Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?
Verfasst: Mo 1. Jun 2026, 19:08
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Wenn man die Dynamik miteinbezieht, dann hätte ja Jesaja (oder wer auch immer in seinem Namen gesprochen hatte) das schon so sagen können, für das Volk, als prophetische Sicht.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mo 1. Jun 2026, 19:08Aber dann nicht mehr mit dem längst verstorbenen Jesaja.
Nun, ich habe da mit KI ein bisschen „gespielt, also ihn gequält, etwas gestresst, auf dass er mir nicht einfach den christlichen Mainstream unterbreitet. KI ist ja nicht an eine christliche Doktrin gebunden.
Helmuth hat geschrieben: ↑Mo 1. Jun 2026, 06:27Ja, da stimme ich dir zu, solche Antworten können kommen, wenn das Bild vom Christentum bereits so entstellt wurde, dass sie eigentlich nur Teufel sind. Aber man darf dabei nicht die unrühmliche Geschichte der Kirche des Mittelalters vergessen, die Menschen gefoltert haben, wenn sie gegen die Lehre der Klerus aufgetreten sind und das alles im Namen Jesu.Philippus hat geschrieben: ↑Sa 30. Mai 2026, 21:16 Mit Bibelzitaten kann man auch viel Unheil anrichten... neulich hatte ich ein Interview im Fernseher aufgeschnappt wo der Interviewer Passanten zum Christentum befragte......eine junge Frau antwortete spontan... Christen?? Sind das nicht die, welche es für völlig in Ordnung erachten, dass junge Kinder an einem Felsen zerschmettert werden ?? (Psalm 137)
So werden heute Bibelstellen aufgeschnappt, um sie uns um die Ohren zu werfen. Ich meine, mit derart bösartigen Angängen muss man aber umgehen lernen, ist aber noch nicht die Merheitsmeinung des Volkes. Diese aber denke ich wird einmal kommen.
Umso mehr sollten wir auch die Bibel doch ein wenig kritischer betrachten und nicht Worte, die ein Gebet von Menschen sind, unreflektiert mit Gottes Wort gleichsetzen:
Dies ist ein Gebet, ein Klagelied einiger Juden im Exil würde ich sagen und die es gebetet haben, sind dabei leider nicht unschuldig an ihrem Zustand. Das hatte ihnen der Prophet Jeremia geweissagt und zuvor schon Mose.Psalm 137:8-9 hat geschrieben: Tochter Babel, du Verwüstete! Glückselig, der dir dasselbe vergilt, was du uns getan hast! Glückselig, der deine Kinder ergreift und sie hinschmettert an den Felsen!
Daher ist es für meine Begriffe kein Gebet, das Gott so erhören wird. Rache einzufordern steht ihnen m.E. so nicht zu. Demut wäre eher angesagt gewesen meine ich. Bei David ist das etwas anders gewesen.
Unbeschadet dessen ist Gott dennoch ein Rächer, was nicht zur Debatte steht, nur macht er das nicht auf menschlichen Wunsch, auch bei David nicht. Es kommt für alle einmal der Tag der Abrechnung, dann wird für es für die einen eine Abrechnung zur Rache sein, für die anderen die Entlohnung im Himmel für all das Leid, das ihnen widerfahren ist.
Stellen wir aber die Themenfrage: Hat die Bibel an der Stelle einen Fehler? Ich sage nein, es kommt m.E. nur eine typisch falsche Auslegung zum Tragen, dass man Worte von Menschen per Dogma als Wort Gottes erklärt, mit denen die Beter angeblich inspiriert worden wären.
Und so hatte die Frau sogar nicht ganz Unrecht, wiewohl ihre Haltung gleichfalls böse ist. Aber wenn ihr Christen erklären, dass dies als Gottes Wort nun mal so in der Bibel steht, dann wäre das ihr Anteil infolge eigener Dummheit.
Das leuchtet mir nicht ein. Du meintest doch, Jesaja spricht hier über sich selbst und das Gesagte hätte sich zu seinen Zeiten erfüllt. Wenn jetzt hier noch Dinge unerfüllt sind, müsste ein Verstorbener Jesaja hier geistig irgendwie bei einer zukünftigen Erfüllung mitwirken oder er steht wieder von den Toten auf.
Ich habe das schon gelesen, aber ich finde wohl Unterschiede, aber keinen Widerspruch. Es geht um die alttestamentliche Gerechtigkeit, das Gleiches mit Gleichem vergolten werden soll. Das ist Aussage für den ersten Bund vom Sinai. Der erste Bund war mit Israel und ist für uns nicht relevant.Helmuth hat geschrieben: ↑Mo 1. Jun 2026, 15:50Gerne, es begann an der Stelle:
https://www.4religion.org/viewtopic.php ... 70#p627970
Ich dachte, du hättest mitgelesen, also hatte ich dir geschrieben:
https://www.4religion.org/viewtopic.php ... 64#p628064
Wie lautet dazu nun deine Stellungnahme?
[Mt 5,38-42] Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den anderen auch dar. Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und so dich jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.
Rö 12,17
Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißigt euch der Ehrbarkeit gegen jedermann.
Ist das nicht ein neues Thema ?1 Petr 3,9
Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, dass ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen erbet.
Ok, das ist eine Auffassung, die ich nachvollziehen kann. Aber es geht mir nicht um AT-Auffassung versus NT-Auffassung, sondern dass m.E. im AT ein objektiver Widerspruch vorliegt.Zippo hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 09:50 Ich habe das schon gelesen, aber ich finde wohl Unterschiede, aber keinen Widerspruch. Es geht um die alttestamentliche Gerechtigkeit, das Gleiches mit Gleichem vergolten werden soll. Das ist Aussage für den ersten Bund vom Sinai. Der erste Bund war mit Israel und ist für uns nicht relevant.
Davor und danach lesen wir mehrere Fälle, die mit einer Entschädigung abgegolten werden, oder der Freilassung, falls die Geschädigen Sklaven waren. Es wird auch eine Pflegleistung bis zur Genesung des Verletzten angeordnet. Dazu der Fall:2. Mose 21:23-25 hat geschrieben: Wenn aber Schaden geschieht, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Strieme um Strieme.
Nehmen wir nun den gleichen Schadensfall wir zuvor, damit wir die objektive Vergleichsgrundlage haben. Thomas bricht Helmuth ein Bein. Wie sähe deine Regelung nach 2 Mose 21 aus?2. Mose 21:81-19 hat geschrieben: Und wenn Männer streiten, und einer schlägt den anderen mit einem Stein oder mit der Faust, und er stirbt nicht, sondern wird bettlägerig, wenn er aufsteht und draußen an seinem Stab umhergeht, so soll der Schläger schuldlos sein; nur soll er sein Versäumnis erstatten und ihn völlig heilen lassen.
Ich vermute, dass du mich nicht verstanden hattest.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Das leuchtet mir nicht ein. Du meintest doch, Jesaja spricht hier über sich selbst und das Gesagte hätte sich zu seinen Zeiten erfüllt. Wenn jetzt hier noch Dinge unerfüllt sind, müsste ein Verstorbener Jesaja hier geistig irgendwie bei einer zukünftigen Erfüllung mitwirken oder er steht wieder von den Toten auf.
Der Kontext in Jes 61 bezieht sich auf Israel als Volk, als auf das Volk (geht aus dem Kontext hervor), Jesus aber verwendet dies lokal, bruchstückaft und für einzelne Personen. Damit ist schon eine Umdeutung und deswegen schon kann es sich bei / durch Jesus nicht erfüllt haben.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Wenn aber noch Dinge unerfüllt geblieben sind zu Jesajas damaligen Zeiten, wieso soll sich das nicht auch auf Jesus beziehen ?
Nein, da wurden keine Gefangenen befreit, nicht mal der Täufer…ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Gehen wir davon aus, Jesus bezog nur Jesaja 61,1-2 auf sich, so wie das auch bei Lukus zitiert wird und das Zitat dieser Verse war nicht ein Hinwis auf kompletten folgenden Kontext. Dann stimmt es doch, Jesus hat das getan, was in Jesaja 61,1-2 steht.
Sicher, Jesaja war nur der „Verkündiger“ aber umsetzen wird es der Ewige, denn es ist ja der Ewige, der solches wirkt:ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 DIe daraus folgende Umsetzung, die in den nächsten Versen geschildet wird, wäre gar nicht die Aufgabe des Verkündigers.
Aufgrund der Aussage in Jesaja 61, wie es dort im Kontext steht, und dem Wirken Jesu und der Situation von Israel zur Zeit Jesu.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Wenn du nun einwirfst, dass sich mit Jesus das alles gar nicht erfüllt hätte, mit welchem Anspruch kritisierst du das überhaupt ?
Jesaja spricht prophetisch, was kommen wird, Jesus meint aber, dass es erfüllt sei, was aber in Jesaja so nicht gesagt wird, sondern im typischen Stil der Verheissung.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Bei einem Jesaja, der sich selbst adressiert, soll das eine prophetische Sicht sein, bei Jesus aber darf das nicht so sein ?
Siehst du, deswegen schon in weiterer Zukunft… zudem ein Argument gegen ein erfüllt sein zur Zeit Jesu.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Ein zertrümmertes Zion musste ja um das Jahr 33 nicht wieder aufgebaut werden. Das stand doch noch.
Es geht um beides, wobei die Läuterung (Gesundung) wie üblich im Exil stattfindet. Und da wurde Zion dann vorher verwüstet.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 01:35 Vielleicht geht es ja gar nicht um Holz und Stein, sondern um die Gesundheit und geistige Verfassung der Menschen.
Und geht dann über in Jes 62, bis zum Schluss:Jes 61,10 Hoch erfreue ich mich in dem HERRN; meine Seele soll frohlocken in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan, wie ein Bräutigam den Kopfschmuck nach Priesterart anlegt, und wie eine Braut sich schmückt mit ihrem Geschmeide.
Jes 62,11 Siehe, der HERR hat eine Nachricht erschallen lassen nach dem Ende der Erde hin: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung geht vor ihm her.
12 Und man wird sie nennen: Das heilige Volk, die Erlösten des HERRN; und dich wird man nennen: Die Gesuchte, Stadt, die nicht mehr verlassen wird.
Da hast du Jesus falsch verstanden. Er beansprucht nur die Verse von Jesaja, die er vorgelesen hat. Im Kontext steht da nichts vom Volk Israel, sondern von Sanftmütigen, Menschen zerbrochenen Herzens, Gefangene und Trauernde.Larson hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 15:48 Der Kontext in Jes 61 bezieht sich auf Israel als Volk, als auf das Volk (geht aus dem Kontext hervor), Jesus aber verwendet dies lokal, bruchstückaft und für einzelne Personen. Damit ist schon eine Umdeutung und deswegen schon kann es sich bei / durch Jesus nicht erfüllt haben.
Jesus wird nur als Verkünder dargestellt.Larson hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 15:48Es ist schon fast typisch „NT-Style“, Satzteile aus der Tenach, resp. der LXX zu zitieren, und die Aussage in einer dem ursprünglichen Kontext entgegen umzudeuten, wie auch, dass der Fokus auf Gott hin auf den Menschen Jesus umgelegt wird.... (Jesus wird zur / die Lösung, und nicht mehr Gott).
Es geht um die Knechtschaft der Sünde. Aber da steht auch nicht, dass er Gefangene befreit und Kerker öffnet. Es wird nur Freiheit und Öffnung des Kerkers ausgerufen. Wen soll denn Jesaja selbst befreit haben ?
Und Jesus hälst du vor, dass er vemeintlich den Anspruch erhebt, es selbst umzusetzen ?Larson hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 15:48 Sicher, Jesaja war nur der „Verkündiger“ aber umsetzen wird es der Ewige, denn es ist ja der Ewige, der solches wirkt:
…das Jahr der Annehmung des HERRN und den Tag der Rache unseres Gottes…“
Der Text geht fliessend über in Vers 3 ff. Mit dem Inhalt vom Vers 4 bis 11. Diesen Inhalt kann nicht von losgelöst werden
Welches Wirken Jesu ? Er hat doch gar nichts bewirkt, wie du vorher noch meintest.
Wie ich an anderer Stelle schon sagte, ist dies ein Problem der Lesart nach dem alexandrinischen Texttyp. Nach dem byzantinischen Texttyp besteht das Problem nicht. Da ist sehr nah am hebräischen Text übersetzt. Die byzantinische Übersetzung entspricht nicht exakt der LXX bei Lukas 4,18-19 aber die Varianten sind keine groben Verfälschungen. Die Lesart, die du hier kritisierst, die ist gerade noch viel weniger nach der Vorlage der LXX.
Jesus sagt nur, was in Jesaja 61,1 und dem Anfang von Vers 2 steht. So viel ist das gar nicht.
Das sagt er doch gar nicht.
Du beißt dich an irgendwas fest, was da gar nicht steht. Irgendwann wird mir das nun auch zu blöd.
Zion war zu Jesajas Lebzeiten noch nicht verwüstet. Jedenfalls nicht buchstäblich.
Meinetwegen ist das ganz real.
Der Name Israel wird hier gar nicht erwähnt, aber das nur nebenbei. "Israel" wird hier definiert als Sanftmütige, Gefangene, Trauernde, Menschen zerbrochenen Herzens. Die Fremden spielen noch weitere Rollen:Larson hat geschrieben: ↑Di 2. Jun 2026, 15:48Diese „Umkehr“, Läuterung Israels gipfelt dann im Lob vom Volk an seinen Gott JHWH:Jes 61,10 Hoch erfreue ich mich in dem HERRN; meine Seele soll frohlocken in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan, wie ein Bräutigam den Kopfschmuck nach Priesterart anlegt, und wie eine Braut sich schmückt mit ihrem Geschmeide.
Jesaja 60,10 Und die Söhne der Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige dich bedienen; denn in meinem Grimm habe ich dich geschlagen, aber in meiner Huld habe ich mich deiner erbarmt.
Zu Esras Zeiten durften die Fremden nicht am Tempel mitbauen, da gab es einen Riesenstreit drum. Ein Steintempel wird nicht mit Fremden gebaut.Sacharja 6,15 Und Entfernte werden kommen und am Tempel Jahwes bauen; und ihr werdet erkennen, daß Jahwe der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Und dieses wird geschehen, wenn ihr fleißig auf die Stimme Jahwes, eures Gottes, hören werdet.