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Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: Sa 1. Aug 2026, 19:06
von Helmuth
Jesu Fundamentallehre und Bestandteil der Bergpredigt? Ja, aber hier nicht als theologische Auseinandersetzung gedacht, sondern mehr zum Zwecke sich selbst zu richten, d.h. sich selbst immer wieder neu auszurichten. Das Thema Richten und Ansehen hat keinen Anklang gefunden, vielleicht weil es ja auch nur dazu Berufene betrifft.

Mir fällt eines auf. Menschen richten, wo sie es nicht tun sollten und sie richten nicht, wo sie es tun sollten. Eine Sache nur mal richtig getan würde Gott sehr freuen. Sprechen wir mal davon, wo wir nichts zu richten haben und erfreuen Gott damit.

Vom rein theologischen Standpunkt wäre eventuell die Abgrenzung zum gebotenen Richten interessant, als das Gebot nicht zu richten auch in einem anderen Kontext steht. Das soll aber nicht der Hauptpunkt der Diskussion sein, sondern die ehrliche Selbsteinschätzung.

Aus dem Grund setze ich es nicht im Bibelforum oder allgemeinen Forum, sondern im Gesellschaftsbereich, weil es Christen wie Nichtchristen gleichermaßen betrifft und auch für jedermann eine tägliche Herausforderung darstellt. Klarerweise soll das Wort Gottes als auch Jesu Wort nicht außen vor gelassen werden.

Für Christen sollte es eine Pflicht sein andere nicht zu richten, da uns ja Jesus so anweist, doch verletzen wir dieses Gebot im Grunde genommen täglich, stündlich, ja mitunter sogar minütlich und ich bin sicher keine Ausnahme. Warum eigentlich? Ist das Gebot so schwer einzuhalten? An einer Stelle heißt es:
1. Johannes 5:3 hat geschrieben: Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.
Wenn es nicht schwer sein sollte Gottes Gebote zu halten warum fällt es uns gerade bei „Richtet nicht!“ besonders schwer?

Re: Richtet nicht! - Matthäus 7:1-5

Verfasst: So 2. Aug 2026, 19:26
von Abischai
Helmuth hat geschrieben: Sa 1. Aug 2026, 19:06 ... warum fällt es uns gerade bei „Richtet nicht!“ besonders schwer?
Weil vonwegen der... Unklarheit der Begrifflichkeit mal wieder, desterwegen ist das so.

Als ich Deinen Beitrag einfach so gelesen und auf mich wirken ließ sprang mir sofort etwas zum Thema "nicht"-richten in den Sinn.: In den Sprüchen schreibt Salomo: "Der packt einen Hund bei den Ohren, der sich im Vorübergehen in fremden Streit einmischt." und "Versuche nicht zu gerecht zu sein, Du bereitest Dir damit unnötig Schmerzen".
Das klingt wie: "Häng dich nicht rein in Dinge, die Dich nichts angehen !!!" Und das klingt plausibel, finde ich. Ich werde mitunter gescholten, daß ich "schon wieder teebeut'le" (mich überall reinhänge), dabei will ich doch nur helfen, menno !!! Aber das kömmet nicht allerorts und stets so gut an.

Wenn "richten" mal als "korrigieren" verstanden wird (eine wichtige Nuances vom "richten"), bedeutete dies, daß man nicht alles und jeden korrigieren muß und darf und soll. Gefühlt müßte das jedem bekannt vorkommen.

Also nicht überall reinhängen, die anderen selbst machen lassen? Wahrscheinlich besser so.

"Ein Hauptfehler, daß wir anderern nicht zutrauen zu bemerken, was wir bemerken." (Aus meiner Spruchsammlung, weiß jetzt nicht von wem der Vers ist, ich finde ihn aber gut.)

Ein anderer, weit tiefgreifenderer Aspekt des Richtens ist das Verurteilen, aber dazu nicht jetzt...