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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 11. Mär 2026, 10:36
von ProfDrVonUndZu
Helmuth hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 05:45 Fein, dann können wir uns auch mit der zweiten Hürde befassen, dem "Ewig-Vater". Wie interpretierst du das? Aber einen Einwand habe ich: Wenn damit das Kind beschrieben wird, dann können seine Titel nicht "Gott" bzw. "Vater" sein.
Dieser Name könnte auch bedeuten "Mein Vater ist ewig" oder "Mein Vater ist Zeuge". Außerdem steht hier ja auch nur, dass er so genannt werden wird. Von wem ? Vom Volk vielleicht.

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 11. Mär 2026, 21:30
von Otto
Helmuth hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 05:45 Fein, dann können wir uns auch mit der zweiten Hürde befassen, dem "Ewig-Vater". Wie interpretierst du das?
Wir alle stammen von Adam. Adam ist unser biologischer Vater. Jesus wird auch der zweite Adam genannt. Wer Glauben an Jesus zeigt, macht Jesus zu seinen „Vater“ . Außerdem, wird Jesus Milliarden von Menschen aus den Gräbern ins Leben bringen. Auch für sie, wird Er als ewiger Vater sprich Lebensgeber „genannt“ werden….

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 11. Mär 2026, 21:56
von Helmuth
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 10:36 Dieser Name könnte auch bedeuten "Mein Vater ist ewig" oder "Mein Vater ist Zeuge". Außerdem steht hier ja auch nur, dass er so genannt werden wird. Von wem ? Vom Volk vielleicht.
Es wäre ebenso lesbar, dass „avi-ad“ eine Smichut zu „el-gibor“ wäre. Das würde bedeuten „Held Gottes“ des „Ewig-Vaters“. Das wär ein längerer Titel anstelle von zwei Titeln. Es wird im masoretischen Text „aviad“ gar nicht getrennt geschrieben. Im Text von 1QJes (der Jeajarolle aus Qumran) liest man es noch getrennt als „avi - ad“. Warum die spätere Zusammensetzung?

Der Vers zeigt gut seine schwierige Deutung. Man ist zwar einhellig der Auffassung, dass es sich um eine messianische Weissagung handelt, aber deuten lässt er sich trinitarisch, wie Christen es vornehmen, als auch nicht-trinitarisch, wie Juden es tun.

Der Vers ist damit für beide Seiten kein klarer Beleg für ihre jeweilige Theologie. Das zeigt aber, dass es nicht immer um Wahrheitsfindung geht, sondern um die Unterstützung der jeweiligen Theologie.


Otto hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 21:30 Auch für sie, wird Er als ewiger Vater sprich Lebensgeber „genannt“ werden….
Das ist ein Beispiel dafür, was ich gesagt habe, die Unterstützung jeweiliger Theologie. Zunächst geht es aber um die Leseart des Textes, ohne sie sofort zu deuten. Sie ist nun nicht eindeutig. Ich zeige neben der üblichen auch legitime Alternativen.