Seite 1 von 1

Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 16:26
von Magdalena61
Helmuth hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 07:28 Wir sollten daher auch nichts anderes predigen als Jesus uns beauftragt. Nichts anderes! Ich werde mir mal vorknöpfen zu untersuchen in welchem Verhältnis zwischen Frohbotschaft und Drohbotschaft Jesus gepredigt hatte. Mein Verdacht liegt schon länger bei der Drohbotschaft und ich kann mir auch vorstellen warum dem so wäre.

Eine Medaille hat zwei Seiten und eine davon nicht zu prägen oder sie abzuschleifen macht die Münze ungültig. Dieses Gleichnis ausgelegt bedeutet die Verkündigung eines falschen Evangeliums, denn es ist ebenfalls nicht einseitig. Schon dieser eine Satz aus Jesu Mund enthält zwei Botschaften:
Mk 1,15 hat geschrieben: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.
Den Adressaten musste Jesus nicht erklären, was "Buße" ist: Sinnesänderung, Umkehr. Sie wußten es. Die Ansage ging nicht an Heiden.

Wenn jemand umkehrt, bedeutet das einen Richtungswechsel, idologisch und überhaupt. Umkehren setzt voraus, dass man zuvor einen Weg eingeschlagen und ein bestimmtes Terrain verlassen hatte. "Umkehr" wohin?
Dahin, wo man hergekommen war?
Im Fall der Pharisäer und Schriftgelehrten und deren Anhänger trifft das zu.

Wenn man nicht (um 180 Grad) "umkehrt", nimmt man bestenfalls eine Richtungsänderung vor; einen Spurwechsel.

Aber Heiden, die noch nie eine ernsthafte Begegnung mit Gott hatten und auch nicht in den Schriften bewandert sind... die können und sollen natürlich auch einen Richtungswechsel vornehmen... dafür sind Einsicht und Verständnis erforderlich, doch "Umkehr" passt da nicht wirklich, denn sie sollen ja nicht in ein nichtiges Leben der toten Werke zurück "umkehren".

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 16:35
von Magdalena61
Hier habe ich eine Definition des Begriffes "Buße" gefunden:
Die volle, buchstäbliche Bedeutung des Wortes ‘Buße tun’ im neuen Testament ist „Reue und Selbstvorwürfe wegen seiner eigenen Sünden gegen Gott empfinden; zerknirscht sein; bedauern; die Richtung ändern wollen“.
Quelle
Und die Frage für Jünger Jesu, an der sich u.a. entscheidet, ob sie ihrem Herrn gehorsam sind oder nicht, bzw. ob sie den Willen Jesu überhaupt erkennen und bereit sind, ihn zu tun, ist: "Wie kommen wir dahin, das unsere Zielgruppe nachdenklich wird, dass sie überhaupt dazu bereit wird, sich auf das Thema einzulassen?"

Ganz bestimmt nicht, indem man Nichtchristen an den Kopf knallt: "Wenn du nicht Buße tust, kommst du in die Hölle!"
Nehmt ihr es extremistisch- fanatisch geprägten Muslimen ab, dass alle, die nicht dem Islam huldigen, "Ungläubige" sind, die in die Hölle kommen werden? (Und dass man sie deshalb wahllos töten darf?)
So ungefähr wirkt die "Bibelkeule": ich predige Gericht auf das Publikum.

Das ist, in der Tat, etwas problematisch. Weil wir ja wissen, dass der Tag des HERRN kommen wird.

Jesus sagt, es kann nur einer zu Ihm kommen, wenn der Vater "zieht". Das bedeutet: Ohne enge; engste! Zusammenarbeit mit dem Geist Gottes werden wir nur zerstören, anstatt aufzubauen und Menschen für das Leben zu gewinnen.

Nicht jeder, der den Einsatz von "Bibelkeulen" anprangert, ist ein Verstockter, ein Götzendiener, ein Kind des Satans. Da spricht ein Mensch, oftmals ist das jemand, der sich viele Gedanken gemacht hat. Von "entschiedenen Atheisten", die für sich mit dem Kapitel "Gott und Glaube" abgeschlossen haben, rede ich hier nicht. Aber mit solchen muss man auch nicht lange diskutieren, und die Gerichtsformel würde sie nur noch mehr verhärten.
Es gibt andere "Argumente", die man solchen Zeitgenossen mit auf den Weg geben kann.

Das Mindeste ist doch, dass wir die Proteste ernst nehmen. Auch dann, wenn der Urheber derselben unseren Glauben nicht teilt. Wie will man denn sonst ins Gespräch kommen, sodass man davon sprechen kann, wofür das Herz brennt? Wenn man die Tür zuschlägt, die der andere doch wenigstens einen Spalt offen gelassen hatte?

Um herauszufinden, ob der Vater "zieht", müssen wir zunächst einmal das Evangelium mitteilen.

Die Suchfunktion des Bibelservers liefert... evangelium ... am besten geht ihr die Liste mal selber durch.

Dann habe ich gesucht, ob jemand das, was ich aus der Liste herauslas, in verständlich Worte gefasst hat und wurde hier fündig:
Evangelium, absolut oder als Kompositionsmetapher, bezeichnet in den paulinischen Briefen die „frohe Botschaft“ vom Heilshandeln Gottes an Jesus mit dem Zentrum von Kreuz und Auferweckung. Daher steht Evangelium, wenn es explizit mit Jesus Christus, dem Sohne Gottes verbunden ist, immer im Genitivus objektivus, das heißt, es ist ein Evangelium von Jesus Christus, und zwar von seinem Handeln, seinem Kreuzestod und seiner Auferweckung. Ganz deutlich wird diese Objektbeziehung, wenn Gott zum Genitiv als Subjekt und Sender hinzutritt: das „Evangelium Gottes“ (Röm 1,1 u. ö.).
die-bibel.de
Für Christen, die missionarisch tätig sind, stellt sich die Frage, wie sie diesem Auftrag nachkommen können, ohne schuldig zu werden, indem sie die Türe zuknallen und demjenigen, den Gott erreichen will, möglicherweise noch die Finger schmerzhaft einklemmen... oder durch Unterlassen, wenn sie Gericht und Gehenna erst einmal außen vor lassen.
LG

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 17:42
von Helmuth
Zunächst ließe sich sagen, dass es m.E. nicht darum geht Heiden Begriffe wie Buße, Umkehr bzw. Sünde erst erklären zu müssen. Wir verfügen über ausreichend Bildung. Man will m.E. davon nichts wissen, wenn das natürliche Sündenbewusstsein abhanden gekommen ist, das z.B. Scham erzeugt. Bei Kindern kommt man da noch durch, später nicht mehr.

Solange das Gewissen intakt ist, hat man das, aber wir werden immer mehr von der Welt umerzogen und dazu wird zunehmend Gewalt angewendet, welche die Gesellschaft für legal erklärt. Ein starkes Wort Jesu wird hingegen nahezu kriminialisiert, wie etwa der deutliche Ausspruch: "Ihr werdet umkommen, wenn ihr nicht umkehrt!" Ja, wie kann man so etwas sagen, das ist ja unerhört!

Das ist das Ergebnis moderner humanistischer Erziehung, die mit einem Abtöten des Gewissens einhergeht, um pervertierte Auffassungen für en vogue zu halten. Denen das Evangelium zu predigen ist für mich als würde man es einem Hund predigen. Der würde zumindest auf scharfe Töne reagieren und zu mir umkehren.

Hartherzige Heiden würden es hingegen als aggressiv und veranlagt zur Gewalt deuten. Wenn es sich so weiterentwickelt wie bisher, dann wird man uns in eine Umerziehungsanstalt einweisen, wegsperren oder sogar töten. Jesus sagt es kommt die Zeit, in der uns alle Welt hasst. Stehen wir kurz davor? Wie stehen dazu die Zeichen der Zeit?

Die Welt kehrt die Werte Gottes bewusst um und stellt mittlerweile mehrere christliche Werte als Straftat hin. Der Prozess schreitet voran, wie ich beobachte. Du selbst protestierst gegen solches Auftreten in der Politik. Jesus bringt es so auf den Punkt, dass sie nicht wollen:
Lk 13,34 hat geschrieben: Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
Das Thema bzgl."was" und "wie" habe ich vor einiger Zeit hier thematisiert:

Bzgl. was: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8714
Bzgl. wie: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8733

Du erweckst den Eindruck als wüsstest du besser was das Evangelium ist und hättest eine bessere Methode der Verkündigung als ich versucht habe mit dem Forum auszuarbeiten. In der Tat war die Praxis der Umsetzung kein Erfolg, weil zu viele m.E auch gar nichts in die Richtung tun, aber das "was" konnte erarbeitet werden.

Dann "boi nishma" (בואי נשמע) lass hören)! 👂Auf ein Neues! Vielleicht haben wir diesmal mehr Erfolg.

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Verfasst: So 8. Feb 2026, 02:06
von Magdalena61
Helmuth hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 17:42 Zunächst ließe sich sagen, dass es m.E. nicht darum geht Heiden Begriffe wie Buße, Umkehr bzw. Sünde erst erklären zu müssen. Wir verfügen über ausreichend Bildung.
Das sehe ich anders. Komplett anders.

Zum Beispiel assoziieren die meisten Leute "Buße" mit "Strafe".
Solange das Gewissen intakt ist, hat man das,
Das "Gewissen" oder besser gesagt, die Vorstellungen von Moral/ sittlichen Werten und damit das "Sündenbewußtsein", also ein Verhalten, das gegen gesellschaftlich akzeptierte und geforderte Normen verstößt, werden maßgeblich durch die soziale Umgebung beeinflusst und geprägt.
aber wir werden immer mehr von der Welt umerzogen
Das ist ja das Problem. Deshalb können Nichtchristen die in der Bibel verwendeten Begriffe wie Sünde, Buße und Umkehr mehrheitlich nicht mehr definieren und man muss es ihnen zuerst erklären, oder besser: Man arbeitet mit "Übersetzungen" ins heutige Deutsch, um zunächst Begrifflichkeiten zu klären.

Sonst redet man aneinander vorbei.
Denen das Evangelium zu predigen ist für mich als würde man es einem Hund predigen. Der würde zumindest auf scharfe Töne reagieren und zu mir umkehren.
Mit welchem RECHT willst du andere "scharf anfahren", wenn sie dir nichts getan haben? Und es fehlt auch an der Achtung der Person des Nächsten und an der Liebe.
Jesus sagt es kommt die Zeit, in der uns alle Welt hasst.
Man kann die Welt auch überflüssigerweise und völlig unnötig gegen sich aufbringen. Das ist Sünde.
Tit. 3, 1-2 (LUT): Erinnere sie daran, dass sie ... gehorsam seien und zu allem guten Werk bereit, niemanden verleumden, nicht streiten, freundlich seien und alle Sanftmut beweisen gegen alle Menschen.
Das sind die vorgegebenen Benimmregeln.

Wer sich nicht daran hält, der mag vielleicht irrigerweise annehmen und behaupten, er diene Gott. Aber er TUT es NICHT, sondern befriedigt die Unzufriedenheit und die Wut, die in ihm selber sind, vielleicht auch noch Hochmut.

Wenn ich mir Sorgen mache um meinen Nächsten; dann schnauze ich ihn doch nicht an. Er darf ruhig spüren, dass er mir wichtig ist, und dass ich es aufgrund meiner Überzeugung/ meines Glaubens ernst meine mit der Sorge. Wahrscheinlich denkt der Nächste sowieso, ich habe einen Vogel-- weil er in einer ganz anderen Realität lebt als ich.

Es gilt, Brücken zu bauen und irgendwo einen Anknüpfungspunkt zu finden, und das innerhalb des Erfahrungshorizonts meines Nächsten.

Crans- Montana -- so traurig das ist... aber genau darüber kann man reden. Das bewegt einen fühlenden Menschen. Und dann fragt man sich... wo die Toten jetzt wohl sind... wie es ihnen geht... das ist ein "Anküpfungspunkt", an dem man die Realität der Bibel erwähnen kann... mit Bedauern übrigens, was die jungen Leute betrifft, die in den Flammen starben... hier ergibt sich eine Gelegenheit zu erwähnen: Niemand weiß, wann sein letzter Tag gekommen ist. Morgen kann es mich oder dich treffen. Und was kommt dann? Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht?

Man wird sich viel Zeit nehmen müssen.
Helmuth hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 17:42Das Thema bzgl."was" und "wie" habe ich vor einiger Zeit hier thematisiert:

Bzgl. was: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8714
Bzgl. wie: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8733
Beide Threads enthalten sehr gute Gedanken und sind es wert, noch einmal gelesen zu werden.

Man kann auch dort weiterdiskutieren. Einiges müsste man vielleicht abtrennen... bereinigen.
LG