Philippus hat geschrieben: ↑Fr 24. Jul 2026, 00:15
Das habe ich auch schon über den Kindermord zu Bethlehem so gelesen, der sei ebenso erfunden, weil man es so haben wollte, dass das Neue Testament die Vorhersagen des Alten Testamentes erfüllen müsse....
Lukas kennt wie auch andere Quellen keinen Kindesmord zu Bethlehem. Man muss sich schon fragen, wie dieses Ereignis, das Jesu Leben nicht unbedeutend beträfe, einem sorgfältigen Forscher wie Lukas entgangen wäre. Ist das glaubwürdig?
D.h. wenn der Kindesmord gar kein historisches Ereignis gewesen ist, dann bedarf es auch keines Versuchs, die Angaben des Lukas an andere Gegebenheiten anpassen zu wollen. Am Ende verzerrt man sonst alles, hat sich seine eigene Historie zurecht gelegt und keines der Evangelien enhält mehr korrekte Tatsachen.
Du kennst meine Einstufung der Kapitel 1 und 2 des Mt-Ev, da du mein Werk dazu schon gelesen hast. Da geht es nicht darum die Bibel madig zu machen, sondern schlicht und ergreifend: Was ist die Wahrheit? Eine Frage, die Pontius Pilatus verächlich abgetan hatte, für mich hingegen der Sinn des Lebens geworden ist, darin Jesus Christus, unseren Retter gefunden zu haben.
Allerdings: Widersprüche durch Verbiegung historischer Tatsachen anpassen zu wollen, ist für mich keine aufrichtige Wahrheitssuche, sondern ein falsches Motiv. Man folgt so auch vorgegebenen Doktrinen einer später entarteten Kirche. Und man meint heute noch es wäre unser Auftrag alle Ungereimtheiten aufzulösen. Wozu aber bitte?
Die tatsächliche Datierung der Volkszählung bzw. ob es eine oder zwei gegeben hat, ist auch im Lk-Ev nicht völlig klar. Die Volkszählung selbst ist historisch aber unbestritteen. Aber es ist kein einziges historischens Dokument lückenlos und perfekt, warum daher die Bibel? Weil es eine Doktrine sagt? Ist diese Gott? Die Liebe zur Wahrheit findet aber ihre Antwort.
Fazit: Eine lückelos historische Rekonstruktion des Lebens Jesus ist gar nicht möglich, auch wenn man sich darin versucht, aber es ist dies auch nicht das Ziel der Autoren der Evangelien gewesen, sondern dieses ist und war bei allen der Sinn und Zweck:
Johannes 20:31 hat geschrieben: Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen.
Oder wie das schliche Mk-Ev gleich in der Einleitung die Sohnschaft Gottes des Herrn Jesus als Tatsache hinstellt:
Markus 1:1 hat geschrieben: Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes.
PS: Deine Sorge, dass Moslems ein gefundens Fressen für Bibelfälschung haben, muss m.E. nicht sein, und zwar aus dem Grund: Sie würden auch dann beim Vorwurf der Fälschung bleiben, wenn sie nicht einen einzigen Fehler nachweisen könnten. Das steht einfach so im Koran, also ist das für sie wahr.
Ihr Motiv ist allerdings nicht die Wahrheit, sondern sie hassen alle, die Mohammed als Propheten oder den Koran ablehnen. Dieser Geist treibt sie an und vereitelt jede Wahrheit. Damit hassen sie auch den wahren Jesus Christus, den sie gar nicht kennen, der allerdings das Auftreten solcher falscher Propheten vorhergesagt hatte.
Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 24. Jul 2026, 01:46
Jesus wurde nicht "im Jahr 0" geboren, sondern mit einiger Wahrscheinlichkeit 6 oder 7 v. Chr.
Roger Liebi vertritt diese These, so weit ich recherchiert habe, nicht und jongliert nur so herum mit seinen Jahreszahlen. Einige Dinge schafft er meisterhaft, aber andere doch nicht.
Jesu tatsächliches Geburtsjahr wäre ca. 1-2 vor Christus. (R. Liebi legt es auch auf 2 v. Chr). Das Jahr "0" gibt es kalendarisch nicht, denn das ist nur ein Zeitpunkt, mit dem unsere Jahreszählung beginnt. Nach meinen Forschungen nach Lukas Angaben gem. Lk. 3:1 wäre Jesus tatsächlich im Jahre 29 nach Chr. ca. 30 Jahre wie Lukas schreibt:
Lukas 3:23 hat geschrieben: Und er, Jesus, begann seinen Dienst, ungefähr dreißig Jahre alt, und war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, des Eli, ...
Ich folge der lukanischen Berichterstattung, die ich für historisch weit glaubwürdiger einstufe. Diese steht auch viel klarer im Einklang mit der übrigen historischen Forschung.