Spice hat geschrieben: ↑Mi 30. Jun 2021, 14:55
Tiefe Liebe kann man eigentlich nur haben, wenn man sich selbst existentiell völlig sicher weiß, weil man dann nicht mehr um sich in irgendeiner Hinsicht besorgt ist. Also, Liebe hat man nicht einfach so...
Materieller Wohlstand als Bedingung für Liebe und Gottsuche - das ist nicht die Wahrheit.
Schau nach Indien, wie viele Menschen dort unter den ärmsten Verhältnissen und schwierigsten Bedingungen leben, oft auf engstem Raum, und doch sind ihre Herzen voller Liebe und Gebete an Gott.
Der Materialismus zwingt und drängt uns in ein Sklavensystem, er vereinnahmt uns und zieht uns so herunter, dass wir nichts anderes mehr im Kopf haben. Aber in Wahrheit ist es eben genau dieser Wohlstand und alles, was damit zusammenhängt, was uns davon abhält, uns Gott zuzuwenden. Es ist nicht nur eine Verausgabung und Ablenkung sondern wir werden auch heruntergezogen.
Gott ist nichts, wozu man Geld oder Wohlstand braucht. Gott ist immer da und man kann immer an ihn denken, mit ihm verbunden sein, versuchen, ihm zu dienen und gefallen. Auch bei der Arbeit. Gerade bei der Arbeit sollte Gott immer mit dabei sein, damit man stark ist und nüchtern und alles gut läuft.
Es ist einfach eine Frage des Bewusstseins. Entweder Du willst Gott oder Du hast kein Interesse. Wenn Du ihn willst, dann denkst Du an ihn und versuchst, ihm nahe zu kommen und gefallen - ganz egal, was Du tust. Und wenn Du mit einer Spitzhacke die harte Erde bearbeitest, auch wenn Du in einer Fabrikhalle stehst und nichts als Lärm herrscht, auch wenn Du noch so beschäftigt bist.
Viele Heilige, Sadhus, spirituelle Menschen leben asketisch, leben in Armut und Entbehrung, eben um Gott besser nahe zu kommen. Die größte Hingabe kommt aus tiefster Demut. Wenn ein Mensch am Ende ist, wenn er im Dreck liegt, verzweifelt und hilflos, dann kommt ein Gebet aus tiefstem Herzen, dann ist sein Ego winzig klein und Gott wird so ein Flehen nicht unbeachtet lassen.
Du schreibst von Buddha. Er verließ sein Königreich und verzichtete, anstattdessen begab er sich zuerst in die Askese. Dann wandelte er sich zum rechten Maß aber auch dann lebte er wie ein Wandermönch. Der Mensch braucht sehr wenig zum Leben. Die meisten Menschen haben das Lebensnotwendige, auch wenn es sehr viel Armut gibt. Und die, die zu den Ärmsten gehören, bei denen findet man nicht selten den größten Glauben und die größte Hingabe an Gott.
Denn die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten.