Der Teufel im AT

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ProfDrVonUndZu
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Re: Der Teufel im AT

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 16:02 Ich deute das Bild so, dass der Satan Josua, der hier repräsentiv für das Volk Gottes steht, im Gegensatz zu Gott nicht freisprechen, sondern schuldig sprechen will. Darum leistete er ihm Widerstand, da er zuvor noch schmutzige Kleider getragen hatte als Beleg dafür, dass er ein Sünder ist, der keine Vergebung verdient. Gott rettet ihn aber aus dem Feuer, das ihn zu verzehren droht (Vers 2).
Nach dem babylonischen Exil sollte der Tempeldienst wiederhergestellt werden. Der Tempel war grad fertig gebaut oder im Begriff, fertiggestellt zu werden. Das war Gottes Wort durch Perserkönig Kyros. Und dann kommen irgendwelche Obersten daher und meinen, die Wiederherstellung ginge gar nicht wegen der Mischehen. Die Obersten haben was gemacht ? Sie haben eine falsche Anschuldigung vorgebracht und wahrscheinlich auch noch reinsten Gewissens mit Verweis auf das Gesetz. Anders gesagt, sie haben verleumdet. Das ist doch die Art Gesetzesauslegung, wie sie auch der Teufel bei Jesus angewendet hat. Die Obersten waren am zweifeln und hatten Gottes Wort an Jeremia entweder vergessen oder nicht gekannt. Aber was kann man sagen, von welchem Geist sie in diesem Moment getrieben waren ? Ging es ihnen um das Gesetz, oder um Gottes Wort ? Das Gesetz legten sie in diesem Fall zu pauschal aus und das prophetische Wort wurde missachtet.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Helmuth
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Re: Der Teufel im AT

Beitrag von Helmuth »

Tut leid, das hat für mich hier keine Relevanz. In Sacharja 3 geht es nicht um politische oder zeitnahe Dinge, sondern um eine grundsätzliche Sache was Reinigung, Vergebung und in weitere Folge auch um die Lebensweise zur Bewahrung der Errettung anbelangt. Die Vision hat eine ewige und eschatologische Bedeutung. Sie ist zeitlos und soll auch uns ansprechen.

Und dazu gibt es einen Hauptgegner, den Satan, der als Ankläger der Brüder auftritt. Aus dem Grund habe ich diese Stelle genommen. Wenn es dazu etwas zu sagen gibt, bitte um Kommentare, oder wir fassen zunächst zusammen:

Anhand dreier Stellen wird uns das Wesen und der Charakter des Teufels durch Gottes Wort im AT gezeigt:

in 1. Mose 03 - Der Teufel als Lügner und Leugner des Wort Gottes
in 3. Mose 16 - Der Teufel als Asasel, der selbst Sühne leisten muss
in Sacharja 3 - Der Teufel als Ankläger der Kinder Gottes

Ein konkretes Auftreten, wo er auch spricht, zeigt uns nur die Genesis, in den anderen Fällen wird er durch eine Vision gezeigt bzw. wird stellevertretend durch Asasel gezeigt, dass er auf sich allein gestellt in der Wüste leben muss, das ein Bild für den Sheol ist. Der Prophet Jesaja zeigt uns noch einen ergänzenden Aspekt:
Jes 27,1 hat geschrieben: An jenem Tag wird JHWH mit seinem harten und großen und starken Schwert heimsuchen den Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird das Ungeheuer töten, das im Meer ist.
Der Leviatan, ein Begriff den ich erst studieren muss, mir ist er zu wenig geläufig, aber mit eurer Hilfe sollten wir weiterkommen. Das Wort zeigt uns seine Vernichtung an jenem Tag, was ich als das letzte Gericht auf Erden interpretiere.

Dieses Schwert, um ihn endgültig und für immer zu bekämpfen und auch zu töten, hat Gott m.E. dem gegeben, der Herr über die Schöpfung werden sollte, der Messias. In der Offenbarung finde ich eine Stelle, die als Parallele gesehen werden kann:
Off 19,20-21 hat geschrieben: Und das Tier wurde ergriffen und der falsche Prophet, der mit ihm war, der die Zeichen vor ihm tat, womit er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten. Lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Und die Übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd saß, dem Schwert, das aus seinem Mund hervorging; und alle Vögel wurden von ihrem Fleisch gesättigt.
Konkret wird hier kein Teufel genannt, aber das Schwert unseres Herrn, das aus seinem Mund hervorgeht. Ich denke, Jesus muss nur ein Wort sagen und es ist um denjenigen geschehen, dem sein Wort gilt.

Ein konkretes Bild seiner Vernichtung zeigt das nächste Kapitel 20, aber wir bleiben weiter im AT. Und dazu ist Jesaja eine Stelle, die seine Vernichtung als eine Bildrede von der flüchtigen und gewundenen Schlange zeichnet.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
oTp
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Re: Der Teufel im AT

Beitrag von oTp »

Immerhin wird darüber nachgesonnen, was das AT mit seinen Fragmenten zu Satan andeutet. Hauptsache es lässt sich mit den passenden Aussagen im NT verbinden. Mit der Austreibung wird es dort sogar konkret. Was das Heer der Dämonen betrifft. Der Wahrheitsgehalt lässt sich sogar nachprüfen, weil es konkrete, beobachtbare Vorgänge sind, die noch heutzutage geschehen
Schwieriger wird es mit Satan selber.
War Satan der Verführer in der Wüste ? Übrigens berichtet Sundar Singh Ähnliches und von Pater Pio wird dieser gewandte Verführer auch erwähnt. Körperlich anwesend und redend.

Daraus soll Jeder seine eigenen Überzeugungen bilden.

Ki
Pater Pio erlebte im Beichtstuhl oft Angriffe des Teufels, der ihn von seiner seelsorgerischen Arbeit abhalten wollte. Berichten zufolge erschien Satan einmal als höflicher Beichtkind, das Sünden rechtfertigte. Durch göttliche Erleuchtung erkannte Pio ihn und zwang ihn, „Es lebe Jesus, es lebe Maria“ zu sagen, woraufhin der Teufel unter Gestank verschwand.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Helmuth
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Re: Der Teufel im AT

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 21:31 Immerhin wird darüber nachgesonnen, was das AT mit seinen Fragmenten zu Satan andeutet.
Viel mehr geht vermutlich nicht, aber seinen Auftritt bei Eva bezeichne ich ich nicht als Fragment. Das ist ein wasserdichtes Zeugnis. Dort offenbart er sich das erste Mal. Wir sehen übrigens auch im NT nur einen einzigen Auftritt bei Jesus in der Wüste, wo er auch konkret spricht. Alles andere sind Worte über ihn oder ebenso visionäre Bilder wie im AT.

Und im Grunde genommen sollte man sich mit ihm nur soweit befassen, dass wir über sein Wesen Bescheid wissen und gewarnt sind. Keiner braucht eine ausgefeilte Satanologie, das wäre noch unnützer als die meiste Theologie.
oTp hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 21:31 Mit der Austreibung wird es dort sogar konkret. Was das Heer der Dämonen betrifft. Der Wahrheitsgehalt lässt sich sogar nachprüfen, weil es konkrete, beobachtbare Vorgänge sind, die noch heutzutage geschehen
Darauf will ich im Folgenden kommen. Im AT finden wir keine Belege über Austreibungen. Aber zumindest war solches schon zur Zeit Jesu keine unbekannte Sache. Jedenfalls gibt es auch im AT Ereignisse, in denen uns die Macht der Dämonen gezeigt wird.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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