Re: Was können wir von Hiob lernen?
Verfasst: Di 14. Apr 2026, 11:20
Darauf bin ich schon eingegangen, dass jeder nur für seine eigene Sünde vor Gott schuldig ist, dass aber niemand schuldlos ist. Das Buch Hiob liefert uns dazu eine falsche Lehre. Es hat auch nicht denselben Status wie eines der Prophetenbücher bzw. die Torah.
Es wird als Weisheitsliteratur geführt und es gibt auch unter Juden Gelehrte, die dem Buch die Historizität absprechen. Dazu leistet die Dogmatik ihre Arbeit, aber mit m.E. falschen Prämissen. An sich sprechen gleich mehrere Tatsachen dagegen, dem Buch einen höheren Stellenwert zu verleihen:
- 1) Die Absenz einer von Gott beauftragten Autorenschaft
Bücher im Rang eines Propheten haben einen von Gott zum Propheten ernannten Sprecher für seine Botschaft. Namenlose Propheten kenne ich nicht. Das kennzeichnet damit auch den Geist Gottes, der sie antreibt zu reden. Das macht andere Werke noch nicht unbiblisch, aber es stellt sie deutlich unter diese Kategorie.
- 2) Die Entstellung der Vaterfigur Gottes
Die Torah und die Propheten zeigen uns Gott als souveränen und liebenden Vater, noch mehr zeigt uns das Jesus, aber schon das AT verbirgt diese Wahrheit nicht. Kein Vater macht einen Deal über seine gliebten Kinder mit Mördern um sie zu testen.
- 3) Die Schuldabweisung
Vor Gott sind wir alle schuldig, auch die Gerechten, denn auch sie müssen stets unter der Gnade stehen, wenn sie ihren Status als Erlöster nicht verlieren wollen. Keiner darf sich dabei auf seinen Status als Gerechter verlassen, denn durch Sünde verliert man den wieder, wer es zu weit treibt.
- 4) Theologische Unkenntnis
Man lässt Söhne Gottes vor Gott treten und nennt auch Satan als einen der ihren. Hier wurde schlicht das Wesen der Engel mit dem der Menschen auf eine Kreatur zusammengefasst. Das zeigt am deutlichsten, dass eine Dichtung vorliegt und man deren Versammlung auf einen fiktiven Himmel projiziert.