oTp hat geschrieben: ↑So 22. Feb 2026, 07:39Mir scheint er schildert ein Erleuchtungs-Erlebnis.
Und da bleibt alles anscheinend diffus. Er erlebt nämlich nichts Konkretes, sondern ein gewaltiges Einheitserlebnis.
Wir wünschen uns vielleicht konkrete Beschreibungen, weil unser Verstandesdenken das Hohe nicht begreift.
Ich habe ein paar seiner Aussagen mitgeschrieben:
"Es gibt nichts, was nicht in Verbundenheit steht mit allem ...
Ich bin ja Teil von allem ..
Ich hatte den Eindruck, Anteil von allem zu haben .."
Und das ist überkonkret, und Mystiker, Erleuchtete oder nur "Ahnende" haben alle diese gewaltige Sicht geschaut. Das Ich sind wir alle, und man findet diesen Hinweis auch in den Jesus-Aussagen.
Dieser Pfarrer, also ein studierter Theologe, erkennt in einem kurzen Moment alles auf einmal, und er hat keine Ausdrücke wie Erleuchtung oder Unio Mystika, die er ja aus dem Studium kennt. Der Interviewer will auch keine gewohnte Begriffe hören sondern original in persönlicher Sprache, wie ein Betroffener seine eigene Begegnung beschreibt.
Erleuchtungs-Erlebnis? - Ja sicher ist das erleuchtend, aber auch viele kleine Erlebnisse im Alltag wirken erleuchtend. Je nachdem, ob man selber offen ist, zu sehen und zu hören.
Es ist anscheinend jenseits von Allem. Es ist eher abstrakt. Andererseits fokussiert sich in diesem Moment alles Wissen.
Vielleicht kann man es auch anders sehen: alles Verstandeswissen fällt weg, wenn das einzig Wesentliche geschaut wird. Und fast alle NT-Erfahrene sagen es ähnlich: man ist vom Körper befreit und mit einem Mal könnte man die ganze Welt hinter sich lassen, die eigene persönliche Geschichte, alles ist mit einem Mal unwichtig. -- Ja es gibt Ausnahmen so wie der Bauer mit seinem Traktor-Unfall, der sich entschlossen weigerte, jetzt schon zu sterben.
Dieses Erleuchtungserlebnis soll also über allem stehen, viel mehr sein, über allem sein, auch über den gewaltigsten Nahtoderlebnissen. Es ist anscheinend alles oder auch nichts. Nämlich nichts Konkretes. Man kann ja nur behaupten, man sei dabei so allwissend wie Gott. Nein, es überwältigt und überfordert total. Es ist wenig greifbar.
Nur der Verstand denkt, er könne begreifen. Kinder haben noch keinen Verstand, deshalb: Werdet wie die Kinder, denn ihrer ist das Himmelreich.
Aber ist Gott überhaupt allwissend? Vielleicht in allem seiend, ja.
Klar, Religionen erklären mit unseren menschlichen Verständnismöglichkeiten, was man nicht treffend erklären kann. So wie man einem Kind erst mal ein blasses Verständnis vermitteln muss.
Religionen seien irdische Modelle, die augenblicklich verblassen in dem Moment, wenn die irdische Person beendet ist und die Seele drüben aufgenommen wird. So höre ich es immer wieder von den NT-Erfahrenen. Das sind keine Anfeindungen gegen Religionen sondern vertieftes Überzeugtsein, die Religion hat im Kern das Richtige vor Augen, und es ist gut, sie auch zu leben, wirklich zu leben.