Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 6. Mär 2026, 12:31Mir stellt sich die Frage, warum dann vor diesem Hintergrund, der sicher bekannt war, dazu aufgefordert wird, Jesus' Blut zu trinken? Ist das eine Provokation?
Nein, es ist ganz einfach: die literarische "Jesus"-Figur steht
nicht für einen Menschen.
Juden hätten es niemals akzeptiert, dass sie über einen Menschen zu ihrem Gott finden sollen.
Dass sie ihn dabei auch noch begeistert im Bild auffressen sollen, ist eine lustige Vorstellung.
Im 1.Jhd. geht es exakt um diese Problematik: die Juden wollten nur ihren Gott als Oberhaupt akzeptieren, keine Römer und auch sonst niemanden.
Die Bibel (NT) ist ein Bilderbuch und die späteren Christen haben sich ein Mischmasch aus phantasierter Realität zusammengebastelt.
Die Christen stellen sich eine Szene zusammen, in der ein Mensch diese "Fleisch/Blut"-Aussage gemacht haben soll und drehen anschliessend ins philosophische Nirvana ab, um noch irgendeinen Sinn herauszuquetschen.
Sie phantasieren eine Trennlinie à la "echter Mensch macht eine bildhafte Aussage".
Tatsächlich aber ist eher das ganze ein Bild.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 6. Mär 2026, 17:52Ich schreibe es jetzt mal genauso wie es ist. Wir haben es nicht mit einem Tier zu tun, sondern es soll sich bei Jesus um einen Menschen gehandelt haben.
Dass "Jesus" ein realer Mensch sein soll, ist die Vorliebe der späteren Christen.
Es ist deren Idee, das Bilderbuch derart einzuteilen.
Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 6. Mär 2026, 17:52Rituale solcher Art werden mächtigen Kreisen doch vorgeworfen. Vielleicht kann man dort damit punkten. Blut und Fleisch: Hier geht es um die materielle Welt.
1. Die Bibel ist ein Bilderbuch
2. Im 1.Jhd. war die jüdische Messias-Bewegung eine deutlich zuschlagende Truppe, die aus dem Hinterhalt (gegen ROM) aktiv wurde.
Wenn sich diese Bewegung, wie die späteren Christen personalisiert als "Leib des Messais" gesehen hat (immer ohne Messias), dann ist die Nahrungsaufnahme ein wichtiger Stabilisationsfaktor und es wird eine eigene Aufmerksamkeit darauf gelegt worden sein.
Die Nahrung, die in der Bewegung zirkuliert, ist quasi unmittelbar das dortige "Fleisch" und "Blut", also "die Substanz in der Versorgung des Leibes".
Mit diesem Bild ist jedes Mitglied bestrebt, den anderen genug zuzugestehen, da ja alle zusammen "den Leib" darstellen.
Hier geht es dann nicht um Kannibalismus, sondern darum, dass sie alle "einen Leib" formen.