Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Hiob
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Hiob »

Helmuth hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 07:00 Jesus tätigte mehr solche "unglückliche" Aussagen, wie ihr es nennt.
Mit "unglücklich" ist gemeint, dass es für den Normalmenschen schwer ist, die geistige Gewalt hinter solchen Sätzen zu identifizieren. Man lehnt ab oder plappert nach, aber die wenigsten verstehen.
Helmuth hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 07:00Wer bist denn du, o Mensch, dass, du besser als der Sohn Gottes weiß
Darum geht es nicht. Die Frage ist: Welchen geistigen Sinn hat es, dass Bibelaussagen so kryptisch sind, dass sie der Normalo nicht wirklich verstehen kann?
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 11:56 Hiob meint, der Zugang geht über die Mystik. Ich meine, der Zugang muss über ein Verständnis für die Hebräische Sprache gehen.
Dass im Blut das Leben ist, steht explizit im Schöpfungsbericht. Dass die hebräischen Wörter für Fleisch und Botschaft die gleiche etymologische Wurzel haben, sieht man in den Übersetzungen dagegen nicht.
Da sind wir uns sehr einig. Ich kenne die Buber-Übersetzung des AT sehr gut. Dort habe ich das gelernt, was Du eben ansprichst.
Sara Funkelstein hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 12:31 Mir stellt sich die Frage, warum dann vor diesem Hintergrund, der sicher bekannt war, dazu aufgefordert wird, Jesus' Blut zu trinken? Ist das eine Provokation?
Weiß ich auch nicht genau - Experten kennen solche Umstände. Geistig ist aus meiner Sicht damit gemeint, dass Gott live in der Welt ist (aber NICHT im pantheistischen Sinne). Und mit "Fleisch" sind selbstverständlich nicht Proteine gemeint, sondern der Geistleib, mit dem sich der Mensch verbindet. Ich stimme Dir ausdrücklich zu, dass das kein normaler Mensch dechiffrieren kann, wenn er es so liest, wie es dasteht.
Sara Funkelstein
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Sara Funkelstein »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 12:54 Statt Provokation würde ich es eher Herausforderung nennen. Als Jesus umgebracht wurde, haben seine Peiniger das als Hinrichtung gesehen, weil sie ihn für schuldig hielten. Aber da er unschuldig war, handelte es sich um ein Opfer für ihre Weltanschauung. Das Opfer in sich aufzunehmen, gehörte zum Ritual.
Das ist ein Aufruf zum Kannibalismus.

Ich schreibe es jetzt mal genauso wie es ist. Wir haben es nicht mit einem Tier zu tun, sondern es soll sich bei Jesus um einen Menschen gehandelt haben.

Da kann man sich auch nicht mit Mystik herauswinden. Rituale solcher Art werden mächtigen Kreisen doch vorgeworfen. Vielleicht kann man dort damit punkten. Blut und Fleisch: Hier geht es um die materielle Welt.
Gott hat entschieden, dass die Welt ohne dich nicht auskommt.
SilverBullet
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von SilverBullet »

Sara Funkelstein hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 12:31Mir stellt sich die Frage, warum dann vor diesem Hintergrund, der sicher bekannt war, dazu aufgefordert wird, Jesus' Blut zu trinken? Ist das eine Provokation?
Nein, es ist ganz einfach: die literarische "Jesus"-Figur steht nicht für einen Menschen.

Juden hätten es niemals akzeptiert, dass sie über einen Menschen zu ihrem Gott finden sollen.
Dass sie ihn dabei auch noch begeistert im Bild auffressen sollen, ist eine lustige Vorstellung.
Im 1.Jhd. geht es exakt um diese Problematik: die Juden wollten nur ihren Gott als Oberhaupt akzeptieren, keine Römer und auch sonst niemanden.

Die Bibel (NT) ist ein Bilderbuch und die späteren Christen haben sich ein Mischmasch aus phantasierter Realität zusammengebastelt.
Die Christen stellen sich eine Szene zusammen, in der ein Mensch diese "Fleisch/Blut"-Aussage gemacht haben soll und drehen anschliessend ins philosophische Nirvana ab, um noch irgendeinen Sinn herauszuquetschen.
Sie phantasieren eine Trennlinie à la "echter Mensch macht eine bildhafte Aussage".
Tatsächlich aber ist eher das ganze ein Bild.
Sara Funkelstein hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 17:52Ich schreibe es jetzt mal genauso wie es ist. Wir haben es nicht mit einem Tier zu tun, sondern es soll sich bei Jesus um einen Menschen gehandelt haben.
Dass "Jesus" ein realer Mensch sein soll, ist die Vorliebe der späteren Christen.
Es ist deren Idee, das Bilderbuch derart einzuteilen.
Sara Funkelstein hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 17:52Rituale solcher Art werden mächtigen Kreisen doch vorgeworfen. Vielleicht kann man dort damit punkten. Blut und Fleisch: Hier geht es um die materielle Welt.
1. Die Bibel ist ein Bilderbuch
2. Im 1.Jhd. war die jüdische Messias-Bewegung eine deutlich zuschlagende Truppe, die aus dem Hinterhalt (gegen ROM) aktiv wurde.
Wenn sich diese Bewegung, wie die späteren Christen personalisiert als "Leib des Messais" gesehen hat (immer ohne Messias), dann ist die Nahrungsaufnahme ein wichtiger Stabilisationsfaktor und es wird eine eigene Aufmerksamkeit darauf gelegt worden sein.
Die Nahrung, die in der Bewegung zirkuliert, ist quasi unmittelbar das dortige "Fleisch" und "Blut", also "die Substanz in der Versorgung des Leibes".
Mit diesem Bild ist jedes Mitglied bestrebt, den anderen genug zuzugestehen, da ja alle zusammen "den Leib" darstellen.
Hier geht es dann nicht um Kannibalismus, sondern darum, dass sie alle "einen Leib" formen.
Ziska
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Ziska »

Sara Funkelstein hat geschrieben: Fr 6. Mär 2026, 17:52 Das ist ein Aufruf zum Kannibalismus.
Ich schreibe es jetzt mal genauso wie es ist. Wir haben es nicht mit einem Tier zu tun, sondern es soll sich bei Jesus um einen Menschen gehandelt haben.

Nur mal vorweg: Jesus sprach hier nicht über das Abendmahl des Herrn;
diese Vorkehrung wurde erst ein Jahr später getroffen.

Das „Essen“ und „Trinken“, von dem in diesem Bericht die Rede ist,
erfolgt sinnbildlich durch das Ausüben von Glauben an Jesus Christus.
Jesus sagte:
Johannes 6:35
„Ich bin das Brot des Lebens“, erklärte Jesus.
„Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden,
und wer an mich glaubt, wird überhaupt nie durstig werden.“
Johannes 6:4
Denn der Wille meines Vaters ist, dass jeder, der den Sohn anerkennt
und an ihn glaubt, ewiges Leben hat,
und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken.“
Natürlich meint Jesus nicht, man solle buchstäblich sein Fleisch essen oder sein Blut trinken.

Er spricht davon, dass er bald seinen vollkommenen menschlichen Körper opfern
und sein Blut vergießen wird.

Nur wer an sein Opfer glaubt, wird ewiges Leben haben.

Die Reaktion auf Jesu Worte heute sind genauso wie damals.

Viele seiner Jünger verstanden damals nicht, was er sagen möchte.
Wie reagieren sie?
Johannes 6:60
Als sie das hörten, meinten viele seiner Jünger: „Was er sagt, ist schockierend! Das kann sich doch keiner anhören!
Reagierst du etwa auch so, wie diese Jünger? Oder hast du genug Glauben,
genug Vertrauen in Jesu Worte?
Viele gingen weg…
Doch die Zwölf blieben bei Jesus!
Johannes 6:66-69
66 Viele seiner Jünger gingen deshalb zu dem zurück, was sie hinter sich gelassen hatten, und begleiteten ihn nicht mehr. 

67 Da fragte Jesus die Zwölf: „Wollt ihr etwa auch weggehen?“ 
68 Sịmon Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen?
Du hast Worte des ewigen Lebens. 
69 Wir glauben und wissen, dass du der Heilige Gottes bist.“
Jesus sprach in Bildern. Er verglich sich mit Brot.
Denn durch sein Opfer würde er der Menschheit Leben vermitteln.

Mit dem Essen und dem Trinken war gemeint, Glauben an Jesus Christus auszuüben.


Die Bibel bewahrheitet sich auch hier:
Hebräer 4:12
Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus.
Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert
und dringt sogar so weit durch, dass es Seele und Geist trennt und Gelenke vom Mark.
Es kann Gedanken und Absichten des Herzens beurteilen.
Wer sich mit Gottes Wort befasst, wird früher oder später offenbaren,
welche innersten Gedanken er hat und was wirklich in seinem Herzen ist.
Liebe Grüße von Ziska
Reicht der Glaube an Jesus aus, um gerettet zu werden?
Neugierig geworden? Schreib mir bitte PN! :wave:

Mit der Intelligenz ist es ja so:
Entweder man hat sie oder man weiß gar nicht, dass sie einem fehlt
8-)
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