Re: Descartes, OT von Kommt die (digitale) Technik vom Teufel?
Verfasst: Di 15. Feb 2022, 16:36
Genau


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Der Haken: Einen Garten "schön" finden zu können, ist bereits mehr als das, was konsequenterweise in materialistischer Sichtweise möglich ist.
ist es, es ist sogar ein absolutio ad absurdum...hat mir der dreimal größte verratenHiob hat geschrieben: ↑Mo 14. Feb 2022, 20:45Tacuisses ... . - Warum versucht man eigentlich auf Basis einer materialistischer Weltanschauung, überhaupt über Dinge zu reden, die über Wolkenkratzerbau, Höchstgeschwindigkeiten und Wurst zu sprechen? Ist nicht der Versuch allein eine contradictio in adiecto?Jack Sparrow hat geschrieben: ↑Mo 14. Feb 2022, 19:46 Kant ist gescheitert, weil er es nicht wagte seine idealistischen christlichen Grundprinzipien aufzugeben. Wahre Philosophie muss auf dem Boden der Tatsachen beginnen und nicht mit theoretischen a-priori-Konstrukten ohne Alltagsbezug.
Passender wäre: dir geht es um “Was bedeutet Descartes für mich?”Hiob hat geschrieben: ↑So 13. Feb 2022, 21:53Mit Verlaub: Das ist SEIN Problem. ---- Überrascht es Dich, wenn man das "Was meint er?" und das "Was bedeutet es?" unterscheidet? - Bei mir geht es immer um das "Was bedeutet es?". - Für mich ist entscheidet, was er mit seinem Ansatz bewirkt hat, und nicht, welchen Ansprüchen er dabei genügen wollte.
Warum ist es dir egal, dass man (nach Descartes) weiterhin nicht unterscheiden kann ob man träumt, oder die Realität wahrnimmt?Stimmt. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass er den "nicht trügerischen Gott" zu Grunde legt, weil er nur damit begründen kann, warum die Res extensae "echt" sind. - Dass er dabei fälschlicherweise meint, er könne es beweisen, ist für mich in der Tat nicht wichtig.
Ich bin kein Naturwissenschaftler und kenne mich auf dem Gebiet auch nicht aus (du genauso wenig).Empfinde ich überhaupt nicht. Descartes hat es immerhin damit geschafft, Wissenschaft auf einer philosophisch geklärten Ebene stattfinden zu lassen.
Im übrigen gibt es das hier besprochene Problem noch heute. -Auch heute basiert die Wissenschaft darauf, dass die Wahrnehmung des Objekts "echt" ist. Insofern gibt es auch in der Wissenschaft qua Definition nur System-Wissen (Popper wusste das und hat deshalb metaphysische Erwägungen strikt weggelassen, weil diese schlicht nicht geeignet für seine Methodik alias sein System waren).
Der echte, historische Descartes wollte das. Aber damit wäre er ja nach deiner Interpretation gescheitert.Descartes wollte es doch systematisch darlegen - das war doch gerade "Aufklärung".
Weil er der Weg aus dem Skeptizismus für ihn ist. Warum wohl sonst!?
Da fehlte noch was. Vollzitat war:Eben - NACHDEM das System steht, das es überhaupt erst ermöglicht, einen System-Beweis zu machen.
Claymore hat geschrieben: ↑So 13. Feb 2022, 21:04Ja, eben. Der Beweis von der Existenz der Seele findet sich in der sechsten Meditation, wo das alles schon passiert ist.
Wenn Hollendung sich hier auf eine frühere Phase bezieht, macht er also einen Fehler. Oder er bezieht sich eben schon auf die sechste Meditation und du hast ihn falsch verstanden
Warum ist nun der Mond ontisch aus Käse, wie du unlängst meintest?Zumindest verwendet es man in verschiedenen Kontexten - da könnte auch ich nachlässig sein. - Eigentlich ist "ontisch", "das, was IST", im Gegensatz zu "systemisch", das was wir unmethodisch oder methodisch glauben oder system-beweisen, dass es ist. "Ontisch" ist ein Objektbegriff, "systemisch" ist ein Subjektbegriff. Das könnte in etwa hinkommen.
Bei dieser Gelegenheit: Hier kommt der Begriff "Sprache" ins Spiel. Denn ich weiß ganz genau, was damit gemeint ist, spüre aber selber, dass jede Formulierung imperfekt ist. - Mir ist dies mal aufgefallen bei der Definition von "Loch". Jeder weiß, was ein Loch ist. Trotzdem gibt es unendlich viele philosophische Ansätze, dieses An-sich-Klare sprachlich zu definieren. - Bei Adorno (meine ich) ist es die "partielle Negation einer absoluten Totalität" - bei Heidegger (meine ich) ist es "Seiendes Nicht-Sein im Sein".
Descartes hat die Seele in der Zirbeldrüse verortet, weil sie (seiner Meinung nach) als einzige Struktur im Gehirn nur einmal vorkommt. Denn die Seele soll ja nicht res extensa und im Raum ausgedehnt sein, sondern ist res cogitans. Es gehört zu ihrer Essenz, dass sie sich nicht über mehrere Raumpunkte erstrecken kann.Jack Sparrow hat geschrieben: ↑Mo 14. Feb 2022, 12:26Nebensächlich? Es ist die einzige Lösung, die er anzubieten hatte, und was bleibt ist das übliche religiöse Geschwurbel: Die Nichtexistenz eines Gottes ist undenkbar und das Undenkbare darf nicht gedacht werden, deshalb müssen wir weiterhin glauben, Immaterielles könne auf Materielles einwirken, und deshalb muss Descartes recht gehabt haben.Claymore hat geschrieben:Der Fehler ist irreparabel, er betrifft ja kein nebensächliches Detail wie die Sache mit der Zirbeldrüse.
Es besteht schon ein gewisser Konflikt zwischen unserem Anspruch der Schönheit und einer materialistisch konzipierten Realität. Denn real wäre nur die Materiewüste mit ihren quantitativ messbaren Eigenschaften.