Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 1. Jul 2026, 12:42
Zippo hat geschrieben: ↑Mi 1. Jul 2026, 11:34
Der verlorene Sohn ist offensichtlich ein Ungerechter, den die Umstände zur Einsicht zwingen.
Er war ein Ungerechter, ja in der Tat, ein Sünder, der nur für sich lebte. Das war er! Doch das änderte sich. Dass ihn die Umstände zur Umkehr zwangen sehe ich aber so nicht. Er kam zur Einsicht, das ist etwas anderes.
Die Umstände brachten die Einsicht.
Helmuth
Manche leben weiter in ihrem Dreck, oder werden kriminell und beginnen zu stehlen und zu betrügen, oder sie wehren sich gegen ihre Umstände gewaltsam. Vergiss nicht, diese Umstände trafen das gesamte Land, nicht nur ihn persönlich.
Das stimmt allerdings. Aber wenn die Umstände so geblieben wären, dann wäre keine Einsicht und keine Umkehr gewesen.
Ist das nicht der Grund, warum Gott dem Volk Israel mal schwere Zeiten gebracht hat ?
Helmuth
Der entscheidende Punkt ist: Er kam zur Einsicht, dass sein Leben nichts mehr wert war. Jeder Tagelöhner seines Vaters hatte ein schöneres Leben. So musste er eine Entscheidung treffen und den Vorsatz auch in die Tat umsetzen. Das ist schon ein klares Bild für die Umkehr, zu der Gott jeden Menschen aufruft.
Vor allem die schweren Sünder ruft er zur Umkehr auf.Die eher brav gebliebenen läßt er erst mal. Der Herr Jesus sprach ja auch noch von Gerechten:
Lk 15,7
Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.
Solch ein Gerechter ist der Bruder des verlorenen Sohnes gewesen, der beim Vater geblieben ist und hat seine Gebote gehalten.
Helmuth
Aber sieh dir den anderen Sohn an. Dieser war in Herrenstellung als die Nummer zwei am Gutshof seines Vaters, war also um Welten besser dran als alle Tageslöhner und er war dennoch unzufrieden. Lies dir diesen Vorwurf durch, wie Jesus dazu Worte findet:
Lukas 15:29 hat geschrieben: Er aber antwortete und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und niemals habe ich ein Gebot von dir übertreten; und mir hast du niemals ein Böcklein gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
Ist das nicht eine Frechheit, die er sich anmaßt? Als hätte er in seiner Stellung nicht Möglichkeiten! Diese ungerechfertigen Vorwürfe kamen daher, weil er zusehen musste, wie sein Bruder in aller Herrlichkeit wieder aufgenommen wurde.
Frechheit ? Das finde ich nicht, es ist doch eine ganz normale menschliche Reaktion. Der Bruder empfindet es als ungerecht, wenn man noch ein Freudenfest feiert, weil der Bruder reumütig zurückkehrt, der das Erbe seines Vaters mit ausschweifendem Leben vergeudet hat. Das er zurückkehrt, war ja ok, aber bitte kein Freudenfest !
Der Bruder ist eben nicht der Vater, der froh ist, daß er den Sohn wiederhat. Er muß sich jetzt allerdings auch bewähren.
Helmuth
Jesus zeigt uns ein Bild der Verblendung durch Hass, Neid und Missgunst, ganz die Eigenschaften des Teufels, das die Pharisäer und Schriftgelehrten kennzeichnet, die murrten, weil Jesus Sünder zu sich nahen ließ --> Lk. 15:2. Sie kannten die Absichten Gottes nicht.
Das muß nicht der Teufel gewesen sein, der den Bruder zornig macht, aber er könnte das ausnutzen.
Die Pharisäer haben die Gebote Gottes wohl gepredigt, aber haben sie nicht unbedingt gehalten. Sie sind also nicht mit dem im Hause des Vaters gebliebenen Bruder gemeint.
[Mt 23,1-3] Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern und sprach: Auf Moses Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr halten sollt, das haltet und tut’s; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun: sie sagen’s wohl, und tun’s nicht.
Sie haben auch eher verächtlich auf die verlorenen Schafe geschaut und hatten keine Ambitionen sie zurückzuholen. Es waren schlechte Hirten, die nur an der angesehenen Stellung und am Geld interessiert waren.
Gruß Thomas