Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?
Verfasst: Mo 9. Mär 2026, 02:17
Was du da geschrieben hast, muss noch einmal präsent sein-- weil es sehr wichtig ist, sich darüber klar zu werden und es ist auch wichtig im Umgang mit Menschen, denen wir Interesse an Gott vermitteln möchten. Wie bereits gesagt, bin ich kein Fan von Schuldzuweisungen der Marke: "Du bist ein Sünder!"-- weil man damit zwar vielleicht die Wahrheit sagt, aber das Thema "Menschen fischen" gründlich verfehlt.Lea hat geschrieben: ↑Do 5. Mär 2026, 19:12 Ich war versuchbar wegen Mängel, welche Gefühle in mir bewegten, diese Lücken zu füllen.
Und manchmal denke ich dann im Rückblick: ich konnte doch gar nichts dafür. Weil ich den Mangel nicht so deutlich als solchen wahrgenommen habe und auch die "Füllung der Lücke" mir Heilung versprach. Erst am Ausgang, wenn es schief gelaufen ist, frage ich mich manchmal: warum habe das getan?
Im Garten Eden wurde Eva erst von der Schlange dazu gebracht, einen Mangel zu fühlen - sie wurde versuchbar. Eva wusste nicht, was Gut oder Böse bedeutet. Es war etwas Göttliches, das sie nicht verstand - und glaubte, ihr würde etwas fehlen, wenn sie es nicht probierte. Erst als sie aß, wusste sie es. Nur, dass es da keinen Weg zurück mehr gab.
Du hast das so gut beschrieben.
Der Mangel. Ein Defizit, oder mehrere. Fast alle unserer Mitmenschen sind davon betroffen. Da ist ein seelischer Hunger-- und, nachdem man lange genug versuchte, ihn zu ignorieren, in der Hoffnung, er möge sich in Luft auslösen, was ja manchmal der Fall ist... holt man eben doch eine Tafel Schokolade, im günstigen Fall... es ist keine Sünde, Schokolade zu essen.
Aber vielleicht kompensiert der Hungrige (s)einen Mangel auf andere Weise-- er tut Unrecht und lädt damit Schuld auf sich. Das ist bei Christen auch nicht anders.
Die Lösung oder wenigstens der Versuch einer Lösung wäre, sich etwas Zeit zu nehmen, um zu analysieren: Wie fühle ich mich... warum fühle ich mich nicht wohl... was ist die Ursache?
Was könnte Linderung schaffen? -
-und damit dann zu Gott gehen.
Hinter der verbotenen Frucht steckt doch so viel mehr als ein "Apfel". Psychologie ist die Wissenschaft, die das Erleben und das Verhalten des Menschen thematisiert. Die Sache mit den Paradiesbäumen hat nicht wirklich mit Botanik zu tun. Eher schon mit Psychologie.
Offb. 22 berichtet von weiteren Bäumen... "die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker".
Unsere Buchstabengläubigen möchten sich dann vielleicht aus den Blättern einen Tee machen? Oder lieber einen Salat? Vielleicht pflücken sie die Blätter und kochen tonnenweise Spinat?
Sie können es ja versuchen. Aber: Die Bäume in Offb. 22 haben bestimmt auch mit Symbolsprache zu tun.
Letztlich sagt 1. Mose 3, die Menschen wollten einen empfundenen Mangel mit der falschen Medizin "kurieren".
Hätten sie die Begegnung mit der Schlange mit Gott besprochen, wäre die Geschichte anders verlaufen.
LG