Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

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Lichtstrebender
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Lichtstrebender »

Helmuth hat geschrieben: So 26. Apr 2026, 05:43 Das Dilemma besteht nun darin, dass es an sich nur eine korrekte Leseart geben kann, und das ist nicht die der vorgegebenen dogmatischen Theologie, sondern welchen Gedankengang der Autor selbst verfolgte. Ihn trieb der Heilige Geist also anders und zwar theologisch gesehen anders als sein Leser.
Das sehe ich anders.


Bei der Sprache sind die normalen Probleme, die bekannt sind. Wer ist der Autor, wer der Addressat,
wie ist die Ursprungsbedeutung auch in zeitlichen-kulturellen Kontext.

z.b. je nachdem in welchen Jahr die Wörter Indianer oder Knecht Ruprecht gebraucht, haben sie schon eine
andere Konntation oder Geschmäckle.

Selbst wenn man diese Probleme lösen kann und manche guten Forscher können das vielleicht auch, haben wir noch das Problem,
das wir über Themen lesen, die übersinnlich sind und / oder unseren Horizont übersteigen oder schlichtweg mit den Verstand nicht überürfbar sind


Dann hängt es noch vom Verständnislevel des Lesers ab.

Im Kindergarten las die Kindergärtnerin uns immer ein Kinderbauch vor, wo gesagt wurde,
das die Sonne und der Mond sich den Tag teilten, die Sonne scheint nur am Tag und der Mond in der Nacht.

Als ich dann am Himmel morgens den Mond und die Sonne gleichzeitig gesehen habe,
habe ich die Kindergärtnerin der Lüge bezichtigt.

Hat sie nicht, sie hat die Wirklichkeit nur simplifiziert.

Zeit ist relativ, wie wir seit Einstein wissen.
Moderne Theorien gehen sogar davon aus, das Zeit keine Fundamentalkraft ist, somit gar nicht existiert,
sondern nur als Nebenprodukt von Wechselwirkungen wie Wärme.

Wie geht man dann mit Begriffen wie Ewigkeit in der Bibel um ?

Nimmt man die Bedeutung, wie wir sie kennen oder interpretieren sie um,
da wir davon ausgehen können, das Gott das weiß / wissen muß ?

Rein von dem Text her kann man sich nicht der Eindeutigkeit der Interpetation sicher sein.

Man kann natürlich sagen, dass man mit der Hilfe des heiligen Geistes es richtig interpretieren.

Doch, wie kann ich sicher sein, ob andere den heiligen Geist haben ? Wieder mit der Hilfe des heiligen Geistes ?
Können 2 Menschen mit heiligen Geist unterschiedlicher Meinung sein ?

Viele von uns würden uns schon mit unseren 10 jährigen jüngeren Selbst streiten.

Wir leben in einer Welt den entweder - oder.

Wäre es denkbar, das 2 verschieden anscheinend widersprechende Wirklichkeiten gleichzeitig wahr sind, somit dichotomisch gedacht ?
Immerhin hat man mit der Dreieinigkeit schon einen Versuch dichotomische zu denken.

Dazu kommt, das Wahrnehmungen, Sinne oder Bewußtsein unterschiedlich sein kann.

Das klassische Beispiel ist der seit Geburt an Blinde, der nicht weiß , was Farben sind in der Wahrnehmung des Sehens,
obwohl er alles weiß, was darüber geschrieben worden ist, somit auf der Verstandsseite vorhanden , aber nicht erfahrbar.

Es gibt Menschen, die keine Gefühle fühlen können.

Ich bin sicher, es gibt mehr Beispiele, ggf. sogar welche, wofür wir noch keine Namen haben.

Worauf ich hinaus will, ist, dass ich die Vorstellung, dass alle Wahrheit und Wirklichkeit in einem Buch geschrieben steht und man muß es nur
studieren und die richtige Interpretation kennen um alles zu wissen, sehr fragwürdig finde, auch wenn man davon ausgeht,
das die Bibel Gottes Wort ist.
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Helmuth
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Helmuth »

Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Bei der Sprache sind die normalen Probleme, die bekannt sind. Wer ist der Autor, wer der Addressat,
wie ist die Ursprungsbedeutung auch in zeitlichen-kulturellen Kontext.
Sprache ja, aber für geistliche Dinge gibt es keine kulturelle Prägung. Die Liebe Gottes, Treue, Gerechtigkeit, Wahrheit, das hängt nicht davon ab, ob jemand Grieche oder Mexikaner ist. Und Jesus ist für Japaner gleichermaßen gestorben wie für Spanier.

Wäre das also zeitlich und kulturell abhängig gäbe es 2.000 unterschiedliche Evangelien. Es gibt aber nur eines seit Adam & Eva. Gott kennt auch nur ein Gesetz, und differenziert es icht nach Nationen.
Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Können 2 Menschen mit heiligen Geist unterschiedlicher Meinung sein ?
Ja, und wir selbst sind davon alle Zeugen. Das war schon bei den Aposteln der Fall, sonst hätte Jesus sie nicht lehren müssen. Und auch über Mose und Josua kenne ich einen Fall, dass sie Dinge anders interpretiert hatten. Beide führte ein und derselbe Geist.

Das Problem ist nicht Kultur oder Sprache, wiewohl diese sich wandeln, aber nicht das Wort Gottes. Also es kann sich eine sprachliche Ausdrucksweise ändern, nicht aber ihr Sinn.

Wäre dem so, dann hätten sich die Dogmen auch mitwandeln müssen, die man seit frühester Kirchengeschichte predigt und viele bis heute nicht wahrer geworden sind. Sie stehen aber immer noch fest, nur viele halt nicht auf der Grundlage des Wort Gottes.
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Lichtstrebender
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Lichtstrebender »

Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:55
Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Bei der Sprache sind die normalen Probleme, die bekannt sind. Wer ist der Autor, wer der Addressat,
wie ist die Ursprungsbedeutung auch in zeitlichen-kulturellen Kontext.
Sprache ja, aber für geistliche Dinge gibt es keine kulturelle Prägung. Die Liebe Gottes, Treue, Gerechtigkeit, Wahrheit, das hängt nicht davon ab, ob jemand Grieche oder Mexikaner ist. Und Jesus ist für Japaner gleichermaßen gestorben wie für Spanier.

Wenn du meinst, dass es nur eine Wirklichkeit gibt, kann man das als Axiom nehmen,
aber sobald du über diese geistliche Dinge sprichst kommt es zum tragen.

Alleine die amerikanischen Evangelikalen haben ein anderes Verständnis von Gottes Liebe (Gott liebt Amerika am meisten)
und von Gerechtigkeit sowieso.

Somit können geistige Dinge nur geistig erfasst werden.
Sobald Sprache ins Spiel kommt, gibt es eine Verzerrung.

Die Frage ist, können wir geistig kommunzieren ?
Vielleicht ist auch die Sprachenverwirrung von Babel auch ein Symbol , das diese Fähigkeit genommen wurde ?
Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:55 Wäre das also zeitlich und kulturell abhängig gäbe es 2.000 unterschiedliche Evangelien. Es gibt aber nur eines seit Adam & Eva. Gott kennt auch nur ein Gesetz, und differenziert es icht nach Nationen.
Es fängt schon damit an, was du mit Evangelium meinst. Wenn du damit
die Botschaft meinst , dass Gott durch Jesus Christus die Welt mit sich versöhnt hat,
hat es nichts mit Ada und Eva zu tun.

Auch Schöpfungsmythen gibt es viele.

Es gibt viele Offenbarungen , Religionen e´, die alle kulturell unterschiedlich sind.

Du hast dich entschieden, dass es nur eine gibt, weil du dich dafür entschieden hast.

Wenn geistige Dinge nur geistig erfasst werden können, kann es sein, das geistige Dinge je nach kulturellen Hintergrund sich in unserer Welt anders manifestieren,
da geistige Dinge eben nicht von dieser Welt sind und ewig sind ?

Dadurch das wir uns getrennt erleben, können wir uns gar nicht sicher sein.
Wir wissen nicht mal, ob die anderen Menschen ein Bewusstsein haben, wir können das sicher nur für uns wissen,
da wir es erleben. Wir leiten nur ab, das die anderen eins haben müssen aufgrund des Erlebens und der Wechselwirkung mit uns , der Welt und den anderen Menschen,



Aber manche dieser Ableitungen werden durch die KI Fähigkeiten auch die Sicherheit genommen (nur manche)

Somit ist das einzige sichere Kriterium unser Bewusstsein und die eigene persönliche Verbindung mit Gott.
Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Können 2 Menschen mit heiligen Geist unterschiedlicher Meinung sein ?
Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:55 Ja, und wir selbst sind davon alle Zeugen. Das war schon bei den Aposteln der Fall, sonst hätte Jesus sie nicht lehren müssen. Und auch über Mose und Josua kenne ich einen Fall, dass sie Dinge anders interpretiert hatten. Beide führte ein und derselbe Geist.
Ja, beide führte der gleiche Geist. Trotzdem hatten Sie unterschiedliche Interpretationen. Das ist eine wichtige Feststellung.
Es scheint so zu sein, dass wir eine Art Freiheut haben Eingebungen des Geistes anzunehmen oder nicht oder/und verschieden zu interpretieren.

Die Frage ist dann eher, ist die Interpretation dann falsch oder nur anders oder für die Person oder der Situation angemessen und für andere Personen und Situationen ist sie dann eine andere?

Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:55 Das Problem ist nicht Kultur oder Sprache, wiewohl diese sich wandeln, aber nicht das Wort Gottes. Also es kann sich eine sprachliche Ausdrucksweise ändern, nicht aber ihr Sinn.
Wenn du mit Wort Gottes, die Wirklichkeit Gottes meinst, stimme ich dir zu.
Das Problem ist aber, dass geistig Erkanntes kann nicht intersubjektiv übertragen werden.
Du kannst geistig erkanntes nicht jemanden mitteilen erst recht nicht durch Sprache.

Man kann nur hoffen, das bestimmte Sprachsymbole die gleiche Resonanz erzeugen beim Gegenüber,
der es auch erkannt hat.

Oder man kann jemanden der es geistig erkannt hat, aber keine Worte dafür hat, ihn dafür Worte geben, so das der Verstand etwas hat, womit er das Geistige benennen kann.

Erkennen tun wir nur durch inneren geistigen Dialog mit Gott.




Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 16:55 Wäre dem so, dann hätten sich die Dogmen auch mitwandeln müssen, die man seit frühester Kirchengeschichte predigt und viele bis heute nicht wahrer geworden sind. Sie stehen aber immer noch fest, nur viele halt nicht auf der Grundlage des Wort Gottes.

Dogma war ursprünglich eine Meinung oder Lehre, Dogma als unumstößliche Glaubens- oder Lehraussage hat sich seit dem 5. Jahrhundert mit der Zeit so entwickelt.

Die Frage ist, ob Dogmen (also die unumstösslichen) unumstössliche Wahrheiten lehren, ob politischer Einfluss manches zu Dogmen erklärten.

Ich glaube nicht, dass eine Wirklichkeit so in Sprache gepackt werden kann, das jeder das gleiche darunter versteht aufgrund meiner Ausführungen oben.

Wenn es ein Dogma gibt, kann es nicht allgemeingültig formuliert werden für jeden Menschen und jede Kultur auf die gleiche Weisem.
Selbst wenn das gelingen könnte, bedingt das Verstehen die geistige Erkenntnis auf geistiger ebene.

Das ist der Grund , dass man Bibelstellen oft jahrelang gelesen hat und in den gleichen Stellen plötzlich eine Erkenntnis kommt,
da sie auf geistiger Ebene vorher erkannt wurde und dann beim Lesen eine neue Resoanz erzeugt.
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Helmuth
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Helmuth »

Lichtstrebender hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 13:27 Wenn du meinst, dass es nur eine Wirklichkeit gibt, kann man das als Axiom nehmen,
Ich bevorzuge das Wort Wahrheit. Die Bibel ist aber kein Fach der Mathematik ist, sondern offenbart uns das wahrhaftige Leben Gottes. Lebendige Körper funktionieren anders als die Axiome der Zahlenkörper.
Lichtstrebender hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 13:27 Es fängt schon damit an, was du mit Evangelium meinst.
Das wäre ein gutes Beispiel für den Versuch einer sinnvollen dogmatischen Festlegung. Ob es gelingt hängt von den Prämissen ab, die man dazu heranzieht. Zur Verfügung stehen dazu einige. Jedenfalls ist es sinnvoller als der gesamte Trinitätshumbug.
Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Du kannst geistig erkanntes nicht jemanden mitteilen erst recht nicht durch Sprache.
Damit erklärst du nicht nur die Sprache, sondern auch gleich unsere Bibel für nutzlos, denn genau in der Mitteilung liegt deren Zweck. Du stellst eine Prämisse auf im Prinzip wider die Schöpfung Mensch. Wie begründest du diese ohne Sprache und ohne Bibel? Sollte Gott zu uns gackern wie ein Huhn? :mrgreen:

Paulus widerspricht dir, da er in der Schrift eben diesen Nutzen erkennt:
2. Tim. 3:16 hat geschrieben: Alle Schrift, gottgehaucht und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, …
Welcher Mittel bedient sich Gott um sich uns mitzuteilen?
Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Wenn es ein Dogma gibt, kann es nicht allgemeingültig formuliert werden für jeden Menschen und jede Kultur auf die gleiche Weisem.
Selbst wenn das gelingen könnte, bedingt das Verstehen die geistige Erkenntnis auf geistiger ebene.
Die jeweilige Sachlage ließe sich relativ leicht anhand eines gültigen und eines ungültigen Dogmas demonstrieren. Dann sieht man bald, was einen Nutzen hat und was nicht, was lehrt oder nicht lehrt bzw. sogar Schaden anrichtet.
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Sara Funkelstein »

Helmuth hat geschrieben: So 26. Apr 2026, 05:43 Das Dilemma besteht nun darin, dass es an sich nur eine korrekte Leseart geben kann, und das ist nicht die der vorgegebenen dogmatischen Theologie, sondern welchen Gedankengang der Autor selbst verfolgte. Ihn trieb der Heilige Geist also anders und zwar theologisch gesehen anders als sein Leser.
Das sehe ich anders. Selbst der Autor muss nicht unbedingt wissen, was er mit seinen Texten beim Leser bewirkt. Auf welche Gedanken er ihn bringt oder welche Handlungen er inspiriert. Die Botschaften befinden sich doch auf der spirituellen Ebene und wenn ich etwas aufschreibe, zu was mich Gott inspiriert, kann es genauso sein, dass ich das selbst gar nicht verstehe und auch nie verstehen werde, weil die Botschaft vielleicht nicht für mich ist, sondern für eine Person, die ich nicht mal kennen muss.

Es ist auch in Ordnung, wenn wir nicht das gleiche aus einem Text lesen, weil Gott uns wahrscheinlich unterschiedliche Dinge sagen will. Wir sind ja nur Teile von ihm und schon deswegen nicht gleich. Von daher gibt es nicht die eine richtige Lösung.
Gott hat entschieden, dass die Welt ohne dich nicht auskommt.

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Helmuth
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Helmuth »

Sara Funkelstein hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 18:03 Selbst der Autor muss nicht unbedingt wissen, was er mit seinen Texten beim Leser bewirkt.
Das trifft für bestimmte prophetischen Botschaften sogar zu, wo der Prophet sagt, dass er nicht versteht, aber schreiben soll. Allerdings ist das nicht die Regel, denn das wäre Unfug. Und es ist auch nicht entscheidend, was es bewirkt, sondern was Gott beabsichtigt. Wenn der Mensch die Botschaft zurückweist, geht das nicht auf das Konto Gottes bzw seines Propheten. So wurden seine Gesandten auch schon immer verfolgt. Diese Wirkung hat Gott sicher nicht beabsichtigt.

Soll der Prophet lediglich nur weitergeben, was Gott zu ihm gesprochen hat, wäre sein Verständnis grundsätzlich wirklich keine Voraussetzung. Allerdings benutzt Gott seine Boten nicht wie ein bloßes Medium, als wäre er nur ein Radio, ein lebloses Objekt, das weiß nicht, was seine ausgesandten Schallwellen für unsere Ohren bedeuten. Wir aber haben Geist, sind Gott ähnlich und so kommunizieren wir.

Wenn man eine Lehrbotschaft weitergeben soll, dann wieder kann man unmöglich davon ausgehen, dass der Lehrer nicht weiß, was er lehrt. Das wäre absurd. Wenn also Paulus nicht in aller Tiefe wüsste, dass Jesu Blut Sühne leistet, bitte was wäre er für ein Lehrer? Er würde wie ein Stümper agieren. Er ist aber alles andere als unwissend. Dummköpfe hat Gott noch nie beauftragt.
Sara Funkelstein hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 18:03 Die Botschaften befinden sich doch auf der spirituellen Ebene und wenn ich etwas aufschreibe, zu was mich Gott inspiriert, kann es genauso sein, dass ich das selbst gar nicht verstehe und auch nie verstehen werde, weil die Botschaft vielleicht nicht für mich ist, sondern für eine Person, die ich nicht mal kennen muss.
Dann hat das, was du sagst bzw. schreibst womöglich auch keine höhere Bedeutung, weil daraus ersichtlich ist, dass du gar keine Botschaft für andere erhalten hast. Du kreist in deiner eigenen Denk- und Vorstellungswelt ohne klaren Bezug zu Gott und anderen Menschen.

Du bildest dir derart nur ein du hättest eine Verbindung zur Welt Gottes. Das ist Welt der Spiritisten. Mit Gott geht das viel simpler und dann weiß man das auch. Schon unter Menschen ist klar, wenn die Mama sagt: "Finger weg vom Essen, erst wird Gott gedankt". Eine Botschaft, die jeder am Tisch verstehen kann und jeder weiß auch: "Das kommt von Mama!"
Sara Funkelstein hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 18:03 Wir sind ja nur Teile von ihm und schon deswegen nicht gleich. Von daher gibt es nicht die eine richtige Lösung.
Dies kann man als dein persönliches Dogma setzen, das da lautet. "Wir sind ein Teil von Gott." Deine Schlussfolgerung ist, dass es gar keine Wahrheit gäbe, da jeder eine andere Lösung hat. Das ordne ich der Kategorie Philosophie zu. Als solche hat sie auch keine heilsbedeutende Wirkung und wird dich auch nicht aus deiner Sünde erlösen.

Ich sage nun, das ist das Wesen menschlicher Dogmen. Die einen sind nutzlos, andere aber sogar wider Gottes Wort. Erstere snd harmlos, letztere nicht selten auch satanischer Natur und führen den Menschen ins Verderben. Ich denke, dieses Wort habe ich dir schon an anderer Stelle gegeben:
Sprüche 14:12 hat geschrieben: Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.
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Lichtstrebender
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Lichtstrebender »

Helmuth hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 15:40
Lichtstrebender hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 13:27 Wenn du meinst, dass es nur eine Wirklichkeit gibt, kann man das als Axiom nehmen,
Ich bevorzuge das Wort Wahrheit. Die Bibel ist aber kein Fach der Mathematik ist, sondern offenbart uns das wahrhaftige Leben Gottes. Lebendige Körper funktionieren anders als die Axiome der Zahlenkörper.
Das Wort Axiom wird auch in der Philsophie benutzt, z.b. das Axoim von Paul Watzlawick

"Man kann nicht nicht kommunizieren".

Aber ich habe verstanden, dass du das Wort nicht magst, das ist o.k. für mich.


Helmuth hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 15:40
Lichtstrebender hat geschrieben: Mo 27. Apr 2026, 13:17 Du kannst geistig erkanntes nicht jemanden mitteilen erst recht nicht durch Sprache.
Damit erklärst du nicht nur die Sprache, sondern auch gleich unsere Bibel für nutzlos, denn genau in der Mitteilung liegt deren Zweck. Du stellst eine Prämisse auf im Prinzip wider die Schöpfung Mensch. Wie begründest du diese ohne Sprache und ohne Bibel? Sollte Gott zu uns gackern wie ein Huhn? :mrgreen:

Zumindest hat sich Gott schon mal offenbart durch das Krähen eines Hahns ;)

Der Unterschied zwischen Sprache und geistige Erkenntnis/Kommunikation ist mindestens so groß ,
wie der Unterschied zwischen Sprache und gackern eines Huhns.

Natürlich können Worte Resonanz beim Gegenüber erzeugen, so dass man sich an das in der Seele erkannte
erinnert.

Helmuth hat geschrieben: Di 28. Apr 2026, 15:40 Paulus widerspricht dir, da er in der Schrift eben diesen Nutzen erkennt:
2. Tim. 3:16 hat geschrieben: Alle Schrift, gottgehaucht und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, …
Welcher Mittel bedient sich Gott um sich uns mitzuteilen?
Natürlich braucht es Sprache, damit man es den natürlichen Menschen die Möglichkeit in Resonanz zu schwingen,
siehe
1.Korinther 2

 11 Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. 
12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. 
13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. 
14 Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. 
15 Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. 
Insbesondere:
"Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen"


Somit

heiliger Geist -> geistlicher Mensch -> natürlicher Mensch -> erzeugt Worte

Worte -> anderer natürlicher Mensch -> anderer geistlicher Mensch -> Resonanz / erinnern / geistig beurteilen

Worte -> anderer natürlicher Mensch -> nichts verstehen

heiliger Geist -> geistlicher Mensch --> liest Worte --> Resonanz erzeugt Erkenntnis aus geistlicher Beurteilng

Wir sind Mischformen von geistiger Mensch und natürlicher Mensch, je mehr wir in Christo sind, desto mehr sind wir
eine neue Kreatur.
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Helmuth »

Lichtstrebender hat geschrieben: Mi 29. Apr 2026, 14:17 Aber ich habe verstanden, dass du das Wort nicht magst, das ist o.k. für mich.
Es geht weniger um das Wort Axiom, dass ich es nicht mag, sondern wofür es steht. Es passt nicht zu geistlichen Prozssen. Woran denkst du wenn du meinst, dieses oder jenes wäre ein christliches Axiom? Gib ein Beispiel, welches dafür in Frage käme und dann sehen wir ob wir es thematisch verwerten können, oder ob es in Richtung Philosophie abdriftet.

Wahrheit finde ich besser, weil das nicht nur Aussagen kennzeichnet, die logisch wahr oder falsch sind, wie man Wahrheit in der Logik behandelt, sondern in erster Linie entspricht es auch dem Wortschatz Gottes und hat damit höhere Bedeutung.

Wenn Gott mich rechtfertigt, dann bin ich in seiner Wahrheit. Wäre das jetzt so ein "Axiom"? Und was ist es wert? Vieles ist am Ende wieder nur Philosophie bzw. Theologie, also auch ein leeres Wort. Du kannst dir davon bei Gott nichts kaufen, du muss es leben und nicht nur abstrakt diskutieren können um kluge Aussagen bilden zu können.

In diese Richtung driftet für mich die Dogmatik ab. Das Setzen von Aussagen, die wir theologisch richtig oder falsch einordnen, um es dann "Glaube" zu nennen. Kann mich ein Dogma Gott näher bringen, weil ich daran glaube, oder gelten dafür andere Kriterien?

Ich bin darum eigentlich mehr an den Wirkungen interessiert, insbesondere an den guten. So hat schon allein das Wort "Wort" eine höhere geistliche Eindringtiefe, als Gott immer mit seinem Wort mit uns in Kontakt tritt. Und sie bewirken auch etwas.

Wenn Theologen beisammen sitzen bewirkt es oft nur, dass die Sessel zu kleben beginnen und man immer fetter wird, oder dass wir mit der Zeit ermüden, weil sie nicht bewirken, was man sich versprochen hat.
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Re: Dogmen und Prämissen - Segen oder Fluch?

Beitrag von Lichtstrebender »

Helmuth hat geschrieben: Mi 29. Apr 2026, 17:57
Lichtstrebender hat geschrieben: Mi 29. Apr 2026, 14:17 Aber ich habe verstanden, dass du das Wort nicht magst, das ist o.k. für mich.
Es geht weniger um das Wort Axiom, dass ich es nicht mag, sondern wofür es steht. Es passt nicht zu geistlichen Prozssen. Woran denkst du wenn du meinst, dieses oder jenes wäre ein christliches Axiom? Gib ein Beispiel, welches dafür in Frage käme und dann sehen wir ob wir es thematisch verwerten können, oder ob es in Richtung Philosophie abdriftet.

Wahrheit finde ich besser, weil das nicht nur Aussagen kennzeichnet, die logisch wahr oder falsch sind, wie man Wahrheit in der Logik behandelt, sondern in erster Linie entspricht es auch dem Wortschatz Gottes und hat damit höhere Bedeutung.
Eigentlich mag ich weder Axiom noch Dogma.
An sich gefällt mir Wahrheit als Begriff auch besser.
Irgendwie kam ich auf die Idee, du suchst eine Alternative zum Dogma Begriff.

Wenn ich das lese, so wirkt es auf mich, das wir an sich ähnlich denken.

Früher habe ich Diskussionen immer gesagt, "es gibt nur eine Wahrheit, es kommt darauf sie zu entdecken".

Heute denke ich relativer, d.h. mein Blick auf die Wahrheit ändert sich und muss sich auch ändern,
damit ich Schrittweise die Wahrheit ("alles was ist") für mich verständlicher machen kann und das geht nur Schrittweise,
daher kann ich mein Blick auf die Wahrheit ändern und das ist subjektiv.
Helmuth hat geschrieben: Mi 29. Apr 2026, 17:57 Wenn Gott mich rechtfertigt, dann bin ich in seiner Wahrheit. Wäre das jetzt so ein "Axiom"? Und was ist es wert? Vieles ist am Ende wieder nur Philosophie bzw. Theologie, also auch ein leeres Wort. Du kannst dir davon bei Gott nichts kaufen, du muss es leben und nicht nur abstrakt diskutieren können um kluge Aussagen bilden zu können.

In diese Richtung driftet für mich die Dogmatik ab. Das Setzen von Aussagen, die wir theologisch richtig oder falsch einordnen, um es dann "Glaube" zu nennen. Kann mich ein Dogma Gott näher bringen, weil ich daran glaube, oder gelten dafür andere Kriterien?
Diese gefällt mir auch gut, an sich finde ich nichts gegen "Philosophie bzw. Theologie" aus zusetzen.
aber es ist richtig, das es gelebt werden muß, d.h. nicht nur der physische Verstand es versteht,
sondern alle Teile des Menschen , die nicht Verstand sind, die zusammen das erleben ist.


In diese Richtung driftet für mich die Dogmatik ab. Das Setzen von Aussagen, die wir theologisch richtig oder falsch einordnen, um es dann "Glaube" zu nennen. Kann mich ein Dogma Gott näher bringen, weil ich daran glaube, oder gelten dafür andere Kriterien?

Ich bin kein großer Fän von Dogmatik.
Es kann im Einzelfall einen Menschen weiterbringen, wenn das Dogma ein Anker ist,
der einem die Unischerheit nimmt. Wenn man sich das bewegen zu Gott wie bergsteigen sich vorstellt,
kann ein Dogma ein "Zwischenlager" sein, wo man immer wieder zurück gehen kann, das gibt Sicherheit,
wenn beim hochsteigen Zweifel, Angst oder Unsicherheit einem Befallen.

Paradoxerwesie ist das wieder individuell und as widerspricht der Definition eines Dogmas,
aber für den Einzelnen kann die Vorstellung eines Dogmas die nötige Sicherheit geben, bis er merkt,
das er das nciht mehr braucht, dann kann man das Dogma entweder ändern oder es lassen, aber dabei zulassen.
das er die Wahrheit so sieht und somit es kein Dogma ist.

Das Problem, wenn man etwas als Dogma emporhebt, ist es eine formulierte Wahrheit,
die andere auch so sehen müssen, wenn sie die Wahrheit sehen müssen,
darauf resultiert direkt ein Gefälle. Alle die ein Dogma als wahr erkennen, sind automatisch
weiter an der Wahrheit, als die , die es ncht tun.
Das ist nur ein kleiner Schritt zu "ich bin mehr wert,da ich mehr von der Wahrheit weiss",
was wieder paradoxerweise von Gott entfernt, da man sich selbst erhöht.

Selbst wenn das Dogma richtig ist, ist eine Selbsterhöhung falsch.
Der Zeitpunkt, wann man was erkennt isgt unwichtig, im Erwachsenenleben ist es ja auch nicht wichtig ,
wann wir in der Kindheit laufen gelernt haben.


Helmuth hat geschrieben: Mi 29. Apr 2026, 17:57
Ich bin darum eigentlich mehr an den Wirkungen interessiert, insbesondere an den guten. So hat schon allein das Wort "Wort" eine höhere geistliche Eindringtiefe, als Gott immer mit seinem Wort mit uns in Kontakt tritt. Und sie bewirken auch etwas.


Guter Satz.... kann ich eigentlich nur unterschreiben. Gefällt mir so gut, das ich ihn nicht kommentieren will und so stehen lassen will.
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