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der Glauben
Verfasst: Do 4. Aug 2022, 10:12
von frank
aus dem "christlichen Wegweiser" von Martin Luther
4. August
Wer glaubt, der flieht nicht.
Jesaja 28,16
Der Glaube hat eine ganz andere Qualität als der freie Wille. Lieber, versuche es und führe es hinaus mit deinem freien Willen, wenn Pest, Krieg, und Teuerung kommen. Zur Pestzeit kannst du vor Furcht nichts beginnen. In teurer Zeit gedenkest du, wo soll ich Essen hernehmen? Das sind die großen Taten, die unser freier Wille ausrichtet. Aber dagegen ist der Glaube die Frau Domina (d.h. Herrin) und Kaiserin; auch wenn er nur schwach und klein ist, so steht er dennoch fest und lässt sich auch nicht gar zu Tode erschrecken. Er hat große, gewaltige Herausforderungen zu bewältigen, wie man in der Schrift und an den Jüngern sieht. Wellen, Wind, Meer und allerlei Unglück treiben alle miteinander dem Tode zu und wer sollte in solcher Not und tödlicher Gefahr nicht erschrecken und erblassen? Aber der Glaube, wie schwach er auch ist, hält doch wie eine Mauer und wehrt sich wie der kleine David gegen Goliath gegen Sünde, Tod und alle Gefahren, besonders aber streitet er ritterlich, wenn er ein starker, vollkommener Glaube ist; ein schwacher Glaube kämpft wohl auch, aber nicht so keck.
Interessante Aussage
Re: der Glauben
Verfasst: Do 4. Aug 2022, 10:54
von Oleander
Es heißt "der Glaube" und nicht der Glauben
Fanatischer Götzenglauben
Verfasst: Do 4. Aug 2022, 11:47
von Anthros
"Glaube" habe ich kennen gelernt als eine Haltung, die fanatisch an Götzen klammert, wie der vermeintliche Christ an "Jesus" und anderen aus seinem Götzenhimmel.
Re: der Glauben
Verfasst: Do 4. Aug 2022, 14:56
von Opa Klaus
Aber dagegen ist der Glaube die Frau Domina (d.h. Herrin) und Kaiserin; auch wenn er nur schwach und klein ist, so steht er dennoch fest und lässt sich auch nicht gar zu Tode erschrecken.
Er hat große, gewaltige Herausforderungen zu bewältigen, wie man in der Schrift und an den Jüngern sieht. Wellen, Wind, Meer und allerlei Unglück treiben alle miteinander dem Tode zu und wer sollte in solcher Not und tödlicher Gefahr nicht erschrecken und erblassen?
Aber der Glaube, wie schwach er auch ist, hält doch wie eine Mauer und wehrt sich wie der kleine David gegen Goliath gegen Sünde, Tod und alle Gefahren, besonders aber streitet er ritterlich, wenn er ein starker, vollkommener Glaube ist;
ein schwacher Glaube kämpft wohl auch, aber nicht so keck.

Re: der Glauben
Verfasst: Do 4. Aug 2022, 15:06
von frank
Oleander hat geschrieben: ↑Do 4. Aug 2022, 10:54
Es heißt "der Glaube" und nicht der Glauben
Der Glauben ist - laut Duden - seltener aber rechtschreibemäßig ok
Re: Fanatischer Götzenglauben
Verfasst: Do 4. Aug 2022, 15:08
von frank
Anthros hat geschrieben: ↑Do 4. Aug 2022, 11:47
"Glaube" habe ich kennen gelernt als eine Haltung, die fanatisch an Götzen klammert, wie der vermeintliche Christ an "Jesus" und anderen aus seinem Götzenhimmel.
also die Kraft des Glaubens ist dir fremd, so wie alles was oben im Text steht?
Re: der Glauben
Verfasst: Fr 5. Aug 2022, 05:29
von PastorPeitl
Also einmal ehrlich: Wer den Glauben als etwas kennengelernt hat, dass sich fanatisch an Götzen anklammert, dem ist noch nicht einmal bewusst geworden was Glaube ist. Die Bibel sagt hierzu:
Jak 2,20 Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?
Jak 2,26 Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.
Das was Du da aber schreibst, klingt eher nach Team-Work. T(oll) E(in) A(nderer) M(achts).
Re: der Glauben
Verfasst: Fr 5. Aug 2022, 17:47
von Zippo
frank hat geschrieben: ↑Do 4. Aug 2022, 10:12
aus dem "christlichen Wegweiser" von Martin Luther
4. August
Wer glaubt, der flieht nicht.
Jesaja 28,16
Der Glaube hat eine ganz andere Qualität als der freie Wille. Lieber, versuche es und führe es hinaus mit deinem freien Willen, wenn Pest, Krieg, und Teuerung kommen. Zur Pestzeit kannst du vor Furcht nichts beginnen. In teurer Zeit gedenkest du, wo soll ich Essen hernehmen? Das sind die großen Taten, die unser freier Wille ausrichtet. Aber dagegen ist der Glaube die Frau Domina (d.h. Herrin) und Kaiserin; auch wenn er nur schwach und klein ist, so steht er dennoch fest und lässt sich auch nicht gar zu Tode erschrecken. Er hat große, gewaltige Herausforderungen zu bewältigen, wie man in der Schrift und an den Jüngern sieht. Wellen, Wind, Meer und allerlei Unglück treiben alle miteinander dem Tode zu und wer sollte in solcher Not und tödlicher Gefahr nicht erschrecken und erblassen? Aber der Glaube, wie schwach er auch ist, hält doch wie eine Mauer und wehrt sich wie der kleine David gegen Goliath gegen Sünde, Tod und alle Gefahren, besonders aber streitet er ritterlich, wenn er ein starker, vollkommener Glaube ist; ein schwacher Glaube kämpft wohl auch, aber nicht so keck.
Interessante Aussage
Wieso wird hier der freie Wille dem Glauben gegenübergestellt ?
Der freie Wille kann sich bewähren und große Taten vollbringen, sagt der Text. Er braucht nicht auf Gott zu schauen, und sich fragen, was er davon hält. Da ist das Leben einfach und wenn etwas nicht klappt, dann kann man auch Gott die Schuld nicht geben und sagen: "Warum hast du das zugelassen ?
Der Glaube dagegen ist Beziehungssache und fragt nach Gott und seinem Willen. Das Leben ist nicht mehr ganz so einfach. Aber es hat Bestand und mit Gottes Hilfe kann man auch schwierigige Lebenslagen ertragen und meistern. Der Glaube meistert sogar das Problem des Todes, da wo der Wille und Verstand längst kapitulieren und der Todesangst weichen.
Der schwache Glaube richtet auch etwas aus, sagt Luther. Wann ist der Glaube schwach ?
David hatte einen starken Glauben, denn er hatte als jugendlicher Hirte schon mit Gottes Hilfe die väterliche Herde vor wilden Tieren beschützt.
Und als Israel angegriffen wurde, da hatte er Glaubensmut genug, um mit einer Steinschleuder gegen einen bewaffneten Riesen vorzugehen. 1 Sam 23-37
Der Glaube ist ein Vertrauen in Gott und er braucht viel Zeit zur Reife, aber dann ist er dem Willen überlegen, sagt Luther, denn man hat ja Gott auf seiner Seite und weiss, was man von ihm erwarten kann.
Gruß Thomas
Re: der Glauben
Verfasst: Fr 5. Aug 2022, 19:56
von Abischai
frank hat geschrieben: ↑Do 4. Aug 2022, 15:06
Oleander hat geschrieben: ↑Do 4. Aug 2022, 10:54
Es heißt "der Glaube" und nicht der Glauben
Der Glauben ist - laut Duden - seltener aber rechtschreibemäßig ok
Hier interessiert der Duden aber nicht, denn der Sprachgebrauch kennt nur "der Glaube" und nicht "der Glauben". Es ist völlig ungebräuchlich und daher auch verwirrend, eine Schreibweise zu verwenden, die keinen besonderen Wert hat, sondern nur verwirrt.
Re: der Glauben
Verfasst: Fr 5. Aug 2022, 21:21
von frank
Abischai hat geschrieben: ↑Fr 5. Aug 2022, 19:56
Hier interessiert der Duden aber nicht, denn der Sprachgebrauch kennt nur "der Glaube" und nicht "der Glauben". Es ist völlig ungebräuchlich und daher auch verwirrend, eine Schreibweise zu verwenden, die keinen besonderen Wert hat, sondern nur verwirrt.
Du Geist des Glaubens, lehre uns, Jesum heilsam erkennen, erwecke in uns ein Verlangen nach seiner Gerechtigkeit und laß uns in ihm beständig erfunden werden, daß wir seine Gnadengüter gewinnen und seine Kraft zur täglichen Heiligung in uns erfahren. Amen.
Die Erkenntnis Gottes, die im Glauben besteht, ist nicht ein bloßes Wissen, sondern eine fröhliche, freudige, lebendige Zuversicht, wodurch ich Gottes Allmacht an mir kräftig und tröstlich empfinde, wie er mich hält und trägt, wie ich in ihm lebe, webe und bin, daß ich auch seine Liebe und Barmherzigkeit an mir fühle und empfinde. Siehe, das ist der Glauben, der in lebendiger, fröhlicher Zuversicht besteht, nicht im bloßen Schall und Wort. Und in dieser Erkenntnis Gottes müssen wir nun täglich als Kinder Gottes wachsen, daß wir immer völliger darin werden. Dieser Glauben ist eine geistliche, lebendige himmlische Gabe, ein Licht und eine Kraft Gottes.
Das ist die Art eines rechten Glaubens, wenn das Herz wider und über alle Vernunft sich gewiß und unverzagt auf Gott verläßt und nicht zweifelt.
Der Glauben macht gerecht, weil er Christum ergreift in seiner ganzen Person, ganzem Amt, Verdienst, Erlösung, Gerechtigkeit, sich denselben zu eigen macht, ihn anzieht als Kleid des Heils und einen Rock der Gerechtigkeit....Johann Arndt, "vom wahren Glauben".
Ich gebe ja zu, dass dieser Sprachgebrauch veraltet ist - aber:
Bitte einfach mal auf den Eingangstext schauen - hier geht es um einen Text von Martin Luther und da darf man schon (denke ich) im Sprachgebrauch von Luther bleiben...ohne gleich den anderen zu Hochmut und Besserwisserei zu animieren.
Nimmst gelassen und erfreue dich am Text - vielleicht kannst du ja auch was inhaltsreiches beitragen?