Dass es ein biographischer Prozess ist, sei unbestritten, aber die Frage ist doch wie weit äußere Einflüsse innere Neigungen erzeugen oder lediglich ohnehin Vorhandenes oder zumindest Veranlagtes aktivieren und ausprägen. Bzw letztendlich landet man bei der Kernfrage, inwiefern wir überhaupt Einfluss haben oder doch alles determiniert ist, aber da werden wir hier maximal verschieden Ansichten formulieren können, die Frage klären jedoch nicht.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑So 18. Jan 2026, 09:59 Deswegen ist das eigene Empfinden noch nicht streng determiniert. Es hat schon mit Wollen zu tun, aber nicht wesentlich mit willkürlichen ad hoc Entscheidungen. Identitätsbildung ist ein biographischer Prozess.
Was das "Wollen" angeht sehe ich keinen Weg, sich einer Neigung durch "Wollen" zu entledigen, beim "Wollen" geht es dann eher darum wie weit man die Neigung das Handeln bestimmen lässt. Wobei es eben auch da das große unklärbare Fragezeichen gibt.
Aber das geht ohnehin völlig weg vom eigentlichen Threadthema, ich wollte da eigentlich gar kein großes Fass aufmachen. Der ursprüngliche Kommentar war einfach nur eine kurze Anmerkung, da in meiner Erfahrung Leute, die derart simple Lösungen propagieren sehr schnell ins Straucheln kommen, wenn man ihnen (und sei es überspitzt) die Simplizität ihrer Ansicht zurückspielt. Das dort Behauptete hat nämlich mit tiefgreifender Erforschung menschlicher Psychologie wenig zu tun, die Leute sind ihrem religiösen Weltbild entsprechend einfach der Ansicht, dass der homosexuelle Mensch von Gott nicht vorgesehen ist, folglich muss Homosexualität in letzter Konsequenz selbstverschuldet sein. Damit macht man es sich selbst sehr leicht und in der Folge Homosexuellen sehr schwer.