Rupert Huebelbauer hat geschrieben: ↑Mo 25. Mai 2026, 16:17
schon vor seinem ersten öffentlichen Auftritt – sich den Tenach zunutze gemacht. Als Jesus in der Folge zu Jes 53 kam, fühlte er sich davon zutiefst angesprochen, und die Erkenntnis, dass er all das erleiden und vollbringen müsse, erschütterte und betrübte ihn tief.
Da dichtest du gewaltig kontextlos etwas zusammen…. Aber ja, du warst wohl ein Begleiter von Jesus… wie dem nun auch sei. Jesus bezieht sich genau 1 mal auf Jes 53. Die anderen sind Kommentare der Schreiber.
Jesus, wobei das nun nicht sein erster Auftritt war, sondern er schon zuvor in der Synagoge lehrte (lehrte, Gewohnheit…Lk 4,15-16), betraf nicht Jes 53, sondern Jes 61.
Eine „Lesung“ Haftara besteht aber nicht nur aus 2 Versen, welche dann in Lk zitiert werden. Also schon die Überlieferung kappt das Wirkliche, was nun die Botschaft sei.
Lk 4,18 (Elberfelder) „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Gesicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden,
19 auszurufen das angenehme Jahr des Herrn.“
(Übrigens wird in der Synagoge sicher nicht aus der LXX gelesen, woher hier das Zitat stammt, denn es ist nicht aus dem hebräischen Text)
Und das, was in Jesaja 61 steht, wurde zur Zeit Jesu nicht erfüllt.
Jes 61,1 Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt, den Armen Heil zu künden, mich gesandt, zu verbinden die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Freiheit und den Eingekerkerten Befreiung zu verkünden.
2 Auszurufen ein Jahr der Gnade vom Herrn, und einen Tag der Rache von unserm Gotte, zu trösten alle Trauernden;
Vers 2 wird im NT einfach gekürzt, und alles weitere weggelassen, wie denn dieses Heil, dieses Jahr der Gnade aussieht, denn das wird danach im Kontext beschreiben, und das passt so mitnichten in die Zeit Jesu, oder mit seinem Auftrag.
Jesaja wird berufen und sagt: „der Geist meines Herrn ist auf mir“, er schreibt von sich selbst, denn seine Berufung, Salbung hatte den Zweck, dem Volk Israel im Exil Trost zu spenden, zusprechen, den Trauernden Zions (V3), (in V1 sind jene gemeint, die um Zions-Willem arm sind, ein zerbrochenes Herz haben, Eingekertert sind usw)
Und so ist die Hoffnung, respektive die Zusage Gottes, dass Zion wieder errichtet wird (V4), Fremde das Land bewirtschaften (V5) aber Israel als Priester Gottes (JHWH) (V6) „Diener unseres Gottes“ (was allein JHWH ist, und keine fremde Gotteslehre) und sie werden das doppelte bekommen (V7)
Und so soll dann Israel seinen Dank aussprechen V10ff
Das Kapitel geht dann über zur Wiederherstellung Israels (Kp 62).
Also hat es sich zur Zeit Jesu nicht erfüllt, was Jesaja im Auftrage Gottes sprach, auch wenn da Jesus meinte, dass es sich erfüllt haben sollte. Vielleicht meinte Jesus selber, dass er es bewirken kann oder soll, dazu berufen wäre, nur war dies nicht sein Auftrag, somit hatte sich Jesus hierin getäuscht.