Jakobus 4,5

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renato23
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von renato23 »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 18:45 Wir Menschen sind "nur" Empfänger seiner Gnade und überhaupt deswegen erst fähig, einen Schritt auf Gott zuzugehen, damit er uns entgegen kommt.
Oh, da widerspricht Dir Jakobus der im selben Kapitel dazu auffordert:
Jak 4,8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.
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Hoger
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Hoger »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 18:45 Das ist Teil des großen Kontext
:thumbup:
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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ProfDrVonUndZu
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

renato23 hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 18:50
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 18:45 Wir Menschen sind "nur" Empfänger seiner Gnade und überhaupt deswegen erst fähig, einen Schritt auf Gott zuzugehen, damit er uns entgegen kommt.
Oh, da widerspricht Dir Jakobus der dazu auffordert:
Jak 4,8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.
Wieso soll das ein Widerspruch sein ? Ich bezog mich doch genau auf diese Aussage. Allerdings muss diese auch im Licht anderer Aussagen der Schrift gedeutet werden.

Z.B.
Philipper 2,13 denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken, nach seinem Wohlgefallen.
oder
Johannes 6,44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage.
Gott greift uns schon unter die Arme, aber die letzten paar Meter müssen wir selber aus bewusster Entscheidung gehen.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
Otto
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Otto »

Helmuth hat geschrieben:Otto hat das getan, aber aus meiner Sicht nicht korrekt geantwortet, denn er bezog sich auf den Geist des Menschen. Dieser "wohnt" aber nicht in uns, sondern das sind wir selbst. Dessen Charakterisierung erfolgt schon mit den Versen 1-3.
Nein, Otto meinte das nicht. Wir alle haben die angeborene Neigung, unrecht zu tun (unter anderen auch Neid).Diese Neigung kann sehr wohl in uns „wohnen“. Hat sogar Paulus festgestellt:
Röm 7,18-20 hat geschrieben:18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem sündigen Körper, nichts Gutes wohnt. Ich habe zwar den Wunsch, zu tun, was gut ist, aber nicht die Fähigkeit, es auszuführen. 19 Denn das Gute, das ich tun möchte, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht tun möchte, das mache ich. 20 Wenn ich nun tue, was ich nicht möchte, dann führe nicht mehr ich es aus, sondern es ist die Sünde, die in mir wohnt.
Und genau diese Charakterisierung :
Jak 4,1 hat geschrieben:Woher kommen denn die Kriege und Streitereien unter euch? Sind es nicht eure eigenen Begierden, die sich regelrechte Schlachten in euren Gliedern liefern? 
…spricht Jakobus in 4,5 an

Mit dem im Menschen „wohnenden“ Geist meint Jakobus die Treibende geistige Einstellung. Man kann es auch mit die Kraft bezeichnet, die jemanden veranlasst, eine bestimmte Haltung, Einstellung oder Gefühlsregung zu zeigen oder eine bestimmte Handlungsweise einzuschlagen.

Diese dem Menschen innewohnende Kraft ist zwar selbst unsichtbar, ruft aber sichtbare Auswirkungen hervor. Jeder kennt den Spruch: „wes Geistes Kind jemand ist“… ;)
LGrüße von Otto
Otto
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Otto »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben:Ob ich der Lösung näher gekommen bin, wäre die eine Frage.
Hab deine zip Datei gelesen, zu viel Grammatik Regeln und das Resultat sind zwei Verschlimmbesserungen:

Verschlimmbesserung #1)
chatGPT hat geschrieben:Oder meint ihr, dass die Schrift vergeblich sagt:
Er begehrt den Geist, den er in uns angesiedelt hat, aus Neid?“
Verschlimmbesserung #2)
chatGPT hat geschrieben:„Oder denkt ihr, die Schrift sage vergeblich:
Der Geist, den er in uns angesiedelt hat, wird aus Neid begehrt?“
Du und andere versuchen den einen Vers mit Hilfe der Grammatikregeln zu dechiffrieren. Ich brauche das nicht weil a) Buchstaben waren nie meine Stärke und b) Ich spreche ja quasi die Sprache. Dadurch verstehe ich anders wie ein „fremder“. In Jak. 4,5 gibt es kein „platz“ für das Wort „Gott“ noch für einen mysteriösen „Er“. Aber wer hört schon auf mich… :)
LGrüße von Otto
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ProfDrVonUndZu
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Otto hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 00:56 Du und andere versuchen den einen Vers mit Hilfe der Grammatikregeln zu dechiffrieren.
Das gehört schon zur Exegese auch dazu. Dass das allein oft nicht reicht, ist mir schon klar.
Otto hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 00:56 In Jak. 4,5 gibt es kein „platz“ für das Wort „Gott“ noch für einen mysteriösen „Er“. Aber wer hört schon auf mich… :)
Wie willst du dann damit umgehen, wenn im Vers Verben im 3. Person Singular vorkommen ? Irgendein Er/Sie/Es wird doch damit impliziert. Das kann nur jemand aus dem übergeordneten Kontext sein.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Helmuth
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Helmuth »

Otto hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 00:50 Diese dem Menschen innewohnende Kraft ist zwar selbst unsichtbar, ruft aber sichtbare Auswirkungen hervor. Jeder kennt den Spruch: „wes Geistes Kind jemand ist“… ;)
Diese Gedanken sind für sich nicht falsch, aber sie kommen nicht für Jakobus 4:5 zur Anwendung. Das ist der Kernpunkt. Dass in uns Schlechtes "wohnt" ist als Sprachfigur gängig, aber wie ich bei dir schon öfter feststelle, stellst du Bezüge her, die kein Bezug zum vorliegenden Text sind. Die Gedanken sind nicht falsch, nur nicht zum Text passend. Daher kann ich sie nicht als Auslegung dazu sehen.

Geht man die Grammatik-Analysen, die ProfVonUndZu und ich mithilfe der KI gemacht haben, dann ist "der Geist" in Vers 5 Subjekt. Eine andere Deutung führt zu sprachlichen wie auch theologischen WIdersprüchen. Der ist für Ausleger oft typisch, aber auch für Jakobus? Man würde ihm so eine Fehlinterpretation unterstellen.

Klar, wenn du das hier schon anders siehst, dann endet es auch hier. Geht man aber davon aus, dass es sich um Subjekte handelt (es sind mehrere), dann stellt sich die Frage, welche Schrift und welchen Geist Jakobus meint. Nochmals die ELB-CSV-ÜS, der meiner Meinung optimalen Übersetzung, die dem Koine-Text am nächsten ist und vor allem dem Gedankengang des Autors folgt:
Jak 4,5 hat geschrieben: Oder meint ihr, dass die Schrift vergeblich rede? Begehrt der Geist, der in uns wohnt, mit Neid?
Wenn klar ist, dass unser Geist, also jetzt nicht Gottes Geist in uns, sondern unser Geist (ob er wohnt oder nicht ist irrelevant, es ist unser Geist) voller Neid und Tücke ist, wozu dann diese unnötigen Fragen? Jakobus stellt auf einmal in Frage, was er vorher schroff verurteilt? Wie das?

Unseren Geist hat Jakobus mit den Aussagen der Verse 1-3 hinlänglich beschrieben. Und in Vers 4 zeigt er, dass wir mit dieser Geisteshaltung auch in Feindschaft zu Gott stehen.

Bis hierher sollten wir uns einig sein. Wann aber bringt Jakobus Gottes Charakter ins Spiel? Erst mit Vers 6, wo es klar ist, da das Wort "Gott" dort auch Textbestand ist? Der Vers 5 ist eine Brücke dorthin, meine ich. Wenn Jakobus den Vers 6 mit "Er" beginnt, das auch ein Subjekt ist, dann muss klar sein, wen er meint, ansonsten ergibt der Text logisch wie theologisch wieder keinen Sinn. Hier zur Erinnerung:
Jak 4,6 hat geschrieben: Er gibt aber größere Gnade; deshalb spricht er: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“
Wer ist "Er", der Gnade gibt und spricht? Das muss vom Vers 5 her ableitbar sein, ansonsten könnte man den Satz nicht mit einem Personalpronomen beginnen. Wenn du es anders auslegst, dann tue es. Mir liegt nichts daran recht zu behalten. Jeder denkt, wie er erzogen wurde. Ich habe aber gelernt mich nicht darauf zu fixieren. Es ist für mich lediglich nicht logisch, dass Vers 5 den menschlichen Geist meint, weil das keinen Sinn ergibt.

Auf ähnliche Weise denkt auch Hoger. Er redet vom "Eifer", der in der Passage ebenfalls keinen Kontext bildet. Auch da ist es so: Der Eifer Gottes ist eine Tatsache, für sich also nicht Falsches, nur hat er zum Jakobus-Text keinen Bezug. Und sollte Gott mit Neid eifern, wie man den Text nach seiner Weise auslegen müsste, dann wäre das für mich eine Lüge, die Jakobus über Gott predigen würde. Das könnte ich nicht hinnehmen.

Meine Frage, welchen Denkfehler ich gemacht hätte, konnte noch keiner beantworten. Flaspige Bemerkungen sind keine Antwort. Mir geht es darum, ob ein erkennbarer Fehler vorliegt, dann denke ich um. Falls nicht, bleibe ich bei meiner Auffassung. Das hat meinem geistlichen Leben bislang nicht geschadet.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Hoger
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 04:10

Auf ähnliche Weise denkt auch Hoger. Er redet vom "Eifer", der in der Passage ebenfalls keinen Kontext bildet. Auch da ist es so: Der Eifer Gottes ist eine Tatsache, für sich also nicht Falsches, nur hat er zum Jakobus-Text keinen Bezug. Und sollte Gott mit Neid eifern, wie man den Text nach seiner Weise auslegen müsste, dann wäre das für mich eine Lüge, die Jakobus über Gott predigen würde. Das könnte ich nicht hinnehmen.
Der hoger legte nicht aus, er bringt unterschiedliche übersetzungen und teilte mit, dass diejenigen die Gott zum Subjekt haben ihm Trost spenden und Kraft geben
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Lena
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Lena »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 18:49 Ich denke schon, dass dies ein Hinweis auf Kontexte im NT oder in den Evangelien sind.
Wird in dem neuen Testament von Schrift gesprochen, ist immer das alte Testament gemeint.
Jakobus spricht davon das seine Worte schon in den Heiligen Schriften stehen, bemerkt aber
nicht wo.
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ProfDrVonUndZu
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Lena hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 09:20 Wird in dem neuen Testament von Schrift gesprochen, ist immer das alte Testament gemeint.
Jakobus spricht davon das seine Worte schon in den Heiligen Schriften stehen, bemerkt aber
nicht wo.
Ja, in der Regel wird wohl das neue Testament gemeint sein, aber wenn wir dort nichts finden, sollten wir vielleicht auch die Schriften des NT miteinbeziehen, die schon existiert haben könnten. Paulus bezieht sich ja auch auf Worte Jesu, die wir wörtlich oder paraphrasiert aus den Evangelien kennen. Seine Erscheinung Jesu in der Apostelgeschichte legt ziemlich nahe, dass er Jesus vorher noch nicht kennengelernt hatte. Er wird also entweder aus Erzählungen der Apostel und anderer Zeugen von Jesus gehört haben oder es gab schon Schriften der Evangelisten.
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