Hiob hat geschrieben: ↑Mi 4. Mär 2026, 20:21
Warum aber wäre es überhaupt notwendig, den Menschen aus dem Zustand seiner harmonischen, aber erkenntnislosen Welt zu entlassen?
Abgesehen von deinem Hang zur Philosophie frage ich, wo geschrieben steht, dass der Mensch nie zu Erkenntnis gelangen sollten? Die Basis unserer Überlegung sollte Gottes Wort sein. Dafür sehe ich in deinen Überlegungen kaum eine Grundlage. Auf welche Schritstellen stützt du dich? Oder anders gefragt: Gibt es überhaupt eine Stelle, die man heranziehen könnte?
Wenn ich der Schrift folge, lässt sich zeigen, dass Adam und Eva mit der Zeit schon zur Erkenntnis aller Dinge gelangen sollten, sie sollten es nur nicht auf diese Weise, also über den Weg der Sünde. Wenn uns ewiges Leben beschert sein soll, dann wird jeder mit der Zeit Erkenntnis sammeln und es wird dem kein Ende sein. Dazu lege ich diese Stelle vor:
Jer 31,34 hat geschrieben: Und sie werden nicht mehr jeder seinen Nächsten und jeder seinen Bruder lehren und sprechen: „Erkennt JHWH!“, denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht JHWH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken.
Die Stelle beschreibt den Zustand in dem die Sünde bereinigt ist. So würde ich auslegen, dass Sünde den Erwerb aller Erkenntnis nur gehemmt hat. Erst im Urzustand sind wir wieder so lernfähig wie Adam und Eva. Der größte Hemmer ist eben der Tod. Damit fährt all deine Erkennntnis in den Sheol hinab und wäre verloren, aber Gott will nicht, dass wir dort ewig verbleiben.
Die Entwicklung Adams ist m.E. vergleichbar mit der Aufzucht von Kleinkindern, die erzogen werden müssen. Das meine ich nicht bloß im intlellktuellen Sinn, denn darin entwickelte er sich ohne Sünde länger als alle Nachfahren, sondern im geistlchen Sinn, d.h. in der Gemeinschaft mit Gott. Adam und seine Frau konnten ja tun und lassen was sie wollten und es gab nur ein einziges Gebot zu beachten. Das ist Freiheit ohne Ende.
Wie alt sie waren, als sie in Sünde fielen, offenbart uns der Text nicht, aber sie waren jedefalls intellektuell in der Lage klar zu beschreiben, was dieses eine einzige Gebot ausmacht. Dazu haben wir dieses Zeugnis:
1. Mo 3,2-3 hat geschrieben: Und die Frau sprach zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens essen wir; aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt.
Sie hatten damit schon Erkenntnis, genau die, welche für sie auf ihrer Entwicklungsstufe gesund war. Mehr brauchten sie in dem Zustand nicht. Die Frau ergänzt, was zeigt, dass der Mensch den Hang hat Eigenes hinzuzufügen, was Gott gar nicht gesagt hat. Von einer Berührung redete Gott nicht, sondern lediglich davon nicht zu essen.
Das ganze tiefenpsychologisch zu betrachten führt ins geistliche Nirwana, also dort wo jede Philosophie hinführt und zwar deshalb, weil uns dazu die Erkenntnis gar nicht gegeben wurde. Auf die Weise wird die Sünde nur relativert und man erkennt nicht ihr tödlisches Gift.
Menschliche Deutungen sind wie Wasser, also ohne nährenden Inhalt. Aber ist dir schon aufgefallen, dass Gott seinen Plan zur Erlösung gar nicht zuvor gefasst hatte, sondern erst
nach (!) der Übertretung und dazu den ersten Schritt so gesetzt hatte:
1. Mo 3,15 hat geschrieben: Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.
"ich werde setzen" und nicht "ich habe gesetzt". Klares Futurum. Und zuvor heißt
"weil du dies getan hast" und nicht "weil ich schon weiß, dass du das tun wirst". Hier klares Perfekt. Gott reagierte also. Es anders zu deuten ist spekulativ und halt menschlich.
Das war allerdings damit der erste Schritt zu einem Erlösungsplan, der sich aber erst Schritt für Schritt offenbaren sollte bis zum endgültigen Auftreten des Erlösers, Jesus Christus von Nazareth, der Messias Israels und aller Völker.
Hiob hat geschrieben: ↑Mi 4. Mär 2026, 20:21
„Sünde“ ist in diesem Sinne nicht Ausdruck im landläufigen Verständnis von Schuld, als hätte man etwas ausgefressen und müsse es nun auslöffeln. „Sünde“ ist vielmehr ein Attribut des Menschseins an sich, da nach dem Fall und vor der Erlösung kein Mensch ohne Sünde sein KANN. Deshalb der Begriff der Erbsünde im Katholizismus.
Wer bitte lehrt solchen Bullshit? Du weißt ja eh, dass die RKK für mich keine Autorität hat. Hier kommt aber zum Ausdruck, dass du Sünde umdeutest, als ein dialektisches Prinzip, einen bloß negtiven Effekt, der auch sein musste, nicht aber als todbringendes Übel, weshalb wir erlöst werden müssen. Die Sünde von der Schuld auch noch zu entkoppeln ist für mich wie das Gerede der Schlange:
1. Mo 3,1 hat geschrieben: Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott JHWH gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: "Hat Gott wirklich gesagt: ..."