Zippo hat geschrieben: ↑Do 14. Mai 2026, 09:47
Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung, heißt es an mehreren Stellen im NT. Rö 13,10
Hast du damit nicht die Generalantwort auf deine Themenanfrage? Es ist nun mal die Liebe das Um und Auf. Um sie dreht sich alles in der Beziehung mit Gott. Wie man das auslassen könnte, um eine rein theologische Abhandlung abzufassen, wäre mir schleierhaft. Sicher sollen wir auch in der Erkenntnis wachsen und brauchen dazu auch Theologie, aber was ist alle Erkenntnis ohne die Liebe? Dazu schreibt Paulus:
1. Korinther 13:2 hat geschrieben: Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber nicht Liebe habe, so bin ich nichts.
Was nun Liebe ist wäre die weiterführende Frage, womit ich wieder bei meinem ersten Beitrag bin, nach der ich gefragt habe. So gebe ich meine Antwort allgemeiner Art, also eher theologisch, aber ich versuche auch praktisch zu sein. Liebe ist in erster Linie kein Werk, auch wenn wir Werke des Glaubens vollbringen sollen, ohne die der Glaube wieder tot wäre.
Liebe ist in erster Linie eine innere Haltung, die sog. Herzenshaltung, zu der wir uns hinentwickeln sollen, damit wir in ihr wandeln. Wir erreichen das nicht auf Knopfdruck, sondern durch kontinuierliche Umwandlung, welches ein Werk des Heiligen Geistes ist und nicht unseres. Darum ist dieser in uns innewohnende Geist wieder das Um und Auf, ohne den wir uns gar nicht ändern könnten.
Wenn wir nun den Geist nicht haben, ist alle Mühe umsonst, weshalb keiner ohne ihn zum Ziel kommt und bestenfalls ein religiöses Leben führt, in dem er sich einbildet Gott zu dienen. In Wahrheit tritt er am Stand oder dient nur dem Fleisch. Ziel ist es Früchte zu bringen, wie Paulus sie beispielhaft in Gal 5 listet. Die Eigenschaften der Liebe charakterisiert er im 1. Brief an die Korinther sehr konkret:
1. Korinther 13:4-7 hat geschrieben: Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie gebärdet sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.
Das sind ganze
15 (!) handfeste Kritierien. Um sich selbst zu checken, kann man fragen, welche dieser Eigenschaften in dir bereits sind und woran der Heilige Geist noch arbeiten muss. Und weiters rufe ich eine Aussage Aslans in Erinnerung, der etwas Wichtiges gesagt hatte zur konkreten Themenfrage, wie wir das Gesetz als Gläubiger Christ erfüllen:
Aslan hat geschrieben: ↑Mi 13. Mai 2026, 14:12
Das heisst: Ich muss nicht erst etwas tun und einhalten, also durch das eigene "Fleisch" etwas hervorbringen, um das Gesetz zu erfüllen, sondern ich unterlasse durch ein geisterfülltes Leben die Dinge, die gegen das Gesetz stehen.
Das ist eine Schlüsselaussage m.E. zum Erfolg. Viel mehr als Werke ist daher die
Unterlassung vieler solcher Werke, die wir so üblich tun und doch gegen das Gesetz verstoßen. Es ist und oft bloß nicht bewusst, daher erinnert der Geist in uns daran.
Man kann ihm auch zuvorkommen und sich selbst fragen: Tue ich dieses oder jenes immer noch, oder nicht mehr mehr? Und so wir den Geist haben, wird er es uns in Erinnerung rufen.