Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Magdalena61
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Lea hat geschrieben: Do 5. Mär 2026, 19:12 Ich war versuchbar wegen Mängel, welche Gefühle in mir bewegten, diese Lücken zu füllen.

Und manchmal denke ich dann im Rückblick: ich konnte doch gar nichts dafür. Weil ich den Mangel nicht so deutlich als solchen wahrgenommen habe und auch die "Füllung der Lücke" mir Heilung versprach. Erst am Ausgang, wenn es schief gelaufen ist, frage ich mich manchmal: warum habe das getan?

Im Garten Eden wurde Eva erst von der Schlange dazu gebracht, einen Mangel zu fühlen - sie wurde versuchbar. Eva wusste nicht, was Gut oder Böse bedeutet. Es war etwas Göttliches, das sie nicht verstand - und glaubte, ihr würde etwas fehlen, wenn sie es nicht probierte. Erst als sie aß, wusste sie es. Nur, dass es da keinen Weg zurück mehr gab.
Was du da geschrieben hast, muss noch einmal präsent sein-- weil es sehr wichtig ist, sich darüber klar zu werden und es ist auch wichtig im Umgang mit Menschen, denen wir Interesse an Gott vermitteln möchten. Wie bereits gesagt, bin ich kein Fan von Schuldzuweisungen der Marke: "Du bist ein Sünder!"-- weil man damit zwar vielleicht die Wahrheit sagt, aber das Thema "Menschen fischen" gründlich verfehlt.

Du hast das so gut beschrieben.

Der Mangel. Ein Defizit, oder mehrere. Fast alle unserer Mitmenschen sind davon betroffen. Da ist ein seelischer Hunger-- und, nachdem man lange genug versuchte, ihn zu ignorieren, in der Hoffnung, er möge sich in Luft auslösen, was ja manchmal der Fall ist... holt man eben doch eine Tafel Schokolade, im günstigen Fall... es ist keine Sünde, Schokolade zu essen.

Aber vielleicht kompensiert der Hungrige (s)einen Mangel auf andere Weise-- er tut Unrecht und lädt damit Schuld auf sich. Das ist bei Christen auch nicht anders.

Die Lösung oder wenigstens der Versuch einer Lösung wäre, sich etwas Zeit zu nehmen, um zu analysieren: Wie fühle ich mich... warum fühle ich mich nicht wohl... was ist die Ursache?
Was könnte Linderung schaffen? -

-und damit dann zu Gott gehen.

Hinter der verbotenen Frucht steckt doch so viel mehr als ein "Apfel". Psychologie ist die Wissenschaft, die das Erleben und das Verhalten des Menschen thematisiert. Die Sache mit den Paradiesbäumen hat nicht wirklich mit Botanik zu tun. Eher schon mit Psychologie.

Offb. 22 berichtet von weiteren Bäumen... "die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker".

Unsere Buchstabengläubigen möchten sich dann vielleicht aus den Blättern einen Tee machen? Oder lieber einen Salat? Vielleicht pflücken sie die Blätter und kochen tonnenweise Spinat?

Sie können es ja versuchen. Aber: Die Bäume in Offb. 22 haben bestimmt auch mit Symbolsprache zu tun. :) Der Baum des (ewigen) Lebens aus dem Garten Eden hat sich vervielfacht; zu beiden Seiten des Stromes stehen Bäume des Lebens, die jeden Monat Früchte tragen.

Letztlich sagt 1. Mose 3, die Menschen wollten einen empfundenen Mangel mit der falschen Medizin "kurieren".
Hätten sie die Begegnung mit der Schlange mit Gott besprochen, wäre die Geschichte anders verlaufen.
LG
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Hiob hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 16:57 ]Biblische Fakten sind in der Regel objektivierte eigene narrative. Da kommt man nicht weit.
Du bist mir zu viel zu verhaftet in deinem philosophischen Denken. Das ist wie ein Gefängnis, in dem einem der Satan gefangen hält nicht das Licht zu erblicken. Wohin hat es dich bis jetzt gebracht? Bildlich gesprochen stehst du permanent vor einer Kreuzung und weiß nie, ob du rechts oder links gehen sollst. Was ist das für ein Glaube bitte?

Es geht nicht darum, dass du für andere erkennen sollst, sondern für dich. Du willst ein allgemeines System des Erkennens studieren, also philosophisch, aber ohne Bezug zu dir selbst. Du musst es zunächst nur für dich wissen, weil Gottes Geist in dir persönlich wohnen will und nicht abgehoben auf einer Metaeben deines Denkens, die du ohnehin nicht beherrscht, sondern nur nutzloses Zeugs hervorbringt.

Gott will in deinem Herzen wohnen, weil das ja auch er ureigenste Gottes Wille selbst ist. Darin besteht seine Liebe. Nur wird dein Wille dabei nicht umgangen. Gott ist kein Dieb und Räuber, der dich überrumpelt und bei dir eindringt., So machen das die Dämonen. Wer sich aber weigert, da gibt es auch kein "jada". Was ist nun verweigern? Es entspricht der Entscheidung für "Nein".

Meine Entscheidung war "Ja" und so wurde ich neu geboren. IN der Folge wird mir von Tag zu Tag klarer, dass ich die rechten Wege des Herrn gehen soll, weil das sein Weg ist und die linken meiden soll, weil das die Wege des Teufels sind. UNd das ist eine andere Form des "jada", die dir ausschließ erst nach der Neugeburt zuteil werden kann, wie dich der Geist individuell leitet.

Dieses "jada" kommt zwar immer Gott und nicht von mir, das ist korrekt, aber damit wird es mir auch zueigen, weil ich wollte, dass er sich mir offenbart. Mit dem Jawort macht das Gott auch: Dazu dieses Wort:
Lk 10,21-22 hat geschrieben: In derselben Stunde frohlockte er im Geist und sprach: "Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will."
Passt das nicht zu dir, der mit seiner eigenen Weisheit erkennen will? Du sagt zwar, Gott muss das tun, aber warum tut er dann bei dir nicht? Bleibst du nicht deswegen weiter bei einem Narrativ? Dann erfolgte vielleicht auch keine Gabe der Heiligen Geistes. Das verlief bei mir anders und so sind wir heute nicht mehr zwei, der goße und unnahbare Gott und ich, den ich nicht verstehen kann, wie es früher jahrelang war, sondern Gott und ich sind heute eins, wie auch Jesus sagt:
Joh 10,30 hat geschrieben: Ich und der Vater sind eins.
Darin besteht nun kein Unterscheid mehr, oder sagen wir die Sünde macht noch den Unterschied, die es bei Jesus nicht gibt, aber in der Sache lehrt mich nun der Geist JHWH's Sünde (die Wege nach links) mehr und mehr abzulegen. Und falls ich mal falsch abbiege, was ja vorkommt, so leitet mich der Heilige Geist wieder zurück auf den rechten Weg.

Erkennen bedeutet nicht alles genau zu wissen, womit du es vergleichst, sondern man nähert sich mehr und mehr an. Das geht aber nicht ohne verbindliche Zusage. Und es ist nicht nur eine Zusage, es ist ein Bundesschluss und damit weit mehr als nur eine vertragsbasierte Eingung. Der Bund wurde darum auch mit dem Blut Jesu besiegelt.

Darum ist das geistlich gesehen wie ein Ehebund, der auch kein Vertragswerk ist, sondern eine Herzensverbindung. Dann kommt es zum "jada", wie wir das bereist beim Propheten Jeremia lesen:
Jer 31,31-34 hat geschrieben: "Siehe, Tage kommen", spricht JHWH, "da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, diesen meinen Bund, den sie gebrochen haben; und doch hatte ich mich mit ihnen vermählt", spricht JHWH. "Sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen", spricht JHWH:

"Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. Und sie werden nicht mehr jeder seinen Nächsten und jeder seinen Bruder lehren und sprechen: „Erkennt JHWH!“, denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten", spricht JHWH. "Denn ich werde ihre Schuld vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken."
Wenn aber die Herzen nicht verbunden sind, weil man weiter die eigenen Wege geht, dann wird daraus auch nie eine Ehebeziehung im Sinne des Bundes, sondern es wäre wie eine ewige Gefangenschaft verschärft durch ein gemeinsames Lager.

Prüfe mal, ob das nicht gerade der Status deiner Gottesbeziehung ist. Ich will dir bei Gott nicht zu nahe treten, aber deine Aussagen zeigen mir nicht, dass biblische Grundlagen Priorität haben, sondern philosophisches Geschwätz, das dich blendet. Biblische Fakten als Narrative zu sehen, mit denen man nicht weiterkommt, ist einfach nur lächerlich. Genau so reden Atheisten.
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Hiob
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Hiob »

Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 04:58 Passt das nicht zu dir, der mit seiner eigenen Weisheit erkennen will?
Durchaus - das ist der Fluch des Essens vom Baum der Erkenntnis. Das Problem: Man kann nicht zurück, so wie Du nicht verlernen kannst, in Wien die Donau als Donau und nicht als Rhein zu erkennen. Insofern sind die Menschen durchaus begnadet, die das Geistige intuitiv erfassen und einen Alltagskompass haben, mit dem sie Gutes tun. - Insofern hast Du recht: Ich bin vom Wesen her nicht einer dieser Alltagsinstinkt-Geistigen, sondern eher der intellektuelle Durchdringer, was durchaus nicht nur Vorteile hat für einen als Betroffenen.

Aber: Diese Fähigkeit einfacher Menschen, zu erkennen, ist etwas ganz anderes als das Nachplappern von Narrativen. Denn diese einfachen Leute erkennen aus sich selbst heraus und nicht über menschliche Einflüsse. Nun habe ich nichts gegen äußere Einflüsse, allein wegen des Gemeinschaftserlebnisses, welches man unter Seinesgleichen haben kann. Aber es sollte bewusst sein, dass diese äußeren Einflüsse narrative Identitäten sind. Der Katholik hat seine Lehre wie 1000 Denominationen auch, wobei "Lehre" steht für ein eigenes Alleinstehungsmerkmal ("So sehen wir Gott").

Aus göttlicher Sicht kann ich mir vorstellen, dass Gott sagt: "Egal, Hauptsache Ihr sucht mich". - Insofern sollte man Glaubenssysteme und Interpretationen der Bibel aus dieser Perspektive sehen: Es irrt der Mensch, solang er strebt
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:12 Aus göttlicher Sicht kann ich mir vorstellen, dass Gott sagt: "Egal, Hauptsache Ihr sucht mich". - Insofern sollte man Glaubenssysteme und Interpretationen der Bibel aus dieser Perspektive sehen: Es irrt der Mensch, solang er strebt
Du philosophierst in einem fort weiter, was ich gar nicht besprechen will. Das Thema ist ja das Evangelium. Also frage ich konkret: Hast du Jesus schon als deinen Erlöser gefunden? Hast du ihn aufgenommen und als deinen Herrn angenommen? Und wurden deine Sünden auch vergeben?

Diese Fragen kann man m.E. nur mit ja oder nein beantworten, und nichts dazwischen, auch wenn die Umstände, wie jeder zu Jesus findet, und welche Sündenlast dich geplagt hat, individuell sind. Daher bitte keine großen oder tiefsinnigen Erklärungen, sondern einfach nur ehrlich antworten.

Ich weiß bis heute nicht, ob du mir wirklich ein Bruder bist. Ein „Ich bin mir nicht sicher“ gibt Aufschluss auf eine etwaige fehlende Taufe mit dem Heiligen Geist. Die kann man auch erbitten nach dem Wort:
Lk 11,13 hat geschrieben: Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!
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Lea
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:42 Ich weiß bis heute nicht, ob du mir wirklich ein Bruder bist.
Einfach nur mal als Denkanstoß ....

Ich sehe da eher ein Problem bei dir. Nämlich, dass du meinst, deine persönliche Erkenntnis und Erfahrung, wie du den Inhalt des Evangeliums verstanden hast und weitergibst, sei der (grundsätzliche) Maßstab für alle anderen Gläubigen.

Aber ...
... es ist nicht deine Aufgabe, zuzuordnen, ob jemand dein Bruder ist oder nicht. Es geht um den, der Mittelpunkt des Evangeliums ist: Jesus - und durch Ihn Gott den Vater.

So wie es Hudson Taylor kurz und treffend auf den Punkt gebracht hat...
„Wir brauchen keinen großen Glauben, sondern einen Glauben an einen großen Gott.“
Und die "Größe Gottes" kann man nicht an Worten und niedergeschriebenen Glaubensgrundsätzen festmachen. Sondern einfach in der direkten Verbindung zu Gott bleibt - sich von IHM leiten lässt. Und (ich denke) genauso will es Gott auch, wenn ER sagt:
Jesaja 55,8+9
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. 
Ich denke, genau das ist auch das Evangelium!
Nicht gebunden an festgeschriebenen Texten (der Bibel), sondern frei und lebendig gesteuert von dem "großen Gott", aus der Gemeinschaft mit IHM heraus, das jeder Mensch nur so weitergeben kann (und soll), wie Gott einem selbst, immer wieder neu, Erfahrungen dazu schenkt ... und das Herz erfüllt.

Das funktioniert dann auch nur so, wenn der Blick weg vom eigenen Ego (Erkenntnisse, Erfahrungen, Erlerntes) nur auf den "großen Gott" richtet.
Dann kann man "Kanal" sein für das, was Gott selbst zu den Menschen, denen man begegnet, sagen will.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Lea hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 10:42 Ich sehe da eher ein Problem bei dir. Nämlich, dass du meinst, deine persönliche Erkenntnis und Erfahrung, wie du den Inhalt des Evangeliums verstanden hast und weitergibst, sei der (grundsätzliche) Maßstab für alle anderen Gläubigen.
Was immer du „glaubst“ oder meinst, im Grunde urteilst du nur ständig über mich. Wen interessiert‘s? Mir geht es um das Evangelium, seine Botschaft, seine Wichtigkeit und seine Dringlichkeit.

Dabei geht es um Leben oder Tod. Will ich den Tod anderer? Nein. Kann ich was tun? Ja, und zwar predigen. Mir Fehler bei der Verkündigung vorwerfen darf gerne der, der ebenso predigt, und ich kann durchaus erkennen, wer das tut und wer nicht.

Ich finde auch, dass es ziemlich egal wäre einmal zu viel oder unnötig gepredigt zu gaben, aber fatal wäre es einmal zu wenig gepredigt zu haben. Was wirst du der Seele einmal sagen, welche dich anwimmtert: „Warum hast du mir das nicht deutlicher gesagt? Du wusstest doch Bescheid!“ Du mögest anders denken, dann tu es für dich. Und ich sage das dir hier auch nur einmal.

By the way, hier lesen auch andere mit. Möge der Herr es für sich nutzen, und ich nehme einen etwaigen Rüffel von ihm gerne entgegen,
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Lea
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 12:02 Was immer du „glaubst“ oder meinst, im Grunde urteilst du nur ständig über mich
Dass du nur das siehst, ist Teil des "Problems", welches ich anspreche.
Denn da, wo du nur ein Urteil von vielen siehst, nimmst du wahrscheinlich nicht wahr, dass dort, wo ich vermeintlich über dich urteile, ich immer auch den Teil des Textes zitiere, auf den ich reagiere. Denn das geht immer nur über Urteile, welche DU über Andere fällst. Und wenn du das sichtbar öffentlich tust, dann reagiere ich auch öffentlich.
Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 12:02 Mir geht es um das Evangelium
Im aktuellen Fall geht es auch nur um das Evangelium - wie du meinst, dass es (einzig) richtig sei. Und wo du dein Urteil darüber fällst, dass Andere es eben nicht richtig verkündigen. Ja, du gehst in diesem Fall sogar so weit, deinem Gesprächspartner abzusprechen, dass er selbst nicht wirklich "gerettet" wäre und nicht den Heiligen Geist habe.

Eigentlich will ich gar nicht kritisieren, weil ich daran glaube, dass Gott das viel großzügiger sieht, als du es "in Gottes Namen" hier "verkündigst". Aber das kann ich einfach nicht so stehen lassen, als wenn du der "Berater Gottes" wärest, und genau seine Gedanken kennst, von denen ER selbst sagt, dass kein Mensch sie begreifen kann, und deine Botschaft über alle Anderen stellst.
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Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Hiob »

Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:42 Das Thema ist ja das Evangelium.
Nein, das Thema ist Gott.
Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:42 Hast du Jesus schon als deinen Erlöser gefunden?
Wenn ich auf sämtliche Erklärungen zu dieser Frage verzichte, ist das Ergebnis Ja. Aber mein Weg ist ein ganz anderer als Deiner.
Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:42 Ein „Ich bin mir nicht sicher“ gibt Aufschluss auf eine etwaige fehlende Taufe mit dem Heiligen Geist.
Es gibt viele Fragen, die der Mensch nicht sicher beantworten kann. Eine sehr christliche Freundin hat dazu immer gesagt: "Diese Frage lege ich in meinen eschatologischen Zettelkasten", heißt: Das frage ich, wenn ich mal gestorben bin. Es gibt irgendwo (kann es nicht finden) eine Szene, in denen die Apostel was fragen und Jesus sinngemäß sagt: "Wenn ich Euch antworten würde, würdet Ihr es nicht verstehen. Und wenn Ihr es versteht, werdet Ihr nicht mehr fragen".
Lea hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 10:42 Nicht gebunden an festgeschriebenen Texten (der Bibel), sondern frei und lebendig gesteuert von dem "großen Gott"
Das sehe ich ähnlich, weil sich die Bibel nicht dem Wesen nach als Wahrheit versteht, sondern als Hilfsmittel zur Wahrheit hin, die Gott ist. Das Problem gerade heutzutage ist, dass die Invididualisierung der Gesellschaft zu Narrativen führt, die gegenseitige Rivalen sind. Man MUSS also zur Vermeidung einer Niederlage das eigene Narrativ schützen. Hilfreich ist hier der Gedanke, dass alles Vergängliche ein Gleichnis ist (Goethe) oder in den Worten Karl Rahners alle geistigen Aussagen immer analog sind, also nie Original, sondern immer Abbild einer Sache sind, die selbst größer ist.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:42 Also frage ich konkret: Hast du Jesus schon als deinen Erlöser gefunden? Hast du ihn aufgenommen und als deinen Herrn angenommen? Und wurden deine Sünden auch vergeben?

Diese Fragen kann man m.E. nur mit ja oder nein beantworten, und nichts dazwischen,
Man kann "ja" oder "nein" antworten. Aber - man kann auch "wollen" und sich übelst täuschen. Fünfzig Prozent derer, die sich "zu Jesus bekennen", zählen zu denen, die der Herr nie gekannt hat.

Mir hast du auch schon attestiert, "wie ein Atheist zu argumentieren", weil du nicht verstanden hast, was ich meinte oder meinen Gedankengang für nichtig erklären wolltest.

Es IST aber so, wie ich es geschrieben habe.
Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 12:34 oder in den Worten Karl Rahners alle geistigen Aussagen immer analog sind, also nie Original, sondern immer Abbild einer Sache sind, die selbst größer ist
So sehe ich es auch.

Ich verstehe, dass du möglichst nahe beim Bibeltext bleiben willst, so, wie du ihn verstehst, und das Wandern zu Fuß zur einzigen legalen (schriftgemäßen) Art der Fortbewegung auf dem Pilgerweg in die ewige Heimat erklären möchtest. Es ist aber nicht in Ordnung, Überfliegern die Gruppenzugehörigkeit abzusprechen... natürlich gibt es da oben mehr Wind, und Seitenwinde können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen für Flugreisende.
Aber auf der Erde kann man auch falsch abbiegen, und dann reicht das Öl in der Lampe vielleicht nicht mehr, um den Weg so weit und ausreichend zu erhellen, dass man nicht irgendwann völlig im Dunkeln tappt.

So gibt es also die Christen, die mit dem Blick auf Offb. 22 planen, "einen Tee zubereiten aus den Blättern der Lebensbäume". Vielleicht wollen sie ja auch noch Laub kehren, damit es immer schön ordentlich aussieht auf dem Boulevard zum Thron Gottes und des Lammes.
Und es gibt andere, die sagen: Ich glaube Gott und bitte inständig, in die Stadt des Friedens einziehen zu dürfen... aber wenn ich dort bin, dann will ich erst einmal sehen, was es mit dem Strom lebendigen Wassers und den wunderbaren Bäumen, die jeden Monat Frucht tragen, auf sich hat.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Hiob hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 12:34
Helmuth hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 09:42 Das Thema ist ja das Evangelium.
Nein, das Thema ist Gott.
Die Themenüberschrift lautet „Evangelium“, wie und was gepredigt werden soll. Daran halte ich mich. Das „wie“ bespreche ich und das „was“ zeige ich stellenweise daran, wie ich es tue. Das inhaltliche „was“ kann man aus meinen ersten Postings ableiten, oder eben zur Sprache bringen, wenn man es anders sieht.

So habe ich dir persönlich konkrete Fragen gestellt. Die simple Antwort „ja“ erfreut mich mehr als 1000 Erklärungen. Man hat Jesus oder man hat ihn nicht. Die Voraussetzung ihn zu haben (als sprachlich verkürzte Form) ist die Annahme des Evangeliums. Dann erst beginnt der Weg der Erkenntnis.

Zuvor hast du doch keine Ahnung davon, aber das Evangelium rüttelt dich wach als ersten Schritt zur Umkehr. Das ist Sinn und Zweck der Verkündigung des Evangeliums, das an sich mit drei Sätzen erklärt ist. Natürlich müssen es manche öfter hören, aber einmal muss es zu deiner Entscheidung kommen.

Sinn und Zweck ist damit die Scheidung der Geister. Dabei werden am Ende auch reine Mitläufer, was es auch immer wieder gibt, aussortiert. Dazu predigt Jesus das Gleichnis von der Hochzeit, auf der einer kein Hochzeitsgewand anhatte.

Und auch das kann umkehrend zur Erlösung wirken, seinen Zustand zu erkennen, was in dem Fall anerkennen meint. Jesus tut alles, damit keiner verloren gehen muss. Wer dennoch verlorengeht, hat keine Ausrede.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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