Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19
Es steht "ihn". Der böse Geist ist Subjekt und "ihn" das Objekt. Von der Satzstruktur lässt sich das nicht anders lesen. Es umzudeuten führt in die Eisegese und lehne ich ab.
Das steht für mich auch nicht in Frage.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19Eher denke ich an einen Ausdrucksfehler dieses "von" JHWH durch den Autor., oder dass wir das "מֵאֵ֥ת" nicht korrekt deuten. Es zeigt mehr den Besitz an, da JHWH ja Herr über alles ist. Eine Sendung ist es deswegen nicht. Das steht auch nicht.
Eben. Also "Und der böse Geist wich von Saul und es ängstigte
ihn (Saul) (der) böse Geist gegen Jahwe." An verschiedenen Stellen lässt sich dieses מֵאֵ֥ת im Sinne von "weg von" verstehen, so z.B. auch in 2. Mose 10,11.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19Man darf nur nicht jeden Schluss rechtfertigen oder vorschnell einer konfusen Theologie auflaufen, die einem das Ohr kitzelt -->
2 Tim. 4:3.
Stimme dir da auch unter Vorbehalt zu. Es darf nur nicht zum Generalargument gegen alles werden, denn wir sinnen darüber ja nicht im luftleeren Raum nach, sondern entlang bestehender Ansichten und theologischer Argumente, die schon eine lange Tradition haben. Mit Hiob fetzt du dich um die Autorität des Augustinus, dessen Ansichten du als Menschenwort bezeichnest. Nein, auch du folgst noch nicht strikt Gottes Wort, wenn du einen Status quo vertrittst. Du stellst nur Sachverhalte selektiv in Frage und manch andere eben nicht.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19Die Prämisse steht unverrückbar dennoch, das Gott nichts Böses schafft.
Für mich steht nur die Prämisse fest, dass Gott im Schöpfungsbericht nichts Böses erschaffen hat. Es gibt also keine "bösen" erschaffenen Geschöpfe. Die Schlange war auch nicht böse.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19Gott selbst hat ja auch Engel des Verderbens, nur sind die keinesfalls böse.
Richtig, die sind nicht böse. Man könnte sagen, sie Bewirken eine Wiederherstellung des Guten, indem sie etwas tun, dass den Menschen selbst nicht gefällt und deswegen als böse bezeichnen würden.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19
Bei einer echten Besessenheit würde er das Verhalten wie König Nebukadnezar zeigen, der sieben Jahre in Gebundenheit verbracht hatte und damit völlig leben- regierungsunfähig war. Saul regierte aber bis zu seinem Tode. Die Besessenen im NT sind innerhalb der Gesellschaft nicht mehr lebensfähig. Ich meine solche Fälle auch bei uns in Wien zu finden.
Den sieben Jahern der Verbannung Nebukadnezars ging aber etwas voraus:
Daniel 4,27 Darum, o König, laß dir meinen Rat gefallen, und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn deine Wohlfahrt Dauer haben soll.
28 Alles das kam über den König Nebukadnezar.
29 Nach Verlauf von zwölf Monaten wandelte er umher auf dem königlichen Palaste zu Babel;
30 und der König hob an und sprach: Ist das nicht das große Babel, welches ich zum königlichen Wohnsitz erbaut habe durch die Stärke meiner Macht und zu Ehren meiner Herrlichkeit?
31 Noch war das Wort im Munde des Königs, da kam eine Stimme vom Himmel herab: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: Das Königtum ist von dir gewichen!
Nebukadnezar war Gott schon eine Weile lang ein Dorn im Auge und in dem Moment, als er seine Position seiner Genialität zuschrieb, hatte Gott die Nase voll. Das ist die Art von Größenwahn, vor die auch Gott sein Volk in 5. Mose 8 schon warnte. Nein, nicht in den 7 Jahren Verbannung war Nebukadnezar "dämonisiert", sondern schon davor. Gott hat mit der Verbannung zur Rettung seiner Seele beigetragen. So sprach er dann:
Daniel 4,36 Zur selben Zeit kam mir mein Verstand wieder, und zur Ehre meines Königtums kamen meine Herrlichkeit und mein Glanz mir wieder; und meine Räte und meine Gewaltigen suchten mich auf, und ich wurde wieder in mein Königtum eingesetzt, und ausnehmende Größe wurde mir hinzugefügt.
37 Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind, und der zu erniedrigen vermag, die in Hoffart wandeln.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19
Bei Saul gab es bis zu seinem Tod auch immer helle Momente. aber da Gott ihn schon verworfen hatte, so wurde er gewissermaßen zum Spielball böser Mächte. Denk dran, er ging am Ende zu einer Totenbeschwörerin. Sein Geist war also dem Wahnsinn schon verfallen.
Das mit der Tötenbeschwörerin ist nicht meine Lesart, aber das hatten wir schon an anderer Stelle im Forum. Wesentlich ist, dass Saul durch Suizid starb. Er wollte sterben, weil er die Schmach durch die Philister fürchtete.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19
Saul konnte dem Bösen gar nicht mehr widerstehen, da der Geist des Herrn von ihm gewichen ist.
Saul wurde als König schon verworfen, bevor beschrieben wird, wie der Geist Jahwes von ihm wich. Durch Davids Musik ging es Saul zwar besser, aber nirgendwo wird beschrieben, dass dadurch oder danch der Geist Jahwes zu Saul zurückkehrt.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 21. Mär 2026, 06:19
Die ganz Show weicht schon vom Thema ab. D.h. der Ausflug ins AT hilft dir nicht weiter, dass der Teufel eine reale Existenz ist. Du hast das für dich schon festgelegt und suchst nun das AT dahin ebenfalls zu deuten.
Den Ausflug hast du hier begonnen:
viewtopic.php?p=624696#p624696
Ich stelle mich nur vorgebrachten Argumenten. Über die Existenz von Teufel, Dämonen und Geistern hatten wir es hier schon.
Wenn man meint, dies seien Lebewesen mit eigenem Willen oder intentionalen Absichten, Gedanken und Plänen, dann ist man schnell beim heidnischen Aberglauben, der Wechselwirkungen und Naturkräfte personifiziert. Ich hatte hier Beispiele für verschiedene Geister genannt.
In 2. Korinther 2,11 steht
2. Korinther 2,11 auf daß wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt.
Aber so wie bei Hiob oder auch anderen Stellen des AT werden hier Menschen als Satan beschrieben, so wie auch Jesus Petrus Satan nannte.
Satan ist kein Eigenname für ein Satanswesen, sondern ein "Chifre" für Menschen mit einer gegen Gott oder Gottes Volk widerstreitenden Gesinnung.
Über Dämonen sagtest du auf Seite 4 dies:
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 05:30
Sie sind demnach im physischen Raum wirksam und eigentlich nur mehr hier auf Erden existent in einer, wie ich sagen würde, degenerierten Form, aber noch nicht machtlos. Aus dem Himmel wurden sie schon lange verbannt. Judas beschreibt ihr Dasein als ein Gefängnis:
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 05:30
Ich nehme Jesus beim Wort, der uns die geistliche Ebene beschreibt. Demnach handelt es sich um existentielle Wesen, nur körperlos. Das ist für uns bloß etwas schwer vorstellbar, aber deswegen sind sie nicht unreal.
Vielleicht sind wir gar nicht so entfernt voneinander. Allerdings habe ich Probleme damit, wenn du das Wort "körperlos" in den Raum wirfst und dich damit begnügst, dass es schwer vorstellbar ist. Das ist für mich eben alles andere als schwer vorstellbar. Ich versuche es in Begriffe zu kleiden, die es uns vorstellbar machen. Du magst das aber nicht, und möchtest es dabei bei ihrer Unerklärbarkeit belassen. Dazu bemühst du dann die traditionell dafür herangezogenen Verse, um ihr Dasein als gefallene Engel darstellen zu wollen. Das hat sehr viel mehr mit heidnischer Mythologie zu tun, als du wahrhaben willst. Diese Lesart hat nämlich eine Parallele in der griechischen Sage von den Giganten und Titanen. Kirchliche Auslegungen haben versucht, hier einen Spagat zwischen Bibel und heidnischen Sagen zu machen, indem man die Sagen wörtlich las, als wären dort reale historische Ereignisse beschrieben worden. Aber auch sie sind wenn dann nur als Metaphern zu verstehen.
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 05:30
Für mich sind aber auch die AT-Zeugnisse ein Beleg für deren Existenz. Sie sind zwar anders, aber im Kontext passen sie und das ist für mich wichtig. Der stärkste Beleg bleibt für mich weiter die sprechende Schlange, die Eva zu Fall brachte.
Ja, mit bestimmten Axiomen.
-Schlange spricht.
-Schlange ist böse.
-Der Teufel ist in die Schlange gefahren.
-Der Teufel existierte schon im bzw. vor dem Paradies.
-Der Teufel war mal gut, ist dann aber gefallen.
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 05:30
Welche Macht dagegen gesunde Engel haben, bezeugt die Schrift eindrucksvoll.
Macht hin oder her. Es geht ja nicht darum, wie die Auswirkungen sind, sondern was sie sind. Auch Jesus hatte viel Macht, aber die kam ausschließlich von Gott.