Helmuth hat geschrieben: ↑Di 16. Sep 2025, 08:42
1) Warum fällt die Stifsthütte nicht unter das Verbot der Bildnisse, obwohl sie solche enthält?
2) Warum verbietet Gott nach seinem 2. Bundesgebot sämtliche (andere) Bildnisse?
Nun möchte ich mich zum Thema auch endlich mal äußern.
Mit den zwei Fragen ist das schon beantwortet. Gott ordnet das eine an und das andere verbietet er, weil im ersten die Symbolik verborgen ist, die Gott beabsichtigt, und mit jedem anderen Bildnis diese Absicht unterwandert würde.
In den Bildern der Stiftshütte ist auch keinerlei "anbetungsfähiges" Bild enthalten, weder die Lade an sich, noch die Cherubim darauf (die ihre Angesichter zur Lade hin geneigt, also nach außen unsichtbar und zudem mit ihren Flügeln bedeckt hielten.) Offensichtlich war diese Pose selbst "aktiv", man könnte den Cherubim also höchsten dabei zusehen, was sie gerade tun, nämlich anzubeten.
Andere Statuen hingegen stehen konfrontativ da und laden ein, sie anzusehen und mit ihnen in Interaktion zu treten. Das ist bei den Cherubim grundsätzlich anders.
Altar und Leuchter und Decken und Gefäße sind passive Geräte, Werkzeuge für etwas, was unsichtbar ist.
Wir erhalten durch diese Bilder auch keinerlei falsches oder mißverständliches Bild von Gott. Bei allen anderern Bildnissen ist dies aber unvermeidlich. Man macht sich ein Bild von dem, was man ansieht.
Mit den Bildnissen der Stiftshütte lädt Gott aber quasi dazu ein, Tag und Nacht darüber nachsinnend zu ergründen, welche Bedeutung sie genau haben. Das führt zu Gott hin, und nicht an ihm vorbei oder gar von ihm weg.
Zu guterletzt wissen wir zwar von den Bildern, wie sie auszusehen hatten und die Kunsthandwerker auch exakt so gefertigt haben. Aber nach der Einweihung der Stiftshütte hat sie niemals wieder jemand zu Gesicht bekommen, außer dem Hohenpriester einmal jährlich am Großen Versöhnungstag, sonst niemand. Selbst die zur Wanderung abgedeckte Lade durfte nicht berührt werden, sobald der Prozeß der Bewegung stattfand,
Usa bezahlte den Verstoß mit seinem Erdenleben.
Wir wissen also um die Bilder, sehen sie aber nicht, dürfen das auch nicht, aber wir haben sie in Erinnerung, wie sie beschrieben wurden, anders nicht. Dieses Bild verleitet niemanden zur Anbetung und zum Dienst, sondern nur zur Anbetung des Gottes, dem das alles gehört und der es genauestens so angeordnet hat.