Helmuth hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 22:25
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 22:14
Warum ist es so wahrscheinlich, dass wir es bei diesen Fallgeschichten mit dem zu tun haben, was die Bibel Dämonen nennt ?
Ihr seid beim Thema Wahrscheinlichkeit. Wenn die Dämonen eine sog. "ontologische" Realität , oh mein Gott, was für ein Wort!

, aber wenn sie demnach real sind, dann gibt es eine eindeutige Wahrscheinlichkeit, dass Dämonen am Werk sind, da sie ja eine "ontologische Reqlität" sind.
Das ist kein Zirkelschlus, sondern reine Logik in der Art: Es gibt sie, also wirken sie mit hoher Wahscheinlchkeit auch so wie wie es in der Bibel beschrieben haben.
Klar, Dämonen wirken. Das bestreite ich doch nicht, ganz im Gegenteil. Nur wie kommt man von der Feststellung, dass sie wirken, auf rostige Nägel usw. ? Du argumentierst für eine bestimmte Form ontologischer Realität von Dämonen. Ich kritisiere dagegen die Ontologie der Dämonen. Das ist ein Unterschied. Anders gesagt: Du verteidigst nicht die Realität der Dämonen im Allgemeinen, sondern die Realität einer ganz bestimmten Vorstellung davon, was Dämonen sind.
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 22:25Du müsstest erst belegen, warum deine Prämisse überhaupt biblische Geltung haben soll. Vielleicht fehlt dir bloß eine Erkenntnis. Dafür gibt es auch eine Wahrscheinlichkeit. Und es gibt auch Fälle dafür, die nicht sehen, was sie nicht sehen wollen.
Du sagst, du findest keine Grundlage, weil die Schrift keine ontologische Evidenz liefert. Kannst du, oder willst du keine finden? Nun, das kann auch an einer gegebenen Wahrscheinlichkeit für geistliche Blindheit in dem einen Punkt liegen, so wie es bei einem Auto einen sog. toten Winkel gibt, der einem etwas nicht sehen lässt, was aber real da ist.
Du sagst also im Grunde, dass ich etwas kritisiere, sei die Bestätigung meiner Blindheit.
Dass die Bibel von Dämonen spricht, ist nur die textliche Evidenz dafür, dass die Verfasser der Texte den Begriff "Dämon" verwendet haben und dass dieser Begriff für sie eine Rolle spielte. Ihr beide bezieht eure Sichtweise über das Wirken der Dämonen in der Bibel vor allem aus den Passagen in den Evangelien, wo Symptome von "Besessenen" beschrieben werden. Erschöpft sich daraus wirklich die gesamte biblische Dämonologie oder bestenfalls nur ein Ausschnitt davon?
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 22:25Aber rein sachlich: Für mich ist die Sprache und die Bezeichnung als Engel der ausreichende ontologische Beleg. Wir lesen auch, dass sie geschaffen wurden, also sind sie eine Schöpfung Gottes. So haben wir schon drei biblische Merkmale. Für normal reicht das schon.
Dass sie nicht irdischer Gattung sind, ist kein Beleg dagegen, sondern nur der simple Fakt, dass sie anderer Art sind. Die Sprache gibt für mich den Ausschlag, wie sie weiters auch handlungsfähig sind. Dann haben wir schon vier Kennzeichen. Ach ja der fünfte Hinweis ist, dass die Schrift sie Geister nennt. Wann ist genug auch genug?
Das ist keine neue Erkenntnis, sondern die klassische Dämonenontologie. Dass diese Deutung traditionell vertreten wird, bestreite ich nicht. Sie ist mir bestens bekannt und ich vertrat sie selber mal. Strittig ist für mich vielmehr, ob sie bereits im Text selbst vorliegt oder erst durch dessen Interpretation entsteht.
Wenn ich mich richtig erinnere, hatest du mal gesagt, du hättest selber mal zu den Skeptikern gehört, bis du diese Wahrheit erkannt hast, die du nun eifrig vertrittst. Bei mir war es eher umgekehrt. Mit Beginn meiner "biblischen Karriere" hatte ich (eher unbewusst) die klassische Dämonenontologie übernommen und vertreten, bis mir irgendwann auffiel, dass die Texte nur schwierig dafür zu gebrauchen sind.