Jakobus 4,5

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Hoger
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Hoger »

Der Brief ist von Jakobus und der gehörte nicht zu heiden-christlichen Bereich. Im juden-christlichen Bereich war das AT und die rabbinistischen Lehrtexte Grundlage
Wäre es von Jesus, dann er hätte er diese Autorität wahrscheinlich erwähnt
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
renato23
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von renato23 »

Otto hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 00:50 Mit dem im Menschen „wohnenden“ Geist meint Jakobus die Treibende geistige Einstellung. Man kann es auch mit die Kraft bezeichnet, die jemanden veranlasst, eine bestimmte Haltung, Einstellung oder Gefühlsregung zu zeigen oder eine bestimmte Handlungsweise einzuschlagen.

Diese dem Menschen innewohnende Kraft ist zwar selbst unsichtbar, ruft aber sichtbare Auswirkungen hervor. Jeder kennt den Spruch: „wes Geistes Kind jemand ist“…
Aus meiner Sicht sehr treffend. Deshalb forderte ja Paulus dazu auf nurmehr geistlich gesinnt zu sein im Geiste zu wandeln, sich als Kinder des Lichts zu erweisen (um am Bau.....und im Evangelium Reich Gottes anteilig zu werden).
Röm 6,16 Wisst ihr nicht? Wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und dem gehorcht ihr – entweder als Knechte der Sünde zum Tode oder als Knechte des Gehorsams zur Gerechtigkeit.
Kapitel 4 im Jakobusbrief geht Kapitel 3 voraus.
13 Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. 1
4 Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. 15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, menschlich und teuflisch. 16 Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. 
17 Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. 18 Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften. 
renato23
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von renato23 »

Otto hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 00:50 Nein, Otto meinte das nicht. Wir alle haben die angeborene Neigung, unrecht zu tun (unter anderen auch Neid).Diese Neigung kann sehr wohl in uns „wohnen“. Hat sogar Paulus festgestellt:
Röm 7,18-20 hat geschrieben:
18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem sündigen Körper, nichts Gutes wohnt. Ich habe zwar den Wunsch, zu tun, was gut ist, aber nicht die Fähigkeit, es auszuführen. 19 Denn das Gute, das ich tun möchte, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht tun möchte, das mache ich. 20 Wenn ich nun tue, was ich nicht möchte, dann führe nicht mehr ich es aus, sondern es ist die Sünde, die in mir wohnt.
Neid und Eifersucht entstehen nicht selten, wenn ein Kind immer wieder feststellen muss, dass es seitens Eltern oder eines Elternteils nicht um seiner Selbst Willen gelebt wird. Im z.B. immer wieder vor Augen geführt wird, dass ein Bruder oder eine Schwester bessere Noten heimbringt etc und dies ihm immer wieder vorgeworfen wird.

Römer 7,18-20 sind die Worte eines einstigen Christenverfolger im Übergang zum Apostel Jesu Christi. Paulus hätte gewiss was dagegen, dieses damals in ihm wohnende kurzzeitige Gefühlschaos als allgemeingültig zu behaupten.

Paulus hat sich ja mit der Zeit zum höchst kompetenten Instruktor für das Evangelium Jesus (Schaffung Reiches Gottes wie im Himmel so auf Erden) entwickelt, was leider zu wenig gewichtet wird.
renato23
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von renato23 »

Helmuth hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 04:10 Auf ähnliche Weise denkt auch Hoger. Er redet vom "Eifer", der in der Passage ebenfalls keinen Kontext bildet. Auch da ist es so: Der Eifer Gottes ist eine Tatsache, für sich also nicht Falsches, nur hat er zum Jakobus-Text keinen Bezug. Und sollte Gott mit Neid eifern, wie man den Text nach seiner Weise auslegen müsste, dann wäre das für mich eine Lüge, die Jakobus über Gott predigen würde. Das könnte ich nicht hinnehmen.
Ich auch nicht, da Neid keine Frucht des Geistes ist, und mit der Liebe Gottes, dem himmlischen Vater unseres Herrn Jesus unvereinbar.
Jak 4.4 Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. 5 Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Der Geist, den er in uns wohnen ließ, drängt nach Neid; 6 doch Gott gibt größere Gnade. Darum heißt es: »Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.« 
7 So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. 8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen
. 

Der Geist den er (der Fürst dieser Welt, Gottes Gegenspieler) in ihnen wohnen liess, drängte nach Neid. Deshalb sollte man nicht Freund jener Welt der fleischlichen Gesinnung sein (Gal 5,19-21)

So seid nun Gott untertan heisst für mich hält Gott in Eurem Denken und Tun die Treue, reinigt euch somit auch von einst innewohnendem Neid, um in der Liebe Gottes bleiben zu können, damit man den Teufel, dem Verführer zu Bösem (aus z.B. Neid, Eifersucht) widerstehen kann und der wie bei der Versuchung Jesus in der Wüste, unverrichteter Dinge, wohl wutentbrannt deswegen die Flucht ergreift.

J
ak 1,12 Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. 
Jak 1,21 Darum legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen. 22 Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von renato23 »

Hoger hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 09:53 Der Brief ist von Jakobus und der gehörte nicht zu heiden-christlichen Bereich. Im juden-christlichen Bereich war das AT und die rabbinistischen Lehrtexte Grundlage
Wäre es von Jesus, dann er hätte er diese Autorität wahrscheinlich erwähnt
Der Brief von Jakobus beginnt klar mit folgenden Worten und sehr hilfreich. Die christliche Gemeinde setzte sich aus einstige Jüdische Glaubensgeschwister von Jesus und auch Jakobus zusammen, die zu dem durch Jesus Christus offenbarten wahrhaftigen Gottesglauben wechselten und deshalb im Frühen Judentum von übereifrigen AT-Gesetzeshütern (geistigen Untertanen Jahwes) verfolgt wurden, wie Jesus Christus ja zuvor deswegen zum Kreuzigung überantwortet wurde..

In der Christlichen Gemeinde Gottes galt die nurmehr gelebte Liebe als Garantin für künftiges Tun des Willens Gottes dem himmlische Vater , was sie von dessen Sohn Jesus als solches lernten und gemäss Missionsauftrag Jesus nach Kreuzigung und Auferstehung im Hinblick auf Jesus Evangelium vom Reiches Gottes überall ans Herz legten zu befolgen.
1 Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung: Seid gegrüßt!
2 Meine Brüder und Schwestern, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt, 3 und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. 4 Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und keinen Mangel habt. 5 Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden. 
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Hoger
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Hoger »

2 Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in verschiedene Prüfungen fallt, 3 wissend, dass eure Bewährung des Glaubens Geduld bewirkt! 4 Die Geduld wiederum soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und komplett seid, an nichts mangelnd.

Maurice A. Robinson und William G. Pierpont, Das Neue Testament Deutsch, übers. von Peter M. Streitenberger (Ahrensburg: tredition GmbH, 2024), Jak 1,2–4.
Prüfung
Glauben / Vertrauen
Geduld
das vollkommene Werk aus der Geduld

Warum Prüfungen
An was oder wen das Vertrauen
Woher kommt die Geduld
Warum bringt die Geduld das vollkommene Werk hervor?
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: So 25. Jan 2026, 03:30 Dann braucht man den Kontext um zu verstehen, wie die Frage entstanden ist und was Jakobus damit anspricht.
Unbedingt.

Da sind ja teilweise haarsträubende Übersetzungen unterwegs--- unverständlich! wenn man ehrlich ist.
Dazu muss man das davor Geschriebene lesen, das von einer üblen Art zu begehren spricht, die aus dem Fleisch kommt und nicht dem Geist gemäß --> Jak. 4:1-4.
So sehe ich das auch. Der Vers mit dem "Neid" steht ja nicht für sich alleine, sondern in einem Zusammenhang.
Im Grund genommen habe ich mit diesem Text keine Schwierigkeiten, weder textlich bzw. kontextlich, noch exegetisch. Es geht darum das Fleisch abzulegen, dass aus üblen Motiven agiert und daher Gott nicht gefallen kann.
Zustimmung.
Deine Argumentation ist nachvollziehbar und gefällt mir gut.

Hier ist noch eine Übersetzung, Elberfelder:
Jak. 4,5: Oder meint ihr, dass die Schrift umsonst redet: »Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ
Das reißt es jetzt noch nicht heraus und bleibt für jemanden ohne Vorkenntnisse mehr oder weniger unverständlich, aber da ist eine Fußnote: "o. ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns Wohnung gemacht hat o. Gegen den Neid begehrt der Geist, der in uns Wohnung gemacht hat".

Was ich fett markiert habe, halte ich für die Interpretation, die am meisten zutrifft. Und dann läge Abischai richtig mit seinem ersten Kommentar zum "Neid".
Vers 2: "ihr tötet und neidet..." es ist ja wohl kaum anzunehmen, dass Jakobus innerhalb weniger Sätze dem Neid verschiedene Bedeutungen zuweist.

Vereinfacht gesagt: Streit, Feindseligkeiten und Kämpfe innerhalb der Gemeinde wurzeln darin, dass es bei den Gläubigen noch unerlöste Teilbereiche gibt. Mißgunst und Neid offenbaren eine fehlgeleitete, egoistische und undankbare Haltung und zeugen von mangelndem Vertrauen. Sie sind fleischlicher; weltlicher Natur, und der Geist Gottes, der in den Gläubigen Wohnung genommen hat, kämpft dagegen an, mit Eifer.
LG
God bless you all for what you all have done for me.
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Hoger
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Re: Jakobus 4,5

Beitrag von Hoger »

Jakobus 4,1 Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt’s nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten? 2 Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft und habt nichts, weil ihr nicht bittet; 3 ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.
4 Ihr Abtrünnigen, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist?
Bis hierher schreibt Jakobus vom "Innern des Menschen" - oder dem "Geist in ihm"
Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. 5 Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Mit Eifer wacht Gott über den Geist, den er in uns hat wohnen lassen, 6 und gibt umso reichlicher Gnade? Darum heißt es (Sprüche 3,34): »Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.«
7 So seid nun Gott untertan

Martin Luther, Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers (1984); Bible. German. Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers (1984). (Deutsche Bibelgesellschaft, 1984), Jak 4,1–7.
Gott wacht mit Eifer über den Geist, den ER hat in uns wohnen lassen, durch Seine Gnade. All die Streisüchteleien um die richtige Auslegung, den richtigen Grundtext usw sind doch eher im Bereich des Hochmuts und des Menschen-Geistes

Wer sich Gott zuwendet (und nicht vordergründig seinem Verstand) - dessen Geist wird mit "Eifer" von Gott bewacht, weil er demütig ist
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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