Der Begriff stammt von 2. Thessalonicher 2,6–7
6 Und ihr wißt ja, was jetzt noch zurückhält, damit er geoffenbart werde zu seiner Zeit.
7 Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken,
nur muß der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein“
(nach Schlachter)
Es heisst eigentlich festhalten, zurückhalten, niederhalten, in Besitz haben.
Andere Beispiele in NT sind Römer 1,18 („die Wahrheit niederhalten/unterdrücken“), 1 Kor 15,2 („festhalten“), 1 Thess 5,21 („das Gute festhalten“) und Hebr 3,6; 3,14; 10,23
In 2. Thessalonicher 2,6–7 heisst es „das Aufhaltende“ / „der Aufhaltende
In 2 Thess 2,6 steht das Neutrum: to katechon = „das Aufhaltende / Zurückhaltende“.
In 2 Thess 2,7 steht das Maskulinum: ho katechōn = „der Aufhaltende / Zurückhaltende“. Dieser Wechsel ist im griechischen Text klar vorhanden.
Das interessante an dieser Bibelstelle ist, dass sie nicht klar zu interpretieren ist, aber starke Auswirkungen auf die Weltpolitik hat.
Aus dem unbestimmten „Aufhalter“ wurde erst das Römische Reich, dann das christliche Kaiserreich,
später das Heilige Römische Reich, in der Moderne bei Carl Schmitt ein Ordnungsprinzip gegen Weltstaat und Chaos,
und heute taucht das Motiv in Russland und in Teilen der US-Rechten wieder auf.
Bei Carl Schmitt ist der Katechon die geschichtliche Macht, die den endgültigen Ausbruch von Chaos, Antichrist und Weltende noch aufhält.
Das ist die Basis für den aktuellen Katechonglauben.
Einfluss in den USA
In den USA ist der Einfluss schmaler, aber in bestimmten Eliten real.
Peter Thiel spricht offen über Antichrist, Weltstaat und Katechon; in einem Gespräch 2024 sagt er ausdrücklich, der Katechon könne als das verstanden werden,
was den „one-world state“ oder den Antichrist aufhält. Er nennt sogar historische und moderne politische Beispiele.
Gleichzeitig zeigen Medienberichte, wie eng Thiel mit Netzwerken um Curtis Yarvin und J.D. Vance verbunden ist.
Thiel:
EU und UN sieht er als Wohlfahrtsdiktatur mit allmächtiger Überwachungstechnologie.„Und meine christliche Intuition sagt mir: Ich will keinen Antichristen. Ich will kein Armageddon. Ich möchte einen schmalen Weg zwischen diesen beiden finden,
auf dem wir beides vermeiden können.“
Somit ist die USA der Katechon, der verhindert, dass sich Länder auf irgendeine Art verbinden können, die als Machtbasis
für den Antichristen gelten könnten, egal wie positiv Sie erscheinen müssen.
In Russland ist der Katechon-Gedanke deutlich wirksamer als im heutigen Mainstream des Westens,
vor allem im Umfeld von Alexander Dugin, russisch-orthodoxer Kriegslegitimation und der Ideologie vom „russischen Bollwerk“ gegen den dekadenten Westen.
Domradio fasst das so zusammen, dass ein neues Strategiepapier Russland mit dem Motiv des Katechon als Bollwerk gegen westliche Dekadenz zeichnet;
Dugin wird dort ausdrücklich als jemand genannt, der Russland als „Aufhalter“ deutet. Auch religionswissenschaftliche Analysen zur russischen Kriegslegitimation zeigen,
wie stark apokalyptische und antichristliche Motive in diesem Diskurs geworden sind.
Russland versteht den Katechon heute vor allem als konkrete geschichtliche Macht: Russland selbst, die russische Orthodoxie,
der russische Staat oder die „heilige“ Verbindung daraus. Der Feind ist „Globalismus“, der dekadente Westen, „Satanismus“ oder die Auflösung traditioneller Ordnung.
In dieser Lesart ist der Katechon ein Bollwerk und rechtfertigt notfalls Krieg als Abwehrkampf.
Es gibt ein Dilemma:
Wer den Antichristen aufhält, hält damit auch das Ende der Geschichte und damit die Wiederkunft Christi (Parusie) hinaus
nach aktueller Eschatalogie.
Vermutlich hat Paulus nicht gerechnet, das dieser Vers solche Auswirkungen hat, sonst hätte er das vermutlich mehr ausgeführt.
1 Thessalonicher tröstet und ermutigt eine junge Gemeinde, die unter Druck steht und mit der nahen Wiederkunft Jesu rechnet
2 Thessalonicher korrigiert dann eine zugespitzte Fehlentwicklung dieser Erwartung. Die Gemeinde soll sich nicht „leicht aus der Fassung bringen“ lassen durch Prophetie,
mündliche Rede oder sogar einen angeblichen Brief, als sei der Tag des Herrn schon da. Paulus nennt nun Vorzeichen, die vorher eintreten müssen —
Abfall, Offenbarung des „Menschen der Gesetzlosigkeit“, und das gegenwärtige Aufhalten durch den Katechon.
In der channeling/neuoffenbarungen Szene wird die Erde als eine Welt der Willensfreiheit bezeichnet,
d.h. man darf nicht eingreifen. Es wird nur eine Ausnahme genannt und das ist der Zeitpunkt, wenn sich die Welt selbst vernichtet,
dann wird eingegriffen.
Das entspricht auch der Bibel
Der Hauptunterschied ist, dass die Bbiel die Apokalypse (Harmageddon) und das notwendige Eingreifen Gottes/Jesu als determiniert sieht."Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden“ (Matthäus 24,22)
Das wiederspricht der Willensfreiheit.
In der channeling/neuoffenbarungen Szene wird oft erwähnwir uns anders entschieden haben, so dass die Trübsalszeit
nicht oder nur abgeschwächt erleben müssen.
Mir ist klar, dass dies im Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung ist.Ihr befindet euch in einer Zeit, die von den Uralten als Entscheidungspunkt vorhergesagt wurde.
Viele Glaubenssysteme sahen hier das Ende der Welt, weil sie dachten, die Menschheit würde es nicht schaffen.
Es würde zum Dritten Weltkrieg kommen, ein Armageddon würde sich in seiner eigenen Form entfalten.
Der erschreckende Teil daran ist, dass viele glaubten, all dies würde durch einen Krieg in Israel beginnen.
Von Anfang an erwarteten die Historiker dies, da ihnen diese religiöse Erzählung vermittelt wurde. Doch es ist anders gekommen.
Dieses erwartete Ereignis, dieser Krieg in Israel, sollte im neuen Jahrtausend, in den frühen 2000er Jahren,
als ein Wendepunkt in einer „Schwarz-Weiß“-Welt auftreten, die den Beginn des Lichts markiert.
Das Prinzip was den Untergang aufhält ist die gesteigerte Gesamtliebe (bedingungslose Selbst und Nächstenliebe),
oft bezeichnet als Erhöhung der Gesamtschwingung, Liebe zur Wahrheit und Erhöhung des Bewußtseins.
Von dieser These ausgehen, habe ich 2. Thessalonicher 2 gelesen nach Hinweise und stiess auf:
2. Thessalonicher 2,10
" Denn sie haben die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, dass sie gerettet würden."
Mindestens bedeutet dieser Satz, das jeder individuell gerettet werden kann, wenn man die Liebe zur Wahrheit annehmen wird.
Wenn jeder Sie annehmen kann, könnten sie jeder annehmen. Wenn jeder sie annimt, kann es keine Trübsalszeit geben.
Das würde die Trübsalszeit als Wahrscheinlichkeitsprognose erscheinen lassen und nicht mehr determiniert sein,
weil es von der freien Entscheidung für oder gegen Gott abhängt und wieviele sich für was entscheiden.
Quellen:
https://philosophie-indebate.de/herrsch ... C%5B41%5D.
https://www.domradio.de/artikel/theolog ... che-scharf
https://de.wikipedia.org/wiki/Katehon
https://www.br.de/nachrichten/netzwelt ... ka,UoYDolu
https://info2.sermon-online.com/german/ ... _2012.pdf
https://www.vielfalt-mediathek.de/wp-co ... eorien/%20
https://www.pro-medienmagazin.de/der-an ... er-thiel/
https://www.deutschlandfunk.de/curtis-y ... wtab-de-de
https://www.kryon.de/post/original-kry ... -erde-2024
https://kryon.com/k_un.html