Larson hat geschrieben: ↑Mo 27. Jul 2026, 08:21
Die Gnade und Barmherzigkeit ist schon im Bund Gottes mit Israel beinhaltet, da musste er nicht darauf verzichten. Es ist eine Verdrehung des Bundes Gottes mit Israel.
Das von Paulus angesprochene Problem ist auch nicht das Gesetz oder der Bund, sondern der Umgang damit. Auf den Bund beruft er sich selber. Ohne Bund ist sein ganzes Konzept ohne Basis. Er betont, dass das Gesetz durch den Glauben nicht aufgehoben, sondern aufgerichtet wird (Römer 3,21). Das Gesetz ist heilig (Römer7,12). Allerdings ist das Gesetz auch durch das Fleisch kraftlos (Römer 8,3+7). Durch das Gesetz kommt lediglich Erkenntnis der Sünde (Römer 7,7 + Römer 3,20). Da helfen noch so viele Ermahnungen nichts. Gott hat aber auch keinen Gefallen daran, wenn die Menschen massenweise scheitern. Er kommt den Menschen so weit wie möglich entgegen, ohne dass er selbst seine Maßstäbe an den Menschen über den Haufen wirft. Das ist die Liebe und die Gnade, die du selber angesprochen hast. Oder was meinst du, wie sieht die Gnade aus, die in Gottes Bund mit Israel schon beinhaltet ist ?
Larson hat geschrieben: ↑Mo 27. Jul 2026, 08:21
In der Tenach gibt es zwei Begriffe für „Fluch“. Jener „Fluch“ in 5. Mose ist kein verfluchen, verdammen (so wie es Paulus darstellt), sondern ist der Entzug des Segens Gottes (die Wurzel von קְלָלָה ist קָלַל : gering machen), also Erziehungsmassnahmen, und nicht ein vernichten, dem Verderben „weihen“ חֵרֶם.
3.Mo 25 zeigt deutlich solche Erziehungsmassnahme und ebenso Gottes Gnade und Erbarmen (also Vergebung). Ebenso 5.Mo 30
Der Fluch des Gesetzes, den Paulus in Galater 3,10-13 anspricht, bezieht sich nicht nur auf 5. Mose 21,23 (קללת), sondern vor allem auf 5. Mose 27,26 (ארור). Der Fluch ist, dass jemand das Gesetz tun muss und niemals abweichen darf. Die Gnade Gottes gibt es zwar, aber auf sie besteht kein Anspruch. Schon gar kein gesetzlicher Anspruch. Und sie ist auch weder völlig bedingungslos, noch eine einkalkulierbare Alternative.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 27. Jul 2026, 08:21
Des Paulus Verwünschungen (wer etwas anderes glaubt als dass er lehrt) dagegen ist kein „Erziehen“, sondern verdammen.
Also auch hier missbraucht Paulus den Begriff „Fluch des Gesetzes“, lehrt also etwas, was nicht Gottes ist, nicht Gottes Absicht ist (sondern wohl eher sein inneren Konflikte zeigt und er auf solche Weise einen Ausweg sucht, aber ihn doch nicht wirklich gefunden hatte, denn er musste sich immer an sein eigenes Strohhalm festklammern). Und daraus erlöst ihn auch ein Jesus nicht, sondern allein die Umkehr zum alleinen einzigen Gott, wie er es eigentlich wüsste.
Du vermischst, den "Fluch", den Paulus in Galater 1,8-9 ausspricht mit dem Fluch des Gesetzes, den er in Galater 3,10-13 erwähnt. Das erste ist
anathema, das zweite ist
kataras. Mit anathema meint Paulus hier, dass die falschen Verkündiger dem Urteil Gottes überlassen werden. Weder spielt er sich hier als Vollstrecker von Strafen auf, noch wünscht er anderen was Böses.
Richtig ist, dass Paulus einen inneren Konflikt anspricht. Den stellt er ja auch ausführlich in Römer 7 dar. Nur ist das eben nicht nur sein persönliches Problem, sondern ein allgemeines Problem, mit dem er alle die anspricht, die auf gleiche Weise damit zu kämpfen haben. Wer ehrlich ist, wird auch zugebe, dass er das gleiche Problem hat. Oder zeige mir einen Protagonisten aus dem AT, der es nicht hatte.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 27. Jul 2026, 08:21Ob nun Christ oder Jude, der Ewige wird uns nach unserem Tun „richten“, nicht nach einem „Personen-Glauben“ (da dreht Paulus die Lehre Gottes um). Denn auch der Christ, wenn er nicht tut was recht ist, verleugnet doch sein „errettet“ sein und wird verworfen (ansonsten wäre der Weg zum Himmel wirklich eine Autobahn).
Der Christ sollte eigentlich anerkennen und reflektieren, dass er auf Gottes Gnade angewiesen ist und sich den Segen nicht durch eigene Leistung verdient.