22,15-18] Und der Engel des HERRN rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der HERR, dass, weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde besitzen; und in deinem Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde: weil du meiner Stimme gehorcht hast.
Dann kam zunächst das irdische Volk Israel, das mit seine Geboten ein Vorbild für alle anderen Völker werden sollte.
5 Mose 4,5-8 Aus diesem Volk kam dann ja auch der Heiland Jesus Christus, der den Segen Abrahams an alle gläubigen Christen austeilt und so auch die Nationen den verheißenen Geist empfangen. Gal 3,13-14

Der Bund vom Sinai war dem Volk Israel gegeben, auch die 10 Gebote, aber sie sind hilfreich, um zu erkennen, wie Gott und der Nächste zu lieben sind.
Rö 13,10
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Summe des Gesetzes.
Das Volk Israel hatte deswegen auch einiges zu erleiden.Weil sie Gottes auserwähltes Volk waren, mußten sie in Ägypten und nach ihrem Auszug, in der Wüste leiden, weil Gottes Wege nicht immer leicht sind und weil er von seinem Volk auch erhöhte Aufmerksamkeit und Gehorsam verlangt hat.
Und Satan hat dieses Volk sicher auch nicht verschont, weshalb Israel oft ungehorsam und untreu war, worauf Gott der HERR mit Strafe reagierte.
[5. Mo. 8,5-6] So erkenne in deinem Herzen, dass, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt, der HERR, dein Gott, dich züchtigt; und halte die Gebote des HERRN, deines Gottes, um auf seinen Wegen zu wandeln und ihn zu fürchten.
Johncom
Die heutigen Lehrer des mosaischen Gesetztes werden "vorsichtig" antworten. Einige, wahrscheinlich die meisten, werden im vertrauten Kreis versichern, es gibt kein Liebesgebot gegenüber Christen, Muslimen und anderen. Alle anderen seien Götzenanbeter und demnach minderwertig und wie Tiere zu behandeln. Der Talmud versichert den von der Abstammung bestätigten Juden (nicht vom Glauben her) einen besonderen Status. Einen Nicht-Juden gleich zu behandeln wäre schon sündhaft.
Ich denke, das siehst du zu negativ. Es würde ja auch nicht stimmen, wenn man im Nächsten nur die eigene Familie und das eigene Volk sehen würde. Obwohl es verständlich ist, da Prioritäten zu setzen.
Das Volk Israel sollte sich von den Sitten und Gebräuchen anderer Völker fernhalten, da war Gott eifersüchtig. Die Fremden sollten sie freundlich behandeln, aber es stimmt, daß sie sich mit der Bevölkerung anderer Länder nicht mal an einen Tisch setzen wollten, um mit ihnen zu speisen. So war es zu der Zeit Jesu. War es eine übertriebene Haltung der Reinhaltsbebote oder war es ein hochmütiges Elitedenken ? Apg 10,28, 11,2-3,Gal 2,12
Johncom
Jesus hingegen gibt den barmherzigen Samariters als Vorbild. Die Samariter waren eher zweitklassige Israeliten. Im Gleichnis waren ein jüdischer Priester und ein Levit an dem Verletzten vorbeigegangen, nur der Samariter war es, der sich selbstlos kümmerte.

Mosaische Gesetze sind Kasten-Gesetze und auf keiner Stufe mit der gelebten Liebe zu Gott und dem realem Nächsten, dem Mitmenschen egal welcher Herkunft.
Der barmherzige Samariter gilt sicher als Vorbild dafür, daß ein gutes Gewissen auch wertvoll ist, besser sogar als der Hochmuth des Pharisäers, der nicht geholfen hat.
Das Volk Israel war angewiesen, dem Menschen in Not zu helfen. Der Herr Jesus verschärft sogar noch mal in der Bergpredigt und will den Feind lieben. Mt 5,43-44
Ich frage mich immer inwieweit das vernünftig ist, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen wird doch vielfach ausgenutzt und kann sogar zum Schaden werden.
Christen können beten und werden hoffentlich erkennen, wo sie helfen sollen und wo es besser ist, die Finger von zu lassen, um unnötigem Leid aus dem Wege zu gehen.

Gruß Thomas

Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Verfasst: So 8. Feb 2026, 01:31
von Johncom
Zippo hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 12:03 Es ging ja zunächst einmal bis Abraham, dessen Erbe die Christen in aller Welt geworden sind, weil er bereit war seinen eigenen Sohn zu opfern.
Du wirst es anders sehen. Für mich beginnt das Christentum mit Christus.
Als Abrahams Erben, genauer gesagt und Religions-historisch, begreifen sich Juden, Christen und Muslime.
Dann kam zunächst das irdische Volk Israel, das mit seine Geboten ein Vorbild für alle anderen Völker werden sollte.
Aus jüdischer Sicht? Sagen sie immer noch, wir wollten ein Vorbild für alle anderen Völker werden? Oder sagen Christen, wir sind es, die eure (jüdische) Mission erfüllen. Anscheinend wurde bis heute keine Einigkeit gefunden. Und die vielen anderen Völker, zu denen früher Kontakt bestand, haben dieses Vorbild nie übernommen.
Vielleicht ist es falsch interpretiert, denn die israelitischen Juden missionierten ihren Glauben nicht auf andere Völker. Stattdessen Absonderung um sich rein zu halten.
Es würde ja auch nicht stimmen, wenn man im Nächsten nur die eigene Familie und das eigene Volk sehen würde. Obwohl es verständlich ist, da Prioritäten zu setzen.
Das Volk Israel sollte sich von den Sitten und Gebräuchen anderer Völker fernhalten, da war Gott eifersüchtig. Die Fremden sollten sie freundlich behandeln, aber es stimmt, daß sie sich mit der Bevölkerung anderer Länder nicht mal an einen Tisch setzen wollten, um mit ihnen zu speisen. So war es zu der Zeit Jesu. War es eine übertriebene Haltung der Reinhaltsbebote oder war es ein hochmütiges Elitedenken ?
Wenn du sagst, da war Gott eifersüchtig, dann erwähnst du schon Punkt 1, wo sich der neuzeitliche Mensch umdreht. Eifersucht ist eine Unart, die schon Kinder im Vorschulalter erkennen. Reinhaltung .. was man isst und in welchem Geist man zusammen kommt, das ist glaube ich, sehr sittlich. Aber sich als besonderes Volk (den Genen, also der Rasse nach) abzusondern, das ist pure Sünde aus dem christlichen Standpunkt.
Der barmherzige Samariter gilt sicher als Vorbild dafür, daß ein gutes Gewissen auch wertvoll ist, besser sogar als der Hochmuth des Pharisäers, der nicht geholfen hat.
Das Volk Israel war angewiesen, dem Menschen in Not zu helfen. Der Herr Jesus verschärft sogar noch mal in der Bergpredigt und will den Feind lieben. Mt 5,43-44
Ich frage mich immer inwieweit das vernünftig ist, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen wird doch vielfach ausgenutzt und kann sogar zum Schaden werden.
Ob Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird, das muss einen ja nicht kümmern. Wenn du die Pflicht hast …. nein anders: wenn dein Herz mitfühlt, dann hilfst du. Es kommt aus dir heraus, aus deinem Mitgefühl. Genauso wie das Liebesgebot, das einzig Wirkliche. Du erfüllst es nicht, wie es "geschrieben steht", also weil du ein Gesetz erfüllen sollst, sondern weil es gar nicht anders geht.
Christen können beten und werden hoffentlich erkennen, wo sie helfen sollen und wo es besser ist, die Finger von zu lassen, um unnötigem Leid aus dem Wege zu gehen.
Wahrscheinlich erkennen echte Christen sofort und ohne Nachdenken, was das Richtige zu tun ist. Aber jeder macht Fehler, und die sind ja auch nötig auf dem Weg. Jeder Fehler hat Sinn, wenn aus ihm gelernt wird.

Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Verfasst: So 8. Feb 2026, 02:24
von renato23
Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 01:27 Man kann Jesus glauben, aber man kann nicht "an ihn" glauben. Man kann glauben, auch verstehen und akzeptieren, was Jesus lehrt, ist richtig und führt ins Heil. Man kann Jesus in vollem Vertrauen nachfolgen.
Das Eine sollte das Andere was Du geschrieben hast mit einbeziehen.
ttps://de.wikipedia.org/wiki/Bundestreue_(Religion) hat geschrieben: Die griechischen Wörter pistos (treu), pistis (Treue) und pisteuein (treu sein) werden jedoch in den meisten Übersetzungen eher mit glaubend, Glaube, glauben übersetz
oder andernorts steht:Das griechische Wort „pisteuein“ meint „vertrauen, sich anvertrauen“.

Nur wer Jesus Christus die Treue hält überwindet -durch getreuliche Nachfolge- den Fürsten dieser Welt, wer Nur AN IHN GLAUBT und tut es nicht, findet nicht wirklich aus der Finsternis ins Licht..
Joh 3,15 auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. hiesse korrekt und heilsfördernd übersetzt Joh 3,15 auf dass alle, die ihm treu bleiben/sich ihm anvertrauen, das ewige Leben haben.