Helmuth hat geschrieben: ↑Mo 2. Mär 2026, 06:38Es gibt diese Fälle, aber geht es in der Sache Christus um diese? Wenn uns die Schrift bezeugt, dass ein Gott die Welt geschaffen hat und man diese Textauslegung nicht vertritt, dann nenne ich es nicht Biblekritik, sondern Unglaube.
Naja, der Begriff "Bibelkritik" ist ja an sich nur im übertragenen Sinn zu gebrauchen, denn es wird letztlich der Umgang mit dem Text kritisiert und nicht der Text selbst (im Idealfall könnte man die Autoren kritisieren, aber die sind ja reichlich unbekannt und auch die Textauswahl und Textzusammenstellung versteckt sich in den Nebeln der Vergangenheit).
Mit deiner Begriffswahl "bezeugen" wählst du einen ganz bestimmten Umgang mit dem Text.
Von der Qualität her ist ein Text ein Text und nicht mehr.
D.h. den Stellenrang "Zeugnis" verteilst allein du. Der Text kann das nicht leisten, egal wie oft er diese Aussage enthält.
Deine Grenzziehung zwischen Glaube und Unglaube ist auch etwas, das allein du mitbringst, denn ich kann mir ganz ohne Probleme einen Menschen vorstellen, der ohne jeglichen Gott-Glauben in das Flair eines solchen Glaubenstextes eintaucht und der Meinung ist, dass es für das menschliche Zusammenleben von Vorteil ist, wenn man sich auf gewisse Vorstellungsgrundlagen über die Welt einigt.
So jemand verwendet den Text dann zwar strategisch aber er glaubt dennoch an den Effekt des Glaubenstextes und wenn er sich halbwegs an das Positive des Textes hält, verhält er sich besser, als so manch "Edel-Gläubiger".
(Nicht wenige der zahlenden aber reichlich inaktiven Kirchenchristen werden vermutlich eine entsprechende Haltung einnehmen)
Bei Grenzziehung im Textverständnis fällt mir bei Christen immer sofort das "Übers-Wasser-Gehen" ein, denn "erstaunlicherweise" will das keiner als konkreten Test für seinen eigenen Glauben verstehen, sondern nur als Bild, das ganz weit weg von Wasser zu übertragen ist.
Ich könnte mich da auch hinstellen und sagen, ein Christ, der nicht übers Wasser gehen kann, täuscht seinen Glauben nur vor - "pfui, welch üble Schurken heute wieder unterwegs sind".
Helmuth hat geschrieben: ↑Mo 2. Mär 2026, 06:38Wenn uns die Schrift bezeugt, dass der Mensch ein Sünder ist und daraus Erlösung braucht, und man das leugent, so ist das für mich nicht Bibelkritik, weil man das nicht bloß kritisch betrachtet, sondern den Tatbestand schlicht negiert.
Auch hier wieder:
Dein Hineinlegen der Bezeugen- und Tatbestand-Qualität kann man selbstverständlich kritisieren und das dann als Bibelkritik einsortieren.
Die Bibel ist ein Text und man kann diesen dazu benutzen, sich wie mit einem Brett vor den Schädel zu schlagen (Beispiel:
Link).
Deine Grenzziehungen basieren alleine auf deiner Wunschvorstellung, mehr ist das nicht.
Die Vergangenheit ist voll von Verhaltenweisen, die das nicht berücksichtigt haben - das läuft dann unter "die dunkle Seite des Christentums" (wobei man hier auch andere Religionen einsetzen kann).
Helmuth hat geschrieben: ↑Mo 2. Mär 2026, 06:38Das wäre in etwa so seinen biologischen Vater und seine biologische Mutter zu leugnen.
Nein, das wäre es noch nicht einmal vom Ansatz her.
Tu dir selber einen Gefallen und rudere da kräftig zurück in deinen Ansprüchen.