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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 20:25
von SilverBullet
Sara Funkelstein hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 16:56Falls es dich interessiert, dann beschäftige dich ruhig damit, wie Juden auf die Figur des Satan blicken.
Ich habe es gerade über eine Google-Anfrage ("satan judentum") im KI-Auszug nachgelesen.
"Satan" steht im Judentum wohl eher für "ein Werkzeug göttlicher Prüfung" und nicht für "das Böse":
Google-Suche: "satan judentum"

Antwort:

Im Judentum ist der Satan (hebräisch für „Widersacher“ oder „Ankläger“) keine eigenständige böse Macht oder Gegenspieler Gottes, sondern ein untergeordneter Engel, der im Auftrag Gottes handelt. Er prüft die Treue der Menschen, klagt sie an und verkörpert oft die böse Neigung (Jetzer Hara) im Menschen selbst. Anders als im Christentum gibt es keine Dualität von Gut und Böse.

* Rolle im Tanach (Altes Testament): Satan tritt vor allem im Buch Hiob als Teil des göttlichen Hofstaates auf, um Hiobs Glauben zu testen.

* Funktion: Er ist ein Ankläger, kein Dämon, der gegen Gott rebelliert.

* Böse Neigung: Oft wird Satan mit dem Jetzer Hara (der Neigung zum Bösen) gleichgesetzt, was eine innere Versuchung und keine externe Person darstellt.

* Entwicklung: Erst in apokryphen Schriften (wie dem Buch Henoch) entstanden Vorstellungen von gefallenen Engeln, die jedoch nicht zum zentralen jüdischen Glauben gehören.

Zusammenfassend ist der „Teufel“ im Judentum ein Werkzeug göttlicher Prüfung, kein souveräner Herrscher über das Böse.

Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 21:22
von Helmuth
Abischai hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 19:26 Allgemein wird unter Bibelkritik das zersetzende verstanden, die Theologie Rudolph Bultmanns z.B., deren Ziel nicht die Wahrheitsfindung, sondern die zuallermindest fahrlässige Zerlegung des Bibelglaubens an der Wurzel war, nämlich in den theologischen Universitäten.
Darum habe ich von einer willentlichen Haltung gesproche, einem Widerstreben, die einen Sachverhalt nicht anerkennen will. Man spricht diesbezüglich auch von einem widerspenstigen Verhalten, ein Geist des Widerspruchs. Dazu gibt es diese für mich offenbarende Schriftstelle:
1. Sam 15,23 hat geschrieben: Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort JHWH's verworfen hast, so hat er dich verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.
König Saul war nicht kritisch nach unser beider Verständins gegenüber den Anweisungen Gottes, sondern er widerstrebte ihnen. Darum ist das keine Sache, dass man etwas nicht mit dem Verstand begreifen hätte können, sondern ein willentlicher Akt gegen die Anweisung und das missfällt JHWH zutiefst.

Von der Art destruktiver Bibelkritik redest du und darin gebe ich dir Recht. Solche negieren einfach Tatsachen. Kritik an der Bibel, wie ich sie betreibe, hat damit nichts zu tun, denn ich will nicht widerstreben, sondern nur verstehen und Klarheit haben, was Sache ist, nicht aber etwas anderes sagen als Gott sagt.

In theologischen Auseinandersetzungen tritt oft zutage, dass eine, oder auch beide Parteien deshalb nicht zueinander finden können, selbst wenn sie dieselbe Glaubgensgrundlage haben, weil mindestens eine Partei die andere Auffassung nicht anerkennen will. Diese Aberkennung basiert nicht auf geoffenbarten Fakten, sondern weil man der anderen Auffassung willentlich widerstrebt.

Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Verfasst: Mo 2. Mär 2026, 21:43
von Abischai
Helmuth hat geschrieben: Mo 2. Mär 2026, 21:22 sondern weil man der anderen Auffassung willentlich widerstrebt.
Das ist der Punkt! Und hier kommt ein interessanter Wesenszug des Menschen zum Tragen: man lernt von den Menschen, die man liebt. Im Umkehrschluß bedeutet das, daß man eine unbewußte Aversion gegen alles hat, was ein ungeliebter Mensch äußert. Das ist dumm, weil es undifferenziert ist, aber es ist nun mal so.