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Re: Das Tier in der Offenbarung

Verfasst: Mi 21. Okt 2026, 11:40
von Helmuth
Zippo hat geschrieben: ↑Di 20. Okt 2026, 12:06 Nein, das kann nicht sein, wenn die Zeloten in der Stadt waren und die abziehende römische Legion von den nachrückenden Zeloten besiegt wurde, dann ist das unmöglich, daß die Römer das Heiligtum in Jerusalem überhaupt betreten haben.
Cestus Gallus drang im Jahre 67 in die Oberstadt ein, das ist dort, wo der Tempel steht. Dieses Ereignis gilt historisch als gesichert und ist auch durch unterschiedliche Quellen belegt. Eines kann man wissen: Die römische Standarte wird bei jedem Feldzug mitgenommmen, das schon aus Prestigegründen. Für Juden war das ein gräulicher Götze, wenn sie ihn nur sehen, letztendlich sogar völlig egal wo er steht.

Du kannst das sicher nicht widerlegen. Klar, man kann es auch nicht belegen, nur sagte ich schon, dass Jesu Wort Geschichtsschreibung ist, weil es auf Gottes Wort basiert. Da war als ein Gräule als Zeichen, sonst hätten Daniel und Jesus davon nicht geweissagt. So ist meine Exegese.

Das müssen wir nicht weiter ausführen, weil ich das nun so vermute und die Geschichtsschreibung auch nichts Gegenteiliges sagt und du nur auf einem Standpunkt beharren willst, der jedoch auch nicht belegt werden kann. Wie bitte willst du wissen, was ja nicht dokumentiert worden ist? Darum ist ja Gottes so überlegen.

Wir müssen die Bibel darum als Fakt nehmen. Einen anderen Zeitpunkt kann ich mit beim besten Willen nicht denken. Es stimmt hier das Mk-Ev auch klar damit überein. Also ich bleibe ich daher weiter dabei, falls keine anderen Erkenntnisse geoffenbart werden, kann ich das als ThHese aufrecht halten., wobei die Grundlage eben Jesu Wort ist.

Re: Das Tier in der Offenbarung

Verfasst: Mi 21. Okt 2026, 12:33
von Zippo
Galahad hat geschrieben: ↑So 18. Okt 2026, 18:44
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 10. Okt 2026, 12:39
Alle Welt wird in dem Tier vereinigt sein, das in Off 13 gezeigt wird.
Und zu einer bestimmten Zeit wird es mit einem besonderen Haupt aus dem Weltmeer aufsteigen und alle Welt wird ihm huldigen. Eigentlich kann er nicht zu übersehen sein, wenn man in Off 13 liest, was er sagt und tut.
Wie gesagt, das Haupt zeigt nicht einen einzelnen Herrscher, eine Einzelperson. Das geht ja aus dem anderen Kapitel Offb., welches Du zitiert hattest und dem entsprechendem Part im Danielbuch hervor.
Welchen Part meinst du da ?
Im Buch Daniel geht es zunächst um einen babylonischen Herrscher, der sich eine Statue anfertigen läßt, die alle Menschen in seinem Volk anbeten sollen.
[Dan 3,4-5] Und der Herold rief überlaut: Das lasst euch gesagt sein, ihr Völker, Leute und Zungen! Wenn ihr hören werdet den Schall der Posaunen, Drommeten, Harfen, Geigen, Psalter, Lauten und allerlei Saitenspiel, so sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar hat setzen lassen.
In der Offenbarung gibt es einen falschen Propheten, der dafür sorgt, daß sich alle Menschen ein Bild von dem Tier machen und Anbetung für dieses lebendige Bild einfordert. Wie kann man da an etwas anderes denken, als an einen Menschen ?
[Off 13,11-15] Und ich sah ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tiers vor ihm; und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war; und tut große Zeichen, dass es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es ward ihm gegeben, dass es dem Bilde des Tiers den Geist gab, dass des Tiers Bild redete und machte, dass alle, welche nicht des Tiers Bild anbeteten, getötet würden.
Galahad

Du weißt ja, die verschiedenen diskutierten populären Auslegungsvarianten sehen in dem Tier aus Offb. 13 einen Staat zu verschiedenen Zeiten. Entweder damals, oder heute, oder zwischendurch, oder eben in Zukunft.
Das Tier ist bildlich gesehen in der Bibel ein gewissenloses staatliches System. Im Buch Daniel waren es Großreiche, aus denen Häupter bzw. Herrscher hervorgegangen sind, die über viele Völker geherrscht haben.
Zur Zeit des Johannes waren 5 Häupter des Tieres schon vorhanden, man geht davon aus, daß es römische Kaiser gewesen sind, die in besonderer Weise ein Schaden für die jüdische und christliche Welt gewesen sind.
Kaiser Nero war insofern der 6, der zur Zeit des Johannes gelebt hat.
[Off 17,7-11] Und der Engel spricht zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis von dem Weibe und von dem Tier, das sie trägt und hat sieben Häupter und zehn Hörner. Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wiederkommen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis, und es werden sich verwundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier, dass es gewesen ist und nicht ist und dasein wird. Hier ist der Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige. Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben. Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, das ist der achte und ist von den sieben und fährt in die Verdammnis.
Das 7 Haupt ist zu dieser Zeit noch nicht gekommen, vielleicht war es ein Kaiser oder es war Adolf Hitler, dem man eindeutig die 666 in seinem Namen nachweisen kann und der sein Reich als 3 Reich bezeichnet hat. Vielleicht weil ihm die Blitzeroberung des Alexander so gut gefallen hat.
Man weiß es nicht so genau, aber alle diese Häupter haben doch einen Namen. Und möglicherweise lassen sich diese Häupter vergleichen, weil sie eine große Gefahr für die christliche und jüdische Bevölkerung dargestellt haben.

Ganz abgesehen davon, daß das Tier, als Sinnbild für gewissenlose und von Satans Geist inspirierte Reiche ständig in der Weltgeschichte aufgetaucht ist. Auch in Zusammenarbeit mit der Hure, die von dem Tier getragen wird.
Galahad

Du denkst in dieser Diskussion entlang dem klassischem Dispensationalismus, nach Liebi et al. Das ist eine Variante, wie Du ja weißt, die das Tier in der Zukunft anbringt.

Wenn dies richtig sein sollte, das Tier in der Zukunft ist. (Nach disp. Vorstellung ja nach der Entrückung), dann ist es ja so, daß es halt in der Zukunft ist und entsprechend heute noch nicht ist.

Es ist demzufolge ein sinnloses Unterfangen, das Tier in heutigen Gebilden zu suchen. Es ist ja noch nicht da.
Ich habe noch keine Bücher über Dispensationalismus gelesen. Aber niemand kann doch behaupten, daß das Tier erst in der Zukunft erscheint, wenn Johannes sagt, daß zu seiner Zeit schon 5 Häupter da waren.
Ich erwarte ein Haupt dieses Tieres, das aus dem Völkermeer aufsteigt, um Merkmale zu haben, wie sie in Off 13 beschrieben sind und sein Name oder Spitzname wird in irgendeiner Form die Zahlensumme 666 enthalten.

Das wäre dann auch der Sohn des Verderbens, von dem in 2 Thess 2 die Rede ist und der vor der Auferstehung bzw. Entrückung erscheinen soll.
[2. Thes 2,3-4] Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens, der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also dass er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott.
Gruß Thomas

Re: Das Tier in der Offenbarung

Verfasst: Mi 21. Okt 2026, 13:04
von Zippo
Kleine Nachbetrachtung bezüglich des Kaisers Hadrian, der mit der Niederschlagung des Bar Kochba Aufstandes dem Land Israel ein gewaltigen Schaden zugefügt hat. Er hat das Land auslöschen wollen und eine andere Bezeichnung dafür eingeführt:
https://share.google/aimode/hLfv111R4gxu4jJWb

Die Zahl 666 paßt auch in seinen offiziellen Namen Ulpius. Die jüdische Bevölkerung dürfte gewarnt gewesen sein.

Zuvor war Kaiser Trajan 115-117 n. Chr. durch außerordentlichen Judenhass aufgefallen.
https://share.google/aimode/v0t4mNoWIoKU4r9hE

Re: Das Tier in der Offenbarung

Verfasst: Mi 21. Okt 2026, 19:21
von Galahad
Zippo hat geschrieben: ↑Mi 21. Okt 2026, 12:33 Welchen Part meinst du da ?
Um das alles zu verstehen, muß man ja Dinge im richtigen Kontext betrachten, weil ja nur dann möglich ist, zu verstehen, wie etwas gemeint ist.

Jetzt geht es ja um das Symbol: "Haupt" eines dieser prophetischen Fabelwesen. Hier um das Haupt, welches die Wunde erhalten hatte.

Und die Frage ist ja, welches konkrete Phänomen damit gemeint sein kann.

Ich hatte ja weiter oben schon darauf hingewiesen, wie Irenäus den damaligen Kontext mißdeutete und dann verschiedene Sachen falsch miteinander verband.

Und seitdem haben viele Christen das einfach von ihm abgeschrieben, meistens ohne zu wissen woher das überhaupt kam.

Wenn wir jetzt also mal die Güte haben wollen, nicht Dinge fehlerhaft miteinander zu vermischen, dann können wir einige Dinge grundlegend feststellen.

Das Symbol "Fabelwesen" für ein staatliches System wird ja von Daniel eingeführt und erklärt. Soweit klar. Und das Symbol, um das es hier geht, der Kopf, der wir auch bei Daniel geklärt.

Wir sehen ja bei dem Tier für das dritte Reich, dem "Leoparden", das es vier Köpfe erhält. Und diese vier Köpfe sind ja inzwischen Geschichte und eindeutig erkennbar.

Es sind die vier hellenistischen Staaten oder Dynastien, die aus dem Alexanderreich hervorgingen.

Das waren keine einzelnen Herrscher sondern Dynastien und es waren vier Staaten, die sich über Jahrhunderte hielten.

d.h. das Symbol "Haupt" bezieht sich auf einen Staat, eine Dynastie eines Staates, nicht jedoch auf eine Einzelperson.

Zippo hat geschrieben: ↑Mi 21. Okt 2026, 12:33 In der Offenbarung gibt es einen falschen Propheten, der dafür sorgt, daß sich alle Menschen ein Bild von dem Tier machen und Anbetung für dieses lebendige Bild einfordert. Wie kann man da an etwas anderes denken, als an einen Menschen ?
Indem man die Bibel liest natürlich. Das Bild von dem Tier ist nicht ein einzelner Mensch.

Hier ist die schon erwähnte Sache mit dem Kontext wichtig.

Der Chaldäerkönig liest das Bild zur Anbetung anfertigen, dies ist keine Prophetie, sondern eine historische Tatsachen. Eine konkrete, historische Tatsache.
Das Bild in Offenbarung 13 ist ja ein prophetisches Symbol. Das ist ein andere Kontext aus zumindest diesem Grunde und noch weiteren.

Zippo hat geschrieben: ↑Mi 21. Okt 2026, 12:33 Ich habe noch keine Bücher über Dispensationalismus gelesen.
Doch hast Du. Du hast doch Liebi gelesen, hattest Du erzählt.
Die Ideen, die du hier unterbreitest sind auch die Ideen der Dispensationalisten und nichts anderes.
Zippo hat geschrieben: ↑Mi 21. Okt 2026, 12:33 Aber niemand kann doch behaupten, daß das Tier erst in der Zukunft erscheint, wenn Johannes sagt, daß zu seiner Zeit schon 5 Häupter da waren.
Das musste mir nicht erzählen. Erzähl das den Dispensationalisten.

Die sagen die dann, das würde ja zeigen, daß das Tier das wiedererstarkte römische Reich sei. Fünf Könige damals und zwei in der Zukunft, wenn es wieder da ist.

Das Problem damit ist freilich, daß in der Offenbarung nichts davon steht, daß das Tier mehrmals auftaucht und verschwindet.

Zippo hat geschrieben: ↑Mi 21. Okt 2026, 12:33 Ich erwarte ein Haupt dieses Tieres, das aus dem Völkermeer aufsteigt, um Merkmale zu haben, wie sie in Off 13 beschrieben sind und sein Name oder Spitzname wird in irgendeiner Form die Zahlensumme 666 enthalten.

Das wäre dann auch der Sohn des Verderbens, von dem in 2 Thess 2 die Rede ist und der vor der Auferstehung bzw. Entrückung erscheinen soll.
Wie gesagt, eine solche Vermischung ist eine Idee von Irenäus, und wenn Du dir das genau im Original anguckst, kannst du seine historisch bedingten Denkfehler ausfindig machen.

Davon mal abgesehen, schau mal in was für Widersprüchen du in ein und demselben Beitrag springst:

Erst schreibst Du:
Aber niemand kann doch behaupten, daß das Tier erst in der Zukunft erscheint

Dann schreibst Du:
Ich erwarte ein Haupt dieses Tieres

Was ist denn jetzt? Wann ist dieses Tier?

Re: Das Tier in der Offenbarung

Verfasst: Do 22. Okt 2026, 13:22
von Zippo
Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 21. Okt 2026, 11:40
Zippo hat geschrieben: ↑Di 20. Okt 2026, 12:06 Nein, das kann nicht sein, wenn die Zeloten in der Stadt waren und die abziehende römische Legion von den nachrückenden Zeloten besiegt wurde, dann ist das unmöglich, daß die Römer das Heiligtum in Jerusalem überhaupt betreten haben.
Cestus Gallus drang im Jahre 67 in die Oberstadt ein, das ist dort, wo der Tempel steht. Dieses Ereignis gilt historisch als gesichert und ist auch durch unterschiedliche Quellen belegt. Eines kann man wissen: Die römische Standarte wird bei jedem Feldzug mitgenommmen, das schon aus Prestigegründen. Für Juden war das ein gräulicher Götze, wenn sie ihn nur sehen, letztendlich sogar völlig egal wo er steht.
Wo hast du diese Informationen her ?

In google wird das ganz anders aufgearbeitet:

Nein, der römische Statthalter Cestius Gallus drang im Jahr 66 n. Chr. nicht in die befestigte Oberstadt von Jerusalem ein.
Zwar gelang es ihm während des einsetzenden Jüdischen Krieges, mit seinen Truppen die unbefestigte nördliche Vorstadt (Bezetha oder Cenopolis) einzunehmen und in Brand zu stecken. Er stieß auch bis zur Mauer der Oberstadt vor und schlug sein Lager gegenüber dem Königspalast auf. [1] (https://josephus.org/warChronology2.htm), [2] (https://www.ccel.org/ccel/josephus/comp ... i.xix.html), [3] (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Krieg)
Ein tatsächlicher Einbruch in die Oberstadt oder den Tempelkomplex misslang jedoch aus folgenden Gründen:
• Erfolgloser Sturm auf den Tempel: Gallus versuchte fünf Tage lang vergeblich, den befestigten Tempelberg zu stürmen. [1] (https://en.wikisource.org/wiki/1911_Enc ... us_Cestius), [2] (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Krieg)
• Plötzlicher Rückzug: Trotz anfänglicher taktischer Vorteile brach er die Belagerung völlig überraschend und unerwartet ab. Der antike Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet, Gallus habe „ohne jeden ersichtlichen Grund“ den Rückzug angetreten. [1] (https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1200003646), [2] (https://en.wikisource.org/wiki/1911_Enc ... us_Cestius), [3] (https://josephus.org/warChronology2.htm)
• Katastrophale Niederlage: Auf dem Rückweg geriet das römische Heer bei Bet Horon in einen jüdischen Hinterhalt und erlitt eine vernichtende Niederlage. [1] (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdi ... _Josephus)), [2] (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Krieg)
Erst vier Jahre später, im September 70 n. Chr., gelang es den römischen Legionen unter dem späteren Kaiser Titus (dem Sohn Vespasians), sowohl den Tempel als auch die Oberstadt vollständig einzunehmen und zu zerstören. [1] (https://data1.geo.univie.ac.at/projects ... ase13.html), [2] (https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung ... 0_n._Chr.))
Möchten Sie mehr über die Hintergründe seines überraschenden Rückzugs erfahren oder interessieren Sie sich für den weiteren Verlauf der Belagerung unter Titus im Jahr 70 n. Chr.?