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Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten - Lukas 2:2

Verfasst: Mo 27. Jul 2026, 06:03
von Helmuth
Otto hat geschrieben: So 26. Jul 2026, 23:16 Ich würde dich gern antworten, hab aber keine Lust auf die Moralpredigten Helmuths… :silent:
Ich versuche euch mal auf andere Gedanken zu bringen, indem ich eine neue ÜS-Angelegenheit bringe. Dann haben die Diskussionshungringen wieder was zum Fressen und nagen nicht nur an einem ausgetrockneten Knochen. :mrgreen:

Im Zuge der Diskussion um die Diskrepanzen zwischen dem Mt-Ev und dem Lk-Ev ist mir diese Sache untergekommen. Im Lk-Ev lesen wir diese Aussge:
Lukas 2:1-2 hat geschrieben: Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Kyrenius Statthalter von Syrien war.

Historische Hintergründe

Die Verordnung des Kaisers Augustus war nicht die Einschreibung des Kyrenius (andere Schreibweise Qurinius), sondern ein Treueeid, dessen Verordnung 2. vor Chr erging, nachdem ihn der römiche Senat den Titel "pater patriae" verliehen hatte. Darauf war es üblich, dass alle Untertanen einen EId ablegen. Die ÜS "als erste" leitet dazu, es wäre die Einschreibung unter Kyrenius gemeint.

Dann würde sich das Geburtsdatum Jesu erst auf 6 oder 7 nach Christus verlegen, denn Kyrenius wurde mit 6. n. Chr als Statthalter eingesetzt um Ordnung zu schaffen, nachdem Herodes Archelaus ein Chaos hinterlassen hatte und es keine geeignete Nachfolge gab.

Es wurde nach ihm das Herrschaftsgebiet Judäa auf 4 Fürsten aufgeteilt, deren Namen Lukas mit Lk. 3:1 belegt, aber das war eine Notlösung. Damit die Steuereintreibung weiter möglich ist, verfügte Kyrenius eine neue Erhebung. Syrien war für Rom damals das Verwaltunszentrum, das auch die Provinz Judäa umfasste.


Die ÜS "als erste" versus "zuvor"

Diese ÜS "als erste" ist sprachlich an sich möglich und erfolgt unter der Annahme. dass es sich um die Steuereinschreibung handle. Doch diese ordnete nicht Augustus, sondern Kyrenius an. Es ging aber um Augustus' Verordnung, die überdies das gesamte Reich betraf.

Untersucht man das Wort "prote", so kann es neben "als erste" gleichwertig mit "zuvor" übersetzt werden. Und so wird der Text für die historische Perspektive auch schlüssig und hieße:
Lukas 2:2 hat geschrieben: Diese Einschreibung geschah bevor Kyrenius Statthalter von Syrien war.
Damit wird ebenso schlüssig, dass Augustus "den ganzen" Erdkreis einschreiben ließ. Kyrenius hingegen erfasste nur die Provinzen Judäa, Samaria und Galiläa neu und das zwecks Steuer. Das Wort Steuer fällt aber im Text gar nicht. Für Joseph aus Nazareth bedeutete das nach Bethlehem zu reisen, weil dort die römischen Behörden ihre Listen verwaltet haben.

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mo 27. Jul 2026, 08:21
von Larson
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 26. Jul 2026, 19:00 Auch Paulus wurde vom Fluch des Gesetzes losgekauft und Teilhaber des Neuen Bundes. Dem alten Bund wäre er weiterhin verpflichtet, wenn er auf die Gnade verzichtet hätte.
Nun, das behauptet Paulus, ist aber nicht die Lehre Gottes. Was Paulus macht: weil er nicht mit der Lehre klarkommt, verwirft er sie und stellt seine Thesen auf.
Aus diesem Bund Gottes kann man sich, konnte selbst Paulus sich nicht „loskaufen“ (lassen).

Es gibt (noch) keinen neuen Bund Gottes. Was du meinst, ist der Bund Jesu, und Jesus ist nicht Gott, und sein Bund war ja nicht mit dem Hause Israel und dem Hause Juda. Und Jesu steht nicht über Gott, auch nicht neben Gott (als gleichwertig), sondern unter Gott (was selbst Paulus bezeugt)
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 26. Jul 2026, 19:00 Dem alten Bund wäre er weiterhin verpflichtet, wenn er auf die Gnade verzichtet hätte.
Die Gnade und Barmherzigkeit ist schon im Bund Gottes mit Israel beinhaltet, da musste er nicht darauf verzichten. Es ist eine Verdrehung des Bundes Gottes mit Israel.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 26. Jul 2026, 19:00 Welches andere Evangelium hat denn der Ewige verkündigt ? Der Fluch des Gesetzes ist doch gerade kein Evangelium, sondern der sichere Tod.
In der Tenach gibt es zwei Begriffe für „Fluch“. Jener „Fluch“ in 5. Mose ist kein verfluchen, verdammen (so wie es Paulus darstellt), sondern ist der Entzug des Segens Gottes (die Wurzel von קְלָלָה ist קָלַל : gering machen), also Erziehungsmassnahmen, und nicht ein vernichten, dem Verderben „weihen“ חֵרֶם.
3.Mo 25 zeigt deutlich solche Erziehungsmassnahme und ebenso Gottes Gnade und Erbarmen (also Vergebung). Ebenso 5.Mo 30


Des Paulus Verwünschungen (wer etwas anderes glaubt als dass er lehrt) dagegen ist kein „Erziehen“, sondern verdammen.
Also auch hier missbraucht Paulus den Begriff „Fluch des Gesetzes“, lehrt also etwas, was nicht Gottes ist, nicht Gottes Absicht ist (sondern wohl eher sein inneren Konflikte zeigt und er auf solche Weise einen Ausweg sucht, aber ihn doch nicht wirklich gefunden hatte, denn er musste sich immer an sein eigenes Strohhalm festklammern). Und daraus erlöst ihn auch ein Jesus nicht, sondern allein die Umkehr zum alleinen einzigen Gott, wie er es eigentlich wüsste.

Hiermit sollte klar sein, dass Gott mit dem „Fluch“ nicht Vernichtung will, wie es das NT so drastisch (absichtlich) missdeutend darstellt (es will sich ja vom „alten“ abheben, in der Qualität besser sein), sondern die Erziehung des Volkes. Weiter ist dies auf das irdische bezogen (Segen… auf dass du lange lebst…), die Erziehung eines liebend Vaters.

Die gute Botschaft Gottes ist demnach doch schon längst in der Tenach kundgegeben:
Mi 6,8 Er hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist; und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu wandeln mit deinem Gott?
Ob nun Christ oder Jude, der Ewige wird uns nach unserem Tun „richten“, nicht nach einem „Personen-Glauben“ (da dreht Paulus die Lehre Gottes um). Denn auch der Christ, wenn er nicht tut was recht ist, verleugnet doch sein „errettet“ sein und wird verworfen (ansonsten wäre der Weg zum Himmel wirklich eine Autobahn).
5.Mo 10,
12 Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als nur, den HERR, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben, und dem HERRN, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele,
13 indem du die Gebote des HERRN und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete, beobachtest, dir zum Guten?

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mo 27. Jul 2026, 08:25
von Larson
Otto hat geschrieben: So 26. Jul 2026, 20:57 Der reale Jesus Christus hat das Gesetz durch sein Leben und Sterben am Kreuz zu seiner historischen Vollendung gebracht.
Hat er nicht...

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mo 27. Jul 2026, 08:48
von Helmuth
Larson hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 08:21 Es gibt (noch) keinen neuen Bund Gottes.
Hör mal zu Freund, wenn du schon nicht das Thema behandelst, dann beachte zumindest, dass wir im Bibelforum sind. Da gibt es keine Leugnung des Neuen Bundes. Aber dumm genug, wer die weiter antwortet.

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mo 27. Jul 2026, 09:03
von Larson
Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 08:48 Aber dumm genug, wer die weiter antwortet.
Du hast geantwortet…
Helmuth hat geschrieben: Mo 27. Jul 2026, 08:48 dass wir im Bibelforum sind.
Aha, und deshalb darf dann ohne Widerrede Unsinn behauptet werden?
Bibel ist nicht nur „NT“ sondern auch Tenach, die ursprüngliche und einzige Lehre Gottes,